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Donnerstag, 25. April 2013

Ragnarök 2013 - 5/6ter April @ Stadthalle Lichtenfels



Auf ein Neues! Wieder einmal startet die alljährliche Armbehängung in Lichtenfels, diesmal mit einem ganz schicken Bändchen in schwarz und wie schon 2011 gemächlich und mit Hotel. Besagter Edeka Parkplatz war schon 2012 ein Lidlparkplatz gewesen und heuer ein innerhalb einem Jahr hochgezogenes Gewerbegebiet mit massig Fläche und vielen Einkaufsmöglichkeiten. Da ich zur Zeit 100%-ig abstinent bin, war die Frage des Fahrers auch gleich geklärt und auf unnötige Taxikosten konnte verzichten werden.

Interessant war dieses Jahr auf jeden Fall die neue Sachlage mit den Securitys, nachdem es im letzten Jahr erhebliche Spannungen und strafrechtlich sicherlich nicht unrelevante Vorkommnisse gab.

Die Anreise verzögerte sich ein wenig und wir kamen am Freitag später los als ich es mir ausgemalt hatte, wir verschwendeten aber nicht viel Zeit beim Einchecken und fuhren eben gleich zu den neu geschaffenen Parkplätzen, anstatt uns groß einweisen zu lassen. Erfahrung zahlt sich eben doch aus.

Hier kämpften Wikiniger! Leider hatte sich in diesem
Moment einer verletzt und getreu dem historischen
Vorbild wurde rücksichtsvoll pausiert.

Vor der Halle prügelten sich noch ein paar Wikinger in Rüstungen und wir schneiten schließlich irgendwo mitten bei Ava Inferi in die wohlbekannte Halle. Um nach Drängen meinerseits, selbige schnell auch wieder zu verlassen. Doomig fand ich gehörtes nicht, der Gothic Metal Einschlag empfand ich als nervtötend geträllert, begleitet von einer komischen esoterischen Performance. Schien zwar kurzfristig besser zu werden, war dann aber doch ganz und gar nicht mein Fall – auch wenn ich dieses Untergenre durchaus höre. So interpretiert auf jeden Fall nicht.

Der Weg einer Freiheit sagten mir da schon deutlich mehr zu. Ein Lied war mir neu – musste folglich von der EP stammen, ansonsten wurde bekanntes mehr oder weniger gelungen dargebracht. Der Sampler von „Neubeginn“ war natürlich mal wieder die Achillesferse wie schon beim letzten Male im Steinbruch. Klingt auf der Scheibe definitiv besser. Passabler Einstieg aber mit Potential nach oben. Greift auch bei mir nie wirklich aus dem Stand heraus sofort perfekt, schade.

Praktisch schon abgeschrieben war Fjoergyn nach dem Desaster aus dem Vormonat, eine kleine Chance gewährte ich der Band aber dennoch. Somit konnte ich mich immerhin vergewissern, dass der Sound in Stuttgart vollkommen okay war und die Band sich einfach so schief, schlecht und scheiße anhört. Musste ich passen und schnell entfliehen.

Dafür saß wieder alles bei meiner „Hausband“ Agrypnie wo es sitzen sollte, welche ich nunmehr zum fünften Mal live sah. Zwar haben sie auf mich nicht mehr diese übertrieben magische Wirkung, dennoch ging sowohl die Setlist als auch die Darbietung perfekt auf. Könnte daran liegen, dass „Morgen“ nicht gespielt wurde – aber das habe ich eigentlich schon oft genug live gesehen und die anderen Stücke müssen sich nicht wirklich verstecken. Hatte schon schlechtere Auftritte gesehen, die Erwartungen wurden folglich gänzlich erfüllt und befriedigt.

Bei Dornenreich hatte ich wiederum überhaupt keine Erwartungen, da sie mir einfach zu anstrengend und nichtssagend sind, was ich aber vor die Linse bekam ging so weit in Ordnung, sodass zumindest der Schluss noch brav angeschaut wurde.

Eluveitie
Sicher auf der Tribüne aufgehoben verfolgten wir Eluveitie, welche so diesmal auch mal genossen werden konnten. Auf die Permanentmoshtrottel hatte ich auf jeden Fall keine Lust und konnte ihr übertriebens Treiben sicher aus der Ferne mit Verachtung beobachten. Und manch tatsächliche und wenig überraschende Aktion rechtfertigt genau diese Bezeichnung.
Die Band trat leicht dezimiert auf, eine der beiden Frauen fehlte – was aber nicht wirklich negativ ins Gewicht viel. Musikalisch gesehen war das Ganze abwechslungsreich und eingängig. Ich persönlich mag die Band sehr, auch wenn ich absolut nicht mehr auf dem neusten Stand bin, was ihre Veröffentlichungen angeht. Ihren derzeitigen Erfolg haben die Musiker auf jeden Fall verdient, trotzdem sind sie in meinen Augen schon viel zu groß und Mainstream genug um leider zig Idioten zu ziehen. Das ist schade, denn der Auftritt war geil und die Musik ist toll.

Wo keine Idioten angezogen werden müssen weil schon einer auf der Bühne steht, ist bei den Schweden um Shining der Fall. Kvarforth spuckt und sabbelt mal wieder permanent ins Publikum, welches es mit zig Becherwürfen quittiert. Dazwischen wieder mal unverständliche Beleidigungen gegen wen auch immer, was somit wirkungslos verpufft und zwischendurch noch absolut harmlose Schwulerein mit seinen Bandkollegen in der Erwartung eines schönen Cumshots in die Fresse. Anfangs torkelte noch ein halbnackter und offensichtlich hackedichter Mann über die Bühne der dabei mehrmals auf die Schnauze fiel bevor er von der Security von der Bühne gezogen wurde und warum auch immer dort war. Musik wurde auch noch gespielt, welche an und für sich nicht schlecht war, zumal Kvarforth wirklich überzeugend böse singen und schreien kann; aber die ansonsten sehr peinliche Selbstinszenierung des übertriebenen Soziopathen ließ dies zur hilflosen Stafette verkommen. Eigentlich wartet man nur noch mit voyeuristischer Neugier auf irgendeinen bescheuerten Skandal und bekommt diesen Kindergarten gerecht geliefert. Wie schon beim Summerbreeze wurde sich auch nicht an Spielzeiten gehalten sondern munter überzogen, aber diesmal konnte einfach ein Vorhang vorgeschoben werden und so war dann doch irgendwann Schluss.

Heretoir interessierten dann fast schon niemanden mehr, was an der Uhrzeit liegen könnte oder aber an der nur sehr durchschnittlichen Qualität. Sie waren hörbar – ohne Zweifel, sie gefielen mir sogar – aber wirklich hängen blieb nichts. Somit ging es zum Auto und zum warmen Hotel.

Ei Anno 2013
Pissed, very pissed!!!
Beim Frühstück gab es ein Wiedersehen mit Ei, diesmal in einer leicht angepissteren Variante als vor zwei Jahren. Ansonsten waren dort recht viele Bands versammelt, unter anderem auch Thorsten von Agrypnie/Nocte Obducta – welche ich allerdings alle in Ruhe ließ. Sind schließlich auch nur Menschen und Frühstück ist verdammt noch mal Krieg!!

Es eilte nicht direkt. Nachdem wichtige Deckungskäufe getätigt waren und meine Autorität endlich wieder hergestellt war, begaben wir uns erneut auf die komplizierte Suche nach einem ominösen Zeltcamp irgendwo am Fußballtor. Eine Reise die schon am gestrigen Tag ob der niedlichen und überschaubaren Größe mehrmals schief ging. Vor allem die Annahme, dass dieser unebene und löcherige Platz ein Fußballfeld sein sollte war schon absurd. Gefunden, wurde die typischerweise letzte schlafende Person aus dem Zelt gerissen und der Spaß begann. Nachdem die ersten Erfolge der Dachszucht begutachtet wurden und irgendwann auch das Holz rar wurde, zog die Gruppe mehr oder minder Nüchterner los um den naheliegenden Obi zu plündern. Nach der freudigen Sichtung von süßen Frettchen mussten wir entsetzt feststellen das unser brav draußen gelassener „Habt ihr da ein Haarteil vergessen?“-Dachs entführt wurde.

Nachdem sich die Gruppe beim Rückweg aufteilte landeten wir wieder in der Halle. Riger vernahm ich lediglich akustisch, brav vor der Toilette wartend, dafür aber auch komplett.

Von der Tribüne aus sah zumindest ich dann noch Helrunar und Menhir, so richtig ins Gedächtnis fräßen konnten sie sich aber leider nicht. Helrunar gefielen mir einen Ticken besser, hatte dennoch höhere Erwartungen gehabt. Menhir verließen wir vorzeitig um zu Speisen. Die nachfolgenden Nocte Obducta hatten wir beide schon zweimal live gesehen und Pan würden sie ja sowieso nicht spielen…

Beim Italiener angekommen, stellten wir gleich fest – eine freie Platzwahl gab es nicht wirklich mehr, so wurde uns bei einem halbvollen Tisch Asyl gewährt. Dort herrschte der Kaiser Schieß mich tot und ernannte mich zum Vize-Vize Prinz von Lavendel, was ich ihm mit heimtückischen Mordplänen dankte. Ebenfalls anwesend war noch eine recht junge Grupper Augsburger Rofaanhänger. Namen – mit Verlaub – hab ich inzwischen alle komplett vergessen.

Na wer will mal in den Mund nehmen?
Scheinbar war das Krokodil schon in hunderten...
Als wir das Lokal verließen stellten wir fest, dass Nocte nun endgültig verpasst waren – theoretisch war nur ein kurzer Abstecher geplant gewesen und nach einer Reise zum Auto und zurück, wurden wir an der nächsten Ecke angehalten und zur freien Verköstung irgendwelcher Schnäpse eingeladen. (Wir klingt cooler, aber ich hab nichts getrunken^^)
Dort wurde über die Herstellung von Met und Co gefachsimpelt, Krokodile bewundert und im Schneckentempo Richtung Parkplatz gewandert. Dort stießen wir auf Nord-Rhein-Westfallen, welcher uns auslachte, da Nocte Obducta „Und Pan spielt die Flöte“ doch zumindest angespielt hatten. Verdammte Axt!!! -.-

Die Planung? Solefald waren schon so gut wie fertig, Carpathian Forest würden wir demnächst wieder sehen können, Vreid hatten wir vor kurzem gesehen und Secrets of the Moon zumindest ich. Schlussfolgerung: Campingplatz

An dieser Stelle wäre Platz die Securitys lobend zu erwähnen. Man hat vom letzten Jahr gelernt und diesmal Leute engagiert, die auch etwas mit der Szene anfangen zu wussten und dabei auch höflich blieben. In gewisser Weise, so zumindest mein Gefühl, hatten die Besucher sogar fast(!) Narrenfreiheit. Offenes Feuer eigentlich verboten? Hier vollkommen okay, war aber auch verständlich bei -3° und sogar ganz leichtem Schneefall.

Mehr Respekt durch Hello Kitty!
Der Black Metal hat eine neue Leitkultur...
Das gab dem ganzen sogar ein leichtes Survival-Feeling. Die Holzvorräte waren bald zu Ende, die Lichter der wärmenden Feuer wurden immer weniger. Suchtrupps wurden losgeschickt um Holzscheite zu erbetteln, Kartons zu sammeln, wilde Schlachten um brennbare Gegenstände entstanden. Die Dachszucht half nicht weiter. Es half nichts, Bauzäune wurden ausgehebelt und im Wald halbe Bäume rausgerissen. Einziger Kommentar der Securitys: „Den Zaun stellt ihr aber wieder auf!“ – Kein Problem, der Vorrat war gesichert, weitere Stunden Wärme garantiert. Idioten streichelten den Dachs und wurden gebissen und eine bescheuerte Aktion eines Spasten gab dem Abend leider noch einen Beigeschmack. Ansonsten waren Bands vollends egal, es wurde gecampt, gefrorern und getrunken. Kälte? Scheiß drauf, wir fuhren abends gemütlich heim, genossen die heiße Dusche und das warme, weiche Bett. Pussy? Nö, einmal im Jahr – ist Luxus auch mal drin.

Insgesamt wieder ein gelungenes Festival mit einer wesentlich positiveren Grundstimmung als beim letzten Mal. Die Preise? Keine Ahnung ob sie gestiegen sind, Getränke gingen noch – Pizza und Wurst, zudem total überfettet, waren viel zu teuer. Das muss nicht sein, das nervt mich sogar an. Aber wir hatten zum Glück ja Frühstück und Proviant im Auto. Nächstes Jahr gerne wieder. Ein paar Grad mehr wären aber auch nicht ungelegen.


Grüße gehen an:
Caro, Patrick, Nick, Manuel, Annika, den Kaiser, die Augsburger Rofaleute, dem Deutsch-amerikanischen Namensvetter mit dem Krokodil + Begleitung (Name vergessen, sry), Nordrhein-Westfalen und ein ganz, ganz dicker Spezialgruß an Glatzi dem Sackgesicht. Ich hab meinen Fehler erkannt, nicht sofort reagiert zu haben – aber falls wir uns je wieder sehen und du noch mal so eine Aktion bringst, tret ich dir unmittelbar mit meinen Stiefel in dein hässliches Gesicht. No joke dude! Ansonsten Peace out… ;)

Dienstag, 12. März 2013

Nifelheim Festival 2013 – 02ter März @ LKA Longhorn Stuttgart



Die „Festival“-Saison begann für mich diesmal in Stuttgart. Nach einer etwas nervigeren Anreise – ich hasse es einfach in Stuttgart Auto zu fahren – kamen wir leicht verspätet an und fanden gleich einen Parkplatz unmittelbar vor dem Eingang. Werktags wäre es zwar ein Halteverbot gewesen, aber wir hatten ja Samstag.

Die erste Band, welche vor allem ich mir interessehalber hätte ansehen wollen, die sächsischen Andras, hatten dabei aber schon ihren Auftritt hinter sich. Anekdote hierzu ist ein in meinen Augen sehr starker Song auf einer Legacy-CD. Dieser veranlasste mich dazu ein Frühwerk der Band käuflich zu erwerben, was sich als brutaler Schuss in den Ofen erwies. Eine Recherche meinerseits stieß auf einige spöttische Kommentare, welche der Band attestierten, reihenweise unterirdische Alben an den Mann gebracht zu haben und sich dabei jedes mal leicht qualitativ zu steigern. Laut meiner Schlussfolgerung, hätte die Band dann jetzt eigentlich – ausgehend von einem linearen Qualitätsanstieg – einen Bombenauftritt abliefern müssen, was es zu beweisen galt. Nur eben leider ohne mich…

Dafür ließen Ancestors Blood erfreulich aufhorchen. Klar, über die kauzige Optik kann man sich streiten – der Sänger in einer braunen Robe gehüllt, im Stile von Sunn O))) und ausgestattet mit einer großen, urig verfärbten Handtrommel, während der Rest der Band im Gegensatz und im Kontrast ganz normaltypisch auftrat. Aber der Sound wusste zu gefallen. So sehr nach Pagan klang es im Gegensatz zu den verliehenen Bezeichnung, auf welche ich bei einer oberflächlichen Vorinformation stieß, nicht. Ich fand doch eine deutlich, wenngleich atmosphärische und weitläufige schwarz-metallische Ausrichtung und zu meiner Freude Vocals welche eins zu eins dem DSBM entnommen sein konnten. Definitiv eine interessante Band, welche vielleicht einen weiteren Blick wert ist. Die Auftrittszeit war dann doch leider recht kurz, welche ich auch nicht in Gänze sehen konnte.

Ereb Altor hingegen hatten hingegen einen sehr miesen Start. Das erste Lied lief klanglich absolut nicht zusammen, der Klargesang und Growlgesang „harmonierten“ zusammen auf eine schrecklich dissonante Art und Weise. Da kam absolut keine Stimmung zustande, die Enttäuschung war mir definitiv ins Gesicht geschrieben und inzwischen sitzend, schrieb ich die Band fast schon ab. Sie konnten sich zum Glück aber wieder fangen und ihr Potential unter Beweis stellen. Die Growls allein funktionierten wunderbar und später ebenfalls beides zusammen. Es flackerte vermehrt eine Epik auf, auch das Songwriting war interessant. Ein zufriedenstellender Abschluss, aber der Anfang ging leider gar nicht. Vielleicht beim nächsten Mal.

Als nächstes wäre Finsterforst an der Reihe gewesen. Da Helheim aber scheinbar früh abreisen musste und „unglücklicherweise“ den letzten Slot des Tages hatten, wurden die beiden Bands kurzerhand in der Running Order ausgetauscht.

Die Norweger boten einen eingängigen und melodischen Black Metal mit leichtem Paganeinschlag, wirkten sympathisch und boten eine gute Show. Gefiel mir doch recht gut und wurden entsprechend gefeiert, weswegen Details in kreisförmigen Bewegungen untergingen. Erwähnenswert war vielleicht noch das gute „Ace of Spaces“ Cover von Motörhead, was Lemmys kratzigem Organ doch erstaunlich nahe kam.


Für Fjoergyn war ich dann doch leider nicht Avantgarde genug. Der Name sagte mir schon etwas, konnte ich aber nicht genau zuordnen. Erinnerten mich sofort am Rande an Dornenreich, welche allerdings auch nicht wirklich einen Platz in meinem Herzen erklimmen konnten. Wäre ich jetzt provokant, ja ich bin es – pack ich noch Alexander Kaschte mit auf den Teller um ansatzweise ähnliche Stimmen, Sangarten und Lyrics auszutangieren. Und die Stimme war leider sooo oft schräg eingesetzt und wirkte daneben, übertrieben oder eigenwillig unpassend – gehörte womöglich sogar so, war mir aber definitiv zu viel des Guten. Ich hör ja viel Krach, aber das war selbst mir zu viel. Da das minimale Bierlimit schon ausgeschöpft war, mussten halt die Merchstände in der Zeit zumindest begutachtet werden.

Die nächste Band hatte ich theoretisch schon einmal live gesehen – danke Batschkapp (-.-) – diesmal allerdings auch tatsächlich. Vreid enterten für über anderthalb Stunden die Bühne. Die Musik sagte mir wieder deutlich mehr zu und fleißig wurde ein Nackenmuskelaufbautraining betrieben. Allerdings war ich konditionell noch nicht auf der Höhe und wurde schlagartig sehr müde, weswegen wir ungefähr bei der Hälfte kurz abdrehten und dem nahen McDonalds einen Besuch abstatteten.

Pünktlich zu Ensiferum waren wir dann aber wieder in der Halle, welche jetzt wenig überraschend ordentlich gefüllt war. Hier ein ähnliches Bild. Ensiferum hatte ich bereits theoretisch live gesehen und stolz in meine Seen-Live Liste eingetragen. Dachte ich zumindest bislang, bis ich darauf hingewiesen wurde, dass ich Anno 2010 kurz vor Auftritt auf dem Summer-Breeze mit einem Sonnenstich mich gen Schatten verzog.

Diesmal war es aber schon Nacht und es schien keine Sonne mehr. Ich fand Norther (unter Petri Lindroos) bislang immer wesentlich härter als Ensiferum, was auch der Tatsache entspricht, live klingt Ensiferum aber dann doch noch einen Tacken heftiger und geiler als auf der Silberscheibe. Davon boten sie einen Kreuzquermix aller ihrer Alben, einschließlich dem neusten Output.
Die Stimmung im Saal war gut und ausgelassen, die Show absolut überzeugend – aber bei aller Freude. Bitte nehmt doch etwas Rücksicht auf umstehende Personen. Klar, wenn ich in den Moshpit geh, bin ich bis zu einem gewissen Grad selber schuld, deswegen hielt ich mich davon auch fern. Schütze aber nur bedingt. Ich war teilweise kurz davor manch Möchtegerndampfwalze welche sich vehement vorbei stießen und prügelten, an den Haaren oder am Hals zu packen und zurück zu ziehen um mich für dieses asoziale Verhalten zu revanchieren. Fette Dreadlocks dauernd ins Gesicht geklatscht zu bekommen find ich auch nicht so prickelnd und da ich ausnahmsweise meine Stiefel im Auto ließ, war meine Toleranz bezüglich 100kg+ auf meinem Fuß und/oder Knöchel auch etwas niedriger angesiedelt.

Danach war ich allerdings vollkommen platt, Finsterforst hätte ich zwar auch noch gerne angeschaut, stieß hier aber an meine Grenzen, zumal ich direkt im Anschluss noch zwei Stunden Autobahn vor mir hatte.

Die Location an und für sich war eigentlich recht cool. Es gab zwar im Verlauf stets besetzte Sitzplätze, aber dass sie theoretisch vorhanden sind – fand ich recht angenehm. Die Größe war noch vertretbar, in diesem Fall sogar angenehm, da die Menschen so nicht allzu sehr aufeinander gedrängt standen. Der Sound war den Abend über toll, die Atmosphäre ging in Ordnung – Preise von 3€ für 0,4l Bier oder Cola. Jaaaa – ein echter Schwabe kann davon natürlich nicht begeistert sein. Aber wir hatten ja zum Glück das Auto mit ausreichend Trinken direkt vor der Tür stehen, womit diese überflüssig anmutende Information doch noch eine rückwirkende Berechtigung bekommt.

Der Abend war Gesamt gesehen eigentlich schon in Ordnung, er hätte besser sein können – schlug sich aber dennoch achtbar. Der Rest lag aber wahrscheinlich auch an meiner noch nicht so hervorragenden Kondition. Die gleiche Reise zwei Tage später zum Paganfest war zwar verlockend, wurde aber somit gleich offensichtlich utopisch.

Stuttgart bleibt eine kleine Option, aber dann muss mein Arbeitsplan, das Billing und der Preis stimmen. Hier war dem so gegeben!