Dienstag, 27. Oktober 2026

@2_PlayList: Swallow The Sun - Shining (2024)

26.10.2026:

Bis auf die Moonflowers von 2021 die noch orginalverpackt irgendwo auf ihre Entdeckung wartet und den ersten zwei Singles sowie der limitierten Singles Compilation auf Vinyl ist meine Diskografie lückenlos und wohl bekannt und hat die finnischen Death Doomer mit einer gelegentlichen Nähe zu einer Gothic Schlagseite sicher in die All-Time Top10 gespühlt. Das ist ob der überlangen Songs erst Recht eine Leistung, ich denke da vor allem an meine Erstbegegnung der Plague of Butterflies deren gleichnamigen Opener auf eine stolze Spielzeit von fast 35 Minuten kommt und mit Stand heute 67 Plays bei gewöhnlichen Albensongs auf ein hundertfaches käme.

Damals war der Einstieg schwer und sperrig, heute klingt das alles bedeutend eingängiger, kürzer und leichter und ich bin mir nicht sicher, ob hier mehrere Effekte gleichzeitig zusammenkommen. Das Bands softer werden oder vorhersehbarer, sie eher ihre Erfolgsformel gefunden haben, oder es mich nicht mehr so überrascht wie früher, ich mich womöglich daran satt gehört habe, mir neue Impulse fehlen oder ich mich selbst auch verändert habe, es womöglich die Musik einer bestimmten persönlichen Zeit meinerseits war? Das fällt mir in letzter Zeit öfters auf, vor allem bei Bands, die bei mir immer eine sichere Bank war und die ich blind kaufen konnte und genau das bekam, was ich erwartet hatte.

Das klingt allerdings verherrender als es gemeint ist, denn hier ist eindeutig eine Entwicklung zu hören, wesentlich heller, bittersüß als die sonst gewohnte pechschwarze Dampfwalze und erinnert mich zum Teil doch schon leicht an Katatonia was aus meiner Perspektive absolut ein Kompliment ist. Aber eben nicht das was ich erwartet hatte. Auf der Songs From The North I, II & III gab es zwar schon verschiedene Stimmungen von dunkel, rasend hin zu leichteren, luftigeren Klängen, aber nach dem Tod von Juha Raivios Frau Aleah Stanbridge (bekannt als Gastsängern bei Swallow the Sun, Amorphis, ihrem posthum erschienenen Projekt Trees of Eternity oder ihr gewidmet, die Band Hallatar) ging es mit der Single Lumina Aurea in nie geahnte Abgründe Sunn O))) - schen Ausmaßes und auch When A Shadow Is Forced Into The Light war keine leichte Kost. Das Zwischenstück bis zu hier, fehlt mir wie gesagt noch, aber von daher würde ich hier meine Hand für ins Feuer legen, dass hier keine Anbiederung an den Mainstream stattfindet, dafür ist es auch trotzallem zu speziell.

Durch die bekannte, persönliche herangehensweise am Songwriting wirkt es, als wäre Reife, Friede und etwas Akzeptanz in die unveränderbare Situation gekommen. Freude beileibe nicht, dafür schwingt zu viel Wehmut und Melancholie noch mit, wird die Ruhe doch noch zu oft unterbrochen - aber es klingt wie ein gefestigterer Zustand. Das ist ungewohnt, aber sei vom Herzen gewöhnt - werde hier aber definitiv noch einiges an Zeit benötigen um das alles zu entdecken und um dein mein endgültiges Fazit ziehen zu können.

*** (G) = Solide, Grower

Donnerstag, 22. Oktober 2026

@2_PlayList: Michael Kiwanuka - Kiwanuka (2019)

21.10.2026:

Heut mal random was aus der Bücherei und was wage ich mich da weit aus dem Fenster, keine Ahnung was das ist - Soul, Blues, R&B? Schwer zu sagen, am ehesten fiel mir bei der regnerischen Autofahrt heimwärts tatsächlich Zeal & Ardor ohne den metallischen Gimick ein, oder Malky. Die Beispiele passen natürlich nicht ansatzweise aber ich höre auch sonst nichts vergleichbares und muss daher schon wilde Haken schlagen um das auch nur ansatzweise einordnen zu können.

Die Musik war sogar verheerend beruhigend, nach einem langen, anstrengenden Arbeitstag - Nachts, wie gesagt Regen, dunkel, Landstraße, Umleitung und gefühlt pendelte die Geschwindkeitsanzeige nur zwischen 70 und 80. Das war okay, aber wurde ich verdammt nochmal müde und das nicht, weil die Musik schlecht war. Das hätte mich eher verärgert, aber ich möchte hier nicht den Eindruck erwecken, es wäre öde gewesen. Aber irgendwie angenehm zum runterkommen, reflektieren, den Tag Revue passieren lassen oder die Gedanken ziellos schleifen zu lassen. Hätte mir das auch als Filmmusik vorstellen können, in der passenden Szene und Situation, angenehm im Hintergrund. Nicht mitreißend und fesselnd, aber einfach mal schwelgen - aber Augen offen halten, nicht in das rote Auto vor mir reinfahren. Das wäre ein Stilbruch gewesen.

*** = Solide

Mittwoch, 21. Oktober 2026

@2_PlayList: Unleashed - Fire Upon Your Lands (2025)

19.10.2026:

Eigentlich ist die Messe schon so ziemlich gelesen, auch wenn sich die üblichen Verdächtigen inzwischen in die Top10 geschoben haben, dürfte Enthroned am Ende des Jahres der Top last.fm Künstler bei mir werden - die 4 CD starke The Blackend Collection und die Wiederbelebung des Tetra Karcist Albums, vorbereitend auf das Dark Easter Metal Meeting war zu viel und zu geballt um sich in der heutigen quantitativ Playlist dominant und ungefährdet die Pole Position zu erobern und dem Triumph nun gemütlich zu Ende zu steuern. Drowning the Light strahlt zwar ob des enormen Outputs auch eine generelle Gefahr aus und auch Andri From Pagefire ließ nach seiner Rettung längst verschollener Bandcamp Alben (wir hatten es erst neulich davon, wie man dies doch noch retten kann) ordentlich die Muskeln spielen, was die beiden zu überraschenden und legitimen Verfolgern macht, aber es sollte durch sein.

Wer es ins Wanken bringen könnte, ist tatsächlich Unleashed. Ebenfalls vorbereitend auf das Dark Easter gönnte ich mir dieses Jahr bereits die Hell's Unleashed und die umfangreiche Viking Raids (1991 - 2004 Best Of Unleashed auf die Ohrmuscheln was mit seinem eingängigen, groovigen Old-school Death Metal sich bislang auf den 7ten Platz vorkämpfte und nun zog ich heute das neuste Album auf den wöchentlichen Montagsplatz.

Das setzt allerdings eine ähnliche Wiederholungslust voraus und da sehe ich momentan leider eher schwarz. Das ist mir irgendwie zu glatt und beliebig gespielt, produziert und abgespielt. Da war früher deutlich mehr Esprit und Schmutz im Spiel. Technisch mag dies versierter sein, aber verspielt damit leider komplett seinen rauen Charme. Natürlich war dies früher auch melodisch, aber das war trotzdem deutlich mitreißender und mit diesen Erwartungen bin ich hier rangegangen. Leider eher nicht so meinem Erwartungshorizont entsprochen. Und live hatten sie auch deutlich mehr abgerissen, muss also doch an den Songs hier drauf zurück zu führen sein. Schade...

 * = Enttäuschend