Samstag, 26. September 2026

@2_PlayList: Carlights - Palm City (2020)

26.09.2026:

Mit Palm City jetzt schon das dritte Album von Carlights, Florida Dreams und Summer Connection befinden sich schon etwas länger in meiner Playlist. Das Problem ist nur, sie fallen darin kaum auf - weder positiv noch negativ und hier reiht sich vorliegende, digitale Veröffentlichung nahtlos ein.

Ruhig angenhem hörbarer Synthwave ohne große Ecken und Kanten. Kann man gut im Hintergrund hören, für den Vordergrund wurden mir Dutzende spannendere Bands einfallen.

Nicht falsch verstehen, die Musik ist nicht schlecht aber leider auch nicht mehr als...

** = Durchschnitt  

Freitag, 25. September 2026

@2_PlayList: (V.E.G.A.) - Cocaine (2002)

25.09.2026:

Eine wirklich krude CD die kein Mensch kennt, ich mir aber bewusst bei Northern Silence relativ günstig aus reiner Neugierde geschossen habe. Vom Bandname über das Cover bis zum Booklet ist alles relativ seltsam, soll angeblich Black Metal aus Italien sein - wo sich tatsächlich eine größere Szene befindet als man auf dem ersten Blick denkt und dann gibt es noch (V.E.G.A.).

Weitere Recherchen spülen noch sowas wie Industrial Black oder Dark Ambient als Vorschlag an und irgendso eine krude Mischung ist es dann auch. Ich kenne Vertreter wie Blacklodge oder wüste Klopperein wie die Franzosen von Helel oder Diapsiquir um was ganz verrücktes in die Runde zu werfen. Das ist anstrengend, kann mitunter aber auch die Mühe wert sein sich da reinzufuchsen, oder leider überhaupt nicht zünden.

Ob der Album unter Konsum des namensgebendenen Mittel entstand ist, ist nicht überliefert und darüber kann nur spekuliert werden, ein bisschen zerfahren ist das Album aber definitiv, fängt wahnhaft mit komischen Sampels an, fängt sich zwischenzeitlich erstaunlich gut und macht dann was es will, meist wird das Gaspedal ordentlich durch gedrückt.

Hier hätte ich mich aber gerne ein bisschen Emotionalität gewünscht, wenn es mich schon nicht ergreift, sollte es wenigstens hasserfüllt oder dergleichen sein um der Raserei auch stimmungstechnisch etwas Tiefe zu geben. Das ein mal tatsächlich ein bisschen Industrial gestreift wird, vermerke ich positiv, hat aber auf Albenlänge nicht wirklich relevanz.

Keine Ahnung ob das Album nach mehreren Durchgängen sich zu entfalten vermag, allein mir fehlt der Glaube ein Grower zu sein.

** = Durchschnitt 

Donnerstag, 24. September 2026

@2_PlayList: Shining - Shining (2023)

24.09.2026:

Wir ignorieren mal bewusst die durchaus schwierige Persönlichkeit Niklas, dessen nihilistische, lebensverneinende und Frauen zum Nachteil reichenden Einstellungen, Äußerungen und Aktionen ich dennoch gerne vorweg stelle, schlage einen Bogen über seine durchaus heftige Cold Void Dokumentation und einigen zugänglicheren Interviews, welche noch ein wesentlich komplizierteres Spannungsfeld eröffnen zwischen größten Arschloch ever und einer traurig, wirklich extrem gebrochener Persönlichkeit die einem nur Leid tun kann und unterühre das ganze dann fies dann mit einem extremen, aber definitiv vorhandenem, künstlerischen Talent dessen Musik mit wunderbar schönen Melancholie und Schwärze das selbst gesetzte Mantra ins Wanken bringt - denn hier passiert wirklich viel, sehr emotionales und einzigartiges.

Neben persönlicher Anekdoten meiner Merch Odysee schüttete ich all dies über meine skeptische Frau aus und nach viel Ablehnung und Argwohn fungierte die Lots of Girls Gonna Get Hurt als kritischer Eisbrecher, weil der Mann kann ja auch wirklich gut singen.

Mir fiel dann noch ein, dass ich unter anderem die neue CD auch noch irgendwo originalverpackt liegen habe und war ebenso gespannt, das vorab veröffentlichte Video war leider eher ein Volltreffer in Bezug auf eingangs erwähnter Problematiken. Aber die Musik war dann eine Wucht - die Zutaten sicherlich nicht neu erfunden, ein gewisses Schema kennt man inzwischen und die Stimmung auch sehr getragen und überraschend ruhig, aber trotzdem voll mit überraschenden Höhepunkten wie Chören, einem Piano-Song und ultra fiesen Gitarrensoli zum dahinschmelzen. Dass das umschließende Konstrukt nicht neu ist, fällt hierbei nicht negativ ins Gewicht. Die sich wechselnden ruhigen zu impulsiven Parts sind per se auch nicht schlecht sondern gut gemacht, in der Art aber halt auch sehr bekannt.

Mit erwähnten Ergängungen gelingt es aber dies spannend zu halten und den Sound unglaublich atmospährisch, groß und rund zusammen zu komponieren.

Nach gefühlt dutzenden Compilations und Neueinspielungen der tatsächlich immer wieder identischen Songs, ist dies eine unerwartete Wucht die gnadenlos umreißt und zu überzeugen weiß.
Absolute Höchstwertung!

**** (G) = Bänger, Grower