Freitag, 30. Oktober 2026

@2_PlayList: Todesstoß - Stelldichein (2006)

28.12.2026:

Letztes Jahr bestellte ich nach langer Zeit mal wieder was bei Northern Silence, ehrlich gesagt gab es dafür glaube ich nicht mal einen besonderen Grund, als dass es da irgendein bestimmtes, spezielles oder limitiertes Album gab, vielleicht provozierte mich der Newsletter oder es gab eine "Kein Porto"-aktion - keine Ahnung, vielleicht Pullis und Shirts? Musikalisch lud ich mir jedenfalls überwiegend auch fast nur krudes Zeug in meinen Warenkorb. Das hier war auch ein Schnapper für nicht knapp 5 Mark, der Name klang cool - das Cover ist pottenhäßlich und die Erwartungshaltung war entsprechend bei quasi Null, irgendwas mit Black Metal halt.

Und irgendwas ist tatsächlich sehr treffend, ein Hauch primitiver selfmade DSBM - wie er halt früher klang, das sagt mir durchaus zu und dann irgendwas mit Kunst, Surealismus, whatever - Instrumentalsong, bisschen Ambient Gewaber, der vierte Song weiß erst gar nicht wohin, kurz doomig, dann wieder ein Flirt mit Black Metal Trademarks und Vocals wie wenn jemand draußen vor der Türe blöd tut, fängt sich wieder und zum Schluss noch ein Gedicht im hallenden Raum - kann man mal machen, trotzdem eher ein Fiebertraum.

Gut das Stück ist nicht lang, 5 Songs eine halbe Stunde, zwei kurz, zwei lang und zwei sind okay. Ein Exot in der Sammlung mehr, trotzdem ingesamt eher:

* = Enttäuschend

Schade...

Donnerstag, 29. Oktober 2026

@2_PlayList: Seether - Si Vis Pacem Para Bellum (2020)

28.10.2026:

Das Karma and Effect Album hatte ich noch aus dem Fundus meiner Ex, das nun vorliegende Album hat sich meine Frau gekauft - selber hätte ich mir das Album nicht zwingend auf das Warenband gelegt, dafür finde ich doch bei aller Neugier auf Neues oft andere Sachen die mich mehr interessieren. Aber das wäre schade gewesen, denn die Musik weiß mir durchaus zu gefallen. Irgendwo in der Schnittmenge von Alternative Rock und Grunge weiß die südafrikanische Band die Balance zwischen Eingängigkeit und Eigenständigkeit zu wahren. Breaking Benjamin könnte ein vager Vergleich sein.

Fairerweise ist in der vierten Woche im Monat schon das ein oder andere Lied im Shuffle auf dem Handy schon gelaufen, Written In Stone heuer sogar zum sechsten Mal, aber ein Drittel war tatsächlich für mich noch ganz neu, vorallem nicht das Album am Stück und es wurde zwischendruch kein großer Durchhänger vernommen sondern ein wohlwollender Wiedererkennungswert, da schon ein paar fiese Ohrwürmer dabei sind. Was will man groß mehr?

*** = Solide

Dienstag, 27. Oktober 2026

@2_PlayList: Swallow The Sun - Shining (2024)

26.10.2026:

Bis auf die Moonflowers von 2021 die noch orginalverpackt irgendwo auf ihre Entdeckung wartet und den ersten zwei Singles sowie der limitierten Singles Compilation auf Vinyl ist meine Diskografie lückenlos und wohl bekannt und hat die finnischen Death Doomer mit einer gelegentlichen Nähe zu einer Gothic Schlagseite sicher in die All-Time Top10 gespühlt. Das ist ob der überlangen Songs erst Recht eine Leistung, ich denke da vor allem an meine Erstbegegnung der Plague of Butterflies deren gleichnamigen Opener auf eine stolze Spielzeit von fast 35 Minuten kommt und mit Stand heute 67 Plays bei gewöhnlichen Albensongs auf ein hundertfaches käme.

Damals war der Einstieg schwer und sperrig, heute klingt das alles bedeutend eingängiger, kürzer und leichter und ich bin mir nicht sicher, ob hier mehrere Effekte gleichzeitig zusammenkommen. Das Bands softer werden oder vorhersehbarer, sie eher ihre Erfolgsformel gefunden haben, oder es mich nicht mehr so überrascht wie früher, ich mich womöglich daran satt gehört habe, mir neue Impulse fehlen oder ich mich selbst auch verändert habe, es womöglich die Musik einer bestimmten persönlichen Zeit meinerseits war? Das fällt mir in letzter Zeit öfters auf, vor allem bei Bands, die bei mir immer eine sichere Bank war und die ich blind kaufen konnte und genau das bekam, was ich erwartet hatte.

Das klingt allerdings verherrender als es gemeint ist, denn hier ist eindeutig eine Entwicklung zu hören, wesentlich heller, bittersüß als die sonst gewohnte pechschwarze Dampfwalze und erinnert mich zum Teil doch schon leicht an Katatonia was aus meiner Perspektive absolut ein Kompliment ist. Aber eben nicht das was ich erwartet hatte. Auf der Songs From The North I, II & III gab es zwar schon verschiedene Stimmungen von dunkel, rasend hin zu leichteren, luftigeren Klängen, aber nach dem Tod von Juha Raivios Frau Aleah Stanbridge (bekannt als Gastsängern bei Swallow the Sun, Amorphis, ihrem posthum erschienenen Projekt Trees of Eternity oder ihr gewidmet, die Band Hallatar) ging es mit der Single Lumina Aurea in nie geahnte Abgründe Sunn O))) - schen Ausmaßes und auch When A Shadow Is Forced Into The Light war keine leichte Kost. Das Zwischenstück bis zu hier, fehlt mir wie gesagt noch, aber von daher würde ich hier meine Hand für ins Feuer legen, dass hier keine Anbiederung an den Mainstream stattfindet, dafür ist es auch trotzallem zu speziell.

Durch die bekannte, persönliche herangehensweise am Songwriting wirkt es, als wäre Reife, Friede und etwas Akzeptanz in die unveränderbare Situation gekommen. Freude beileibe nicht, dafür schwingt zu viel Wehmut und Melancholie noch mit, wird die Ruhe doch noch zu oft unterbrochen - aber es klingt wie ein gefestigterer Zustand. Das ist ungewohnt, aber sei vom Herzen gewöhnt - werde hier aber definitiv noch einiges an Zeit benötigen um das alles zu entdecken und um dein mein endgültiges Fazit ziehen zu können.

*** (G) = Solide, Grower