28.10.2026:
Das Karma and Effect Album hatte ich noch aus dem Fundus meiner Ex, das nun vorliegende Album hat sich meine Frau gekauft - selber hätte ich mir das Album nicht zwingend auf das Warenband gelegt, dafür finde ich doch bei aller Neugier auf Neues oft andere Sachen die mich mehr interessieren. Aber das wäre schade gewesen, denn die Musik weiß mir durchaus zu gefallen. Irgendwo in der Schnittmenge von Alternative Rock und Grunge weiß die südafrikanische Band die Balance zwischen Eingängigkeit und Eigenständigkeit zu wahren. Breaking Benjamin könnte ein vager Vergleich sein.
Fairerweise ist in der vierten Woche im Monat schon das ein oder andere Lied im Shuffle auf dem Handy schon gelaufen, Written In Stone heuer sogar zum sechsten Mal, aber ein Drittel war tatsächlich für mich noch ganz neu, vorallem nicht das Album am Stück und es wurde zwischendruch kein großer Durchhänger vernommen sondern ein wohlwollender Wiedererkennungswert, da schon ein paar fiese Ohrwürmer dabei sind. Was will man groß mehr?
*** = Solide
Donnerstag, 29. Oktober 2026
@2_PlayList: Seether - Si Vis Pacem Para Bellum (2020)
Dienstag, 27. Oktober 2026
@2_PlayList: Swallow The Sun - Shining (2024)
26.10.2026:
Bis auf die Moonflowers von 2021 die noch orginalverpackt irgendwo auf ihre Entdeckung wartet und den ersten zwei Singles sowie der limitierten Singles Compilation auf Vinyl ist meine Diskografie lückenlos und wohl bekannt und hat die finnischen Death Doomer mit einer gelegentlichen Nähe zu einer Gothic Schlagseite sicher in die All-Time Top10 gespühlt. Das ist ob der überlangen Songs erst Recht eine Leistung, ich denke da vor allem an meine Erstbegegnung der Plague of Butterflies deren gleichnamigen Opener auf eine stolze Spielzeit von fast 35 Minuten kommt und mit Stand heute 67 Plays bei gewöhnlichen Albensongs auf ein hundertfaches käme.
Damals war der Einstieg schwer und sperrig, heute klingt das alles bedeutend eingängiger, kürzer und leichter und ich bin mir nicht sicher, ob hier mehrere Effekte gleichzeitig zusammenkommen. Das Bands softer werden oder vorhersehbarer, sie eher ihre Erfolgsformel gefunden haben, oder es mich nicht mehr so überrascht wie früher, ich mich womöglich daran satt gehört habe, mir neue Impulse fehlen oder ich mich selbst auch verändert habe, es womöglich die Musik einer bestimmten persönlichen Zeit meinerseits war? Das fällt mir in letzter Zeit öfters auf, vor allem bei Bands, die bei mir immer eine sichere Bank war und die ich blind kaufen konnte und genau das bekam, was ich erwartet hatte.
Das klingt allerdings verherrender als es gemeint ist, denn hier ist eindeutig eine Entwicklung zu hören, wesentlich heller, bittersüß als die sonst gewohnte pechschwarze Dampfwalze und erinnert mich zum Teil doch schon leicht an Katatonia was aus meiner Perspektive absolut ein Kompliment ist. Aber eben nicht das was ich erwartet hatte. Auf der Songs From The North I, II & III gab es zwar schon verschiedene Stimmungen von dunkel, rasend hin zu leichteren, luftigeren Klängen, aber nach dem Tod von Juha Raivios Frau Aleah Stanbridge (bekannt als Gastsängern bei Swallow the Sun, Amorphis, ihrem posthum erschienenen Projekt Trees of Eternity oder ihr gewidmet, die Band Hallatar) ging es mit der Single Lumina Aurea in nie geahnte Abgründe Sunn O))) - schen Ausmaßes und auch When A Shadow Is Forced Into The Light war keine leichte Kost. Das Zwischenstück bis zu hier, fehlt mir wie gesagt noch, aber von daher würde ich hier meine Hand für ins Feuer legen, dass hier keine Anbiederung an den Mainstream stattfindet, dafür ist es auch trotzallem zu speziell.
Durch die bekannte, persönliche herangehensweise am Songwriting wirkt es, als wäre Reife, Friede und etwas Akzeptanz in die unveränderbare Situation gekommen. Freude beileibe nicht, dafür schwingt zu viel Wehmut und Melancholie noch mit, wird die Ruhe doch noch zu oft unterbrochen - aber es klingt wie ein gefestigterer Zustand. Das ist ungewohnt, aber sei vom Herzen gewöhnt - werde hier aber definitiv noch einiges an Zeit benötigen um das alles zu entdecken und um dein mein endgültiges Fazit ziehen zu können.
*** (G) = Solide, Grower
Donnerstag, 22. Oktober 2026
@2_PlayList: Michael Kiwanuka - Kiwanuka (2019)
21.10.2026:
Heut mal random was aus der Bücherei und was wage ich mich da weit aus dem Fenster, keine Ahnung was das ist - Soul, Blues, R&B? Schwer zu sagen, am ehesten fiel mir bei der regnerischen Autofahrt heimwärts tatsächlich Zeal & Ardor ohne den metallischen Gimick ein, oder Malky. Die Beispiele passen natürlich nicht ansatzweise aber ich höre auch sonst nichts vergleichbares und muss daher schon wilde Haken schlagen um das auch nur ansatzweise einordnen zu können.
Die Musik war sogar verheerend beruhigend, nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag - Nachts, wie gesagt Regen, dunkel, Landstraße, Umleitung und gefühlt pendelte die Geschwindkeitsanzeige nur zwischen 70 und 80. Das war okay, aber wurde ich verdammt nochmal müde und das nicht, weil die Musik schlecht war. Das hätte mich eher verärgert, aber ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, es wäre öde gewesen. Aber irgendwie angenehm zum runterkommen, reflektieren, den Tag Revue passieren lassen oder die Gedanken ziellos schleifen zu lassen. Hätte mir das auch als Filmmusik vorstellen können, in der passenden Szene und Situation, angenehm im Hintergrund. Nicht mitreißend und fesselnd, aber einfach mal schwelgen - aber Augen offen halten, nicht in das rote Auto vor mir reinfahren. Das wäre ein Stilbruch gewesen.
*** = Solide