Freitag, 25. September 2026

@2_PlayList: (V.E.G.A.) - Cocaine (2002)

25.09.2026:

Eine wirklich krude CD die kein Mensch kennt, ich mir aber bewusst bei Northern Silence relativ günstig aus reiner Neugierde geschossen habe. Vom Bandname über das Cover bis zum Booklet ist alles relativ seltsam, soll angeblich Black Metal aus Italien sein - wo sich tatsächlich eine größere Szene befindet als man auf dem ersten Blick denkt und dann gibt es noch (V.E.G.A.).

Weitere Recherchen spülen noch sowas wie Industrial Black oder Dark Ambient als Vorschlag an und irgendso eine krude Mischung ist es dann auch. Ich kenne Vertreter wie Blacklodge oder wüste Klopperein wie die Franzosen von Helel oder Diapsiquir um was ganz verrücktes in die Runde zu werfen. Das ist anstrengend, kann mitunter aber auch die Mühe wert sein sich da reinzufuchsen, oder leider überhaupt nicht zünden.

Ob der Album unter Konsum des namensgebendenen Mittel entstand ist, ist nicht überliefert und darüber kann nur spekuliert werden, ein bisschen zerfahren ist das Album aber definitiv, fängt wahnhaft mit komischen Sampels an, fängt sich zwischenzeitlich erstaunlich gut und macht dann was es will, meist wird das Gaspedal ordentlich durch gedrückt.

Hier hätte ich mich aber gerne ein bisschen Emotionalität gewünscht, wenn es mich schon nicht ergreift, sollte es wenigstens hasserfüllt oder dergleichen sein um der Raserei auch stimmungstechnisch etwas Tiefe zu geben. Das ein mal tatsächlich ein bisschen Industrial gestreift wird, vermerke ich positiv, hat aber auf Albenlänge nicht wirklich relevanz.

Keine Ahnung ob das Album nach mehreren Durchgängen sich zu entfalten vermag, allein mir fehlt der Glaube ein Grower zu sein.

** = Durchschnitt 

Donnerstag, 24. September 2026

@2_PlayList: Shining - Shining (2023)

24.09.2026:

Wir ignorieren mal bewusst die durchaus schwierige Persönlichkeit Niklas, dessen nihilistische, lebensverneinende und Frauen zum Nachteil reichenden Einstellungen, Äußerungen und Aktionen ich dennoch gerne vorweg stelle, schlage einen Bogen über seine durchaus heftige Cold Void Dokumentation und einigen zugänglicheren Interviews, welche noch ein wesentlich komplizierteres Spannungsfeld eröffnen zwischen größten Arschloch ever und einer traurig, wirklich extrem gebrochener Persönlichkeit die einem nur Leid tun kann und unterühre das ganze dann fies dann mit einem extremen, aber definitiv vorhandenem, künstlerischen Talent dessen Musik mit wunderbar schönen Melancholie und Schwärze das selbst gesetzte Mantra ins Wanken bringt - denn hier passiert wirklich viel, sehr emotionales und einzigartiges.

Neben persönlicher Anekdoten meiner Merch Odysee schüttete ich all dies über meine skeptische Frau aus und nach viel Ablehnung und Argwohn fungierte die Lots of Girls Gonna Get Hurt als kritischer Eisbrecher, weil der Mann kann ja auch wirklich gut singen.

Mir fiel dann noch ein, dass ich unter anderem die neue CD auch noch irgendwo originalverpackt liegen habe und war ebenso gespannt, das vorab veröffentlichte Video war leider eher ein Volltreffer in Bezug auf eingangs erwähnter Problematiken. Aber die Musik war dann eine Wucht - die Zutaten sicherlich nicht neu erfunden, ein gewisses Schema kennt man inzwischen und die Stimmung auch sehr getragen und überraschend ruhig, aber trotzdem voll mit überraschenden Höhepunkten wie Chören, einem Piano-Song und ultra fiesen Gitarrensoli zum dahinschmelzen. Dass das umschließende Konstrukt nicht neu ist, fällt hierbei nicht negativ ins Gewicht. Die sich wechselnden ruhigen zu impulsiven Parts sind per se auch nicht schlecht sondern gut gemacht, in der Art aber halt auch sehr bekannt.

Mit erwähnten Ergängungen gelingt es aber dies spannend zu halten und den Sound unglaublich atmospährisch, groß und rund zusammen zu komponieren.

Nach gefühlt dutzenden Compilations und Neueinspielungen der tatsächlich immer wieder identischen Songs, ist dies eine unerwartete Wucht die gnadenlos umreißt und zu überzeugen weiß.
Absolute Höchstwertung!

**** (G) = Bänger, Grower

Mittwoch, 23. September 2026

@2_PlayList: Demigod - Slumber Of Sullen Eyes (Reissue 2022)

23.09.2026:

Meine Frau lernte die Band im zarten Alter von 7 Jahren kennen, als ihr großer Bruder sie zusammen mit seiner Band nach Illertissen zu einem Konzert einlud und die jungen Finnen daher in der Gartenhütte im Elternhaus übernachteten, welche wir gerade dabei sind zur Fußballhütte umzubauen. Somit lässt sich auch recht unkompliziert und logisch erklären, wie in mir der intrinsische Wunsch eines Erwerbs vorliegender Neuauflage erwuchs, denn zugegebenermaßen reichte meine finnische Old-school-Death Expertise vom 10 Jahre alten Cycle Of Revenge von Convulse bis maximal zu Amorphis' The Karelian Isthmus, was zwar nah dran ist - aber dennoch Lücken ließ.

Damit lässt sich aber auch schon das musikalische Wirken genremäßig abstecken und es obliegt einer mehrfachen Wiederholungsfunktion um den Kultstatus dieses Albums subjektiv einzuordnen. Auf den ersten Blick, lässt es aber tatsächlich keine Wünsche übrig und klingt trotzdem, sei es der Neuauflage geschuldet oder nicht, relativ modern bzw. sauber und dennoch erdig genug produziert, als dass es sein klassisches Label souverän und mit Bravour verteidigt. Dass auch ohne Lupe eindeutig Melodien zu lokalisieren sind ohne dabei Gefahr zu laufen dem Melo Death zugeschrieben zu werden oder das ein Verlust der Bisskraft attestiert werden muss, kann ebenfalls noch lobend erwähnt werden.

Auch befreit vom pseudo-persönlichem Kitch, damals war ich mit viel Fantasie höchstens am ersten Versuch des Lautierens - bin ich sehr positiv überrascht und hadere noch ein klitzekleines wenig damit, ob ich nicht etwa vielleicht doch in Erwägung ziehen sollte... egal, ich tue es und zücke hiermit zum ersten Mal in diesem neuen Format den:


**** = Bänger