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Dienstag, 5. April 2016

Shining – Tour 2015 – 17ter November @ Schlachthof, Wiesbaden



Gleich am nächsten Tag ging die Sause weiter, diesmal mit einem Hammer Line-Up und daher zum Glück einer sicheren Bank. Imperium Dekadenz konnte ich vorher schon 2x live sehen, Der Weg einer Freiheit 3x und den Headliner Shining ebenso 3x. Ich wusste also genau was mich erwartete und ich konnte es daher auch kaum erwarten.

Da ich am Bahnhof gleich beim McDonalds (das entwickelt sich inzwischen sowas von zum Trend, mit der S-Bahn runter zum Hauptbahnhof fahren, dort irgendeinen Groschenroman kaufen der gut in die Hosentasche passt, auf dem Weg nach Wiesbaden lesen oder pennen, oder beides und danach noch schnell beim Mäces noch schnell was snacken was auf dem Weg zum Schlachthof lässig gegessen wird) Chris und Marc traf und kennen lernte, verzögerte sich die Ankunft etwas. Aber wie gesagt, ich habe jede Band ja schon mehrfach gesehen und daher nicht diese Ungeduld wie sonst, wenn ich merke, dass ich nicht pünktlich zu Beginn der Veranstaltung aufschlage.

Folglich waren Imperium Dekadenz schon auf den Brettern und gaben bereits direkt Vollgas. Eingängig aber dennoch vielfältig wenngleich schnörkellos, die Band gehört für mich mit zur deutschen Black Metal Oberklasse und verbinden spielend Atmosphäre und Melodie mit Härte und einer gewissen Schroffheit. Ich finde den Sound rau, nicht glatt poliert aber dabei nicht übertrieben wie das typische Geschepper aus dem Keller. Kann ich absolut nur empfehlen, sowohl auf Scheibe als auch live.
Umso erfreuter war ich natürlich, als mein Lieblingslied „Im Reich der fahlen Seelen“ gespielt wurde, wenngleich leider ausgerechnet hier kurz der Ton nicht ganz stimmte.

Der Weg einer Freiheit spielten einige Songs, welche ich nicht kannte. Grundsätzlich liefert die Band solide Kost ab, hatte hier aber auch leicht langatmige Passagen, welche allein stehend sicherlich zu verkraften, direkt hinter Imperium im Kontrast leider doch recht energiearm wirkten. Aus diesen Abschnitten konnte sich aber zu jederzeit wieder befreit werden, der Übergang kam hie und da dem Breakdown aus dem Hardcore gar nicht mal so fern. Aber das verwundert ja auch nicht, was absolut wertungsfrei gemeint ist.
Um nicht falsch verstanden zu werden, größtenteils war das wirklich sehr gut, aber gefühlt hatte der Auftritt je nach Lied dann doch kleine Hänger, welche ich zuletzt als Vorgruppe von Satyricon (Bericht natürlich noch nicht geschrieben, wo kommen wir da auch hin) nicht so in Erinnerung hatte. Da ich aber auch da nicht die Setlist überprüft habe, eine Behauptung rein aus dem Bauch heraus. Dennoch kann der Haken ohne Bedenken hinter bravourös bestanden setzen.

Und dann stand Shining auf der Programmliste, meine Schilderungen vergangener Skandale stachelte aber vor allem Marc dazu an, nicht wie empfohlen etwas auf Abstand zu gehen, im Gegenteil war die erste Reihe das anvisierte Ziel. Irgendwas zwischen Reihe eins und drei wurde es dann auch. Kvarforth weiß natürlich ungemein die Bühne zu dominieren, er wirkt groß, imposant, bedrohlich, gefährlich und definitiv durchgeknallt – aber er fasziniert und hat eine unglaublich mächtige Stimme mit der er wirklich wahnsinnig viel herausholen kann. Wirklich gut kenne ich bislang nur das erste Album von Shining, wenngleich ich die meisten besitze, ich bin nur noch nicht dazu gekommen sie zu hören. Ich finde das Album ganz okay, trotzdem reicht es bei weitem nicht an das heran, was der gute, oder auch böse Mann da live auf der Bühne zaubert.

Er ist ein unsympathisches Arschloch, aber singen kann er definitiv und er dominiert mit seiner Boshaftigkeit oder Verrücktheit kompromisslos und äußerst faszinierend. Lässt man sich darauf ein, hat man neben dem Nervenkitzel, Anspannung und Erwartung das irgendetwas absolut Unvorhergesehenes, Verrücktes passiert – was leider absolut ekelhaft-voyeuristisch klingt, sich Kvarforth aber selbst zuzuschreiben hat, womöglich sogar Kalkül war – ein ungemein intensives Konzerterlebnis, was in dieser Arten seinesgleichen sucht.

Erfreulicherweise, was ich ehrlich gesagt echt begrüße, war Kvarforth heuer aber sehr brav, sein Gebrabbel versteht man meistens sowieso nicht und wenn, dann war es nicht scharf genug um die Menge gegen sich aufzubringen und bis auf einen kurzen Moment, in dem er den Rauswurf eines Konzertbesuchers forcierte, da er sonst nicht weiterspielen würde, da dieser seinen Gitarristen beleidigt hätte, war alles ganz gelassen und entspannt.
Und das ist und war auch gut so, ob der Rauswurf gerechtfertigt war, entzieht sich meiner Kenntnis – aber auf jeden Fall lag der Schwerpunkt definitiv auf der Musik. So soll es auch sein, wer auf irgendeinen Skandal gehofft hatte, wurde enttäuscht – wer wegen der guten Musik da war, hatte hingegen heute das ganz große Los gezogen.

Nachdem Marc stetig auf der Suche nach suizidalen Girls war, wie gesagt Shining hat seinen Ruf weg, wenngleich der völlig anders intendiert war – lernte ich so indirekt noch Ana und Bily kennen, zwei Austauschstudenten aus Brasilien bzw. Frankreich und fuhr mit ihnen zusammen in der gleichen Bahn heim, wo wir noch auf Max stießen.

Insgesamt ein wirklich genialer Abend, voller Laden aber noch genug Platz um sich bewegen zu können, nur Top-Bands, ein Auftritt von Shining bei dem es rein um die Musik ging, darüber hinaus noch lauter tolle und nette Leute kennen gelernt, auf dem Weg zum Bahnhof Hasen und Ratten über den Weg laufen sehen, kein Witz – die gibt es da wirklich in Hülle und Fülle, was will man noch mehr? (Gut Hasen und v.a. Ratten brauche ich jetzt nicht immer, aber dieser Moment, direkt nach einem lebensverneinenden Konzert, auf dem Heimweg plötzlich unschuldig vor sich hin hoppelnde Hasen zu sehen, das ist so, was zur Hölle?!! – geil?)

Dass ich mich vorab für diesen Abend und nicht für Children of Bodom und Lamb of God entschieden hatte, was zwei Tage später stattgefunden hätte, war ebenfalls die richtige Wahl. Dieses Konzert wurde aufgrund des Anschlags in Paris abgesagt.
Für mich eine schwierige Angelegenheit, da definitiv das falsche Zeichen v.a. da keinerlei Bedrohungslage gegeben war, aber wer bin ich auch schon, in solch einer Zeit einer Band vorzuschreiben ob sie spielen soll oder nicht?

Aber dennoch, nicht einschüchtern oder einschränken lassen, Kopf hoch und weitermachen! ;)

Donnerstag, 25. April 2013

Ragnarök 2013 - 5/6ter April @ Stadthalle Lichtenfels



Auf ein Neues! Wieder einmal startet die alljährliche Armbehängung in Lichtenfels, diesmal mit einem ganz schicken Bändchen in schwarz und wie schon 2011 gemächlich und mit Hotel. Besagter Edeka Parkplatz war schon 2012 ein Lidlparkplatz gewesen und heuer ein innerhalb einem Jahr hochgezogenes Gewerbegebiet mit massig Fläche und vielen Einkaufsmöglichkeiten. Da ich zur Zeit 100%-ig abstinent bin, war die Frage des Fahrers auch gleich geklärt und auf unnötige Taxikosten konnte verzichten werden.

Interessant war dieses Jahr auf jeden Fall die neue Sachlage mit den Securitys, nachdem es im letzten Jahr erhebliche Spannungen und strafrechtlich sicherlich nicht unrelevante Vorkommnisse gab.

Die Anreise verzögerte sich ein wenig und wir kamen am Freitag später los als ich es mir ausgemalt hatte, wir verschwendeten aber nicht viel Zeit beim Einchecken und fuhren eben gleich zu den neu geschaffenen Parkplätzen, anstatt uns groß einweisen zu lassen. Erfahrung zahlt sich eben doch aus.

Hier kämpften Wikiniger! Leider hatte sich in diesem
Moment einer verletzt und getreu dem historischen
Vorbild wurde rücksichtsvoll pausiert.

Vor der Halle prügelten sich noch ein paar Wikinger in Rüstungen und wir schneiten schließlich irgendwo mitten bei Ava Inferi in die wohlbekannte Halle. Um nach Drängen meinerseits, selbige schnell auch wieder zu verlassen. Doomig fand ich gehörtes nicht, der Gothic Metal Einschlag empfand ich als nervtötend geträllert, begleitet von einer komischen esoterischen Performance. Schien zwar kurzfristig besser zu werden, war dann aber doch ganz und gar nicht mein Fall – auch wenn ich dieses Untergenre durchaus höre. So interpretiert auf jeden Fall nicht.

Der Weg einer Freiheit sagten mir da schon deutlich mehr zu. Ein Lied war mir neu – musste folglich von der EP stammen, ansonsten wurde bekanntes mehr oder weniger gelungen dargebracht. Der Sampler von „Neubeginn“ war natürlich mal wieder die Achillesferse wie schon beim letzten Male im Steinbruch. Klingt auf der Scheibe definitiv besser. Passabler Einstieg aber mit Potential nach oben. Greift auch bei mir nie wirklich aus dem Stand heraus sofort perfekt, schade.

Praktisch schon abgeschrieben war Fjoergyn nach dem Desaster aus dem Vormonat, eine kleine Chance gewährte ich der Band aber dennoch. Somit konnte ich mich immerhin vergewissern, dass der Sound in Stuttgart vollkommen okay war und die Band sich einfach so schief, schlecht und scheiße anhört. Musste ich passen und schnell entfliehen.

Dafür saß wieder alles bei meiner „Hausband“ Agrypnie wo es sitzen sollte, welche ich nunmehr zum fünften Mal live sah. Zwar haben sie auf mich nicht mehr diese übertrieben magische Wirkung, dennoch ging sowohl die Setlist als auch die Darbietung perfekt auf. Könnte daran liegen, dass „Morgen“ nicht gespielt wurde – aber das habe ich eigentlich schon oft genug live gesehen und die anderen Stücke müssen sich nicht wirklich verstecken. Hatte schon schlechtere Auftritte gesehen, die Erwartungen wurden folglich gänzlich erfüllt und befriedigt.

Bei Dornenreich hatte ich wiederum überhaupt keine Erwartungen, da sie mir einfach zu anstrengend und nichtssagend sind, was ich aber vor die Linse bekam ging so weit in Ordnung, sodass zumindest der Schluss noch brav angeschaut wurde.

Eluveitie
Sicher auf der Tribüne aufgehoben verfolgten wir Eluveitie, welche so diesmal auch mal genossen werden konnten. Auf die Permanentmoshtrottel hatte ich auf jeden Fall keine Lust und konnte ihr übertriebens Treiben sicher aus der Ferne mit Verachtung beobachten. Und manch tatsächliche und wenig überraschende Aktion rechtfertigt genau diese Bezeichnung.
Die Band trat leicht dezimiert auf, eine der beiden Frauen fehlte – was aber nicht wirklich negativ ins Gewicht viel. Musikalisch gesehen war das Ganze abwechslungsreich und eingängig. Ich persönlich mag die Band sehr, auch wenn ich absolut nicht mehr auf dem neusten Stand bin, was ihre Veröffentlichungen angeht. Ihren derzeitigen Erfolg haben die Musiker auf jeden Fall verdient, trotzdem sind sie in meinen Augen schon viel zu groß und Mainstream genug um leider zig Idioten zu ziehen. Das ist schade, denn der Auftritt war geil und die Musik ist toll.

Wo keine Idioten angezogen werden müssen weil schon einer auf der Bühne steht, ist bei den Schweden um Shining der Fall. Kvarforth spuckt und sabbelt mal wieder permanent ins Publikum, welches es mit zig Becherwürfen quittiert. Dazwischen wieder mal unverständliche Beleidigungen gegen wen auch immer, was somit wirkungslos verpufft und zwischendurch noch absolut harmlose Schwulerein mit seinen Bandkollegen in der Erwartung eines schönen Cumshots in die Fresse. Anfangs torkelte noch ein halbnackter und offensichtlich hackedichter Mann über die Bühne der dabei mehrmals auf die Schnauze fiel bevor er von der Security von der Bühne gezogen wurde und warum auch immer dort war. Musik wurde auch noch gespielt, welche an und für sich nicht schlecht war, zumal Kvarforth wirklich überzeugend böse singen und schreien kann; aber die ansonsten sehr peinliche Selbstinszenierung des übertriebenen Soziopathen ließ dies zur hilflosen Stafette verkommen. Eigentlich wartet man nur noch mit voyeuristischer Neugier auf irgendeinen bescheuerten Skandal und bekommt diesen Kindergarten gerecht geliefert. Wie schon beim Summerbreeze wurde sich auch nicht an Spielzeiten gehalten sondern munter überzogen, aber diesmal konnte einfach ein Vorhang vorgeschoben werden und so war dann doch irgendwann Schluss.

Heretoir interessierten dann fast schon niemanden mehr, was an der Uhrzeit liegen könnte oder aber an der nur sehr durchschnittlichen Qualität. Sie waren hörbar – ohne Zweifel, sie gefielen mir sogar – aber wirklich hängen blieb nichts. Somit ging es zum Auto und zum warmen Hotel.

Ei Anno 2013
Pissed, very pissed!!!
Beim Frühstück gab es ein Wiedersehen mit Ei, diesmal in einer leicht angepissteren Variante als vor zwei Jahren. Ansonsten waren dort recht viele Bands versammelt, unter anderem auch Thorsten von Agrypnie/Nocte Obducta – welche ich allerdings alle in Ruhe ließ. Sind schließlich auch nur Menschen und Frühstück ist verdammt noch mal Krieg!!

Es eilte nicht direkt. Nachdem wichtige Deckungskäufe getätigt waren und meine Autorität endlich wieder hergestellt war, begaben wir uns erneut auf die komplizierte Suche nach einem ominösen Zeltcamp irgendwo am Fußballtor. Eine Reise die schon am gestrigen Tag ob der niedlichen und überschaubaren Größe mehrmals schief ging. Vor allem die Annahme, dass dieser unebene und löcherige Platz ein Fußballfeld sein sollte war schon absurd. Gefunden, wurde die typischerweise letzte schlafende Person aus dem Zelt gerissen und der Spaß begann. Nachdem die ersten Erfolge der Dachszucht begutachtet wurden und irgendwann auch das Holz rar wurde, zog die Gruppe mehr oder minder Nüchterner los um den naheliegenden Obi zu plündern. Nach der freudigen Sichtung von süßen Frettchen mussten wir entsetzt feststellen das unser brav draußen gelassener „Habt ihr da ein Haarteil vergessen?“-Dachs entführt wurde.

Nachdem sich die Gruppe beim Rückweg aufteilte landeten wir wieder in der Halle. Riger vernahm ich lediglich akustisch, brav vor der Toilette wartend, dafür aber auch komplett.

Von der Tribüne aus sah zumindest ich dann noch Helrunar und Menhir, so richtig ins Gedächtnis fräßen konnten sie sich aber leider nicht. Helrunar gefielen mir einen Ticken besser, hatte dennoch höhere Erwartungen gehabt. Menhir verließen wir vorzeitig um zu Speisen. Die nachfolgenden Nocte Obducta hatten wir beide schon zweimal live gesehen und Pan würden sie ja sowieso nicht spielen…

Beim Italiener angekommen, stellten wir gleich fest – eine freie Platzwahl gab es nicht wirklich mehr, so wurde uns bei einem halbvollen Tisch Asyl gewährt. Dort herrschte der Kaiser Schieß mich tot und ernannte mich zum Vize-Vize Prinz von Lavendel, was ich ihm mit heimtückischen Mordplänen dankte. Ebenfalls anwesend war noch eine recht junge Grupper Augsburger Rofaanhänger. Namen – mit Verlaub – hab ich inzwischen alle komplett vergessen.

Na wer will mal in den Mund nehmen?
Scheinbar war das Krokodil schon in hunderten...
Als wir das Lokal verließen stellten wir fest, dass Nocte nun endgültig verpasst waren – theoretisch war nur ein kurzer Abstecher geplant gewesen und nach einer Reise zum Auto und zurück, wurden wir an der nächsten Ecke angehalten und zur freien Verköstung irgendwelcher Schnäpse eingeladen. (Wir klingt cooler, aber ich hab nichts getrunken^^)
Dort wurde über die Herstellung von Met und Co gefachsimpelt, Krokodile bewundert und im Schneckentempo Richtung Parkplatz gewandert. Dort stießen wir auf Nord-Rhein-Westfallen, welcher uns auslachte, da Nocte Obducta „Und Pan spielt die Flöte“ doch zumindest angespielt hatten. Verdammte Axt!!! -.-

Die Planung? Solefald waren schon so gut wie fertig, Carpathian Forest würden wir demnächst wieder sehen können, Vreid hatten wir vor kurzem gesehen und Secrets of the Moon zumindest ich. Schlussfolgerung: Campingplatz

An dieser Stelle wäre Platz die Securitys lobend zu erwähnen. Man hat vom letzten Jahr gelernt und diesmal Leute engagiert, die auch etwas mit der Szene anfangen zu wussten und dabei auch höflich blieben. In gewisser Weise, so zumindest mein Gefühl, hatten die Besucher sogar fast(!) Narrenfreiheit. Offenes Feuer eigentlich verboten? Hier vollkommen okay, war aber auch verständlich bei -3° und sogar ganz leichtem Schneefall.

Mehr Respekt durch Hello Kitty!
Der Black Metal hat eine neue Leitkultur...
Das gab dem ganzen sogar ein leichtes Survival-Feeling. Die Holzvorräte waren bald zu Ende, die Lichter der wärmenden Feuer wurden immer weniger. Suchtrupps wurden losgeschickt um Holzscheite zu erbetteln, Kartons zu sammeln, wilde Schlachten um brennbare Gegenstände entstanden. Die Dachszucht half nicht weiter. Es half nichts, Bauzäune wurden ausgehebelt und im Wald halbe Bäume rausgerissen. Einziger Kommentar der Securitys: „Den Zaun stellt ihr aber wieder auf!“ – Kein Problem, der Vorrat war gesichert, weitere Stunden Wärme garantiert. Idioten streichelten den Dachs und wurden gebissen und eine bescheuerte Aktion eines Spasten gab dem Abend leider noch einen Beigeschmack. Ansonsten waren Bands vollends egal, es wurde gecampt, gefrorern und getrunken. Kälte? Scheiß drauf, wir fuhren abends gemütlich heim, genossen die heiße Dusche und das warme, weiche Bett. Pussy? Nö, einmal im Jahr – ist Luxus auch mal drin.

Insgesamt wieder ein gelungenes Festival mit einer wesentlich positiveren Grundstimmung als beim letzten Mal. Die Preise? Keine Ahnung ob sie gestiegen sind, Getränke gingen noch – Pizza und Wurst, zudem total überfettet, waren viel zu teuer. Das muss nicht sein, das nervt mich sogar an. Aber wir hatten zum Glück ja Frühstück und Proviant im Auto. Nächstes Jahr gerne wieder. Ein paar Grad mehr wären aber auch nicht ungelegen.


Grüße gehen an:
Caro, Patrick, Nick, Manuel, Annika, den Kaiser, die Augsburger Rofaleute, dem Deutsch-amerikanischen Namensvetter mit dem Krokodil + Begleitung (Name vergessen, sry), Nordrhein-Westfalen und ein ganz, ganz dicker Spezialgruß an Glatzi dem Sackgesicht. Ich hab meinen Fehler erkannt, nicht sofort reagiert zu haben – aber falls wir uns je wieder sehen und du noch mal so eine Aktion bringst, tret ich dir unmittelbar mit meinen Stiefel in dein hässliches Gesicht. No joke dude! Ansonsten Peace out… ;)

Sonntag, 15. Juli 2012

Unstille Nacht – 13ter Juli 2012 @ Mühltal Steinbruch


Erneut zu erfreulich günstigen Preisen lud der Steinbruch zu einem weiteren Black Metal Fest. Da meine Freundin aufgrund des Prüfungsmarathons leider nicht mehr ganz bei Kräften war, hatte ich somit eine Karte zuviel, welche ich noch direkt vor Ort verscherbeln konnte und somit mal ganz unmisanthropisch Kontakte knüpfte. *g*

Zum Auftakt spielten Orcus Patera, welche als Besonderheit noch eine Geige an Bord hatten. Die klang mitunter leicht dissonant oder war kurzfristig nicht zu hören, fügte sich aber insgesamt passend ins Klangbild. Und ganz ehrlich, triefender Geigenkitsch passt sowieso nicht langfristig authentisch ins Black Metal Bild, war von daher gut gelöst. Gesanglich ging der Auftritt auch ganz in Ordnung, tangierte ab und an fast schon DSBM Niveau und hier und da war eine kleine Dornenreich Anleihe zu vernehmen. Noch nicht der Überhammer, aber ein gelungener, in sich harmonierender Anheizer.

Als nächstes spielten Nebel, die aus ein bis drei oder mehr Mitgliedern bestanden, wobei man selten alle auf einmal sah. Grund für diese nebulöse Annahme ist, dass Antagonism die Bühne derart einräuchern ließen, dass man praktisch vor einer angeleuchteten Nebelwand stand, während das Stroboskop nicht wie gewohnt von der Decke herab seinen Dienst tat, sondern penetrant direkt in die Gesichter des Publikums hämmerte. Sicht war daher vollkommen scheißegal da in der Tat überbewertet und nicht wirklich vorhanden. Und da Black Metal wirklich Krieg ist, wurden gerne gegen Ende des Liedes die Ohren der Zuhörer mit ultrafiesen, verzerrten und quietschenden Gitarrentonlagen fernab des guten Geschmacks penetriert. So ganz auf das akustische reduziert, ein wesentlich rasender, roher Sound der im Gegensatz zum ersten „Blick“, dennoch seine Stärken und annehmbaren Melodiebögen hatte.

Bei Morok war ich persönlich sehr zwiegespalten. Prinzipel habe ich nichts gegen osteuropäischen Black Metal, besitze selber mehr als genug davon und höre ihn auch gelegentlich an, aber der besondere Charme und Charakter für den Mitteleuropäer ist hier Segen und Fluch zugleich. Bei Morok war es die russische Sprache, welche in manchen Songs wirklich hervorragend funktionierte, sich aber auch manchmal in Banalitäten verlor. Es wäre unfair dies als sprachliches Problem herauszuarbeiten, zumal es eher das Songwriting betrifft, aber als hervorstechendes Merkmal fällt dies leider als erstes ins Auge.
Es gab Rhythmen und Momente, welche in der Tat unwiderstehlich waren, anderes ließ mich hingegen vollkommen kalt und dümpelte irgendwo im unbedeutsamen Mittelfeld. Mir schien es oft, als würden die verschiedenen Instrumentalspuren einfach ungünstig aneinander vorbeilaufen, d.h. während sich der geniale Moment für die Gitarre anbot, spielte das Schlagzeug unbeirrt sein Ding oder umgekehrt. Wäre da meiner subjektiven Meinung nach, einiges gezielter oder anders zusammengelaufen, hätten zig großartige Momente en Masse entstehen können. Insgesamt würde ich es aber dennoch als einen gelungenen Auftritt mit viel, leider aber auch ungenutztem Potential bezeichnen.

Streams of Blood waren die mit Abstand roheste Band und prügelten zu dritt eine beachtliche Show zusammen. In der Regel lässt mich solch blindwütige Raserei kalt, aber es gab diese Momente, welche aufhorchen ließen und welche Klasse die Band spieltechnisch zu bieten hat, untermauerte der Drummer eindrucksvoll mit seinem Schallmauer durchbrechendem Solo. Rasend, dreckig, böse. Passte einfach.

Der Headliner: Selten polarisiert eine Band so derart und in der Intensität unverdient. Die Rede kann natürlich nur von Der Weg einer Freiheit sein, deren größtes Vergehen zu sein scheint, aus der Metalcore Band Fuck Your Shadow From Behind entstanden zu sein. Dabei wird in der Regel vollkommen außer Acht gelassen, das es zuvor schon eine Black Metal Band namens Frostgrim gab und das ganze Hippster Geblöcke noch um einige Ecken schwuchteliger ist, als es der Sound der Band nur sein kann.
Anfangs tat ich mir mit der Band am dortigen Abend noch etwas schwer, was unter anderem daran liegen könnte, dass es neue Stücke aus dem neuen Album waren, aber noch einer kurzer Eingewöhnungszeit zündete auch hier alles. Zwar klang der Sampler aus „Neubeginn“ live nicht wirklich toll, da noch viel unverständlicher als auf dem Album, aber dieses kleine Detail rüttelte kaum am überzeugenden Auftritt. Auch ohne lange Haaren, Corpsepaint und Nieten…


Insgesamt ein richtig geiler Abend, keinen einzigen Ausfall – jede Band war akzeptabel bis gut, zwar war theoretisch noch hie und da Luft nach oben, aber durchaus auf dem richtigen Weg. Grüße gehen heuer mal an Andreas und Matthias. Ich hatte auf jeden Fall ordentlich Spaß und am nächsten Tag die verspannten Begleiterscheinungen davon bei der Arbeit tapfer und stillschweigend zu ertragen. Aber daran soll’s nun wirklich nicht scheitern…