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Freitag, 8. November 2013

# Playlist - Woche 44''13'''

Kalenderwoche 44:


Einzigartige Künstler: 281
Gesamte Titel: 579
Insgesamt gespielt: 617


1. Iced Earth 21
2. Katatonia 16
3. Cryptic Wintermoon 13
4. Agalloch 11
4. Swallow the Sun 11
6. AtomA 10
7. Moonspell 9
7. Draconian 9
9. In Flames 6
9. Insomnium 6
9. Ektomorf 6
9. Isole 6
9. Agrypnie 6 



Vorne weg wieder meine beiden Lieblingsbands, welche sich dieses Jahr ein verdammt enges Kopf an Kopf Rennen um den ersten Platz der jährlichen last.fm Charts liefern. Auf der drei mit Cryptic Wintermoon der Newcomer des Aprils, eine deutsche Black Metal Band welche man sich eigentlich immer geben kann.

Agalloch gehört defintiv auch zu den wichtigen Bands (Platz 20) und war für mich früher unverzichtbar beim Zeitung austragen, Gedichte schreiben oder sonstigem winterlichen Sinnieren. Eine wunderbare Mischung aus Doom, Folk und Black Metal. Atmosphärsch praktisch unschlagbar und definitiv Musik für die kalte Jahreszeit und diese, man hört es munkeln - steht praktisch vor der Tür.

Swallow the Sun musste nach dem wirklich überraschend tollen Konzert natürlich noch mal nachgehört werden.

Moonspell ist auch eine erwähnenswerte, portugiesische Band (Platz 13), ebenso die deutsche Black Metal Band Agrypnie (Platz 11) welche ich hier schon anhand eines CD Reviews vorstellte, was nach wie vor die Spitzenposition inne hält. Vielleicht verlier ich ein ander mal mehr Worte darüber.

Hervorsticht aber auf jeden Fall Isole. Zwar dürfte den klassischen Doomern zu Gute kommen, dass ingesamt nicht so viele Titel gehört wurden, normalerweise teilen sie das Schicksal vieler Doom Bands mit wenigen und dafür langen Songtiteln, aber heuer hat es zumindest in die erweiterte Top10 gereicht. Mit einem Minium an bzw. gar keinen Growls sondern prägnantem Klargesang schafft es die Band zu überzeugen und dabei interessante Lieder zu komponieren, denn mit Monotonie zu langweilen.

Neben Agalloch mal mein Spontantipp der Woche für geneigte Zuhörer.

Samstag, 10. August 2013

Agrypnie – F51.4 (2006)


Frontcover

Heuer steht einer meiner Lieblingsbands auf der Matte, welche bis dato meine meistgehörte Black Metal Band ist und sich mit Swallow the Sun Platz 1 der am häufigsten Live gesehenen Bands teilt. Zur Bandgeschichte sei nur so viel vorweg genommen, dass sie indirekt in die Fußstapfen von Nocte Obducta trat, welche ich damals schon gerne hörte. Mit der „Nachfolgeband“ Dinner auf Uranos konnte ich nie wirklich so viel anfangen, ganz anders war es da dann schon mit Agrypnie welche der Sänger Torsten im Alleingang auf die Beine stellte. Und darum soll es nun gehen…

Der Albumtitel harmoniert schon mal wunderbar mit der Bedeutung des Bandnamens, mal sehen was da das „Intro“ zu bieten hat. Dieses startet sehr sphärisch und windig-wispernd um dann in vertraut wirkenden Gitarrenmelodien aufzugehen. Hier ist der Einfluss von Nocte Obducta noch mehr als augen- bzw. ohrenscheinlich, die einsetzenden Drums wird der Experte sicherlich als von der Konserve ausmachen – mich stört dies aber nicht weiters zumal es im Verlauf noch durchaus seinen eigenen Reiz entwickelt. Das Stück nimmt kurz Fahrt auf, beruhigt sich und leitet nahtlos in Track 2 über. Noch nett… 6,5 Punkte

Erschienen bei: Supreme Chaos Records
EAN-Nr.: nicht vorhanden
Katalog-Nr.: SCR-CD023
Da ich aber nicht auf nur „nett“ stehe, steigert sich folglich „Und Führet Mich Nicht In Versuchung“ und brettert gleich los. Lyrics sind hierbei sehr gut zu verstehen, das Lied ist zügig und geht trotz leicht progressiven Ausflügen dennoch sehr direkt nach vorne. Mit dem Rhythmuswechsel kurz vor Minute 2 wird es aber noch wesentlich interessanter und treibt den Hörer regelrecht vor sich her. Wirklich interessant gestaltet, vorwärts drängend und eindeutig stärkstes Wiedererkennungsmerkmal des Liedes. Dazwischen hämmern die Drums gnadenlos durch, die Gitarren erzeugen hierbei wechselnde Stimmungsbilder und werden mit latent epischen Anflügen von obig angesprochenem Rhythmus in die Stille hinaus eskortiert. Im Anbetracht der Tatsache, wie oft ich dieses Lied früher gehört hatte und welchen Sog es zu erzeugen wusste, runde ich – zwischen zwei Noten stehend wohlwollend auf glatte 8 Punkte auf.

„Auf Den Nackten Korridoren“ lässt sich wieder mehr Zeit und versprüht schon eine gewisse Kühle bevor Gesang und Drums einsetzen. Die melancholische Resignation wird überwiegend durch die als sehr schleppend empfundene Dynamik erzeugt und erstmals punktet der Drum-PC allein durch seine sterile Ausstrahlung. Das passt perfekt ins lyrische Konzept, als auch in die Umsetzung. Hier kann noch so oft progressiv umgeschwungen werden, es entsteht keine Wärme sondern nur maschinelle Kälte. Die Wechsel sind nett aber in meinen Augen nicht zwingend und etablieren für mich persönlich viel mehr nur die Stimmung um im Folgesong darauf aufbauen zu können. 7,5 Punkte

Absolut stimmige Gestaltung, sachlich und nüchtern
dennoch vielsagend...
Dieser hört auf den Namen „Cogito Ergo Sum“ – ist zudem der längste Song des Albums und markiert für mich eine Art Kernstück. Die Gitarren benötigen hier nicht viele Riffs, erzeugen aber wieder einen sehr schleppenden und depressiven Sound. Der Doublebase unterlegt das ganze wunderbar dezent und passend, mehr betonend als bestimmend. Ungefähr in der Mitte des Songs nimmt der Song dann wieder Tempo auf um sich wunderbar wieder in verschiedenen Stimmungsbildern zu lösen. Klagend, verzweifelnd, einsam und ob der Situation dennoch hilflos wütend, erschöpft und matt. Dieses hoffnungslose Ringen wird wunderbar dadurch inszeniert, dass trotz vieler, vieler Ansätze und progressiver Elemente – jede Energie immer wieder zum Grundthema oder ähnlich klingender Spektren zurückkehrt, fällt und ebenso endet.
Verdient allein die Stimmung schon höchstes Lob, gewinnt die Inszenierung und Komposition enorm an Tiefe und Substanz – sicherlich keine überraschenden 10 Punkte!

Dass das „Kerkerseelenwanderung“ kaum noch toppen kann dürfte klar sein, daher wurde hier auch eine andere Idee verfolgt. Ist der Anfang noch ruhig und verspielt, irgendwo zwischen „Intro“ und etwas eigenem – so explodiert die Chose plötzlich nach fast 2 Minuten in einem extrem treibendem und eingängigem Rhythmus. Dieser Song geht volles Kommando nach vorne und streut fast schon beiläufig eine Gitarrenmelodie nach der anderen. Melodie ist hierbei natürlich immer schamlos untertrieben, Szenerie wäre das passende Wort. Leider verliert sich das Ganze ein klein wenig im Mittelteil, gewinnt aber am Ende wieder durch stärkerer Akzentuierung an Dynamik und Prägnanz. Des Eingangs prägender Rhythmus rundet gelungen ab. 8 Punkte

Weil es so schön ist, hier noch ein weiteres
Beispiel
Ziellos verwirrt mutet „Spiegel?“ an. Ohne gewohntes Vorspiel hämmert der Wahnsinn drauf los, fängt sich aber kurzfristig in suggerierten Ruhepausen, welche de facto aber nichts wesentlich an der irren Geschwindigkeit der Drums ändern. Diese - Warnung laienhafte Mutmaßung – werden durch ächzende Synthie Klängen vertieft, die Basedrum hat bis dato aber längst wieder volle Fahrt aufgenommen. Gegen Ende hoppelt der Rhythmus noch ein wenig was hier vollkommen positiv gemeint ist, die Klänge verbinden sich und eindrucksvoll neigt sich das Lied dem Ende zu. 7,5 Punkte

Gewohnt kritisch geht es mit „Masken“ und ihrer Wahrnehmung weiter. Die Töne knallen flott aus den Boxen und auch hier zeichnet sich das Lied durch wechselnde Dynamik und fließende Stimmungswechsel aus. Mal beiläufig, mal oberflächlich angedeutet und dann wieder Räume öffnend und tief, sowohl im Vorder- als auch im Hintergrund. Deutlich zu erkennen wenn sich das Schlagwerk leicht zurück nimmt, leiser wird und 7,5 Punkte
wieder auftaucht – aber auch sonst in den Zwischentönen erkennbar.

Backcover und Tracklist
 „Glas“ fühlt sich im Gegensatz irgendwie leicht dumpf an, steht damit stark im Kontrast zur lyrischen Aussage, welche mit ziemlich spitzen Schilderungen aufwartet. Fühlt sich nicht unbedingt kalt, aber leicht be- und/oder sogar richtig gefangen an. Was am Ende – „Jeder Halt nach dem du tastest. Schneidet tief in wunde Hände“ doch irgendwie wieder passt. Sagt mir persönlich aber nicht ganz so zu. 6,5 Punkte

Wer sich so viel Mühe mit den Texten gibt und soviel Aussage zu erzählen hat, kann sein letztes Lied getrost auch „Outro“ nennen. Und auch wenn hier nichts gesungen wird, erzählt es dennoch allein durch Klang und Stimmung sehr viel. Von Traurigkeit und Einsamkeit, von Monotonie, von Abschied, von Vergangenheit und Nostalgie, von Ferne und Distanz, von Kälte, von Leere und ganz wichtig von „spiel mich bitte noch mal von vorne ab“. Und wenn dass das Schlusslied schafft, dann ist das doch ziemlich gut. 8 Punkte


Cover:

Schlicht und einfach eine in Grautönen gehaltene, kalte und unattraktive U-Bahn Haltestelle. Nicht spektakulär, auch nicht wirklich besonders aber unglaublich effektiv und beschreibend. Das was man sieht und wie das Bild wirkt, genau das bekommt man auch geboten. Sehr treffend und damit auch vielsagend, perfekt gewähltes Motiv als auch Farbgebung und Lichteffekte. Sehr gute Wahl…

Und auch der Rest knüpft genau da an. Seien es Bilder von Hochhausfassaden, leeren Gängen, Brücken oder Tunneln – das Konzept ist von vorne bis hinten in sich geschlossen, die Farben gräulich bis hin zu leicht braun, die kompletten Lyrics auf der anderen Seite ohne weitere Details nüchtern und kahl präsentiert.

Die Aufmachung des Digipacks ist sinnvoll und gut gestaltet, hochwertig und Worte sind da praktisch überflüssig – es spricht für sich und ist perfekt auf das Album ausgerichtet. Musik Hören und gleichzeitiges Durchblättern macht Spaß, weil es eben aufeinander zugeschnitten ist. Selten solch stimmige Gestaltung gesehen welche mit Höchstnoten zu honorieren ist.

Fazit:

Abschließend ein wahrlich in sich geschlossenes Werk, welches zwar noch deutliches Steigerungspotential hat, aber schon sehr gut vorlegt. Im Unterschied zu Nocte Obducta um ein vielfaches direkter, keine ewig lang ausschweifenden Parts und wenn, dann selten ruhig sondern immer mit dem Fuß an der Schießbude. Viel eingängiger und lyrisch vollkommen überzeugend. Dennoch oder sogar und trotzdem enorm tief und variationsreich, innerhalb des Stücks wie auch über das Album verteilt. Und klar werden Geschwindigkeitsrekorde anderswo gebrochen und klar ist dies kein arttypischer Black Metal, sondern ein sehr moderner und melodischer, aber ein sehr interessanter und guter. Nicht bombastisch, nicht glatt geschliffen und auch nichtsymphonisch überladen, sondern ehrlich und direkter. Und mag die Produktion ob des künstlichen Schlagzeugs passagenweise kalt und steril klingen, worüber man sich sicherlich vorzüglich streiten kann. Selten hat es besser gepasst, musikalisch wie auch optisch – praktisch in allen Belangen…


Gesamtergebnis: 8,42

Gesamtspielzeit: 51:48
Durchschnittsdauer: 5:45
= doppelte Wertung für Song 4

Liedqualität: 7,95 (3x)
[ 6,5 + 8 + 7,5 + (2*10) + 8 + 7,5 + 7,5 + 6,5 + 8] / 10 = 7,95
Cover: 9,75 (1x)
Cover: 9,5
Lyrics: 7/7 = 10
Aufmachung: 9
+ Digipack 1 = 10

Abwechslung: 8,5 (1x)

Donnerstag, 25. April 2013

Ragnarök 2013 - 5/6ter April @ Stadthalle Lichtenfels



Auf ein Neues! Wieder einmal startet die alljährliche Armbehängung in Lichtenfels, diesmal mit einem ganz schicken Bändchen in schwarz und wie schon 2011 gemächlich und mit Hotel. Besagter Edeka Parkplatz war schon 2012 ein Lidlparkplatz gewesen und heuer ein innerhalb einem Jahr hochgezogenes Gewerbegebiet mit massig Fläche und vielen Einkaufsmöglichkeiten. Da ich zur Zeit 100%-ig abstinent bin, war die Frage des Fahrers auch gleich geklärt und auf unnötige Taxikosten konnte verzichten werden.

Interessant war dieses Jahr auf jeden Fall die neue Sachlage mit den Securitys, nachdem es im letzten Jahr erhebliche Spannungen und strafrechtlich sicherlich nicht unrelevante Vorkommnisse gab.

Die Anreise verzögerte sich ein wenig und wir kamen am Freitag später los als ich es mir ausgemalt hatte, wir verschwendeten aber nicht viel Zeit beim Einchecken und fuhren eben gleich zu den neu geschaffenen Parkplätzen, anstatt uns groß einweisen zu lassen. Erfahrung zahlt sich eben doch aus.

Hier kämpften Wikiniger! Leider hatte sich in diesem
Moment einer verletzt und getreu dem historischen
Vorbild wurde rücksichtsvoll pausiert.

Vor der Halle prügelten sich noch ein paar Wikinger in Rüstungen und wir schneiten schließlich irgendwo mitten bei Ava Inferi in die wohlbekannte Halle. Um nach Drängen meinerseits, selbige schnell auch wieder zu verlassen. Doomig fand ich gehörtes nicht, der Gothic Metal Einschlag empfand ich als nervtötend geträllert, begleitet von einer komischen esoterischen Performance. Schien zwar kurzfristig besser zu werden, war dann aber doch ganz und gar nicht mein Fall – auch wenn ich dieses Untergenre durchaus höre. So interpretiert auf jeden Fall nicht.

Der Weg einer Freiheit sagten mir da schon deutlich mehr zu. Ein Lied war mir neu – musste folglich von der EP stammen, ansonsten wurde bekanntes mehr oder weniger gelungen dargebracht. Der Sampler von „Neubeginn“ war natürlich mal wieder die Achillesferse wie schon beim letzten Male im Steinbruch. Klingt auf der Scheibe definitiv besser. Passabler Einstieg aber mit Potential nach oben. Greift auch bei mir nie wirklich aus dem Stand heraus sofort perfekt, schade.

Praktisch schon abgeschrieben war Fjoergyn nach dem Desaster aus dem Vormonat, eine kleine Chance gewährte ich der Band aber dennoch. Somit konnte ich mich immerhin vergewissern, dass der Sound in Stuttgart vollkommen okay war und die Band sich einfach so schief, schlecht und scheiße anhört. Musste ich passen und schnell entfliehen.

Dafür saß wieder alles bei meiner „Hausband“ Agrypnie wo es sitzen sollte, welche ich nunmehr zum fünften Mal live sah. Zwar haben sie auf mich nicht mehr diese übertrieben magische Wirkung, dennoch ging sowohl die Setlist als auch die Darbietung perfekt auf. Könnte daran liegen, dass „Morgen“ nicht gespielt wurde – aber das habe ich eigentlich schon oft genug live gesehen und die anderen Stücke müssen sich nicht wirklich verstecken. Hatte schon schlechtere Auftritte gesehen, die Erwartungen wurden folglich gänzlich erfüllt und befriedigt.

Bei Dornenreich hatte ich wiederum überhaupt keine Erwartungen, da sie mir einfach zu anstrengend und nichtssagend sind, was ich aber vor die Linse bekam ging so weit in Ordnung, sodass zumindest der Schluss noch brav angeschaut wurde.

Eluveitie
Sicher auf der Tribüne aufgehoben verfolgten wir Eluveitie, welche so diesmal auch mal genossen werden konnten. Auf die Permanentmoshtrottel hatte ich auf jeden Fall keine Lust und konnte ihr übertriebens Treiben sicher aus der Ferne mit Verachtung beobachten. Und manch tatsächliche und wenig überraschende Aktion rechtfertigt genau diese Bezeichnung.
Die Band trat leicht dezimiert auf, eine der beiden Frauen fehlte – was aber nicht wirklich negativ ins Gewicht viel. Musikalisch gesehen war das Ganze abwechslungsreich und eingängig. Ich persönlich mag die Band sehr, auch wenn ich absolut nicht mehr auf dem neusten Stand bin, was ihre Veröffentlichungen angeht. Ihren derzeitigen Erfolg haben die Musiker auf jeden Fall verdient, trotzdem sind sie in meinen Augen schon viel zu groß und Mainstream genug um leider zig Idioten zu ziehen. Das ist schade, denn der Auftritt war geil und die Musik ist toll.

Wo keine Idioten angezogen werden müssen weil schon einer auf der Bühne steht, ist bei den Schweden um Shining der Fall. Kvarforth spuckt und sabbelt mal wieder permanent ins Publikum, welches es mit zig Becherwürfen quittiert. Dazwischen wieder mal unverständliche Beleidigungen gegen wen auch immer, was somit wirkungslos verpufft und zwischendurch noch absolut harmlose Schwulerein mit seinen Bandkollegen in der Erwartung eines schönen Cumshots in die Fresse. Anfangs torkelte noch ein halbnackter und offensichtlich hackedichter Mann über die Bühne der dabei mehrmals auf die Schnauze fiel bevor er von der Security von der Bühne gezogen wurde und warum auch immer dort war. Musik wurde auch noch gespielt, welche an und für sich nicht schlecht war, zumal Kvarforth wirklich überzeugend böse singen und schreien kann; aber die ansonsten sehr peinliche Selbstinszenierung des übertriebenen Soziopathen ließ dies zur hilflosen Stafette verkommen. Eigentlich wartet man nur noch mit voyeuristischer Neugier auf irgendeinen bescheuerten Skandal und bekommt diesen Kindergarten gerecht geliefert. Wie schon beim Summerbreeze wurde sich auch nicht an Spielzeiten gehalten sondern munter überzogen, aber diesmal konnte einfach ein Vorhang vorgeschoben werden und so war dann doch irgendwann Schluss.

Heretoir interessierten dann fast schon niemanden mehr, was an der Uhrzeit liegen könnte oder aber an der nur sehr durchschnittlichen Qualität. Sie waren hörbar – ohne Zweifel, sie gefielen mir sogar – aber wirklich hängen blieb nichts. Somit ging es zum Auto und zum warmen Hotel.

Ei Anno 2013
Pissed, very pissed!!!
Beim Frühstück gab es ein Wiedersehen mit Ei, diesmal in einer leicht angepissteren Variante als vor zwei Jahren. Ansonsten waren dort recht viele Bands versammelt, unter anderem auch Thorsten von Agrypnie/Nocte Obducta – welche ich allerdings alle in Ruhe ließ. Sind schließlich auch nur Menschen und Frühstück ist verdammt noch mal Krieg!!

Es eilte nicht direkt. Nachdem wichtige Deckungskäufe getätigt waren und meine Autorität endlich wieder hergestellt war, begaben wir uns erneut auf die komplizierte Suche nach einem ominösen Zeltcamp irgendwo am Fußballtor. Eine Reise die schon am gestrigen Tag ob der niedlichen und überschaubaren Größe mehrmals schief ging. Vor allem die Annahme, dass dieser unebene und löcherige Platz ein Fußballfeld sein sollte war schon absurd. Gefunden, wurde die typischerweise letzte schlafende Person aus dem Zelt gerissen und der Spaß begann. Nachdem die ersten Erfolge der Dachszucht begutachtet wurden und irgendwann auch das Holz rar wurde, zog die Gruppe mehr oder minder Nüchterner los um den naheliegenden Obi zu plündern. Nach der freudigen Sichtung von süßen Frettchen mussten wir entsetzt feststellen das unser brav draußen gelassener „Habt ihr da ein Haarteil vergessen?“-Dachs entführt wurde.

Nachdem sich die Gruppe beim Rückweg aufteilte landeten wir wieder in der Halle. Riger vernahm ich lediglich akustisch, brav vor der Toilette wartend, dafür aber auch komplett.

Von der Tribüne aus sah zumindest ich dann noch Helrunar und Menhir, so richtig ins Gedächtnis fräßen konnten sie sich aber leider nicht. Helrunar gefielen mir einen Ticken besser, hatte dennoch höhere Erwartungen gehabt. Menhir verließen wir vorzeitig um zu Speisen. Die nachfolgenden Nocte Obducta hatten wir beide schon zweimal live gesehen und Pan würden sie ja sowieso nicht spielen…

Beim Italiener angekommen, stellten wir gleich fest – eine freie Platzwahl gab es nicht wirklich mehr, so wurde uns bei einem halbvollen Tisch Asyl gewährt. Dort herrschte der Kaiser Schieß mich tot und ernannte mich zum Vize-Vize Prinz von Lavendel, was ich ihm mit heimtückischen Mordplänen dankte. Ebenfalls anwesend war noch eine recht junge Grupper Augsburger Rofaanhänger. Namen – mit Verlaub – hab ich inzwischen alle komplett vergessen.

Na wer will mal in den Mund nehmen?
Scheinbar war das Krokodil schon in hunderten...
Als wir das Lokal verließen stellten wir fest, dass Nocte nun endgültig verpasst waren – theoretisch war nur ein kurzer Abstecher geplant gewesen und nach einer Reise zum Auto und zurück, wurden wir an der nächsten Ecke angehalten und zur freien Verköstung irgendwelcher Schnäpse eingeladen. (Wir klingt cooler, aber ich hab nichts getrunken^^)
Dort wurde über die Herstellung von Met und Co gefachsimpelt, Krokodile bewundert und im Schneckentempo Richtung Parkplatz gewandert. Dort stießen wir auf Nord-Rhein-Westfallen, welcher uns auslachte, da Nocte Obducta „Und Pan spielt die Flöte“ doch zumindest angespielt hatten. Verdammte Axt!!! -.-

Die Planung? Solefald waren schon so gut wie fertig, Carpathian Forest würden wir demnächst wieder sehen können, Vreid hatten wir vor kurzem gesehen und Secrets of the Moon zumindest ich. Schlussfolgerung: Campingplatz

An dieser Stelle wäre Platz die Securitys lobend zu erwähnen. Man hat vom letzten Jahr gelernt und diesmal Leute engagiert, die auch etwas mit der Szene anfangen zu wussten und dabei auch höflich blieben. In gewisser Weise, so zumindest mein Gefühl, hatten die Besucher sogar fast(!) Narrenfreiheit. Offenes Feuer eigentlich verboten? Hier vollkommen okay, war aber auch verständlich bei -3° und sogar ganz leichtem Schneefall.

Mehr Respekt durch Hello Kitty!
Der Black Metal hat eine neue Leitkultur...
Das gab dem ganzen sogar ein leichtes Survival-Feeling. Die Holzvorräte waren bald zu Ende, die Lichter der wärmenden Feuer wurden immer weniger. Suchtrupps wurden losgeschickt um Holzscheite zu erbetteln, Kartons zu sammeln, wilde Schlachten um brennbare Gegenstände entstanden. Die Dachszucht half nicht weiter. Es half nichts, Bauzäune wurden ausgehebelt und im Wald halbe Bäume rausgerissen. Einziger Kommentar der Securitys: „Den Zaun stellt ihr aber wieder auf!“ – Kein Problem, der Vorrat war gesichert, weitere Stunden Wärme garantiert. Idioten streichelten den Dachs und wurden gebissen und eine bescheuerte Aktion eines Spasten gab dem Abend leider noch einen Beigeschmack. Ansonsten waren Bands vollends egal, es wurde gecampt, gefrorern und getrunken. Kälte? Scheiß drauf, wir fuhren abends gemütlich heim, genossen die heiße Dusche und das warme, weiche Bett. Pussy? Nö, einmal im Jahr – ist Luxus auch mal drin.

Insgesamt wieder ein gelungenes Festival mit einer wesentlich positiveren Grundstimmung als beim letzten Mal. Die Preise? Keine Ahnung ob sie gestiegen sind, Getränke gingen noch – Pizza und Wurst, zudem total überfettet, waren viel zu teuer. Das muss nicht sein, das nervt mich sogar an. Aber wir hatten zum Glück ja Frühstück und Proviant im Auto. Nächstes Jahr gerne wieder. Ein paar Grad mehr wären aber auch nicht ungelegen.


Grüße gehen an:
Caro, Patrick, Nick, Manuel, Annika, den Kaiser, die Augsburger Rofaleute, dem Deutsch-amerikanischen Namensvetter mit dem Krokodil + Begleitung (Name vergessen, sry), Nordrhein-Westfalen und ein ganz, ganz dicker Spezialgruß an Glatzi dem Sackgesicht. Ich hab meinen Fehler erkannt, nicht sofort reagiert zu haben – aber falls wir uns je wieder sehen und du noch mal so eine Aktion bringst, tret ich dir unmittelbar mit meinen Stiefel in dein hässliches Gesicht. No joke dude! Ansonsten Peace out… ;)

Dienstag, 11. September 2012

Summer Breeze Festival 2012 – 16ter August @ Dinkelsbühl - Teil 1/3

Der Bericht ist einfach viel zu lang, daher hübsch aufgeteilt in drei Teilen inklusive ausführlichen philosophischen Ansätzen und Hasswutanfällen. Ein Bericht, mitten aus dem Leben gegriffen:

Summer Breeze Festival 2012 – 16ter August @ Dinkelsbühl - Teil 1/3
Summer Breeze Festival 2012 – 17ter August @ Dinkelsbühl - Teil 2/3
Summer Breeze Festival 2012 – 18ter August @ Dinkelsbühl - Teil 3/3



Von wegen Pause! Sonntagmittag vom Party.San heimgekommen, hieß es gleich am Montag und Dienstag arbeiten, Mittwoch in der Früh Berufsschule und dann sofort losdüsen.

Soweit der Plan. Da das gebuchte Auto allerdings erst ab 17 Uhr frei war und das ganze noch beladen werden hätte müssen, inklusive diverser Einkäufe (Gaskocher/Fahnenstange/Wärme-Kältefolie) und Anfahrtszeit, rechneten wir eine Ankunft in tiefster Nacht aus und verlegten unsere Abreise auf Donnerstag morgen um in Ruhe alles vorher schon erledigen zu können.
Zieht man noch das Gewitter in Betracht, welches in dieser Nacht aufzog – gar nicht mal so schlecht.

Dabei verpassten wir nicht sonderlich viel, ein Haufen unbekannter Newcomer, Zeug welches uns nicht interessierte und Rage (erst vor kurzem gesehen), Tankard (kein Pflichttermin) und Graveworm (schon einmal live gesehen).

Also ging die Fahrt am Donnerstag los, hatte allerdings einen verheerenden Nachteil. Wir campten auf „N“. Auf „N!!!“ Und auch nicht vorne bei N, sondern ganz hinten auf N was heißt, dass es sogar auf O teilweise kürzere Wege gab und O war schon maximalst gefickt.
Laufzeit vom Campingplatz zur Bühne inklusive Einlassschleuse, hochgerechnet im Durchschnitt 30 Minuten. Kurz mal Bier holen war also definitiv nicht!

Erste Band war wenig überraschend? Agrypnie – Die Band sah ich jetzt zum 4ten mal live, den Sänger in letzter Zeit weitaus öfter. Der Auftritt war durchweg gelungen, wenngleich mal wieder viel zu kurz. Beim Facebookvoting wurde noch mein Lieblingslied „Morgen“ gepickt, Band war super drauf – ein mehr als gelungener Einstieg.

Von der Merchmeile aus, konnte noch recht gut Epica angehört werden und hier und da bot sich mir noch ein Blick auf die Leinwand. Die Bühne selbst konnte ich natürlich nicht sehen. Wollte ich aber ehrlich gesagt auch gar nicht, da mir gehörtes schon nicht gefiel. Viel zu fades Gedudel ohne irgendwie griffig zu sein.

N war auf dem Bild, ganz, ganz links hinter dem Wald.
Sehr ruhige Wohnlage und fernab vom Berufsverkehr
Jetzt kommen wir zum angesprochenem Problem: Ziel war es, kurz zum Auto gehen, was futtern, was trinken, auf’s Klo zu gehen und Alcest anschneiden um dann rüber zu Iced Earth (DER PFLICHTTERMIN schlechthin!) zu wechseln. Zeitfenster, knapp unter 80 Minuten.

 Aber da war ja „N“. Realität sah folgendermaßen aus: Alcest komplett streichen und hektisch zur Main Stage hetzen und gerade noch so während dem ersten oder zweiten Lied einen guten Stehplatz direkt in der zweiten Reihe hinter dem Wellenbrecher zu finden. Und da waren sie…

Iced Earth: Ich war ehrlich gesagt richtig gespannt auf diesen Auftritt und wie sich der neue Sänger schlug, ein zugegebenermaßen sehr wunder Punkt bei mir. Die Band hat einen viel zu wichtigen Stellenwert in meinem Leben, war so gesehen der Ausgangsimpuls meiner ganzen metallischen Entwicklung, als dass ich da über einen Sängerwechsel einfach so hinwegsehen könnte. Als beinharter Barlow Anhänger hatte ich meine Probleme mit Owens, der zwar technisch einwandfrei, wenn nicht sogar überlegen war – stimmlich aber in meinen Augen nicht die passende atmosphärische Tiefe besaß, welche eben genau diese Band ausmachten.
Nachdem Barlow wieder zurück kam, sah ich einer seiner letzten Auftritte live, bevor er wieder die Fliege machte. Dieser war extrem geil und hängte die Messlatte eigentlich irgendwo unerreichbar in den Himmel.


Das neue Album unter dem neuen Sänger Stu Block konnte sich zumindest bewähren und bot auch wieder erfreulich bessere Songwritingstrukturen. Block war dabei sehr gut in der Lage, wie Barlow und gleichzeitig wie Owens singen zu können. Zwar nicht 100%-ig identisch, aber sehr ähnlich, ohne einen Schuss Eigenständigkeit vermissen zu lassen. Doch wie schlug er sich live und wie klangen alte Barlow Lieder, welche ich nur mit Wehmut von Owens gesungen anhören konnte?

Vornweg sei gesagt, die Sicht war theoretisch ideal – vor mir niemand großes, dank dem Wellenbrecher eine genügend große Lücke, als dass ich sowohl direkt auf die Bühne als auch auf die Leinwand schauen konnte. Nur die Sonne, ja die schien bereits tief stehend, direkt in die Augen – die Bühne war für diese Uhrzeit katastrophal ausgerichtet, so konnte das Konzert anfangs nur über die Leinwand erkennbar verfolgt werden. Gesanglich, überraschend stark. Ein 1A Konzert der Extraklasse, alte Songs konnten ohne Beigeschmack mitgeträllert werden. Hat extrem viel Spaß gemacht und war mehr als nur sehenswert. Technisch Block sicherlich auch leicht überlegen, nur leichte nostalgische und gefühlte Nuancen trennen ihn noch von Barlow. Denn dieser bleibt für mich nach wie vor die Nr.1 – der beste Sänger von Iced Earth schlechthin. Und wenn dieser nicht ist, dann ist Stu sicherlich der bestmögliche Ersatz. Damit war der Tag, die Woche, das Festival – meine ganze heile Metalwelt gerettet und der Band wird weiterhin mit Euphorie die Stange gehalten. Geiler Auftritt, vielen Dank!

Das Gerücht von ungepflegten Festivalbesuchern
ist natürlich an den Haaren herbeigezogen, wie
diese gründlich-schmerzhafte Bierrasur bewies
Damit wäre genug gelobt worden, die nächsten Acts konnten nicht ansatzweise mithalten. Da wären zum einem Die Apokalyptischen Reiter, welchen ich recht zwiegespalten gegenüber stehe. Sie haben ein paar gute Songs welche mir recht gut gefallen, ansonsten lässt mich deren Musik relativ kalt. Kombiniert mit dem generierten Hype zog das natürlich hauptsächlich die Art Publikum an, welchem ich am liebstem aus dem Weg geh. Eine arme Frau dürfte noch auf einem Schlauchboot sitzen und T-Shirts verteilend und sich von der lüsternen Meute crowdsurfen lassen. Mir war das ganze etwas zu dämlich, daher sah ich mir das während dem Essen aus der Ferne an. Qualitativ nicht wirklich zwingend…

Behemoth waren für mich auch nicht mehr sonderlich interessant, da wir uns ewig weit vorkämpfen hätten müssen um irgendwo mitten im Getümmel stehend nichts zu sehen. Auch hier stellte der distanzierte Blick fest. Gut, aber im Endeffekt genau die gleiche Show wie eine Woche zuvor. Und so viele Schippen hätten diese gar nicht nachlegen können um aus der Ferne noch besser zu sein als bei der geilen Show auf dem Party.San in der Nähe. Als erneut gesehen notiert, aber den für mich besseren Auftritt stets im Hinterkopf gehabt.

Auf die nächste Band hatte ich mich ebenfalls sehr gefreut, da ich Eluveitie doch oft und gerne höre, bislang aber noch nicht live gesehen habe. Sicht war soweit in Ordnung, klanglich konnte dies ebenso überzeugen … ABER(!!) … es war nur noch nervend. Alle 30 Sekunden kam von hinten ein beschissener Crowdsurfer an und das kotzt mich nur noch an. Von „einmal gemacht haben müssen, weil geil“ kann nicht im Geringsten die Rede sein, wenn Mister Unbekannt das dritte Mal in kürzester Zeit über einen hinwegtrampelt. Von Konzertgenuss kann ebenfalls nicht die Rede sein, wenn andauernd jemand auf einen niederzufallen droht und sich durch harte Stiefel Schläge gegen den Kopf ankündigt. Das hat trotz Vorsicht mich, als auch meine Freundin getroffen der zudem dabei noch ein Shirt kaputt ging.
Als dann noch das penetrante Gemoshe losging war das Fass voll. Wir standen inmitten einer Gruppe kleinerer Menschen, darunter auch viele Frauen und genau dort musste Vollgas reingestürmt werden. Arschlöcher! (Und ihr Penner habt mir mein Ragnarök 2012 Bändchen abgerissen!!)

Wir zogen daher verfrüht ab, weil es einfach keinen Spaß mehr machte. Primär gehe ich auf ein Konzert wegen der Musik und nicht weil ich mich permanent Prügeln will. Dafür reicht ein kostenloser Hinterhof auch. Das Crowdsurfen und Moshen dazu gehört schön und gut, aber es muss irgendwann auch mal Schluss sein. Was vollkommen fehlt ist a) Rücksicht und b) Maß. Würde dies mal kurz passieren würde ich mich ja gar nicht aufregen, aber wirklich die ganze Zeit… geht gar nicht!

Nach einer kurzen Zeit ging es zu Ghost Brigade ins Zelt, von denen ich letzte Woche ob des Sounds bitter enttäuscht wurde. Dieser stimmte diesmal, trotzdem fand ich das Ganze ernüchternd, da hier zu 100% die gleiche Setlist in der gleichen Reihenfolge gespielt wurde. Ein klein wenig Variation hab ich schon erwartet, aber Fehlanzeige. Der Auftritt war nicht wirklich schlecht, zerbrach aber an der immensen Erwartungshaltung meinerseits. Den wahnsinnig guten Gig drei Jahre zuvor am gleichen Ort werden sie wahrscheinlich nicht mehr toppen können, werden von mir aber genau an diesem gemessen.

Sucht mal hier einen Orientierungspunkt. Viel Spaß...
Damit sind Ghost Brigade nicht allein konfrontiert. Ich hab in recht kurzer Zeit erstaunlich viel davon live gesehen, was ich auch privat am liebsten hör. Wenn ich bei last.fm meine Top20 Charts anschaue, habe ich 13 Bands davon schon live gesehen, die 14te ist demnächst möglich. Das heißt ich hab fast alles für mich relevante schon gesehen und es läuft lediglich auf Wiederholungen hinaus, welche großartige und einzigartige Momente insofern relativieren, dass sie oft nicht mehr in dieser Einzigartigkeit und subjektiven Qualität erreicht werden. Das macht sie zwar zum Einem zu etwas sehr besonderen, zum Anderen schmälert es aber den Spaß an der Wiederholung, da es durch die nostalgische Überhöhung des Vergangenen dem Gegenwärtigen unnötig und unmöglich schwer macht.

Bevor ich mich jetzt aber vollkommen in philosophischen Gedanken verliere eine Band – Deathstars. Auch diese Band spielte 2009 schon, wurde von mir aber verpasst und diesmal nachgeholt. Und was soll ich sagen, die Band groovt ordentlich und bot eine ausgezeichnete Show. Die bunte Mischung aus Industrial und Gothicmetal mit einer leicht an Marilyn Manson erinnernden Attitüde funktionierte wunderbar und besaß eine erfrischende Eigenständigkeit. Vor allem der Bassist überraschte mich positiv mit seinem Gesang, der um ein vielfaches mächtiger und böser klang, als ich es von den Liedern gewohnt war. Ein wahrlich gelungener Auftritt der mir viel Freude bereitete.

Zwischendurch hatten wir durch einen simulierten Ohnmachts- oder Schlafanfall eine kleine Gruppe lustiger Menschen angelockt und nachdem ich mehrfach erfolgreich „Besitzansprüche“ *g* klar stellen musste, wurden wir zunehmend vom mysteriösen Absperrband umzingelt, welches ständig aus dem Nichts auftauchte und uns vertreiben wollte.

Da wir uns dann doch nicht mit der Security anlegen wollten, strandeten wir erst am teuren Zapfhahn und schließlich im Zelt wo Farsot auf der Bühne standen. Und keine Ahnung was für unterschwellige Töne die in petto haben, jedes Mal wenn ich Farsot sehe, habe ich danach keine Ahnung was und wie genau das überhaupt war. Alkoholische Einflüsse schließe ich diesmal sogar vehement aus, denn für eine ordentliche Basis war mir das Bier mit 3,30€ für 0,4 Liter zu teuer und „N“ zu weit weg! Was ich weiß ist, dass mir der Auftritt gefiel – detaillierte Bemerkungen kann ich dazu warum auch immer, aber nicht abgeben. Die Frage „war’s er?“ konnte auch nicht eindeutig geklärt werden - am Party.San wollte mir ein möglicher Bärenaufbinder weiß machen, dass er nächste Woche bei Farsot auf der Bühne steht. Da seine Freundin bei Cannibal Corpse singt, hatte ich ihm das gutgläubig geglaubt… warum auch nicht?


Was danach folgte ist die inoffizielle Fortsetzung von Homers Odyssee und wurde als „der geheime Weg“ bekannt. Bei einer wahrlich kühlen (12°) und schrecklich nebeligen Nacht, irrten wir eine geschlagene dreiviertel Stunde im Kreis umher, auf der Suche nach unserem Zelt. Fixpunkte konnten dank dem Nebel nicht wirklich erkannt werden, eine deutlich schwächere Beleuchtung bei den abgeschobenen Plätzen tat ihr übriges dazu. Die Bezeichnung „der geheime Weg“ beruht dabei darauf, dass der Weg wirklich kompliziert war. Von der geteerten Straße aus, musste an der richtigen Stelle auf eine halb ausgetrampelte Wiesengasse gewechselt werden, von der man irgendwann einfach links abzweigen musste, da sich dort weitere, garantiert nicht ordnungsgemäße Zwischengassen auftaten, an deren Ende sich unser Ziel befand. Und genau dieser letzte Wechsel war nicht immer einleuchtend, da absolut willkürlich und gar nicht eben, sondern recht abgesenkt. Wir verirrten uns daher noch mehre Nächte und auch tagsüber, nannten es aber entschuldigend immer einfach „den geheimen Weg“.



Die ersten beiden Bilder sind der offiziellen Summer Breeze Homepage entnommen. Rest wie gewohnt selbst geschossen.

Dienstag, 13. Dezember 2011

/Import: Ragnarök 2011 - 29/30ter April @ Stadthalle Lichtenfels

Ungewöhnt früh und vor allem ungewöhnt luxeriös begann die Festivalsaison 2011. Zusammen mit meiner Freundin der ich Karten und Hotelbuchung geschenkt hatte, fuhren wir Ende April ins beschauliche Lichtenfels und residierten im schicken Hotel Krone.

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Das Festival selber war gut 2km vom Hotel entfernt, weswegen ich dorthin mit dem Auto fuhr und es aufgrund knapper Parkplätze am benachbarten Edeka Parkplatz campierte.

Zuallererst fiel die sehr tolle Locations ins Auge. Die Tribünen waren ideal für kleinere Stehpausen, die Temperatur und Luft überraschend angenehm, die Bühnen übersichtlich und gut angeordnet und der Raum gemütlich gefüllt mit Platz nach Links und Rechts, statt wie eine Ölsardine eingequetscht zu sein.

Hotel super, Location genial, Freundin perfekt - was will man mehr? Ach ja Musik noch...



Und los ging es für uns mit Bran Barr. Die Franzosen entdeckte ich zufällig erst wenige Tage zuvor in dem übertrieben großen Haufen an CD's welche ich vor kurzem wie wild ersteigerte (197 CD's in 24 Tagen *g*) und sie wussten zu überzeugen.
Normalerweise bin ich nicht unbedingt ein Freund des heiteren Pagan/Folk Geklimpers sondern bevorzuge eher unlustigen Doom und Black Metal - aber Bran Barr klingen nicht ganz so 08/15 wie der Großteil der Bands aus diesem Genre.
Und auch live waren sie absolut überzeugend. Der Sound war 1A - das ganze hatte Stimmung und Charme und so lieferte die Band eine sehr gute Arbeit ab und waren ein gelungener Auftakt.


Selbes Land, aber wesentlich ruhiger und ganz andere Stimmung - die Rede muss von Alcest sein. Alcest find ich großartig, ohne Zweifel. Allerdings find ich, muss man bereit dazu sein, um in ihre unglaublich sanfte, gefühlvolle und stille Stimmung einzutauchen. Und in dieser Stimmung war ich an dem Abend leider ohne Zweifel nicht! Der Auftritt war wirklich nicht schlecht, konnte bei mir aber keine Akzente setzen und rauschte einfach nur an mir vorbei. An besonders groß viel erinnern kann ich mich leider nicht.


Catamenia waren dann die erste große Enttäuschung des Abends nach dem es so vielversprechend anfing. Der Sound war absolut käse! Im Gegensatz zu meiner Freundin kenn ich von der Band eigentlich nicht wirklich etwas, aber die Stippvisite bei youtube zeiget mir ganz deutlich. Zwischen Studio und Liveauftritt scheinen Welten zu liegen. Die ganze Melodie wurde von einem riesigen Soundmatsch begraben und selbst der Gesang kam nicht wirklich durch. Überraschenderweise konnte der Clean Gesang sich gegenüber dem Growlgesang im Wettstreit klar durchsetzen. Aber wirklich viel Freude hat der Auftritt nicht bereitet.


Nach einer kleinen Essenspause ging es mit Graveworm weiter. Auch hier war der Sound nicht überragend, aber doch einiges besser als bei Catamenia. Graveworm war mir bislang auch noch gänzlich unbekannt - mich interessierte aber nicht wirklich die Musik, viel mehr beobachtete ich mit scharfen Augen die Menge die immer wieder Moshpits anzettelte. Der Beschützerinstikt halt... *g*
Allerdings versagten sämtliche Vorsichtsmaßnahmen bei der Wall of Death und mir blieb schier das Herz stehen als ich meine Freundin unter dem ganzen Gewusel wieder fand. [...]


Nachdem die letzten Blutreste entfernt waren pilgerten wir ein wenig durch die Merchstände, tranken noch ein wenig und waren noch einige Zeit auf dem Parkplatz. Gut möglich, dass im Hintergrund Kampfar oder Enslaved spielten - aber wirklich viel hab ich davon nicht mitbekommen. Mit dem Auto konnte ich an dem Abend nicht mehr heimfahren, das Taxi war zum Glück aber recht billig.




Der nächste Tag begann recht gemütlich mit einer ziellosen Wanderung durch Lichtenfels auf der Suche nach Mittagessen. Der einzige - aber richtig dicke Minuspunkt sind die Öffnungszeiten der Lokale. Von 8-12 oder 8-14 Uhr und dann wieder erst ab 17 Uhr auf. Sry, aber um die späte Uhrzeit will ich auch kein Mittagessen mehr.

Mittags interressierte mich nicht wirklich eine Band, sondern wollte erst gegen Spätnachmittags/Abends wieder zum Konzert. Ein ordentlicher Platzregen verhinderte das rechtzeitige Erreichen des Festivalgeländes. Das Taxi fuhr uns vor der Nase weg und bis wir ankamen hatten Geist aka Eis leider schon gespielt.


So ging es wieder mit Agrypnie weiter und wenngleich sie nicht viele Songs spielten, war es einfach wunderbar. Zum ersten mal konnte ich das Überlied "Morgen" komplett und ohne grobe Fehler hören. Ende Oktober 2010 im Landespavillion hatten Agrypnie Soundprobleme und mussten ihren Gig rund 45 Minuten verschieben und ich müsste tragischerweise mitten in meinem Lieblingslied zum Zug. Mitte Februar 2011 vermasselte Thorsten im Haus11 - ebenfalls in Stuttgart den Refrain, indem er eine ganze Strophe einfach nicht sang. Und diesmal war einfach alles perfekt - schon als die ersten Töne erklangen kroch die unheimlich schöne Kälte in mich und die Gänsehaut war perfekt. Ungemein bewegend und intensiv. Und ja was Musik anbelangt bin ich extremst sensibel. Vor allem "Morgen" - aber auch der ganze Auftritt welcher mit "Brücke aus Glas" zusammen mit Albino von Geist zelebriert wurde. Ein mächtiger Auftritt der einfach nur wunderschön war!


Mit Valkyrja wurde es noch polteriger und heftiger, v.a. der Sänger schien unter leichten Aggressionsproblemen zu leiden. *g* Die Band wusste anfangs echt zu gefallen, mangelte es auf Dauer doch ein wenig an Abwechslung. Natürlich klang nicht jedes Lied gleich, trotzdem darf der gesamte Auftritt als leicht monoton erachtet werden, da es nicht sonderlich viele Höhepunkte gab.


Manegarm waren die Überraschung schlechthin und mauserten sich zur echten Konkurrenz für Agrypnie für meine persönlich beste Band des Festivals. Die Sprache klang erfrischend ungewohnt, die Lieder waren episch ohne triffenden Pathos, der Sound war kraftvoll und die Violine war der Hammer! Violinen sind immer ein sehr zweischneidiges Schwert - aber hier passte einfach alles und der frenetische Jubel bei einem Violinensoli war der Beweis dafür.
Ohne Zweifel ein sehr starker Auftritt und eine Band welche ich durchaus im Auge behalten sollte.


Schon länger bekannt - fand ich sie immer gut, allerdings fehlte mir bislang immer noch der zündende Funke. Die Rede ist von Thyrfing welche mit ihrem beeindruckendem Auftritt ihr bestes gaben. Thyrfing sind live eine absolute Wucht, der Sänger mutiert zum Tier und reißt das ganze Publikum mit. Der Sound war hervorragend, die Stimmung im Publikum grandios. Schwer zu beschreiben aber hört euch einfach die Lieder an und stellt euch das ganze mit viel mehr Kraft und Macht vor. "Fran Stormens Öga" - müsste es gewesen sein(?) - klang live auf jeden Fall noch tausend mal besser als auf CD!


Im Anschluss spielten Bathory - pardon eine Bathory Coverband... pardon²... eine Bathory Tribut Band! Die Rede kann natürlich nur von Twillight of the Gods sein. Hier wurde eindrucksvoll bewiesen - wie geil und mächtig Bathory mit einem weniger ranzigem Sound hätten klingen können *g* - die Stimmung im Publikum war am Kochen und etliche Leuten sangen mehr oder weniger gekonnt mit. Meinte mich selbst auch dabei erwischt zu haben, aber das wollen wir an dieser Stelle nicht sonderlich vertiefen...



Danach zollte leider die Müdigkeit ihren Tribut und ausgenüchtert und vorsichtig umkurvte ich mit dem Auto das Trümmerfeld Edekaparkplatz. ("Wir sind hier auf einem Metalfestival!!!!" - "Nein... das ist immer noch ein Edekaparkplatz" xDD) und fuhr Richtung Hotel.

Die Rückreise gestaltete sich etwas komplizierter, da es in der Region scheinbar total beliebt ist, ähnliche oder gleiche Ortsnamen an mindestens zwei, absolut in der Gegenrichtung liegenden Ortschaften zu geben. Nach einem schönen Abstecher nach Rothenburg ob der Tauber - was sich ideal der Festivalimpression anpasste, kamen wir sicher, zufrieden, glücklich aber müde zuhause an.


Das Festival war grandios, hat richtig viel Spaß gemacht und 2012 wurde sofort wieder ins Auge gefasst!

[...]



Anmerkung: Ganz leicht gekürzte Fassung, absolut keine wichtige Information etc. pp. ging verloren - 2012 Line-up ist schon mal wieder sehr geil, aaaaaber a) Urlaub? b) Geld? c) Auto? ... ich hoff ich kann da hin!!!^^