24.09.2026:
Wir ignorieren mal bewusst die durchaus schwierige Persönlichkeit Niklas, dessen nihilistische, lebensverneinende und Frauen zum Nachteil reichenden Einstellungen, Äußerungen und Aktionen ich dennoch gerne vorweg stelle, schlage einen Bogen über seine durchaus heftige Cold Void Dokumentation und einigen zugänglicheren Interviews, welche noch ein wesentlich komplizierteres Spannungsfeld eröffnen zwischen größten Arschloch ever und einer traurig, wirklich extrem gebrochener Persönlichkeit die einem nur Leid tun kann und unterühre das ganze dann fies dann mit einem extremen, aber definitiv vorhandenem, künstlerischen Talent dessen Musik mit wunderbar schönen Melancholie und Schwärze das selbst gesetzte Mantra ins Wanken bringt - denn hier passiert wirklich viel, sehr emotionales und einzigartiges.
Neben persönlicher Anekdoten meiner Merch Odysee schüttete ich all dies über meine skeptische Frau aus und nach viel Ablehnung und Argwohn fungierte die Lots of Girls Gonna Get Hurt als kritischer Eisbrecher, weil der Mann kann ja auch wirklich gut singen.
Mir fiel dann noch ein, dass ich unter anderem die neue CD auch noch irgendwo originalverpackt liegen habe und war ebenso gespannt, das vorab veröffentlichte Video war leider eher ein Volltreffer in Bezug auf eingangs erwähnter Problematiken. Aber die Musik war dann eine Wucht - die Zutaten sicherlich nicht neu erfunden, ein gewisses Schema kennt man inzwischen und die Stimmung auch sehr getragen und überraschend ruhig, aber trotzdem voll mit überraschenden Höhepunkten wie Chören, einem Piano-Song und ultra fiesen Gitarrensoli zum dahinschmelzen. Dass das umschließende Konstrukt nicht neu ist, fällt hierbei nicht negativ ins Gewicht. Die sich wechselnden ruhigen zu impulsiven Parts sind per se auch nicht schlecht sondern gut gemacht, in der Art aber halt auch sehr bekannt.
Mit erwähnten Ergängungen gelingt es aber dies spannend zu halten und den Sound unglaublich atmospährisch, groß und rund zusammen zu komponieren.
Nach gefühlt dutzenden Compilations und Neueinspielungen der tatsächlich immer wieder identischen Songs, ist dies eine unerwartete Wucht die gnadenlos umreißt und zu überzeugen weiß.
Absolute Höchstwertung!
**** (G) = Bänger, Grower