Im Eilverfahren hörte ich dieses Album mehrmals am Stück an, für das bevorstehende, inzwischen hinter mir liegende und ausnahmsweise sogar schon "längst" rezensierte Konzert von Agalloch (nachzulesen hier: Agalloch – 19ter August 2015 @ Nachtleben, Frankfurt ) wollte ich zumindest insofern vorbereitet sein, als dass ich die neueren Songs nicht komplett als neu empfinde, sollte der Schwerpunkt der Songs ja vermeintlich auch auf dem letzten Album liegen.
Bei der außergewöhnlichen und absolut eigenständigen Kombo aus Übersee, welche gekonnt Doom, Black Metal und Folk vermengen - schien mir auch der Blick in die Lyrics als lohnenswert. Hier konnte ich aber überraschend wenig damit anfangen. Dieser orbital angehauchte Touch verstörte mich total und bot mir keinerlei, inhaltliche Andockfläche - auch wenn dies nur ein sehr oberflächlicher Eindruck sein könnte, denn vertieft habe ich mich darin leider nicht weiters. Klanglich spiegelt es die inhaltlichen Befürchtungen zum Glück nicht wieder, aber trotzdem war ich innerlich schon etwas distanziert, das Album mir ein wenig entrückt.
Für mich steht und fällt das Image der Band allein mit dem großartigen "Ashes Against The Grain" - für mich auch der Einstieg in die Band Diskographie. Klanglich absolut herausstechend, nicht nur allein wegem dem prägnanten "Limbs" als Opener, vermittelt es vor meinen Augen sofort zahlreiche, intensive Bilder - überwiegend aus der Natur, zwar hie und da verschwommen, dennoch greifbar. Kein Zufall, dass dieses Album auf Dauerschleife lief, als ich eines meiner, in meinen Augen besten Werke schrieb. (Ich drifte ab, ich merke es, aber ist ja bald Weihnachten )
Im Netz hab ich gelesen, dass das Album gerne mit "The Mantle" verglichen wird, finde ich zwar nicht direkt - auch wenn ich mir dort ebenso schwer tue, da spontan einen hervorstechenden Song zu bennen. Beim direkten Vorgänger, "Marrow Of The Spirit" war es zweifelslos der Übersong "Black Lake Nidstang" welche die schwarz-metallische Verfärbung mit einem fast schon dem DSBM-Lehrbuch entsprungenen Schrei krönt.
Hier bin ich mir noch nicht so sicher, klar ist - "Dark Matter Gods" hat das gewisse Etwas auf dieser Scheibe, was Melodie, Dramaturgie und Gestaltung anbelangt. Und auch das Album ist garantiert nicht schlecht, aber noch zieht mich nicht alles mit. Ich bin optimistisch, dass sich da noch Spielräume für auftun, vom ersten Höreindruck bin ich auf jeden Fall schon Meilen entfernt, a) weil ich es mehrmals hören wollte, weil es dennoch einen qualitativ guten Sog in sich birgt b) nun leider auch schon ein wenig Zeit ins Land geflossen ist. Daher auch, mal eine etwas wirklich ausführlichere Version, welche der ursprünglichen Intention dieser Kategorie zwar etwas enteilt, aber gerne unter der Rubrik "Überstunden" verbucht werden dürfen.
4 Blitze mit Option auf mehr; aber dann in dieser Rubrik auch kaum Sinn mehr machend, das wäre was für das abschließende Review. ;)
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Donnerstag, 22. Oktober 2015
Montag, 24. August 2015
Agalloch – 19ter August 2015 @ Nachtleben, Frankfurt
Diesmal mit Freundin im Gepäck, erfolgte zuerst die
obligatorische Stippvisite bei meinen alten Arbeitskollegen, anschließend
trafen wir ins Nachtleben ein welches wie befürchtet, natürlich wieder gut
gefüllt war. Die erste Band Crown
spielte bereits, die Menschen standen schon bis zur Tür aber da hie und da
Lücken auszuspähen waren, schlängelten wir uns einen Weg hinein in die gute,
warme Stube. Und ich war wahnsinnig froh, dass wir nicht draußen schon 40°
hatten sondern einen verhältnismäßig milden Abend erwischt hatten.
Die Band spielte grob gefasst Sludge, hatte einige markante,
doomige Parts und vor allem leider chronisch zu viel Bass und vergeudetes
Potential. Damit wir uns nicht falsch verstehen, die Band war im Prinzip gut,
hie und da auftretende Soundprobleme sollte auch noch Agalloch haben und
sollten auch nicht zwingend auf die Qualität der Band rückschließen – aber den
zelebrierten, musikalischen Coitus Interruptus müssen sie sich zwangsläufig auf
die eigene Fahne schreiben lassen. Dieser deutete sich mehrfach insofern an,
dass natürlich quälend langsam, was im Genre, in dem sie sich bewegen natürlich
legitim – sich Soundlandschaften und Atmosphären aufbauen, welche eine in sich
gebundene Spannung tragen, die darauf warten, irgendwann mit einem mehr oder
minder effektiven Knall freigelassen zu werden. Und meist, oft bevor der Moment
kam, in dem ich innerlich „ja jetzt“ schrie, war das Lied urplötzlich vorbei
und meine Vorfreude verpuffte im luftleeren Raum. In meinen Augen ist dies ein
leider nur mäßiges Songwriting, wenn die Lieder keinen wirklichen Abschluss
haben und meist Knall auf Fall enden, ohne das gezeigt zu haben, was
erwartungsvoll angedeutet wurde, was hätte kommen können. Und das hat meinen Eindruck
von der Band leider doch sehr getrübt, denn prinzipiell war es ja gut, stark
angefangen, mitreißend und gut, aber leider selten nur zu Ende gedacht.
In der Umbaupause nutzten wir die Gunst der Stunde und
sicherten uns gleich die Plätze ganz vorne, denn nun wurde das Gedränge
zumindest bei uns natürlich ein wenig enger. Und diese zog sich dann doch ein
wenig lange. Als Agalloch dann auf
die Bühne kamen, zündeten sie erst verschiedene Kerzen an und räucherten den
ganzen Raum ein, für mich roch das irgendwie nach Weihrauch, egal. Und ich muss sagen der Sound gefiel mir hier sehr
gut, damals auf dem Ragnarök konnte ich mich durch die Personen um uns herum
kaum auf den Sound konzentrieren, in Stuttgart klang er irgendwie wesentlich
elektronischer – hier hatte er aber durchaus einen ähnlichen Klang, wie auch
von den verschiedenen Alben bekannt. Die Setlist reichte von Liedern der neuen
Platte bis hin zu wesentlich älteren Stücken, von meiner Lieblingsscheibe „Ashes
Against The Grain“ waren auch ein paar vertreten. Sicht war top, das Publikum
zum Glück auch gut und dem Sound angemessen, sprich keine Hüpfparaden und
Moshpits wie damals bei Sólstafir. Und unsere einzige Sorge war, welche Bahn
verdammt nehmen wir heim und es sei so viel verraten, es wurde die letztmögliche
spät in der Nacht, was doch für die Qualität der Band spricht.
Gegen Ende wurde der Gitarrist zur rechten Seite, genau dort
davor standen wir – immer wahnsinniger und zum Schluss zerfetzte ein irres und
wirres Gitarreninferno mit sadistischen Klängen endgültig meine Ohren. So kann
man die Bedeutung des Wortes „nachhallen“ natürlich auch interpretieren.
Am Schluss trafen wir Micha, der irgendwo unter den ganzen
Menschen leider vorab nicht auszumachen war und es stellte sich die Frage, wie
zur Hölle wird Agalloch eigentlich ausgesprochen? So wie Loch? Auf der anderen Seite
sind es doch Amerikaner. Vielleicht Log? Oder Loj?
GOSSIP-Meldung des Tages: Hat der Sänger inzwischen
eigentlich zugenommen? Meine Freundin meinte nein, ich dachte schon, dass er
2012 dünner war.
Doch ein gelungenes Konzert, welches die gerade mal knapp
über 3 Stunden Schlaf anschließend wert war. Gerne wieder.
Setlist laut setlist.fm: Quelle
The Astral Dialogue
Vales Beyond Dimension
Limbs
Ghosts of the Midwinter Fires
Dark Matter Gods
Of Stone, Wind, and Pillor
Hallways of Enchanted Ebony
...and the Great Cold Death of the Earth
Into the Painted Grey
Encore:
Falling Snow
Plateau of the Ages
Weiteres Review eines befreundeten Blogs: http://www.rockstage-riot-rheinmain.de/agalloch.html
Setlist laut setlist.fm: Quelle
The Astral Dialogue
Vales Beyond Dimension
Limbs
Ghosts of the Midwinter Fires
Dark Matter Gods
Of Stone, Wind, and Pillor
Hallways of Enchanted Ebony
...and the Great Cold Death of the Earth
Into the Painted Grey
Encore:
Falling Snow
Plateau of the Ages
Weiteres Review eines befreundeten Blogs: http://www.rockstage-riot-rheinmain.de/agalloch.html
Dienstag, 15. Juli 2014
# Playlist - Die 6 Monate-Monster-Ausgabe
Nachdem die Nachfrage danach bestand, laut Votes ein eindeutiger 2:0 Sieg - dann schmierte die Umfrage ab und dann stand es 1:0; es aber unsinnig ist - jetzt rückwirkend durchschnittlich 25,8 Wochen nach zu reichen, bediene ich mich einfach der last.fm 6 Monatscharts - welche auch schon mal einen Ausblick geben, wie sich die Jahrescharts zur Hälfte zusammensetzen. (by the way - die Jahrescharts 2013 stehen zur Bearbeitung auch noch aus, damn it) Ich nehm daher diesmal die Top50 in Augenschein was sich durchaus lohnen könnte/sollte, da ich doch einiges neues entdeckt und gehört habe, wovon vieles es wert ist vllt. mal Probe zu hören.
Nachdem die ersten beiden Plätzen die üblichen Verdächtigen belegen rangieren die Darmstädter um Disbelief auf dem 3ten Platz. Melodischer Death Metal, welcher aber eher Richtung Sludge denn Götteburger Schule und dergleichen geht. Auslöser ist das Album "Protected Hell" in welches ich erst vor kurzem reinhörte und was dann doch noch um einiges wachsen konnte, nachdem der Ersteindruck fälschlicherweise etwas ernüchternd war.
Agalloch räume ich mehr als genug Potential ein den Platz bis zum Jahresende mindestens zu halten, bislang kam nur "The Mantle" neu dazu, darüber hinaus bekam ich erst vor kurzem das neue Album auch noch geschenkt, ebenso werde ich ich bis Ende des Jahres noch ein Album von Amorphis neu entdecken. Getan habe ich dies bereits schon bei SuidAkrA - ansprechende Mischung aus Melodeath und Pagangedudel.
Aber warum immer mit den ollen Kamellen aufhalten, wenn man mit Wisdom of Crowds zum Beispiel ein kogeniales Album von Katatonia Sänger Jonas Renske und Bruce Soord einen Blitzstart hinlegt. Letzteren kannte ich noch nicht, aber das tut auch nicht weiter zur Sache. Geboten wird sowohl progressiv als auch elektronisch angehauchter Rock mit dem gewissen Etwas an Stimmung und Atmosphäre, sowie Ohrwurmtauglichkeit. Riesending, austesten!
Selbiges gilt selbstverständlich für Okta Louge, ebenfalls eine Darmstädter Band welche sich dem progressiven/psychadelischen Rock verschrieben hat. Wer auf Pink Floyd steht, kann hier praktisch gar nichts falsch machen und dennoch besitzen die sympathischen Jungs genug Charme und Talent um daraus was eigenes zu kreieren.
Ebenfalls neu ist My Own Victim - handelsüblicher Hardcore der hörbar, nicht aber unbedingt herausragend ist. Those Who Bring the Torture brettern dann knallhart in der Schnittmenge aus Brutal Death Metal und Grindcore, gefallen mir überraschenderweise aber außerordentlich gut. Richtige Mischung aus perversen Geknüppel und meinem vielgepriesenem fvcking Groove...
Im Gegensatz dazu läuft Tove Lo regulär im Radio und hatte mich sofort gepackt, sodass ich zum ersten(!!) Mal 5 Tacken für einen Download bereit war auszugeben, da eine CD nicht wirklich auf die schnelle, wenn denn überhaupt organisierbar war. Das Lied "Habits" killt mich einfach und müsste Lied des Jahres werden, meine persönliche Nemesis einfach... kex kuhl ist dann noch ein VBT-Rapper dessen EP ich mir für umme runterladen kannte, paar Lieder haben echt gute Vergleiche, ist hörbar - ja.
The Agonist führt die zweite Hälfte des Rankings an, hach - leider nur sehr durchwachsenes Album mit Licht sowie Schatten, live war definitiv besser!
Civilization One sind dann eine Trierer Power/Heavy-Metal Band mit erstaunlich viel Wumms und einem guten, eigenständigen Sänger. Bis auf die zwei überflüssigen Bonussongs auch hier das gehörte Album stimmig und gut.
Pilz ist dann schon wieder ein VBT-Rapper, allerdings weiblich und extrem krass drauf. Die meisten störten sich an der Stimme, ja die ist hoch und quietscht ein wenig - aber der Flow ist gut, Texte sitzen und sind einfach so badass böse wie man es eben nicht von einer Frau gedacht hätte. Pilz tötet Rapper und hat dabei ihre eigene konkurrenzlose Nische gefunden, geb ich mir echt gern.
Mit diesem hoffentlich abwechlungsreichen Einblick und ein paar neuen, vielleicht noch gar nicht so bekannten Namen verabschiede ich mich für heute und hoffe demnächst regelmäßig durchzustarten was die Playlist angeht, solange sie noch was hergibt.
Brauch wohl bald eine Übersicht welche Band ich wie oft schon in den Fokus gerückt habe. Will ja auch was neues bieten können... ;)
Nachdem die ersten beiden Plätzen die üblichen Verdächtigen belegen rangieren die Darmstädter um Disbelief auf dem 3ten Platz. Melodischer Death Metal, welcher aber eher Richtung Sludge denn Götteburger Schule und dergleichen geht. Auslöser ist das Album "Protected Hell" in welches ich erst vor kurzem reinhörte und was dann doch noch um einiges wachsen konnte, nachdem der Ersteindruck fälschlicherweise etwas ernüchternd war.
Agalloch räume ich mehr als genug Potential ein den Platz bis zum Jahresende mindestens zu halten, bislang kam nur "The Mantle" neu dazu, darüber hinaus bekam ich erst vor kurzem das neue Album auch noch geschenkt, ebenso werde ich ich bis Ende des Jahres noch ein Album von Amorphis neu entdecken. Getan habe ich dies bereits schon bei SuidAkrA - ansprechende Mischung aus Melodeath und Pagangedudel.
Aber warum immer mit den ollen Kamellen aufhalten, wenn man mit Wisdom of Crowds zum Beispiel ein kogeniales Album von Katatonia Sänger Jonas Renske und Bruce Soord einen Blitzstart hinlegt. Letzteren kannte ich noch nicht, aber das tut auch nicht weiter zur Sache. Geboten wird sowohl progressiv als auch elektronisch angehauchter Rock mit dem gewissen Etwas an Stimmung und Atmosphäre, sowie Ohrwurmtauglichkeit. Riesending, austesten!
Selbiges gilt selbstverständlich für Okta Louge, ebenfalls eine Darmstädter Band welche sich dem progressiven/psychadelischen Rock verschrieben hat. Wer auf Pink Floyd steht, kann hier praktisch gar nichts falsch machen und dennoch besitzen die sympathischen Jungs genug Charme und Talent um daraus was eigenes zu kreieren.
Ebenfalls neu ist My Own Victim - handelsüblicher Hardcore der hörbar, nicht aber unbedingt herausragend ist. Those Who Bring the Torture brettern dann knallhart in der Schnittmenge aus Brutal Death Metal und Grindcore, gefallen mir überraschenderweise aber außerordentlich gut. Richtige Mischung aus perversen Geknüppel und meinem vielgepriesenem fvcking Groove...
Im Gegensatz dazu läuft Tove Lo regulär im Radio und hatte mich sofort gepackt, sodass ich zum ersten(!!) Mal 5 Tacken für einen Download bereit war auszugeben, da eine CD nicht wirklich auf die schnelle, wenn denn überhaupt organisierbar war. Das Lied "Habits" killt mich einfach und müsste Lied des Jahres werden, meine persönliche Nemesis einfach... kex kuhl ist dann noch ein VBT-Rapper dessen EP ich mir für umme runterladen kannte, paar Lieder haben echt gute Vergleiche, ist hörbar - ja.
The Agonist führt die zweite Hälfte des Rankings an, hach - leider nur sehr durchwachsenes Album mit Licht sowie Schatten, live war definitiv besser!
Civilization One sind dann eine Trierer Power/Heavy-Metal Band mit erstaunlich viel Wumms und einem guten, eigenständigen Sänger. Bis auf die zwei überflüssigen Bonussongs auch hier das gehörte Album stimmig und gut.
Pilz ist dann schon wieder ein VBT-Rapper, allerdings weiblich und extrem krass drauf. Die meisten störten sich an der Stimme, ja die ist hoch und quietscht ein wenig - aber der Flow ist gut, Texte sitzen und sind einfach so badass böse wie man es eben nicht von einer Frau gedacht hätte. Pilz tötet Rapper und hat dabei ihre eigene konkurrenzlose Nische gefunden, geb ich mir echt gern.
Mit diesem hoffentlich abwechlungsreichen Einblick und ein paar neuen, vielleicht noch gar nicht so bekannten Namen verabschiede ich mich für heute und hoffe demnächst regelmäßig durchzustarten was die Playlist angeht, solange sie noch was hergibt.
Brauch wohl bald eine Übersicht welche Band ich wie oft schon in den Fokus gerückt habe. Will ja auch was neues bieten können... ;)
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Wisdom of Crowds
Freitag, 8. November 2013
# Playlist - Woche 44''13'''
Kalenderwoche 44:
1. Iced Earth 21
2. Katatonia 16
3. Cryptic Wintermoon 13
4. Agalloch 11
4. Swallow the Sun 11
6. AtomA 10
7. Moonspell 9
7. Draconian 9
9. In Flames 6
9. Insomnium 6
9. Ektomorf 6
9. Isole 6
9. Agrypnie 6
Vorne weg wieder meine beiden Lieblingsbands, welche sich dieses Jahr ein verdammt enges Kopf an Kopf Rennen um den ersten Platz der jährlichen last.fm Charts liefern. Auf der drei mit Cryptic Wintermoon der Newcomer des Aprils, eine deutsche Black Metal Band welche man sich eigentlich immer geben kann.
Agalloch gehört defintiv auch zu den wichtigen Bands (Platz 20) und war für mich früher unverzichtbar beim Zeitung austragen, Gedichte schreiben oder sonstigem winterlichen Sinnieren. Eine wunderbare Mischung aus Doom, Folk und Black Metal. Atmosphärsch praktisch unschlagbar und definitiv Musik für die kalte Jahreszeit und diese, man hört es munkeln - steht praktisch vor der Tür.
Swallow the Sun musste nach dem wirklich überraschend tollen Konzert natürlich noch mal nachgehört werden.
Moonspell ist auch eine erwähnenswerte, portugiesische Band (Platz 13), ebenso die deutsche Black Metal Band Agrypnie (Platz 11) welche ich hier schon anhand eines CD Reviews vorstellte, was nach wie vor die Spitzenposition inne hält. Vielleicht verlier ich ein ander mal mehr Worte darüber.
Hervorsticht aber auf jeden Fall Isole. Zwar dürfte den klassischen Doomern zu Gute kommen, dass ingesamt nicht so viele Titel gehört wurden, normalerweise teilen sie das Schicksal vieler Doom Bands mit wenigen und dafür langen Songtiteln, aber heuer hat es zumindest in die erweiterte Top10 gereicht. Mit einem Minium an bzw. gar keinen Growls sondern prägnantem Klargesang schafft es die Band zu überzeugen und dabei interessante Lieder zu komponieren, denn mit Monotonie zu langweilen.
Neben Agalloch mal mein Spontantipp der Woche für geneigte Zuhörer.
| Einzigartige Künstler: | 281 |
| Gesamte Titel: | 579 |
| Insgesamt gespielt: | 617 |
1. Iced Earth 21
2. Katatonia 16
3. Cryptic Wintermoon 13
4. Agalloch 11
4. Swallow the Sun 11
6. AtomA 10
7. Moonspell 9
7. Draconian 9
9. In Flames 6
9. Insomnium 6
9. Ektomorf 6
9. Isole 6
9. Agrypnie 6
Vorne weg wieder meine beiden Lieblingsbands, welche sich dieses Jahr ein verdammt enges Kopf an Kopf Rennen um den ersten Platz der jährlichen last.fm Charts liefern. Auf der drei mit Cryptic Wintermoon der Newcomer des Aprils, eine deutsche Black Metal Band welche man sich eigentlich immer geben kann.
Agalloch gehört defintiv auch zu den wichtigen Bands (Platz 20) und war für mich früher unverzichtbar beim Zeitung austragen, Gedichte schreiben oder sonstigem winterlichen Sinnieren. Eine wunderbare Mischung aus Doom, Folk und Black Metal. Atmosphärsch praktisch unschlagbar und definitiv Musik für die kalte Jahreszeit und diese, man hört es munkeln - steht praktisch vor der Tür.
Swallow the Sun musste nach dem wirklich überraschend tollen Konzert natürlich noch mal nachgehört werden.
Moonspell ist auch eine erwähnenswerte, portugiesische Band (Platz 13), ebenso die deutsche Black Metal Band Agrypnie (Platz 11) welche ich hier schon anhand eines CD Reviews vorstellte, was nach wie vor die Spitzenposition inne hält. Vielleicht verlier ich ein ander mal mehr Worte darüber.
Hervorsticht aber auf jeden Fall Isole. Zwar dürfte den klassischen Doomern zu Gute kommen, dass ingesamt nicht so viele Titel gehört wurden, normalerweise teilen sie das Schicksal vieler Doom Bands mit wenigen und dafür langen Songtiteln, aber heuer hat es zumindest in die erweiterte Top10 gereicht. Mit einem Minium an bzw. gar keinen Growls sondern prägnantem Klargesang schafft es die Band zu überzeugen und dabei interessante Lieder zu komponieren, denn mit Monotonie zu langweilen.
Neben Agalloch mal mein Spontantipp der Woche für geneigte Zuhörer.
Sonntag, 5. Mai 2013
Agalloch – 30ter April 2013 @ Club Zentral Stuttgart
Die Vorgeschichte ist hektisch, waren doch
die Karten für Agalloch stark limitiert, auf süße 250 Stück. Eigentlich war die
Veranstaltung praktisch schon ausverkauft, aber über den S-C-R Shop konnten
noch gerade so zwei Tickets geordert werden. Stuttgart war jetzt nicht wirklich
um die Ecke, leider aber die nächste Veranstaltung der stattfindenden Tour.
Frankfurt wie so oft und warum auch immer, mal wieder außen vor. Karten waren
also schon Monate zuvor gesichert, einzig der Dienstag war noch problematisch.
Musste ich mir halt frei nehmen…
Kurze Zeit später wurde ein weiterer Termin
bestätigt. Karlsruhe und Montag, ein Tag an dem ich abends eh frei hätte. Das
Problem: personalisierte E-Tickets standen dem Tausch via Weiterverkauf und Co
im Weg. Scheiße, wäre auch finanziell und zeitlich angenehmer gewesen, da das
Mietauto pro Kilometer doch ordentlich Geld frisst.
Aber das „Drama“ nahm natürlich erst noch
richtig seinen Lauf. Ich bekam frei und wir konnten auch fast pünktlich
losfahren, allerdings unterliefen uns da schon mal zwei Fehler:
a) waren unsere Handys/Navis, wenn dann nur
halb aufgeladen was sich später beinahe noch rächte
b) hatten wir nicht bedacht, dass am nächsten
Tag Feiertag ist und war und folglich halb Deutschland mit dem Auto quer durch
die Republik tuckern musste. Kombiniert mit Regen und dem leider weit
verbreitetem Unvermögen was die Beherrschung eines vierräderigen Gefährts
angeht, hatte dies zur Folge, dass die Staumelder Amok liefen.
Den Stau auf der A5 konnten wir umfahren
indem wir die A61 benutzen, aber auch hier teilweise schon stockend. Die A6 war
da noch problematischer und direkt vor Heilbronn liefen wir auf einen 6km
langen Stau auf, konnten aber gerade so mit viel Geduld noch die Abfahrt
erwischen. Währenddessen meldete das Radio auf der Gegenseite 14km Stau und auf
der A81 ebenfalls zwei Unfälle. Über diverse Landstraßen und Dörfer konnten wir
da aber das meiste umfahren und bis wir auf A81 waren, waren auch die Unfälle
beseitigt oder eben umfahren.
Und jetzt kam eben noch meine Lieblingsstadt
Stuttgart! Ich hasse die dortige Straßenführung. Großstäde sind für mich per se
kein Problem, aber mit Stuttgart hab ich es warum auch immer überhaupt nicht
und natürlich fällt dort dann auch noch jedes Mal das Navi aus bzw. gibt
ungenaue und widersprüchliche Angaben. Die Ecke wo der Club Zentral liegt, war
mir ebenso noch vollkommen fremd. Scheinbar sind dort etliche andere Clubs
ringsum angesiedelt, die Parkplatzsuche war folglich auch noch eine Etappe für
sich.
Damit sind also schon die Highlights der
Vorband Fen erzählt. Sprich wir
haben sie leider vollkommen verpasst, länger als 45 Minuten konnten sie aber
auch nicht gespielt haben.
Die erste Barriere gab es schon gleich am Eingang,
eine unglaubliche Hitze schlug einem sofort entgegen und wurde nicht besser je
näher man der Bühne kam. Klar der Laden war ratzevoll, total ausverkauft. Aber
im Hoodie und in der Lederjacke, welche ich mir immerhin noch um den Bauch
binden konnte, war es wärmetechnisch nahezu unerträglich warm. Das wurde den
ganzen Abend über nicht besser. Leider, denn es schmälerte doch ein wenig den
Genuss von Agalloch.
Denn diese wussten vollends zu überzeugen!
Die Setlist war stark und beinhaltete, wenn ich mich nicht täusche, auch ein
paar Lieder der EP’s. Zumindest war mir das ein oder andere noch fremd und bis
auf die Debüt Demo kenne ich eigentlich alle Alben. Vinylscheiben hab ich
daheim auch noch zwei rumliegen, aber mangels Plattenspieler eben noch nur liegen.
Auch der Sound saß, er wirkte auf mich zwar
anfangs etwas stark elektronisch was sicherlich eine sehr bescheidene
Beschreibung einer E-Gitarre ist, aber in meinen Augen ein wenig anders
rüberkam als auf den Alben. Weniger gedeckt und spährisch, sondern
kontrastreicher – sich im Laufe des Abends aber gut einfügte und nicht weiters
negativ, was er auch grundsätzlich nicht tat, oder sonstig sonderlich auffiel.
Es hätte der perfekte Gegenpart zum leider
nicht ganz genießbaren Auftritt beim Ragnarök Festival 2012 werden können,
damals aufgrund asozialen „Fanverhalten“ rund um uns herum vermiest. Aber diese
gottverdammte Hitze schaffte es leider immer wieder mich in die Realität zurück
zu holen, womit ich leider nicht vollends in die ausgestrahlte Magie der Lieder
versinken konnte. Schade, denn so wart ich noch weiterhin auf die 1 mit Stern,
der – davon gehe ich aus, die Band mit Leichtigkeit erspielt.
Die Getränkepreise waren in Ordnung,
theoretisch hätte ich mir auch wesentlich mehr zum Drinken gekauft weil ein
ungemeiner Bedarf meinerseits bestand, aber dies wäre leider zu Kosten meines
guten Stehplatzes gegangen. Daher gefühlt dehydrit, das Ganze aber dennoch gut
überlebt.
Freitag, 20. April 2012
Ragnarök Festival 2012 – 13/14ter April @ Stadthalle Lichtenfels
Da meine Perle noch ein paar Vorlesungen besuchen musste,
konnten wir erst am Nachmittag mit dem Leihwagen drauf lostuckern und hatten
hauptsächlich nur ein Ziel: Agalloch
nicht verpassen! Das stärkere Line-up gab es sowieso am Samstag und somit
konnte auf die ersten Bands verzichtet werden.
Die „geschulten“ Verkehrskadetten gaben mir dann schon die
erste Antwort, die ich nicht hören wollte. „Parkplätze sind schon alle voll,
EDEKA Parkplatz kann dieses Jahr nicht geparkt werden, keine Ahnung wo’s noch
was gibt. Irgendwo in der Stadt gibt es ein Parkhaus ansonsten bla…“
Gut mit dem Leihwagen wollte ich sowieso nicht durch den
ganzen Schlamm fahren, aber Parkhaus irgendwo? Mit dem ganzen Gepäck? Zum Glück
gab es neben dem EDEKA Parkplatz noch einen ALDI und LIDL Parkplatz (die ganze
Palette an Schleichwerbung ist jetzt hoffentlich bald durch) und auf letzterem
postierten wir uns.
Da wir es in weißer Voraussicht eventuell etwas frostig im
April finden könnten und absolut kein Geld mehr für ein bonziges Hotel
vorhanden war, hatten wir noch ein Schlafhallenticket gekauft. Die Bilder und
Berichte der letzten Jahre ließen mich zwar erschaudern, aber gut. Auf die
Nachfrage, wie es denn mit den Plätzen in der Halle aussieht und ob auch jeder
garantiert einen Platz bekommt oder ob einfach mal wahllos weiter Tickets
verkauft werden, folgte die zweite nicht unbedingt herbeigesehnte Antwort.
„Keine Ahnung, muss jeder halt für sich selber sorgen.“ – na
dann. Zurück zum Auto, Isomatten und Schlafsäcke geschultert und zurück in der
Halle einen relativ bescheidenen Platz nahe der Tür, mittig im Raum gefunden.
Aber dazu später mehr…
Nach allem hin und her und bli und bla, war es dann in der
Tat schon kurz vor spät und folglich rein in die Halle. Lasset die Spiele
beginnen.
Rabenschrey
dudelten schon belanglos vor sich hin und wir sicherten uns einen 1A Platz in
der zweiten Reihe für Agalloch. „Live“ gesehen ist daher wohl etwas übertrieben
und generell hat es die Vorband der erwarteten Band immer schwer, bzw. ist fast
immer scheiße – aber; wäre ein Hüne vor mir gestanden, hätte ich auch nichts
gesehen und gut waren sie beim besten Willen auch nicht.
Daher warten auf Agalloch
und die rissen sofort sämtliche Härchen auf meinem Arm aus dem Tiefschlaf.
Besser kann man nicht starten und …
ABER!
… und hier könnte ich mich tierisch über die
Rücksichtslosigkeit und Ignoranz etlicher Besucher aufregen. Wir standen
Händchenhaltend und schirmten somit unseren Platz eigentlich recht gut ab, aber
mit welcher Dreistigkeit und Härte sich da unter anderem ein ca. 2 Meter großer
Mann vor uns schiebt ist ohne gleichen. So gut wie jeder kann zumindest locker
über meine Freundin sehen, aber die Arschlöcher stellen sich direkt davor hin!
Diese 40cm mehr Nähe zur Bühne ändert für diesen auf jeden Fall kaum etwas an
der Sicht, umgekehrt schon. Ich sehe da übrigens dann auch nichts mehr, aber
hab zumindest noch Möglichkeiten, anderweitig auf die Bühne zu spähen. Auch ein
permanentes
„Wenn-meine-Haare-sowieso-schon-überragend-lange-sind-dann-hau-ich-sie-auch-jedes-mal-beim-Bangen-extra-weit-nach-hinten“
kotzte nur noch an. Hätte ich mich nur halb so intensiv mit dem Kopf bewegt,
wären wir alle 5 Sekunden übel zusammengekracht. Auch toll sind die Leute,
welche sich nach ganz vorne hinstellen und dann offensichtlich keine Lust auf
das Konzert haben.
Und diese Veranstaltung ist bei weitem nicht so groß, als
dass man sich zwei Bands vorher anstellen müsste. Wir haben es mehrmals ohne
Drängeln mühelos geschafft, von der zweiten Reihe rüber zur nächsten zweiten
Reihe zu laufen. Stattdessen wird am Stück gelabert und rumgehampelt. Geht
sonst wo hin, aber verpisst euch dann bitte aus der ersten Reihe! Addiert man
noch angezettelte Moshpits (bei Agalloch?!!!!), übertriebenes Dauergedrücke von
Hinten, aufdringliche Pseudolesben mit dem Drang sich an einem zu reiben und
dabei die Finger in fremde Hosentaschen zu stecken; ein NO-GO ohne Ende
(angesichts der Häufigkeit von Diebstählen erst recht!) - und last but not
least. Behinderte Crowdsurfer, welche einem die Stiefel ohne Vorwarnung beinah
in den Nacken klatschen.
Es ist daher wohl kaum verwunderlich, dass ich von der Band
so gut wie gar nichts mitbekommen habe und von Genuss nicht annähernd die Rede
sein kann. Genau aus diesem Grund werde ich auch eine Grundsatzdiskussion
starten, weil mich einiges an der Szene doch ordentlich anfickt!
Agalloch haben sicherlich eine großartige Leistung
abgeliefert, aber leider waren die Umstände beschissen.
Mit den sehr umstrittenen Varg welche für Borknagar
einsprangen ging es weiter und da uns die Idiotendichte auch hier vor der Bühne
zu groß war, ging’s mit einem Bier ab auf die Tribüne. Und was soll ich groß
sagen… - sie waren zwar nicht großartig schlecht oder so, eigentlich war der
Auftritt ganz annehmlich, aber ich kann die Band absolut nicht ab. Vor allem
das inzwischen extrem links gerichtete „Gegen Nazis“ Geseier kauf ich dem Thor
Steinar und Absurd Sympathisant so was von gar nicht ab! Hätten sie Eier in der
Hose, würden sie zu dem stehen was sie denken und meinen. Aber nein, die Labels
und Auftritte und bla… - dafür tu ich doch ganz anders und genau so etwas sind
für mich rückhaltlose Kommerzschlampen. Punkt!
Denn Auftritt taten wir uns daher völlig unüberraschend
nicht ganz an und wir shoppten unsere Geldbeutel leer. Zwei Agalloch Hoodies
und zwei Agalloch Doppel-LP’s + eine Drei LP starke „Box“ sprangen gemeinsam
für uns raus.
Fuck ich brauch jetzt wieder G-E-L-D! Ich hätte mich
wahrscheinlich für alternative Geldverdienste mit den Securitys kurz schließen
sollen, aber dazu später mehr. (Nicht meine Schuld, dass der Text so abartig in
der Länge ausarten muss^^)
Wir verbrachten dann viel Zeit irgendwo und gingen
schlussendlich schlafen, bzw. versuchten es. Können die Penner eigentlich mal
die Klappe halten, wenn Leute in der SCHLAFhalle auch SCHLAFEN möchten?
Die Nacht war auf jeden Fall kurz und hart (die
Billigisomatten hatten absolut keinen Effekt und landeten bei der Abreise auch
verdient im Müll!) und alter mein Rücken!!! Der Besuch bei OBI war unumgänglich
um uns zumindest Kissen zu kaufen…
Da ich unbedingt die zweite Band sehen wollte, waren wir
auch schon wieder früh in der Halle und beobachteten zuerst aus dem Publikum Thurs. Der Auftritt lässt sich am
ehesten mit einer Autofahrt bei Sonnenschein durch eine Allee beschreiben.
Qualitativ so hin und her und im Schnitt gesehen dann doch nur so naja,
belanglos eben. Und kann irgendjemand dem Bassisten(?) mal sagen, er solle
nicht so übertrieben und unpassend abgehen?
Wie dem auch sei, Sycronomica
verfolgten wir von der Tribüne aus und auf diesen Auftritt hatte ich mich
besonders gefreut. Das rührt daher, dass diese auf dem zweiten Konzert meiner
nun schon „langjährigen“ Konzerthistorie absolut zu überzeugen wussten und ich
dies großartig fand. Aber was zur Hölle war das bitte? Erstens war der Sound
dermaßen hundsmiserabel, dass der Tonmischer mitsamt allen Beteiligten mit
leeren Trinkbechern gesteinigt gehört, zum Zweiten fand ich das Songwriting
einfach gruselig wahllos und zusammen gewürfelt. Entweder ich war damals
hackevoll oder einfach nur im falschen Film. Denn das ging mal gar nicht und
sollte sich irgendwann, dass live gedrehte Video für irgendeinen Videoclip zu
irgendeinem Song im Netz wieder finden lassen, stellt euch das Ganze einfach in
abartig schlecht vor. Dieses überdrehte, viel zu laute Quietschen der Gitarre, die
so was von falsch klingenden Clean Vocals, schrecklich – zu Hilfe!
Dementsprechend enttäuscht verließ ich recht schnell die Halle…
…und kam leider viel zu spät zurück. Denn die 1,5 Lieder
welche ich von XIV Dark Centuries
aufschnappte waren sehr, sehr vielversprechend und machten Lust auf mehr. Aber
da war das ganze Spektakel auch schon wieder vorbei und so tangierte ich nur
latent einen wahrscheinlich großartigen Auftritt.
Dafür nahm ich die volle Ladung Wolfchant mit, welche einen mit sympathischen, bayrischen Ansagen
begrüßten. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich groß dazu sagen soll. Der
Auftritt war in meinen Augen absolut gelungen und gehört für mich zu den
positiven Erlebnissen. Er wirft mich nicht vor Großartigkeit aus der Bahn, aber
wenn alle Auftritte zumindest nicht unter dieses Niveau fallen würden, könnte
man in Zukunft auf die Ausfälle ganz verzichten. Ganz gegen Ende störte kurz
das Getrommel von neben an, als Dark
Fortress übermotiviert schon ihren Soundcheck starteten.
Aber sie bekamen ihren Auftritt und ließen die Halle
gefühlte 10° kälter werden. Und für mich war dies, der Auftritt des Tages, des
Festivals schlechthin. Eine Black Metal Band tut sich nicht sonderlich schwer
damit, lächerlich zu wirken, wenn die hochkomplexe Balance aus Boshaftigkeit,
Grimmigkeit, Authentizität, Leistung und Ernsthaftigkeit maßlos aus dem
Gleichgewicht gebracht wird. Selbst blutspuckende Bestien sind zwar nett, aber
mal ehrlich – wer nimmt diese Show für bare Münze?
Und hier hat einfach alles gepasst, das Corpsepainting hat
1A ausgesehen, die Vocals waren abartig böse und mächtig, nichts war aufgesetzt
und das Ganze für mich sogar besser als die Alben. Mit denen hab ich mitunter
Anlaufschwierigkeiten, aber hier hat alles in einem Rutsch gepasst. Sehr, sehr
starker Auftritt!
Fejd waren da
gleich um Welten ruhiger und ihr Auftaktsong namens „Offerrök“ war der Ohrwurm
schlechthin. Ich hab absolut keine Ahnung was die da singen, aber könnte den
ganzen Tag den Refrain mitsingen in dem ich komische, fiktive Wörter bilde. So
war der Auftritt sehr stimmungsvoll, gut gelaunt, freudig und gesellig – aber
dieser permanente Fröhlichkeitszustand war auch zeitgleich seine Schwäche. Es
gab kaum Höhen und Tiefen, die Songs ähnelten sich auf Dauer viel zu sehr und
so macht das Ganze kurzfristig ordentlich Spaß, aber für eine Dauerbeschallung
ist dies viel zu wenig.
Die nächste Band verpassten wir – wahrscheinlich hatten wir
Hunger und stießen bei Skyclad
wieder dazu. Keine Ahnung warum die vom Publikum dermaßen heftig gefeiert
wurden, für mich war das nur ein nervtötendes Geklimper und Rumgegeige. Gefiel
mir absolut gar nicht und wurde daher konsequent umgangen.
Absu schepperte
munter drauf los während wir draußen überteuerte Nudeln aßen und generell wird
es wohl niemanden überraschen, wenn wie üblich das Essen recht billig in der
Qualität und teuer im Preis war.
Gesehen haben wir dann wieder Einherjer und die waren irgendwie recht cool. Das Konzert hatte in
meinen Augen eine recht große Bandbreite, von epischen Gesängen zu mitunter
sehr ungewöhnlichen, kauzigen Vocals. Zwar war nicht alles Gold was glänzte,
aber der Auftritt war im Großen und Ganzen recht stark…
ABER!
… die Band, das Publikum und alle hätten es verdient gehabt,
auch NUR Einherjer zu hören. Keine Ahnung welch egozentrischen Arschlochtripp Moonsorrow geritten haben, mit dem
Soundcheck schon beim zweiten Lied von Einherjer zu starten und konsequent eine
Stunde lang massiv zu stören. Keine Ahnung ob der Tontechniker taub war, aber
ich hätte Moonsorrow eiskalt und so was von den Saft abgedreht. Wir saßen recht
mittig hinten auf der Tribüne und andauernd hörten wir, wie Moonsorrow
dazwischen trommelt und spielt. Das war extrem störend und macht man einfach
nicht.
Folglich hatte ich auch nicht mehr sonderlich viel Lust auf
Moonsorrow, weil sie sich jeglichen positiven Kredit vom Konzert neulich in
Aschaffenburg somit absolut zerstört haben. Denn arroganter Weise brauchte
Moonsorrow dann keinen Soundcheck. Nein! Moonsorrow brauchen keinen Soundcheck.
Moonsorrow lassen die Bühne 10 Minuten lang leer stehen und blenden lieber die
Zuschauer mit den behindert grellen Scheinwerfern. Moonsorrow kommt auf die
Bühne und der Sound sitzt – NICHT! Denn trotz der Unverschämtheit, einer Band
mit dieser Aktion den Auftritt kaputt zu machen, waren die Vocals Anfangs
wesentlich zu leise.
Alles in allem war der Sound um einiges weniger dreckig
sondern epischer als in Aschaffenburg, trotzdem waren sie dort besser und
überhaupt hab ich keine Lust die Band nach so einer Arschlochaktion bezüglich
diesem Abend irgendwie zu loben…
Wir gingen dann recht früh zu Stein und versuchten zu
schlafen, was dank den aufmerksamen und zuvorkommenden Mitfestilanten natürlich
hervorragend funktionierte. Als ob – die Egomanen campten mit Stühlen dort die
ganze Nacht und ach fu einfach…
Zum Glück konnten wir somit aber den Machenschaften der
Security entgehen, welche um 3 Uhr Nachts vom Gelände flogen. Genau, die
Securitys!
Ich persönlich hatte keine Probleme mit den Securitys – sie
waren zwar scheißunhöflich und unfreundlich und skandierten verbal oder durch
Haltung offen, dass sie absolut keine Lust auf dieses Festival hatten und
passten auch optisch 0 dazu, aber okay.
Im Nachhinein erfuhr ich von räuberischer Erpressung,
Beleidigungen, Drohungen, Gewaltanwendungen und sonstiges seitens der
Sicherheitsfirma. Und das äh… geht überhaupt nicht! Das Statement der Firma
dazu ist eine Sauerei allererster Güte, aber immerhin scheint der Veranstalter
da was unternehmen zu wollen. Weil so was kann sicherlich den Spaß verderben.
Alles in allem trotz einiger Tiefen ein gelungener Festival
Auftakt für das Jahr 2012.
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