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Donnerstag, 18. November 2021

Iced Eath, John Schaffner und ich...

Darüber einen kleinen Kommentar zu schreiben brennt mir schon seit geraumer Zeit unter den Fingernägeln, nicht unmittelbar nach dem ominösen Vorfall - mir liegt es nicht sofort irgendeinen empörten, skandalheischenden Text zu verfassen, ohne dass ich mich mit der Sachlage aus allen Perspektiven grundsätzlich beschäftigt zu haben, das ist hier nicht Twitter oder so, ich bin langsamer, aber in der Regel fundiert und ausführlicher - Debatten sollte man generell nicht mit Zeichenbegrenzungen führen und ich will auch keinen Click-Bait betreiben und generell sollte Qualität über Quantität obsiegen.

Dennoch, ich werde hier nicht mit Links und Quellen um mich werfen, kann inzwischen jeder selbst finden, der sich mit der Thematik beschäftigen möchte - ich habe extrem viele Artikel gelesen und theoretisch so halb die Vorarbeit geleistet um dies tun zu können, aber ich will hier keine wissenschaftliche Arbeit schreiben, sondern meinen subjektiven Meinung wiedergeben. Diese muss man nicht teilen, man kann sie aber gerne kommentieren (auch wenn ich davon ausgehe, dass dies nicht passieren wird) und ob sie relevant ist, ist mir ehrlich gesagt auch egal.

Für mich persönlich war Iced Earth vor gut 17 Jahren neben Manowar der Einstieg in den Metal, von wo aus ich mich in sämtliche Richtungen weiterentwickelte. Bis dato ist die Band meine meistgehörte Band auf last.fm und nahezu konkurrenzlos und wird auch immer eine der wichtigsten Bands für mich persönlich bleiben. Die musikalischen Sternstunden liegen natürlich weit zurück, das "Horrow Show" Album von 2001 war das letzte richtig große meiner Meinung nach, danach gab es natürlich weiterhin viel Gutes, aber wenig was mich wirklich restlos überzeugte. Das hängt zum einen an diversen Sängerwechseln - für mich bleibt Barlow unumstritten die Nummer 1, mit Owens wurde ich nur bedingt warm und Block war zwar ein mehr oder weniger würdiger Ersatz bzw. technisch der perfekte Hybrid um die Äre der beiden Sänger abzudecken, aber bis auf das letzte Album "Incorruptible" von 2017 welches positiv gesehen wieder eine gute Richtung einschlug, war es nicht gänzlich das, was ich mir persönlich gewünscht hätte. Um nicht missverstanden zu werden, natürlich war nichts davon schlecht oder mittelmäßig, aber die nahezu perfekte Magie eines "Something Wicked This Way Comes" (1998) war nicht durchgängig mehr vorhanden, im Gegenteil schätze ich über die Zeit hinweg primär die älteren Sachen, die Neueinspielungen von "Days Of Purgatory" (1997) alterten in meinen Augen gut, waren wesentlich progressiver und härter und ich hätte mir einen Hauch dessen in den neueren Werken sehr gewünscht.

Von daher war zwar der Nummer 1 Platz in meiner persönlichen Hitliste fest zementiert, aber ich fieberte sämtlichen Neuigkeiten nicht mehr ebenso begeistert entgegen wie ich es wohl Jahre zuvor getan hätte. Man hat sich auf eine solide Basis festgefahren, aber ich war nicht in Hype Stimmung.

So habe ich auch erst sehr spät von der Kickstarter Kampagen bzgl. seines "Wicked Words & Epic Tales" mitbekommen, was natürlich in den Fingern juckte, auf der anderen Seite aber teils extreme Preise verlangte weswegen ich da erst etwas Abstand von hielt, interessanter wurde die Zusammenarbeit mit dem verlorenen Sohn Barlow als sie die "Winter Nights" Kickstarter Kampagne ins Leben riefen, viel Weihnachtsmusik - was mir nicht so taugt, aber durchaus interessante und vertraute Klänge die Lust auf mehr machten, aber ab da an war auch nicht mehr viel Zeit bis zum Supergau.

Das Schaffner inzwischen komplett zum Coronaleugnerlager abgewandert war, war mir nicht bewusst - auch dass er ein Trump-Anhänger war und ist, hatte ich nicht auf dem Schirm - ist streng genommen nicht überraschend, aber zumindest letzteres auch nicht verwerflich. Die hiesige Medien sind v.a. was die amerkanische Politik angeht leider extrem hysterisch und bigott und vergessen gerne, dass es sich hier auch um eine anders geartete Kultur handelt, welche nur bedingt mit DER - sofern es sie in solch einer Einigkeit überhaupt gibt - europäischen 1:1 verglichen werden kann. Zeigt sich auch wunderbar darin, wenn gesellschaftliche Debatten und Probleme undifferenziert über den großen Teich importiert werden und dann nunja, leider nicht immer so vortrefflich funktionieren.

Ich bin aber grundsätzlich der Meinung, den Künstler als Person von seinem Werk zu trennen - da mag es Punkte geben, wo dies definitiv schwierig und/oder unmöglich wird, aber ich greife den mannigfaltigen Diskussionen vorraus in denen allein das Schlagwort "Trump-Anhänger" zum heißen Eisen wurde und das ist wahrlich albern. Es gibt unterschiedliche Meinungen, aber diese klärt man am besten in einem Disskurs statt sich überheblich und gönnerhaft am Buffet der hießigen, leider oft sehr einseitigen Medienmeldungen zum Thema Trump zu bedienen. Ich persönlich halte nicht viel von Trump, aber noch weniger von der Dämonisierung die weder fair noch objektiv war.

Mit Coronaleugnern wird es schwieriger, für mich persönlich. Ich hoffe ich werde möglichst zeitnah noch etwas über das Thema Corona v.a. im Hinblick darauf, welchen mauen Stellenwert Kultur als solches gerade in solcher Zeit hat schreiben. Ich halte mich da aber an wissenschaftlich, evidenzbasierten Meinungen. Auf politischer Ebene lief da wahrscheinlich weltweit gehörig einiges schief, was auch zurecht kritisiert gehört, ebenso ist die Pharmaindustrie alles andere als selbstlos und heilig sondern ein knallhartes Milliardengeschäft - aber die Verschwörungsphantasieen und getätigten Äußerungen einiger übersteigen dann doch deutlich jegliche Toleranzgrenze. Natürlich war es wenig hilfreich, dass die Kommunikation leider oft sehr diletantisch und widersprüchlich war, aber einen Großteil der Bevölkerung hätte man, sofern man überhaupt die Absicht hatte sich die Mühen zu machen und vielleicht gerechtfertigte Bedenken zu berücksichtigten oder zumindest anzunehmen, in einen konstruktiven, gesellschaftlich wichtigen Diskurs bekommen. Nunja, hat man leider verbockt - die Gesellschaft ist gespalten, sowohl hier als auch in Amerika und beide Seiten nehmen unbeirrt Kurs auf die immer extremer werdende Ränder. Die Eigenverantwortung ob dieser Sogwirkung nehme ich  niemanden ab, aber es ist keine Entwicklung welche ich naiverweise nicht erwartet hätte.

Wäre ich mit Schaffner an dieser Stelle auf einen gemeinsamen Punkt gekommen? Sehr wahrscheinlich nicht, aber unabhängig davon, dass ich mich nicht wirklich in dieser Leugner Bubble befinde, wäre es wohl kein schwerwiegend genuger Dissens gewesen um mit ihm und seiner Band zu brechen. Seiner Band als gesamtes deswegen, weil wohl kaum jemand so sehr die Band selbst ist wie John Schaffner eben Iced Earth ist.

Und dann war da der 6te Januar und Schaffner hatte nichts besseres zu tun als mit einer Einsatzweste und Bärenspray bewaffnet das Capitol zu stürmen... - die Oath Keeper Mütze und ob er Lifetime Member war oder ist, ist dabei dann auch schon irrelevant, da wurden viele Ja-Nein-Doch-Oh Meldungen innerhalb kurzer Zeit publik und das finale Eingeständnis werte ich als taktisches Kalkül, lieber alles eingestehen und mögliche Mitstreiter ans Messer liefern um vielleicht nach drei bis fünf Jahren wieder aus dem Gefängnis zu kommen als, pardon - der Mann ist auch nicht mehr der jüngste - vollends lebenslänglich einzusitzen.

Für mich war ab dem Punkt sofort klar, okay - das war's. Hier wurde eine dunkelrote Linie überschritten und so sehr ich auch kontroverse und exzentrische Meinungen und Personen schätze, sie sogar für einen elementaren Faktor in einer diversen und aufgeschlossenen Gesellschaft halte, die - wenn einem konstruktiven Dialog nicht abgeneigt, durch die Verschiebung des gewohnten Blickwinkels zur kritischen Selbstreflektion und Erneuerung genötigt; messe ich Menschen final dann doch tatsächlich eher an Taten, denn an Meinungen.

Im Gegensatz zur leidlichen Cancel-Culture Debatte, guess what - auch hier habe ich tatsächlich etwas geplant, halte ich Meinungen für per se okay und tolerierbar und sollten als solche im gegenseitigem Interesse erst mal auch als solche betrachtet werden. Wenn ich das Dialogfenster geöffnet halten möchte, was in der Regel langfristig immer deeskalierender und zielführender ist, kann ich bei tieferem Interesse und im Sinne eines Konsens erforschen was die Motive, Informationen und Gründe für die möglicherweise konträre Annahme der Situation ist. Damit habe ich einen elementaren Wirkungshebel zur Hand, erstens - nehme ich mein Gegenüber ernst, zweitens kann ich fehlende Informationen und ausgeblendete Sichtweisen meinerseits ergänzen und drittens eröffnet es einen Raum für Diskussionen. Daraus abgeleitet können sich Meinungen ändern, man kann mal falsch gelegen haben, sich geirrt haben, das erfordert natürlich einiges an Bereitschaft an Selbstreflektion, aber mein demokratisches Verständnis fußt elementar auf dem Dialog, dem Diskurs und der durchaus streitbaren Debatte der inhaltlichen Sachen wegen aus der sich am Ende idealerweise die rationalste Entscheidung ergibt, unabhängig von der eigenen Ausgangsposition.
Natürlich sieht die Realität mitnichten so aus und die wichtige, inhaltliche Sacharbeit wird erdrückt aus einem Schwulst pseudomoralischer Ideologie, linientreue und mal mehr oder weniger offenem oder verdecktem Machteigeninteresse; aber ich lasse mir meine Utopie einer besseren, offeneren und funktioniererenden Gesellschaft nicht durch die mangelhaften Maßstäbe der Gegenwart korumpieren.

Aber festgehalten haben Meinungen einen elementaren Charakter, welche Taten nicht haben - sie sind änderbar, nicht final, die ausgeführte Tat hingegen kann ich nicht mehr zurück nehmen. Gedachte Fehler lassen sich ändern, ausgeführte hingegen wesentlich schwerer oder auch gar nicht.

Generell, wir haben eine ungesunde Fehlerkultur, Fehler als solche sind menschlich, passieren und sind in der Regel auch verzeihbar. Bei Schaffner wird es jetzt aber schwierig, waren es jetzt eingangs viele vielleicht komische und kritische Meinungen, gipfeln sie nun in eine Tat und sind ein zu stringenter und konsequenter Unterbau, als dass die Tat als solche sich nicht als versehentlicher "Ausrutscher" retouchieren lässt.

Ob ich ihn deswegen für einen schlechten Menschen halte? Verbietet sich mir zu bewerten, ich kenne ihn natürlich nicht privat, aber im Kampf der "möglichen Deutungshoheiten" hat er sich durch ein sehr grobes Foul selbst disqualifiziert und muss als solcher nun verständlicherweise die Verantwortung für tragen.

Für mich war klar, hier endet wohl der gemeinsame Weg und ich werde keine Kickstarter-Kampagne unterstützen, noch weiter irgendwie Merch oder CDs/LPs oder Tickets für Konzerte kaufen... bis hierhin war eine schöne Zeit, aber jetzt wird es echt komisch und man hat sich im wahrsten Sinne des Wortes auseinander gelebt und ich habe sachliche Gründe und Maßstäbe, weswegen ich dies - sofern ich mich überhaupt rechtfertigen müsste, vor wem denn ? - begründen könnte.

Und dann gingen die bilingualen Shitstorms los...

Auf der einen Seite erzkonservative Amerikaner, welche meinten - so Fans wie mich braucht die Band nicht; was ich angesichts des Trends alles und jeden sofort fallen zu lassen sobald es kritisch wird verstehen könnte - aber das dem hier aus meiner persönlichen Sicht absolut so nicht ist, sollten die paar geschriebenen Zeilen bislang mehr als ausdrücklich gezeigt haben.

Und dann die in Deutschland (ich beziehe mich hier ausschließlich auf selbst geführte Diskussionen) welche sofort ein Dementi vom Label oder privat von Hansi Kürsch forderten, Sänger der Band Blind Guardian und zusammen mit John Schaffner im Projekt Demons & Wizards involviert, was ich zum sofortigen Zeitpunkt absolut absurd und anmaßend fand.

Zur Beruhigung vornweg, Demons & Wizards gibt es nicht mehr und Iced Earth praktisch auch nicht mehr, alle Bandmember haben sich wenig überraschend losgesagt.

@amerikanische Fraktion: Welche Band?

Dafür wurde dann vogelwild über die Discophrafie hergezogen, war ja schon alles klar - spätestens seit "Something Wicked" hatte der doch nicht mehr alle Latten im Zaun, schrecklich aber auch sich eine Sci-Fi Dystopie auszudenken, natürlich kann man jetzt einen ähnlichen Opfermythos wie die gegen die New World Order zusammen zimmern, aber eine bewusste Planungszeit von knapp 23 Jahren von einem Album bis zu dieser Tat ist nicht weniger konstruiert, als die kritisierte Verschwörungstheorie an und für sich...

Aber "The Glourius Burden" - allein die "Gettysburg" Triologie über den amerikanischen Bürgerkrieg, welcher auch die Sicht der bösen Südstaatler einnimmt oder das vor Pathos triefende "When the Eagles Cries" - (* Special über jemand der an dieser Stelle den Adler kreisen lässt ist auch längst geplant) hier ein kritischer Kommentar sorgt wieder für tiefste Empörung der amerikanischen Fraktion, macht aber deutlich was das eigentliche Problem ist. Amerika und Europa und insbesondere Deutschland sind gänzlich unterschiedliche Kulturen v.a. im Bezug der eigenen Geschichte, was dort selbstverständlich ist woanders unvorstellbar ohne irgendwas davon jetzt zu bewerten, aber darauf aufbauend wird jetzt die Vergangenheit rückwirkend kritisch umgedeutet. Ernsthaft?

Sons of Liberty kann man kritischer ansehen, genauso gut könnte man jetzt jede x-beliebige Punkband ob ihrer Texte attackieren, aber auch Rock und Metal sind durchaus sozialkritische Genres die sich gegen den Status Quo auflehnen, das muss man nicht mögen oder immer gutheißen, aber der wilde Mob deutete quo Zirkelschloss plötzlich überall schlimmste Verwerfungen, welche ohne die Tat - die ja auch unzweifelsfrei aus meiner persönlichen Sicht zu verurteilen ist - keinen Menschen interessiert hatte und hätte und dann der meisterhafte Bogen...

... "ich hätte kein Lust auf so ein Konzert zu gehen und neben Nazis zu stehen", wurden die Fans zu Mittätern gemacht (Facebook Diskussion) und Gespenter gesehen und Ideologien unterstellt, die so einfach nicht mehr oder anders als sonst auch existieren, man soll ja niemals nie sagen. Aber Iced Earth plötzlich eine Nazi Band und ihre Zuhörer ebenfalls? An dieser Stelle war der Wille zum Diskurss leider erloschen, die Meinung war fest betoniert und die Intention offenbar keine andere als wilkürlich Schmutz zu werfen und Sachargumente vehement mit "ist aber meine Meinung" zu blockieren, schade drum.

Was ein Fazit nehme ich daraus jetzt mit, außer dass "Diskussionen" im Internet graue Haare machen?

Natürlich war und ist Iced Earth keine Nazi Band und natürlich werde ich auch weiterhin die gekauften Shirts tragen und die gekaufte Musik hören; nichts davon war auch nur annäherend Grauzone oder sonstwie ein Köder rechter Gesinnungen, hier rückwirkend etwas zu konstruieren kann nur der eigenen Profilierung dienen, wenn dem so gewollt gewesen wäre, wären gänzlich andere Register gezogen worden. Iced Earth waren eine überdurchschnittlich gute und stilprägende Heavy/Power/Thrash Metal Band und hat, egal was passiert sein mag ihren Einfluss auf mich gehabt. Aber im vorauseilenden Gehorsam das alles zu verneinen und zu verleugnen ist albern. An ein Comeback der Band glaube ich ehrlich gesagt nicht, wie denn auch momentan?

Ansonsten ist es wie bei einer in die Bruch gegangene Beziehung die man ansatzweise in Würde und mit Anstand hinter sich lässt. Man sollte niemals nie sagen, weil eben Meinungen sich ändern können, aber in der Regel ist es gesünder und besser getrennte Wege zu gehen. Man kann sich grüßen wenn man sich über den Weg läuft, man muss kein Arsch sein und alles verdammen, aber die Prioritäten ändern sich. Schade...





Nicht ganz ernst gemeinter Abspann:

Von daher, hallo Katatonia - ich weiß wir sind schon lange beste Freunde und wäre ich auch nur ansatzweise polyamorös veranlagt würden wir längst zusammen wohnen, aber Lust meine neue allerliebste Herzensband zu werden? :-*

Dienstag, 9. Juni 2015

Iced Earth World Tour 2014 – 09ter Januar @ Garage, Saarbrücken



Es hilft ja nicht weiter, es werden immer mehr ausstehende Berichte – verjährt ist sowieso schon alles, dennoch freue ich mich, dass DU trotzdem hier mitliest und gemeinsam mit mir in Erinnerungen schwelgen möchtest.

Als Iced Earth angekündigt wurden war ich natürlich sofort Feuer und Flamme. Da musste ich immerhin, wenngleich Saarbrücken doch schon ein ordentliches Stückchen entfernt war. Die Kosten für das Mietauto überstiegen bei weitem die Konzertkarte und die Verpflegung des Abends über. Zum Glück entschied ich mich dennoch, hätte ich zu dem Zeitpunkt nämlich bereits gewusst, dass Iced Earth auch wenige Zeit später in Aschaffenburg hätten spielen wollen, hätte ich mir die Reise gespart und die Band verpasst. Denn der Termin in Aschaffenburg wurde aus gesundheitlichen Gründen später abgesagt. Glück durch Desinformation, yeah…

Die Anreise gestaltete sich länger als geplant oder gedacht, hatte mich ein wenig verspekuliert was die Dauer angelangen wurde, oder kam nicht rechtzeitig los – wie auch immer ich war viel zu spät dran. Mit Parkplätzen rund um die Location sah es sehr mau aus, wobei – ach da ist ja ein netter Parkplatz, direkt auf dem Gelände. Gar nicht nett hingegen waren die Preise. 1€ je angefangene 45 Minuten finde ich schon ordentlich. Ich kann nicht 100%-ig sicher sagen, dass der Parkplatz zur Location gehört oder nicht – aber ich vermute ersteres und dann finde ich es schon recht dreist, seine Besucher zu so horrenden Summen zur Kasse zu bitten. Bei durchschnittlicher Länge kommen da auf jeden Fall schon mal vier bis sechs Euro extra rein. Nett auch der Hinweis, dass der Tageshöchstsatz bei 32€ gedeckelt ist und bei Verlust der Parkmarke zu zahlen ist. Moment mal mag sich der gewiefte Mathematiker denken, da spar ich ja absolut gar nichts und so zog ich schon ein wenig die Stirn kraus bevor ich in die Halle schritt.

Auf der Bühne stand, wie ich hinterher erfuhr schon die zweite Band. Dies waren Warbringer und hatten das Publikum schon in Beschlag genommen. Mir war das zu dem Zeitpunkt aber irgendwie recht gleich, ich beschnupperte den interessant gestalteten, rund angelegten Raum – bestellte ein(!) ebenfalls, aber nicht mehr überraschend gar nicht so günstiges Bier und wunderte mich, wie man denn die Toiletten so ungünstig legen konnte.

Man stelle sich einen Kreis vor, vorne spielt die Band und die zuschauenden Leute füllen den Kreis. Je weiter vorne, desto dichter und schwerer wird der Durchgang. Auf der gegenüberliegenden Seite ist die Bar. Kommt man von links, ist das Klo rechts – das heißt ich muss mich jedes Mal durch den ganzen Raum kämpfen. Mit genug Schubkraft und Egoismus könnte ich den direkten Weg durch die Menschenmenge mir bahnen/prügeln – für mich also schon raus, oder ich tänzle den ganzen Kreisbogen die Bar entlang.

Auf der anderen Seite wirkte der Raum aber auch interessant gestaltet, die Akustik war auch in Ordnung, wie man sieht – ich bin Zwiegestalten, auch darüber – dass es z.B. Essen in Form von kleinen Pizzaschnitten, wieder draußen zu finden war.

Während ich mich also ordnete kamen Warbringer auch schon zum Ende. Es war im Endeffekt ein kraftvolles Thrashpaket, das ich eher hintergründig war nahm und stillschweigend akzeptierte und schon sehnsüchtig auf Iced Earth wartete, nachdem ich erfuhr, dass dies schon die zweite Band sei.

Iced Earth fingen ihr Programm sehr ungewohnt an, zwar war der Opener des Abends schon vorab im Netz bekannt geworden und auch ich hatte ihn schon das ein oder andere Male gehört, aber der Titelsong des neusten Albums ist in der Bandbiographie dann doch etwas eigen und nicht gerade prädiziert für einen Schnellstart.

Generell kann hier an der Stelle auch gleich angemerkt werden, dass das Set über große Strecken neu war, da sie viele Lieder des gerade aktuell frisch erschienen Albums spielten. Das gab zwar einen tollen Einblick auf das Album, welches selbstverständlich im Anschluss auch gleich gekauft wurde – aber nachvollziehbarerweise war da dann leider auch nicht alles firm.

Dennoch hatte die Band mitnichten Anlaufschwierigkeiten, das Publikum jubelte frenetisch und sang wann immer sich Gelegenheit bot mit. Die Stimmung war grandios und auch Stu Block untermauerte erneut stark, dass er der richtige Mann am Sängerposten ist. Genau genommen übernahm er an dem Abend die alleinige Regie auf der Bühne. Schaffner hielt sich doch recht zurück, was ich zuletzt auf dem Metalfest ein wenig anders gesehen hatte. Dennoch änderte dies nichts an der großartigen Performance.

Lange Zeit ging ich davon aus, dass es „Spirit Of The Times“ war – tatsächlich wurde dies nicht gespielt, es müsste daher „If I Could See You“ sein, dass irgendwie so die erste größere Gefühlsregung in mir auslöste.

Einige Klassiker wie „I Died for You“, „The Hunter“ vermisste ich – generell wurde wie erwähnt überwiegend neues gespielt, vereinzelt ein paar Sachen von „Dark Saga“ oder „The Wicked Ways it Comes“ – gerne hätte ich auch einige ältere Sachen gehört, gerne fast alles von der „Days of Purgatory“ – eine Richtung, in die sich die Band gerne, gerne bitte wieder hin-zurückentwickeln könnte.

Bei „Blessed Are You“ wurde mitgesungen und bei der DER Zugabe selbstverständlich auch: „Watching Over Me“ – Pflichtmitsinghymne mit übelster Gänsehautattacke, am Schluss mit „Iced Earth“ doch noch ein wirklich alter Song als abschließendes Schmankerl.

Hach es war schön, lang aber doch viel zu kurz und es gab einige Songs die ich mir gerne gewünscht hätte, dennoch war das Set so wie es war vollkommen okay und ich überglücklich.

Wann immer die Band hoffentlich wieder bald vorbei schaut, hoffe ich doch sehr am Start zu sein.

Abschließender Funfact: Die Geldanlage des Parkplatzes war defekt. Beim Versuch zu zahlen klappte nichts, nach kurzem Pressen eines dafür vorgesehenen Knopfs wurde die Information zugetragen, dass dies nicht funktioniert und die Schranke leider so geöffnet und ohne mein Geld dazulassen musste ich weiterfahren. Schaaaade…

Dienstag, 17. Dezember 2013

# Playlist - Woche 49''13'''

Kalenderwoche 49:


Einzigartige Künstler:  278
Gesamte Titel:  624
Insgesamt gespielt:  668


1. Katatonia 22
2. Iced Earth 17
3. The Agonist 12
4. Draconian 11
5. ColdWorld 9
6. My Dying Bride 8
6. Gorgorth 8
6. Demons & Wizards 8
9. In Flames 7
9. Amorphis 7
9. Moonspell 7
9. Lordi 7
9. Nocte Obducta 7
9. Agrypnie 7
9. Medicated


Ich hab den 9ten Platz jetzt mal durchgehen lassen, freu mich aber auch mal wieder ein paar "neue" Namen hier zu sehen.
ColdWorld passt zum Winter nicht nur namentlich sondern auch klanglich und atmosphärisch zum Winter wie die Faust auf's Auge. Eine wunderbare deutsche Einmanband welche einen sehr eigenständigen Black Metal spielt, dem unweigerlich die Attribute Ambient oder Atmosphäre vorangestelt müssen. Eingepackt in rauschenden, aber wie gezeichneten Klangcollagen stürzt die Kälte und Melancholie sofort auf den Hörer und hält einen gefangen und gepackt. Sollte ich wieder öfter hören, lief früher verdammt oft bei mir - anbieten würde es sich ja gerade.

Machen wir doch gleich weiter My Dying Bride ist eine legendäre britische Doom Band mit leichten Gothic Einflüssen und teils zum Sterben schönen Melodien. Wobei ich da im Moment einen gewissen Grad an Sättigung erreicht habe. Ich müsste lügen, würde ich sagen, dass die sehr eigene und charakteristische Stimme von Aaron mir auf die Nerven geht - aber gerade würde ich die Schwarzromantik noch auf einer anderen Ebene gerne erleben. Nicht dass es hier eindimensional wäre, mitnichten - aber über 1700 Scrobbels sprechen dafür, dass ich die Band eigentlich schon ziemlich in und auswendig kenne.

Gorgoroth hält sich noch wacker so einigermaßen, Demons & Wizards werden viel durch den Mp3 Player gepusht. Dabei hat es mir zur Zeit der "Fiddler on the Green" angetan. Schön-traurige Ballade aus der Traumkombination von Iced Earth und Blind Guardian. Falsch kann man da sicherlich nicht viel machen.

Ein Grund den doch sehr weit ausgedehnten 9ten Platz drin zu lassen ist, dass ich gerne auch Medicated eine Plattform bieten möchte. Im Endeffekt höre ich immer nur die gleiche 4 Song starke EP der Finnen, aber die ballert ungemein und geht voll auf's Ganze! Sowas brauch ich immer wieder, wenn ich beim Pendeln von der einlullenden Zugfahrt sofort wach und aktiv werden will. Dabei hat sich schon Graveworm, Avatar, Pathology oder Cypecore bewährt - jetzt ist eben Medicated dran und nicht nur diese Weckfunktion erfüllen sie sehr gut. Auch die Musik taugt mir. Primär brauch ich einfach die transportierte Energie, welche dem stumpfen Geknüpel wirklich vieles voraus hat.





Freitag, 15. November 2013

+++ Neues Iced Earth Album / Special EP! +++



Diese News ist eine dreiste Mogelpackung, denn neu ist daran eigentlich leider gar nix mehr. Ein paar Worte darüber zu verlieren schiebe ich schon seit Wochen vor mir her, daher ist es inzwischen mehr eine Herzensangelegenheit, denn die brandheiße Neuigkeit.

Angekündigt ist das „Plagues of Babylon“ Album nun schon seit knapp 2 Monaten mitsamt Tracklist (Details about the new album “Plagues of Babylon”) – dazu gab und gibt es auf der Tour eine schicke EP in Vinyl nach der es mich wahrlich giert. (The Plagues EP) Tragische Ironie an der Sache, Iced Earth spielen in meiner Nähe, ich hätte sogar Volbeat als Headliner geschluckt um die Band einfach wieder live zu sehen und mir die EP zu angeln, ich hätte auch nicht nur frei, ich hätte sogar Urlaub – ABER genau deswegen fahre ich ein Tag zuvor weg. Grrrrr….

Den Auftritt kann ich Anfang Januar in Saarbrücken sicherlich nachholen, sofern ich da dann pässlich bin – nur die EP eben nicht und ich habe eigentlich keine große Lust ein Vermögen dafür bei Ebay und Co auf den Tisch zu legen, wobei mir da erst vor wenigen Tagen erstaunlich günstig (~25€) die Original s/t Erstpressung  in Vinyl durch die Lappen ging.

Um nach irgendwie etwas Informationsgehalt hier reinzubringen noch schnell ein Lyrics Video von dem titelgebenden Track des neuen Albums:

Artwork ist großartig, Musik bislang interessant. Ungewohnt und doch vertraut, man darf sich offensichtlich freuen. =) 


Dienstag, 8. Oktober 2013

Neue Rubrik: # Playlist!

Zur Zeit kommt - das gebe ich ganz offen zu, ziemlich wenig Input von mir. Das liegt nicht daran, dass mir die Ideen ausgehen oder ich keine Lust mehr habe - in der Regel scheitert es an der Zeit und ich habe jetzt schon wieder einen ganzen Berg an Live-Reviews vor mir und knabber immer noch an meiner Wackenentäuschung *spoiler!!!* während im Moment fast wöchentlich ein Konzert dazu kommt. Es wird also stetig mehr Arbeit während ich zugleich gegen Jahresende immer weniger Zeit haben werde mich um die selbige zu kümmern.

Daher die fixe Idee mal wieder etwas kleineres für Zwischendurch zu etablieren wie seiner Zeit die wöchtentlichen Single-Charts welche nach Wunsch von euch (Kampfabstimmung von 2:1, yeah!) auch wieder aus dem "Programm" flogen.

Und zwar dachte ich mir, ich adoptiere einfach meine wöchentlichen Charts von last.fm und schreib je nachdem, was sich ergibt auch ein paar Wörter darüber. Immerhin bin ich bemüht jede(!) Woche eine CD aus meinem Fundus/Karton/Sauhaufen zu graben und zum ersten Mal anzuhören, ein Fundus welcher mich locker noch Jahre begleiten wird. Sozusagen erste Impressionen in Zahlen ausgedrückt und in Worten begleitet.

Praktischer Vorteil ebenso ist, dass ich so vielleicht auch die ein oder andere Band in den Fokus rücken kann unabhängig von einem CD Review welche es auch wert ist und wäre. Denn dafür würde wiederum meine Sammlung für eine annähernd 'komplette' Aufarbeitung wirklich noch Jahrzehnte(!!) brauchen bei meinem jetzigen Tempo, wobei ich ehrlich sagen muss - dass ich mich für ein Review pro Monat ordentlich zusammen reißen muss! 4-5 Stunden Arbeit sind da pro Album locker drin, wie gesagt für Umme in der Freizeit und am besten auch noch zusammenhängend und dieses Zeitfenster habe ich recht selten. Ganz davon abgesehen, dass es sich da auch gerne so ein schweinischer Hund gerne bequem macht... ;p

Ich hoffe daher einfach mal, dass euch die Idee zusagt und ihr, ihr auch eine Chance gebt - unabhängig davon könnt ihr aber auch gerne jederzeit eure Meinung in den Kommentaren da lassen oder ggf. auch Verbesserungsvorschläge abgeben.


# Playlist - Woche 40''13'''

Einzigartige Künstler: 306
Gesamte Titel: 702
Insgesamt gespielt: 810


1 AtomA

76
2 Katatonia

25
3 Iced Earth

20
4 Sin Fang

11
5 Ektomorf

10
6 Insomnium

9
6 Cypecore

9
8 Manowar

8
8 My Dying Bride

8
8 ASP

8
8 Draconian

8
8 Slumber

8



Neu diese Woche war u.a. endlich AtomA nachdem diese CD unvernünftig lange ungehört bleiben musste, bzw. wurde. AtomA ist die indirekte Nachfolge Band von Slumber (daher auch in der Top10 vertreten) mit einem bärenstarken, interessantem aber irgendwie doch ganz anderem Album. Nicht mehr doomig, drückend - viel mehr sphärisch, schwebend, viele elektronische Klänge bis hin zum Ambient oder auch Post-Rock mit einem Hauch von Restmetal. Definitiv sehr innovativ und eigenständig, mir fällt wirklich keine andere vergleichbare Band ein, auch wenn mich der Chorus an 1-2 Stellen latent an Alcest erinnert. Dennoch keine passende Referenz da grundsätzlich ganz anders. Reinhören lohnt sich aber definitiv!!!

Auch neu ist: Sin Fang, isländischer Pop mit leichten Indie Rock Einflüssen. Kann man hören, muss man aber nicht zwingend. Ob sonderlich herausragend kann ich mangels großer Erfahrung in dieser Stilrichtung nicht sagen, aber dafür ganz sicher kein Mainstream! Zum persönlichen Geheimtipp reicht es aber noch nicht ganz, dafür habe ich mich bislang noch zu wenig damit angefreundet.

Der Rest ist reiner Scrobble-Zufall wobei Katatonia, Iced Earth und auch Draconian als meine Lieblingsbands nicht gaaanz so zufällig in der Liste stehen. Und auf Cypercore hatte ich einfach mal wieder richtig Lust. Ultrastarkes Debüt das immer wieder gerne sich in meiner Playlist befindet!

Dienstag, 13. August 2013

Metalfest Open Air Germany 2013 – 20ter Juni @ St. Goarshausen (Loreley) – Teil 1/3



Links den Wald entlang kam man her, wie man
leider nicht ganz so deutlich sieht war der ganze Parkplatz
am Hang.

Lasst euch berichten was sich zugetragen an jenen legendären Tagen! Die Anreise verlief ideal, zwar leicht verspätet da ich mein Gepäck etwas unterschätzt hatte, aber dafür reibungslos. Der Navihalter feierte ein gelungenes Debüt und so wagte ich mich nun mehr zum zweiten Mal vollkommen alleine auf ein wildfremdes Festival. Nach ein paar zügigen Autobahnwechseln, verlief die Route gemütlicher dem Rhein folgend und wahrlich ohne Stau oder dergleichen. Ohne Navi wäre ich wahrscheinlich schon etwas mehr aufgeschmissen gewesen, da ich eigentlich bis wirklich kurz vor Ziel kaum Schilder sah – da man aber vorwiegend einfach der kurvigen Straße folgen musste, bzw. gar nichts anderes konnte, hält sich dieses „Versäumnis“ wirklich in Grenzen.

Mein kleines Zelt der Unschuld in der Mitte
Merke: Bauzaun!
Noch in der Anfahrtsschlange wurde man auch gleich zweimal(!) zur Kasse gebeten was ich schon
Der Hang des Todes!
Er sieht sooo niedlich aus, aber er lügt...
mal ziemlich uncool fand. 5€ Müllpfand sind ja noch okay – bekam man auch mit praktisch leerem Sack wieder zurück, alles andere hätte mich auch nur tierisch aufgeregt, weil wie zur Hölle soll ich als Einzelperson auch einen 50 Liter Sack vollbekommen ohne mich wirklich wie die letzte Umweltsau zu verhalten? – 15€ Parkgebühr fand ich hingegen schon mal scheiße!

Da zahlt man 79€ für ein 3-Tages-Ticket inkl. Camping, darauf noch 7,90€ Bearbeitungsgebühren, Kommission oder was auch immer – evtl. noch um die 7€ Versand weil der Veranstalter natürlich in Österreich sitzt (ein E-Ticket hat mir aber vollkommen gereicht,
ich mein 14 Mark!!) und soll dann noch mal 15€ Parkgebühr blechen? Unschönes Ding und irgendwie fühl ich mich da ein bisschen wie mit dem typisch Kleingedruckten übers Ohr gehauen und das schon vor Beginn des Ganzen? Meiner Meinung nach, sollte das schon inklusive sein oder klarer deklariert werden, an die 35€ Zusatzkosten halte ich nämlich für ein Unding, ist immerhin fast die Hälfte des Ticketpreises.

(Mit Bildern jetzt so ein langer Post, da setzt ich jetzt mal ausnahmsweise einen Jump Break)



Mittwoch, 5. Dezember 2012

+++ Sängerwechsel bei Draconian und Kamelot +++



Ja die News sind jetzt nur bedingt „neu“ und eigentlich schon längst bekannt, bislang hatte ich allerdings leider noch nicht die Möglichkeit gehabt mich genauer damit zu befassen. Meine Beschauung ist auch hier nur kurz und oberflächlich, hoffentlich aber informativ genug um gelesen zu werden.

Sängerwechsel sind immer ein sehr heikles Thema und stellen Fans immer wieder auf eine harte Probe. Lässt man sich auf diese Änderung ein oder nicht, oft Geschmackssache und über selbigen kann man bekanntlich vortrefflich streiten.

Den ersten heftigen Dämpfer hatte ich letztes Jahr mit Iced Earth erhalten, als mein absoluter Lieblingssänger John Barlow erneut das Mikro abgab und von Stu Block ersetzt wurde. Sowohl live als auch auf Platte beide gesehen und ich muss zu der Erkenntnis kommen. Besser hätte es nicht sein können, davon mal abgesehen dass es am Besten gewesen wäre, wäre Barlow noch wie vor noch mit an Board.

Aber dies war nicht der einzige Verlust. Auch bei Draconian kehrte Frontfrau Lisa Johansson der Band aus nachvollziehbaren, familiären Gründen den Rücken zu. Die Lücke ist gewaltig, denn auch wenn ich nicht konkret beschreiben kann woran es liegt, halte ich Lisa für einzigartig und auf ihre Art und Weise für unersetzbar.

Möglicher Ersatz wären in meinen Augen gewesen, unter anderem Aleah welche unter ihrem eigenem Namen bereits einige Songs veröffentlichte, als auch bei Gastauftritten bei Swallow the Sun zu hören war. Zusammen mit dem dortigen Gitarristen Juha Raivio arbeiteten die beiden auch am vielversprechenden Projekt Trees of Eternity welches ich sehnsüchtig erwarte und getrost empfehlen kann.

Ansonsten kam mir natürlich die Frontfrau von Nox Aurea, Alice Persell in den Sinn – welche klanglich nicht allzu weit voneinander entfernt sind. Damit wäre ich zwar nur bedingt zufrieden, aber auch nicht komplett unglücklich gewesen.

Geworden ist es jetzt die Südafrikanerin Heike Langhans welche bislang noch recht unbekannt sein dürfte. Ich vermute auf jeden Fall mal, dass nicht viele bisher von :LOR3L3I: gehört haben, einem leicht elektronisch angehauchtem Projekt.

Was die Kombination verspricht kann man sich an dem gelungenem Lake of Tears Cover „Demon You/Lily Anne“ anhören. Und jaaaa… das klingt nicht vollkommen schlecht, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Die Band wird ihre Chance von mir bekommen, dafür sind sie viel zu gut um ignoriert zu werden – die Salzkruste unter meinem Auge wird aber wahrscheinlich Realität werden.

Nicht viel besser ergeht es mir da mit den Ausnahmekünstlern von Kamelot. Nachdem der von mir hochgeschätzte Roy Khan gesundheitsbedingt die Reißlinie zog, blieb dort erst mal ein richtig dickes Vakuum in der Luft hängen. Roy Khan ist absolut einzigartig und unersetzbar und gehört für mich zu den besten 5 Sängern der Welt. Zweifler dürfen sich gerne die überall sichtbaren Live Videos anschauen um zu sehen, was dieser Mann auf dem Kasten hat.

Ersetzt wird er im neuen Album von Tommy Karevik, bekannt von der schwedischen Band Seventh Wonder. Im dramatisch und aufwendig gestalteten Video „Sacrimony (Angel of Afterlife)“ schlägt er sich recht wacker an der Seite der Gästsängerinnen Elize Ryd (Amaranthe) und Alissa White-Gluz (The Agonist). Allerdings fehlt mir hier eindeutig das Profil. Der Stil ist dem Khans sehr nachgeahmt und dass er dem Original so nahe kommt, spricht für seine Klasse… aber es ist sehr ärgerlich.

Sowohl Draconian als auch Kamelot wären beide Bands gewesen, welche ich sehr gerne live in Originalbesetzung gesehen hätte. Dafür dürfte es jetzt zu spät sein. Die Nachfolgerwahl ist zwar definitiv kein Fehlgriff und wird sich, vermutlich rückwirkend als goldrichtig erweisen wie bei eingangs erwähntem Iced Earth – aber es stimmt dennoch ein wenig traurig…



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Als Zugabe verlinke ich noch das sehr interessante und gelungene Musikvideo der Isländer um Sólstafir „Fjara“ und versuch die Tage noch den inzwischen sehr verspäteten Konzertbericht der „Into Darkness“ Tour nachzuliefern.

Dem folgt dann noch ein kurzes Statement dazu, warum es hier doch so recht lange pausierte und wie es auf dem Blog weiter geht da ich aus gesundheitlichen Gründen doch einiges ändern muss.

Bis bald… ;)

Samstag, 20. Oktober 2012

+++ Starkes Fan nahes Statement! +++



Keine Ahnung warum ich nachts noch rumsurfe anstatt schlafen zu gehen, aber folgendes Statement meiner Lieblingsband Iced Earth lässt mich dann doch gleich viel besser schlafen:


“It has come to my attention that Century Media is suing fans over illegal downloads of (among others) our latest album ‘Dystopia’. I felt it was important to clarify that we had no knowledge of this motion and were, sadly, not asked permission.

We all know the music industry is changing. We have been adapting to this model by embracing legal streaming services such as 
Spotify
 and by bringing our music to places we have never played before by touring our proverbial asses off.

As much as we respect that the labels are having a harder time selling music, we feel this is a misguided effort and want to make sure our fans know we would have not given our consent would we have been asked.”


Für mich als Fan ist es natürlich nach wie vor eine Selbstverständlichkeit, meine CD’s zu kaufen um die Künstler damit auch zu bezahlen, noch sehe ich dies als einen legitimiertem Blankoscheck an - aber es ist doch erfreulich, dass sich eine Band gegen die strikte Verfolgung und übertriebene Sanktionierung ausspricht!

Für mich das Statement des Monats und weitere Bestätigung dafür, der Band die Stange zu halten. Bravo!

Dienstag, 11. September 2012

Summer Breeze Festival 2012 – 16ter August @ Dinkelsbühl - Teil 1/3

Der Bericht ist einfach viel zu lang, daher hübsch aufgeteilt in drei Teilen inklusive ausführlichen philosophischen Ansätzen und Hasswutanfällen. Ein Bericht, mitten aus dem Leben gegriffen:

Summer Breeze Festival 2012 – 16ter August @ Dinkelsbühl - Teil 1/3
Summer Breeze Festival 2012 – 17ter August @ Dinkelsbühl - Teil 2/3
Summer Breeze Festival 2012 – 18ter August @ Dinkelsbühl - Teil 3/3



Von wegen Pause! Sonntagmittag vom Party.San heimgekommen, hieß es gleich am Montag und Dienstag arbeiten, Mittwoch in der Früh Berufsschule und dann sofort losdüsen.

Soweit der Plan. Da das gebuchte Auto allerdings erst ab 17 Uhr frei war und das ganze noch beladen werden hätte müssen, inklusive diverser Einkäufe (Gaskocher/Fahnenstange/Wärme-Kältefolie) und Anfahrtszeit, rechneten wir eine Ankunft in tiefster Nacht aus und verlegten unsere Abreise auf Donnerstag morgen um in Ruhe alles vorher schon erledigen zu können.
Zieht man noch das Gewitter in Betracht, welches in dieser Nacht aufzog – gar nicht mal so schlecht.

Dabei verpassten wir nicht sonderlich viel, ein Haufen unbekannter Newcomer, Zeug welches uns nicht interessierte und Rage (erst vor kurzem gesehen), Tankard (kein Pflichttermin) und Graveworm (schon einmal live gesehen).

Also ging die Fahrt am Donnerstag los, hatte allerdings einen verheerenden Nachteil. Wir campten auf „N“. Auf „N!!!“ Und auch nicht vorne bei N, sondern ganz hinten auf N was heißt, dass es sogar auf O teilweise kürzere Wege gab und O war schon maximalst gefickt.
Laufzeit vom Campingplatz zur Bühne inklusive Einlassschleuse, hochgerechnet im Durchschnitt 30 Minuten. Kurz mal Bier holen war also definitiv nicht!

Erste Band war wenig überraschend? Agrypnie – Die Band sah ich jetzt zum 4ten mal live, den Sänger in letzter Zeit weitaus öfter. Der Auftritt war durchweg gelungen, wenngleich mal wieder viel zu kurz. Beim Facebookvoting wurde noch mein Lieblingslied „Morgen“ gepickt, Band war super drauf – ein mehr als gelungener Einstieg.

Von der Merchmeile aus, konnte noch recht gut Epica angehört werden und hier und da bot sich mir noch ein Blick auf die Leinwand. Die Bühne selbst konnte ich natürlich nicht sehen. Wollte ich aber ehrlich gesagt auch gar nicht, da mir gehörtes schon nicht gefiel. Viel zu fades Gedudel ohne irgendwie griffig zu sein.

N war auf dem Bild, ganz, ganz links hinter dem Wald.
Sehr ruhige Wohnlage und fernab vom Berufsverkehr
Jetzt kommen wir zum angesprochenem Problem: Ziel war es, kurz zum Auto gehen, was futtern, was trinken, auf’s Klo zu gehen und Alcest anschneiden um dann rüber zu Iced Earth (DER PFLICHTTERMIN schlechthin!) zu wechseln. Zeitfenster, knapp unter 80 Minuten.

 Aber da war ja „N“. Realität sah folgendermaßen aus: Alcest komplett streichen und hektisch zur Main Stage hetzen und gerade noch so während dem ersten oder zweiten Lied einen guten Stehplatz direkt in der zweiten Reihe hinter dem Wellenbrecher zu finden. Und da waren sie…

Iced Earth: Ich war ehrlich gesagt richtig gespannt auf diesen Auftritt und wie sich der neue Sänger schlug, ein zugegebenermaßen sehr wunder Punkt bei mir. Die Band hat einen viel zu wichtigen Stellenwert in meinem Leben, war so gesehen der Ausgangsimpuls meiner ganzen metallischen Entwicklung, als dass ich da über einen Sängerwechsel einfach so hinwegsehen könnte. Als beinharter Barlow Anhänger hatte ich meine Probleme mit Owens, der zwar technisch einwandfrei, wenn nicht sogar überlegen war – stimmlich aber in meinen Augen nicht die passende atmosphärische Tiefe besaß, welche eben genau diese Band ausmachten.
Nachdem Barlow wieder zurück kam, sah ich einer seiner letzten Auftritte live, bevor er wieder die Fliege machte. Dieser war extrem geil und hängte die Messlatte eigentlich irgendwo unerreichbar in den Himmel.


Das neue Album unter dem neuen Sänger Stu Block konnte sich zumindest bewähren und bot auch wieder erfreulich bessere Songwritingstrukturen. Block war dabei sehr gut in der Lage, wie Barlow und gleichzeitig wie Owens singen zu können. Zwar nicht 100%-ig identisch, aber sehr ähnlich, ohne einen Schuss Eigenständigkeit vermissen zu lassen. Doch wie schlug er sich live und wie klangen alte Barlow Lieder, welche ich nur mit Wehmut von Owens gesungen anhören konnte?

Vornweg sei gesagt, die Sicht war theoretisch ideal – vor mir niemand großes, dank dem Wellenbrecher eine genügend große Lücke, als dass ich sowohl direkt auf die Bühne als auch auf die Leinwand schauen konnte. Nur die Sonne, ja die schien bereits tief stehend, direkt in die Augen – die Bühne war für diese Uhrzeit katastrophal ausgerichtet, so konnte das Konzert anfangs nur über die Leinwand erkennbar verfolgt werden. Gesanglich, überraschend stark. Ein 1A Konzert der Extraklasse, alte Songs konnten ohne Beigeschmack mitgeträllert werden. Hat extrem viel Spaß gemacht und war mehr als nur sehenswert. Technisch Block sicherlich auch leicht überlegen, nur leichte nostalgische und gefühlte Nuancen trennen ihn noch von Barlow. Denn dieser bleibt für mich nach wie vor die Nr.1 – der beste Sänger von Iced Earth schlechthin. Und wenn dieser nicht ist, dann ist Stu sicherlich der bestmögliche Ersatz. Damit war der Tag, die Woche, das Festival – meine ganze heile Metalwelt gerettet und der Band wird weiterhin mit Euphorie die Stange gehalten. Geiler Auftritt, vielen Dank!

Das Gerücht von ungepflegten Festivalbesuchern
ist natürlich an den Haaren herbeigezogen, wie
diese gründlich-schmerzhafte Bierrasur bewies
Damit wäre genug gelobt worden, die nächsten Acts konnten nicht ansatzweise mithalten. Da wären zum einem Die Apokalyptischen Reiter, welchen ich recht zwiegespalten gegenüber stehe. Sie haben ein paar gute Songs welche mir recht gut gefallen, ansonsten lässt mich deren Musik relativ kalt. Kombiniert mit dem generierten Hype zog das natürlich hauptsächlich die Art Publikum an, welchem ich am liebstem aus dem Weg geh. Eine arme Frau dürfte noch auf einem Schlauchboot sitzen und T-Shirts verteilend und sich von der lüsternen Meute crowdsurfen lassen. Mir war das ganze etwas zu dämlich, daher sah ich mir das während dem Essen aus der Ferne an. Qualitativ nicht wirklich zwingend…

Behemoth waren für mich auch nicht mehr sonderlich interessant, da wir uns ewig weit vorkämpfen hätten müssen um irgendwo mitten im Getümmel stehend nichts zu sehen. Auch hier stellte der distanzierte Blick fest. Gut, aber im Endeffekt genau die gleiche Show wie eine Woche zuvor. Und so viele Schippen hätten diese gar nicht nachlegen können um aus der Ferne noch besser zu sein als bei der geilen Show auf dem Party.San in der Nähe. Als erneut gesehen notiert, aber den für mich besseren Auftritt stets im Hinterkopf gehabt.

Auf die nächste Band hatte ich mich ebenfalls sehr gefreut, da ich Eluveitie doch oft und gerne höre, bislang aber noch nicht live gesehen habe. Sicht war soweit in Ordnung, klanglich konnte dies ebenso überzeugen … ABER(!!) … es war nur noch nervend. Alle 30 Sekunden kam von hinten ein beschissener Crowdsurfer an und das kotzt mich nur noch an. Von „einmal gemacht haben müssen, weil geil“ kann nicht im Geringsten die Rede sein, wenn Mister Unbekannt das dritte Mal in kürzester Zeit über einen hinwegtrampelt. Von Konzertgenuss kann ebenfalls nicht die Rede sein, wenn andauernd jemand auf einen niederzufallen droht und sich durch harte Stiefel Schläge gegen den Kopf ankündigt. Das hat trotz Vorsicht mich, als auch meine Freundin getroffen der zudem dabei noch ein Shirt kaputt ging.
Als dann noch das penetrante Gemoshe losging war das Fass voll. Wir standen inmitten einer Gruppe kleinerer Menschen, darunter auch viele Frauen und genau dort musste Vollgas reingestürmt werden. Arschlöcher! (Und ihr Penner habt mir mein Ragnarök 2012 Bändchen abgerissen!!)

Wir zogen daher verfrüht ab, weil es einfach keinen Spaß mehr machte. Primär gehe ich auf ein Konzert wegen der Musik und nicht weil ich mich permanent Prügeln will. Dafür reicht ein kostenloser Hinterhof auch. Das Crowdsurfen und Moshen dazu gehört schön und gut, aber es muss irgendwann auch mal Schluss sein. Was vollkommen fehlt ist a) Rücksicht und b) Maß. Würde dies mal kurz passieren würde ich mich ja gar nicht aufregen, aber wirklich die ganze Zeit… geht gar nicht!

Nach einer kurzen Zeit ging es zu Ghost Brigade ins Zelt, von denen ich letzte Woche ob des Sounds bitter enttäuscht wurde. Dieser stimmte diesmal, trotzdem fand ich das Ganze ernüchternd, da hier zu 100% die gleiche Setlist in der gleichen Reihenfolge gespielt wurde. Ein klein wenig Variation hab ich schon erwartet, aber Fehlanzeige. Der Auftritt war nicht wirklich schlecht, zerbrach aber an der immensen Erwartungshaltung meinerseits. Den wahnsinnig guten Gig drei Jahre zuvor am gleichen Ort werden sie wahrscheinlich nicht mehr toppen können, werden von mir aber genau an diesem gemessen.

Sucht mal hier einen Orientierungspunkt. Viel Spaß...
Damit sind Ghost Brigade nicht allein konfrontiert. Ich hab in recht kurzer Zeit erstaunlich viel davon live gesehen, was ich auch privat am liebsten hör. Wenn ich bei last.fm meine Top20 Charts anschaue, habe ich 13 Bands davon schon live gesehen, die 14te ist demnächst möglich. Das heißt ich hab fast alles für mich relevante schon gesehen und es läuft lediglich auf Wiederholungen hinaus, welche großartige und einzigartige Momente insofern relativieren, dass sie oft nicht mehr in dieser Einzigartigkeit und subjektiven Qualität erreicht werden. Das macht sie zwar zum Einem zu etwas sehr besonderen, zum Anderen schmälert es aber den Spaß an der Wiederholung, da es durch die nostalgische Überhöhung des Vergangenen dem Gegenwärtigen unnötig und unmöglich schwer macht.

Bevor ich mich jetzt aber vollkommen in philosophischen Gedanken verliere eine Band – Deathstars. Auch diese Band spielte 2009 schon, wurde von mir aber verpasst und diesmal nachgeholt. Und was soll ich sagen, die Band groovt ordentlich und bot eine ausgezeichnete Show. Die bunte Mischung aus Industrial und Gothicmetal mit einer leicht an Marilyn Manson erinnernden Attitüde funktionierte wunderbar und besaß eine erfrischende Eigenständigkeit. Vor allem der Bassist überraschte mich positiv mit seinem Gesang, der um ein vielfaches mächtiger und böser klang, als ich es von den Liedern gewohnt war. Ein wahrlich gelungener Auftritt der mir viel Freude bereitete.

Zwischendurch hatten wir durch einen simulierten Ohnmachts- oder Schlafanfall eine kleine Gruppe lustiger Menschen angelockt und nachdem ich mehrfach erfolgreich „Besitzansprüche“ *g* klar stellen musste, wurden wir zunehmend vom mysteriösen Absperrband umzingelt, welches ständig aus dem Nichts auftauchte und uns vertreiben wollte.

Da wir uns dann doch nicht mit der Security anlegen wollten, strandeten wir erst am teuren Zapfhahn und schließlich im Zelt wo Farsot auf der Bühne standen. Und keine Ahnung was für unterschwellige Töne die in petto haben, jedes Mal wenn ich Farsot sehe, habe ich danach keine Ahnung was und wie genau das überhaupt war. Alkoholische Einflüsse schließe ich diesmal sogar vehement aus, denn für eine ordentliche Basis war mir das Bier mit 3,30€ für 0,4 Liter zu teuer und „N“ zu weit weg! Was ich weiß ist, dass mir der Auftritt gefiel – detaillierte Bemerkungen kann ich dazu warum auch immer, aber nicht abgeben. Die Frage „war’s er?“ konnte auch nicht eindeutig geklärt werden - am Party.San wollte mir ein möglicher Bärenaufbinder weiß machen, dass er nächste Woche bei Farsot auf der Bühne steht. Da seine Freundin bei Cannibal Corpse singt, hatte ich ihm das gutgläubig geglaubt… warum auch nicht?


Was danach folgte ist die inoffizielle Fortsetzung von Homers Odyssee und wurde als „der geheime Weg“ bekannt. Bei einer wahrlich kühlen (12°) und schrecklich nebeligen Nacht, irrten wir eine geschlagene dreiviertel Stunde im Kreis umher, auf der Suche nach unserem Zelt. Fixpunkte konnten dank dem Nebel nicht wirklich erkannt werden, eine deutlich schwächere Beleuchtung bei den abgeschobenen Plätzen tat ihr übriges dazu. Die Bezeichnung „der geheime Weg“ beruht dabei darauf, dass der Weg wirklich kompliziert war. Von der geteerten Straße aus, musste an der richtigen Stelle auf eine halb ausgetrampelte Wiesengasse gewechselt werden, von der man irgendwann einfach links abzweigen musste, da sich dort weitere, garantiert nicht ordnungsgemäße Zwischengassen auftaten, an deren Ende sich unser Ziel befand. Und genau dieser letzte Wechsel war nicht immer einleuchtend, da absolut willkürlich und gar nicht eben, sondern recht abgesenkt. Wir verirrten uns daher noch mehre Nächte und auch tagsüber, nannten es aber entschuldigend immer einfach „den geheimen Weg“.



Die ersten beiden Bilder sind der offiziellen Summer Breeze Homepage entnommen. Rest wie gewohnt selbst geschossen.