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Samstag, 28. Januar 2017

Winter's Gate European Tour 2017 – 12ter Januar @ Colos-Saal, Aschaffenburg



Die Hinfahrt bewies, dass Autofahren auch 2017 Krieg ist und ernsthaft Beziehungen gefährden kann, wenn auf der Strecke die falschen Parkhäuser auftauchen, oder entgegen der Aussage des Navis Fußgängerzonen oder generell und überhaupt wenn der Beifahrer sich Null um die Streckenorganisation gekümmert hat, sich dabei aber recht sicher ist und als es kritisch wird noch lässig Sätze dropt wie „kurz vor dem Ziel verfahr ich mich da eigentlich immer“. Mea culpa – der Held des Abends war ich…

Wolfheart
Nachdem die Gemüter beruhigt waren und vom richtigen Parkhaus der richtige Ausgang gefunden wurde, startete das Ganze auch gleich schon von 0 auf 100, denn die erste Band stand schon auf der Bühne und spielte fleißig schon ihr Set runter. Leider war dies Wolfheart welche mir als zweiter Akt tausendmal lieber gewesen wären. Nicht nur, dass ich den Auftritt dann auch in Gänze gesehen hätte, sondern auch weil mir ein sicherer Treffer als direkter Anheizer für den Headliner stimmungstechnisch geschickter schien. Denn das Wolfheart was kann, war mir vorab auch ohne auch nur einen einzigen Song zu kennen klar, immerhin steckt da niemand geringeres dahinter als Tuomas Saukkonen (BEFORE THE DAWN, BLACK SUN AEON, DAWN OF SOLANCE und etliche Beiträge als Gastmusiker). Der Frontmann hatte aber nicht nur ein beeindruckendes, musikalisches Spektrum im Rücken sondern ist über die Jahre selbst zum Tier mutiert, was für eine machtvolle Erscheinung! Geboten wurde epischer Melo-Death der ganz großen Schule mit viel Atmosphäre, Spielfreude und wuchtiger Energie. Das ging größtenteils wunderbar ins Ohr und war eingängig, zum Glück aber dabei nicht blind berechenbar oder wie tausendmal woanders gehört, sondern hatte einen ganz eigenen Charme – passte aber perfekt zu INSOMNIUM, Fans davon sollten definitiv hier auch ein Auge drauf werfen, auch wenn der Sound insgesamt ein weniger rauer daher kommt.


Barren Earth, man sieht den Pathos
ja leider schon auf einem
Blick...
Als zweite Band stand dann Barren Earth auf den Brettern und leider stellte sich der Auftritt als genau das Loch heraus, welches ich gar nicht hätte entstehen lassen wollen. Barren Earth machten einige kapitale Fehler. Zuerst feierte der Sänger sich übertrieben selbst, wirkte bei den Growls aber unglaublich gepresst und eintönig. Da war keine Tiefe, keine Spannung, keine Abwechslung und spätestens nach zwei Liedern hatte man sich an den Growls satt gehört und vor allem chronologisch flankiert von den Sängern von Wolfheart und Insomnium wurde da ein riesiger Klassenunterschied offenbart. Seine Cleanvocals waren okay und wesentlich spannender und passten durchaus in die doomig angehauchten Parts, womit wir schon beim zweiten Fehler wären. Was zur Hölle wollt ihr überhaupt spielen, zwischendrin schimmerte ja fast schon klassische Epic Doom Atmosphäre durch, dann wurde Death Metal aufgetischt und zwischendurch irgendwelche Spielerein eingebaut, die weder zum einen noch zum anderen passten. Falls dies der „Psychadelic“ Einfluss sein sollte den ich irgendwo aufgeschnappt hatte, bitte streicht ihn. Und vor allem schafft klare und logische Übergänge und werft nicht einfach so alles durcheinander. Das wirkt nicht mal progressiv sondern leider überwiegend chaotisch. Und auch sonst fehlten den Songs oft die Spannung, eine gesonderte Melodie oder sonstige Attraktivität. Oft war das einfach wirr oder sogar stinklangweilig, da halfen auch die guten Ansätze nicht, weil sie sich eben in der ganzen Chose selbst nie irgendwie fanden. Schade und leider noch schlimmer als erwartet, warum auch immer ich davon ausging, dass eine Band sicherlich nicht so gut sein wird. Vielleicht war aber auch nur der Auftritt nicht sonderlich gut, als ich im Nachgang mir einige Lieder auf Youtube zu Gemüte führte, waren die angesprochenen Probleme zwar immer noch in den Grundzügen vorhanden, aber es klang schon mal besser. Wie auch immer…

Insomnium
Tzzz, dann sind deine Fotos halt besser geworden...
Merchstand <3
Denn dann kamen Insomnium welche ich nun mehr zum sechsten Mal live sehen durfte, auch wenn ich hier erstmal lange Zeit kein Lied von kannte, was wohl auch daran lag, dass sie ihre neuste EP „Winter’s Gate“ spielten, welche ich mir erst kurz danach zu eigen machte, aber bislang noch immer nicht die Gelegenheit hatte, in selbige reinzuhören. Die bandtypischen Trademarks waren dennoch unverkennbar, nur gefühlt ausladender und epischer, was aber auch der zu Grunde liegenden, großen Rahmengeschichte geschuldet sein dürfte, zugleich aber auch passend ist.



Danach wühlte die Band erfreulicherweise mal ganz tief in der Schatzkiste und ließ sämtliche Nackenhaare beim Intro „The Gale“ und dem anschließenden „Mortal Share“ zu Berge stehen. Schön auch mal diese alten Lieder wieder zu hören, welche mich damals mit der Band vertraut machten. Es müsste danach nochmal ein Lied von jenem Album gespielt worden sein, aber ich bemühte mich jetzt nicht die Recherche über setlist.fm zu betreiben. Insgesamt wurde aber eine abwechslungsreiche Show geboten, welche verschiedene Stationen der Bandgeschichte bediente und nicht nur Dank der überragenden Liveperformance die Ausnahmestellung der Band unterstrich. Insomnium ist in meinen Augen die ungeschlagene Referenz im vielschichtigen, melancholischen und melodischen Melo-Death, ich kenne keine Band welche da auch nur irgendwas toppen kann und dieses hohe Niveau halten sie schon seit Jahren zuverlässig. Zwar hätte ich gerne noch „Daughter oft the Moon“ in der Setlist gehabt oder „Lose to Night“, aber letzteres hätte mich sicherlich emotional zerrissen, so sehr hatte die Band mich durchaus an der Angel. Zum Abschluss deckten wir uns antizyklisch am Merchstand ein und nutzten die „noch“ leeren Toiletten um uns auf eine, dann überraschend reibungslose Heimfahrt zu begeben.

Grüße gehen raus an Annalena, danke für deine Geduld undduwusstestdochaufwasdudichdaeinlässtundsogrummel…

PS: Ich versuch mal die ganzen Videoausschnitte einigermaßen ordentlich zusammenzuschneiden, zu drehen, überblenden oder was auch immer und am Stück mal hochzuladen und zu posten. Das kann unter Umständen ewig dauern, aber ich wollte es mal zumindest angekündigt haben #ungerendert

Mittwoch, 27. November 2013

# Playlist - Woche 46''13'''

Kalenderwoche 46:

Einzigartige Künstler:  273
Gesamte Titel:  565
Insgesamt gespielt:  592

1. Insomnium 19x
2. In Flames 15x
2. Katatonia 15x
4. Draconian 14x
5. Poltergeist 10x
6. Iced Earth 9x
7. Moonspell 8x
7. Naglfar 8x
9. Ghost Brigade 7x
10. ASP 6x
10. Sólstafir 6x




Insomnium und In Flames im direkten Duell! Hier geht es um viel, sehr viel:
Zum Einen ringen beide vehement um den vorläufig dritten Platz der last.fm Jahrescharts 2013, sowie auch um die Frage - wer von beiden die beste Melo Death Band ist. Meiner subjektiven Meinung nach? Ersterer, inzwischen mehr als nur eindeutig wohingegen letztere zunehmend eine Art Modern Metal praktizieren, teilweise wird ihnen sogar schon ein Nu Metal Prädekat untergejubelt, was meiner Meinung nach doch zuviel des guten ist. Den vierten Platz hat In Flames in den All-Time Stats aber dennoch noch für wahrscheinlich ein paar Jahre sicher. Da übertrumpft einfach die Mehrzahl an Alben und die Gesetze der Stochastik.

Naglfar wird gerne mit Nagelfar verwechselt. Die ersten kommen aus Schweden, die zweiten aus Deutschland. Cooler sind aber die Schweden, welche zumindest live eine Bank waren. Albumtechnisch bin ich aber bislang noch nicht 100%-ig warm gelaufen und das trotz des immensen Zeitraums des Kennens. Immerhin schon gut 2 Jahre. Aber ich denk das wird, ganz schlecht sieht es ja nicht aus.

Ghost Brigade schon erwähnt? Nicht? Man nehme Katatonia und kreuze sie mit Disbelief und rühre noch eine Portion Eigenständigkeit unter. Fertig ist eine sagenhafte Band welche eigentlich IMMER geht. Nur ist die Konkurrenz recht groß. Platz 10 in den All-Time Charts ist noch nicht wirklich sicher.

Gleichermaßen zeitlos sind die Isländer um Sólstafir welche mir die Vorliebe für den tollen Jacky hinterließen. Ihr altes Album welches ich dieses Jahr entstaubte reiht sich fast nahtlos in ihre neuen Werke ein. So ganz benennen kann ich es aber nicht, dafür Shoegazed mich das einfach viel zu viel weg, mir gleich ob das die "offizielle" Genre-Bezeichnung ist oder nicht. Die Wirkung trifft aber denfinitv zu. "Köld" ist das bislang für mich aussagekräftigste Album. Nicht mal "Svartir sandar" kann da mithalte. Das ist zwar großartig, aber weckt in mir nicht gleichermaßen Erinnerungen...

Dienstag, 12. November 2013

The Agonist – 09ter Oktober 2013 @ Steinbruch Mühltal



Eine Woche später, gleicher Ort – wieder Konzert, gefühlt nur irgendwie von Anfang an lauter. Auf der Bühne standen schon Ferium aus Israel und hatten heuer den letzten Auftritt bei dieser Tour. Daher gab es sicherlich noch eine Extraportion Herzlichkeiten und Danksagungen. Musikalisch wurde ein recht passabler Einstand geboten, wenngleich mir das Ganze nicht bedingungslos zusagte. Würde ich den Großteil dem Melo Death zuordnen, waren latente Core Einflüsse durchaus zu hören. Leider ging die Mischung zwar oft gut aber nicht immer gelungen auf. Aber als typischer Einheizer durchaus zu brauchen und allzu lang dauerte der Auftritt auch nicht.

Wer nun chronologisch korrekt direkt folgte kann ich leider nicht mehr sagen, zur Not einfach die nächsten beiden Bands im Line-Up tauschen, inhaltlich passt mein Kommentar aber – daher sage ich jetzt einfach mal, danach kamen Dawn Heist.
Und Junge, Junge was war das für weggeworfenes Potential! Die stark präsenten elektronischen Einflüsse taten dem Metalcore / Nu Metal Bastard echt gut, der Sound war druckvoll und ging steil vorne raus und solange der Sänger growlte war auch alles okay – da lieferte er ordentlich ab. Als er aber clean zu singen anfing, hörte ich überrascht unvermittelt zu bangen auf. Was bitte war das? Und schnell wurde klar, der Typ verlor seine Eier sobald man ihn verstehen konnte. Kein Druck, kein Nichts in der Stimme. Leblos, saftlos, schwach – auch wenn ich absolut keine Note treffen würde, da würde ich im Halbschlaf mehr Energie rauspressen. Die ganze Körperhaltung war absurd anders, das Mikro plötzlich fast 20 bis 30 Zentimeter weg vom Mund gehalten als ob er sich seiner Stimme selbst unsicher war, während er beim Growlen das Mikro durchaus hätte verschlucken können. Und ich bezweifle stark, dass dies an diesem Abstand lag – denn selbst wenn, warum sollte er diesen aufbauen? Wegen dem besseren Klang ja wohl kaum. Auf Youtube hört es sich natürlich mitnichten so krass an, aber ich vermute auch mal – dass er dort die geballte Technik eines Studios im Rücken hat. Aber live kann er definitiv nur zu 50% singen. Das liegt nicht im Geringsten daran, dass er nicht arttypisch aussieht und oder vielleicht etwas ungewöhnlich singt – wobei es sicherlich in dieser Musikrichtung kein so besonders anderer Sound ist; viel eher würde ihn das ja interessant machen. Aber ich weiß was ich gehört habe und das war ein irgendwie doch schizophrener Auftritt. Beim Growlen Saft und Clean nur Luft – es hätte echt verdammt geil werden können, Konjunktiv! So nur ein permanentes Angeilen und Abblitzen lassen was mich nicht nur retroperspektiv sondern auch sehr schnell an dem Abend schon genervt hatte, da mir schnell bewusst wurde, was hätte möglich sein können. Ein anderer Sänger oder zumindest zwei, damit der Wechselgesang auch sitzt halte ich für unabdingbar. Meine Meinung…

Diese Probleme hatten die Finnen um Mors Principium Est nicht. Hier wurde herkömmlicher Melo Death serviert, welcher gleich eine ganz andere Stimmung inne hatte als die beiden Vorgängerbands. Ich fand die Band nicht schlecht, aber richtig vom Hocker hauen konnte sie mich auch nicht. Kurz erinnerten sie mich bei den Gitarren Solos an Childen of Bodom, waren dann aber doch wieder ganz anders. Fand aber leider nie so richtig den Zugang, der Sound war rau und so schon hörbar, aber ich fand – er zeichnete sich durch nichts besonders ab. War nicht dauerhaft so melodisch wie obiger Vergleich, war nicht herausstechend aggressiv oder melancholisch wie z.B. Insomnium – es klang nicht unbekannt oder belanglos aber auch nicht besonders anders oder einzigartig, so zumindest meine Auffassung. Ich hatte meinen Spaß – aber danach auch nicht wirklich das Bedürfnis mir eine CD anzulachen oder dergleichen. Einfach okay mit einem positiven Grundtenor.


Der Co-Headliner waren die Kanadier um Threat Signal. Diese waren schon einmal Gast im Steinbruch gewesen und gingen gleich voll begeistert in die Vollen und wirkten sehr sympathisch. Der Platz vor der Bühne war dann auch auf einem Schlag voll und das Publikum gab der Band auch genau das zurück, was sie von dieser erhielt. Zwar fand ich den Klargesang nicht ganz so klar und genau wie auf den Alben, aber immer noch um Welten besser als zum Beispiel bei Dawn Heist. Zudem viel dieses Manko nicht weiter ins Gewicht weil die Energie und Atmosphäre stimmte und so dies erfolgreich nivellierte. Es trug sogar zum speziellen Live Charme bei was oben nicht im Geringsten der Fall war. Ich weiß nicht wie umfangreich die Discographie der Band ist, ich selber kenne nur zwei Alben („Under Reprisal“ und die s/t) – aber kannte die meisten Songs und fand sie geil gespielt. Wirklich toller, positiver und energetischer Auftritt – ganz ohne befürchteten Windmühlen und dergleichen. Sehr schön.

Dann die ganz große Frage – wie ist The Agonist live: Kann Alissa White-Gluz den Bruch niederreißen oder ist sie nur ein optischer Aufpepper? Den Live kommt die Wahrheit in der Regel gnadenlos ans Licht. Die Antwort war zum Glück eindeutig. Ja sie kann und zwar ordentlich! Puristen könnten sich zwar vielleicht ein wenig an der Gesangstechnik auslassen, hält man seine Ohren offen hört man da durchaus auch was im Internet rumoren, aber das ist nun wahrlich Nippes. Klar gibt es bessere weibliche Sängerinnen im Extrembereich und zeitweise kam sie mir manchmal gefühlt unfreiwillig dem Black Metal Gesang nahe, beziehungsweise erinnerte daran – aber in der Regel meisterte sie sowohl die Growls als auch die klaren Passagen souverän. Ja, manchmal fand ich es etwas entrückt – aber noch voll und ganz im Rahmen. Auch Bühnentechnisch mussten sie sich Null hinter Threat Signal verstecken und griffen die noch im Raum schwebende Euphorie und Energie sofort auf und konnten sie bis zum Ende durchhalten. Ich stand etwas weiter hinten und hatte da auch genug Platz, vorne durften sich gerne andere Drängen, gesehen hatte ich dennoch fast alles und was ich gut fand ist und war, dass sich die Frontfrau als stark und Bühne beherrschend präsentierte, ohne aber zeitgleich ihre Bandmitglieder in den Hintergrund zu drücken oder eben um jener eben optischer Klecks zu sein, weswegen die Band überhaupt wahr genommen wird. Eben genau das, was ich zum Beispiel bei In This Moment befürchte, ohne dies unterstellen zu wollen. Musikalisch liegt mir deren letztes Album total, aber wenn ich mir allein viele der Bandphotos anschaue wird offensichtlich auf was dort der Schwerpunkt gesetzt wird. Ein Tipp – die Musik nicht unbedingt!
Das hat hier soweit alles gepasst und jeder hatte seinen Spaß. Nicht jeden Song fand ich übermäßig gelungen, aber nach zwei geilen Bands hintereinander zog einen dort der Sog einfach mit. Und ich harrte und harrte auf genau ein Lied: „Business Suits and Combat Boots“ welches ich einfach liebe. Ganz am Schluss, als letzte Zugabe dann endlich – perfekt! Noch schnell eine CD gekauft nachdem ich aber enttäuscht feststellen musste, dass eben das Album mit genau diesem Lied nicht dabei war und wirklich schnell den Laden verlassen. Der letzte Bus stand praktisch schon vor der Tür…

Insgesamt ein toller und lohnenswerter Abend wenngleich musikalisch ganz anders gewichtet als die Woche zuvor. Die beiden Headliner topp und absolut überzeugend, Ferium und Mors Principum Est brauchbar und Dawn Heist bedauerbar – denn eigentlich auch toll, hätte wäre wenn…

Mittwoch, 23. Oktober 2013

# Playlist - Woche 41''13'''

Einzigartige Künstler: 324
Gesamte Titel: 755
Insgesamt gespielt: 851



AtomA hält sich noch, in der Tat ein brauchbares Album. Sin Fang mausert sich und ist eigentlich doch recht nett. Nach einem gelungenem Live-Konzert stößt The Agonist dazu, wenngleich es eben nicht das Album war, welches ich wollte. Und jaaaa - klingt auf der Scheibe irgendwie doch anders, wirkt auf mich recht konfus und nicht zielgerichtet. 1-2 Tracks gehen recht gut ins Ohr, der Rest sagt mir noch nicht sonderlich viel zu.

Nicht wirklich weit wird es Heads or Tales bringen. Nach zweimaligem Hören verspühre ich schon nicht mehr die geringste Lust das Album noch mal anzuhören. Sowas von nichtssagend und irgendwie auch schlecht. Um diese Kritik zu präzisieren, müsste ich sie öfters hören, aber genau das will ich gerade ja nicht... o.O

Auch noch dabei die besten Newcomer des letzten (Lana Del Rey) und des vorletzten (Casper) Jahres in meinen Jahrescharts. Erstere wurde durch den Shuffle Modus auf meinem mp3-Player getriggert und das freundliche Wetter passte auch hervorragend dazu. Letzterer hat akut ein neues Album am Start, wobei ich nicht weiß - ob es sich lohnt. Xoxo wird er kaum übertrumpfen, kann ich mir zumindest nicht vorstellen.

Ansonsten mit In Flames und Insomnium wieder ebenfalls Dauerabonennten der Top10 am Start.

Mittwoch, 12. September 2012

Summer Breeze Festival 2012 – 17ter August @ Dinkelsbühl - Teil 2/3



Teil 2 des viel zu lang ausgefallenen Berichts:

Der nächste Tag begann sehr früh, denn es wurde unglaublich heiß im Zelt. Ohne Pavillon und sonstigem Schatten, glich das kleine Zelt ab spätestens 9 Uhr mehr einem Backofen, denn einer Schlafbehausung. Wir halfen uns mit einer Kalt/Wärmefolie und hofften daher, am nächsten Morgen etwas länger schlafen zu können.
Für alle Unwissenden: Silber nach außen und es wird innen kühler, Gold nach außen… viel Spaß… *harhar*

Da The Foreshadowing viel, viel, vieeel zu früh spielten – ließen wir sie gekonnt aus und pilgerten ein wenig über das Festivalgelände und besuchten hier und dort jemand. Unter anderem versuchten wir bei widrigen Umständen in Form von sinnlos, lauter Musik aus dem nebenan stehendem Auto „Wer bin ich“ zu spielen, was in recht fiese Namen beinhaltete. Ich mein wie zur Hölle soll ich auf Lilo Wanders kommen?! Bis auf bescheuerte Kommentare bei noch viel dämlicheren Chartshows, welche beim zappen gestreift werden, hab ich dieses („Bin ich männlich/weiblich?“ – „Öh… kann man nicht unbedingt so sagen“ – „???“) nie gesehen, unwissend ob des Namens oder sonstiger Tätigkeiten. Falls es interessiert, gewonnen hat der Spieler welcher Wolfgang Priklopil auf seiner Stirn kleben hatte.

Die Folie sollte helfen das Zelt kühler zu halten.
Funktionierte nur bedingt.
Wichtig: die Metalgigs.de
Flagge!!!
Black Sun Aeon wurde aufgrund der gemütlichen Stimmung und der lang andauernden Runde ebenfalls verpasst, pünktlich zu Before the Dawn – was ja nicht ganz unähnlich ist *g* - standen wir aber schon wieder vor der Bühne.
Zum Auftritt… jaaaaa, was soll ich sagen: mir war bewusst, dass auf deren neustem Album der Clean Gesang wieder komplett verschwunden ist, ob dies aber die neue Stilrichtung ist und/oder ob sich da einvernehmlich getrennt wurde oder nicht ist mir unbekannt. Ich hatte auf jeden Fall auf diesen ansprechenden Mix gehofft, welcher natürlich nicht kam. Darüber hinaus stammten locker die Hälfte der Lieder vom neuen Album, welches mir vollkommen unbekannt ist. Mein Einstieg war daher überraschend schwer, wenngleich die dargebrachte Leistung nicht schlecht, sondern gehobenes Mittelmaß war. Gegen Ende fand ich den Zugang schon eher, dennoch ein klein wenig ernüchternd.

Insomnium hatten inzwischen kaum überraschend auch so ziemlich das gleiche Set wie am Party.San am Start. Waren qualitativ in Ordnung, der Gig die Woche zuvor aber ein wenig besser. Diesen konnte ich aber wie dort schon angesprochen, nicht gebührend wertschätzen und feiern, insofern etwas schade und unglücklich verlaufen.


Das sollte schmecken. Was überhaupt
nicht der Fall war.... =\
Eine Garantie auf gute Laune gibt es bei Dark Tranquillity. Inzwischen ein fast schon gewohnter sympathischer und energiegeladener Auftritt. Stanne wie immer bis zum Platzen glücklich und froh, was sich natürlich hervorragend auf die Zuschauer überträgt und zurückreflektiert wird. Songauswahl war wenig überraschend, aber eingängig und genau das, was das Publikum wollte. Spielten locker ihr Set durch und wurden verdient gefeiert.

Und dann kamen wieder Immortal. Diesmal nahezu gleich positioniert wie bei Iced Earth hinter dem Wellenbrecher, was einen guten Blick auf die Show ermöglichte und das lohnte sich auch. Typische Posen und viele Faxen und die berechtigte Frage. Verarscht er sich selbst, die Szene, uns oder will er einfach nur Spaß haben? Zwischen den Liedern irgendwo seitlich die Bühne zu verlassen um sich an den Rand zu setzen, plötzlich Arme und Beine hochzureißen um die Menge zum Jubeln zu bringen, schafft auf diese Art und Weise sonst niemand. Black Metal Käfer auf dem Rücken ist Krieg!!! Die Szenerie war nur dermaßen absurd, die hätte bestimmt auch für einen Sketch von Monty Python verwendet werden können. Aber auch abseits dieser Aktion, wussten die drei Jungs ganz genau was sie können und rissen daher auch musikalisch erneut eine Hammershow ab. Während dem letzten Lied machten wir uns aber schon vom Acker, um dem ganzen Stau präventiv auszuweichen.

Das half schon viel mehr. Gegen Sonne, Indianer
und natürlich auch gegen Sonstiges.
Die Zwangsverengung durch die Merchmeile empfand zumindest ich als störend, da es in meinen Augen einen direkten Zugang zur Bühne geben sollte. Dort staute sich wenig überraschend nämlich immer mal wieder die Menschenmenge an, was sehr ärgerlich war, wenn gerade eine Band schon spielte, welche man unbedingt sehen wollte. Genauso war es nahezu unmöglich hoch zu kommen, wenn irgendein gehypter Act zu Ende war und die Menschenlawine einem entgegen kam. Könnte man sicherlich vermeiden, wird aber offensichtlich gezielt so gemacht.

Wir steuerten das nächste Camp an wo wir den Abend mit lustigen Trinkspielen verbrachten. Da wir sowieso nie dazu kamen, unseren eigenen Vorrat zu verbrauchen – spendierten wir großzügigerweise unser ganzes Bier unter der Bedingung einer begleitenden Tragehilfe. Natürlich scheute sich „der geheime Weg“ nicht, seinem Namen alle Ehre zu erweisen.

Und so zählten wir munter von 1-17, erfanden stets neue Regeln wie statt eins sagen, drei Schluck trinken, statt 3 sagen halb so viele Schlücke wie eins trinken, bei vier sieben sagen, bei fünf nichts sagen und aufstehen und um seinen Stuhl laufen usw. wobei derjenige welcher den Fehler machte, einen Strafschluck + reguläre(n) Schlu(e)ck(e) + wieder bei eins anfangen musste. Da die Fehlerquote teilweise dermaßen hoch war, schafften wir es nicht ansatzweise alle Zahlen mit Aktionen zu belegen und trotz der ursprünglichen Aussage, („Die Bands am späten Abend schauen wir nicht mehr, gehen lieber schlafen“ – hätten wir locker Eisregen und Ahab + imaginäre Bands danach schauen können. Stattdessen zählen und trinken und ach scheiße… wo war unser Zelt schon wieder?



Das erste Bild ist der offiziellen Summer Breeze Homepage entnommen. Rest wie gewohnt selbst geschossen.

Montag, 27. August 2012

Party.San Festival 2012 - 9/10/11ter August @ Schlotheim


Guten Tag, ich hätte gerne Magervark!

Nachdem wir schon zwei Tage zuvor Besuch beherbergten und im nahe gelegenen Biergarten unser Auto testeten, begann unsere Reise an einem Donnerstag zur Mittagszeit und endete kurz vor Ziel natürlich in einem Anreisestau direkt vor einer Wohnsiedlung, deren Bewohner uns wie Tiere beglotzten. Wartepausen wurden natürlich genutzt um den hilflosen Autofahrern Flyer in die Hand zu drücken, welche überwiegend scheinbar behalten wurden, statt weggeworfen, angezündet und/oder schlimmeres damit geschah.

Kurz vor dem Einlass wurden wir auch schon abgeholt und erfolgreich zu der bereits am Mittwoch schon hochgefahrenen Gruppe gelotst, sodass wir schlussendlich eine gut 14-30 Kopf starke Gruppe waren, die ich mehr oder weniger fast komplett direkt oder teils indirekt über Forenbeiträge und flüchtige Sichtungen kannte. Dass sich dieser Stellplatz am anderen Ende des Campingeländes befand war nicht weiter schlimm, da das Festival – ausgelegt für maximal wenn überhaupt 10.000 Besucher – klein genug war um die Strecke zur Bühne recht bequem zu Fuß zu bewältigen. Auf den zwei Landebahnen welche als Hauptwege dienten, ließ es sich sehr gut laufen und die Gefahr einer Schlammwüste bestand so überhaupt nicht, eher die – über Flunkyballspieler zu stolpern.

100PS - mindestens!
Viel spielte am Donnerstag nicht, die erste angestrebte Band Vallenfyre verpasste ich leider zeitlich, konnte mich aber zumindest damit trösten, sie eine Woche später auf dem Summer Breeze sehen zu können.

Den Auftakt bildeten also Sólstafir welche zugleich mein persönlicher Headliner des Abends waren. Eine Dreiviertelstunde zockten die Isländer ihr Set, welches ob der Spiellänge der einzelnen Songs natürlich nicht viele Lieder waren. Klang und Performance war okay, der Hall in der Stimme passend – dennoch nicht der beste Auftritt den ich von den isländischen Cowboys gesehen habe.

Danach folgten Sodom und Bolt Thrower („Die Kids kaufen’s halt“) welche nicht wirklich meinem Geschmack entsprachen, noch einen für mich sonderlich anziehenden Auftritt an den Tag legten. So beschränkte ich mich größtenteils darauf, nach Essen und CD’s inklusive Merch zu suchen, während im Hintergrund die Band spielte. Die Merchstände waren recht angenehm kreisartig um das ganze Gelände verteilt und die Menschenmasse übersichtlich genug, als dass man auch von dort gut auf die Bühne sah.

Hier fing der Stau irgendwo an...
Bier für 2,50€ für 0,4 Liter waren in meinen Augen ein fairer Preis und so endete der Abend heiter und fröhlich auf dem Campinggelände, mit noch mehr Alkohol einem verfi*** Schluckauf bis vollends alle schlapp machten und ich allein über den Platz schlich und hier und dort ein Bierchen oder einen Apfelwein verkostete bis ich beschloss mich kurz vor 7 Uhr morgens Alibi mäßig noch für eine Stunde auf’s Ohr zu hauen. Der Boden war ziemlich hart und von Mäuselöchern gesäumt, dazu später mehr.


Der nächste Tag fing gewohnt windig und kühl, aber auch gemütlich an. Die erste Band stand erst am frühen Abend auf dem Programm und so lohnte es sich auch die „Sanitäreinrichtungen“ unter die Lupe zu nehmen.


Duschen kostete 1,50€ - sauberes Klo 0,50€ und für diejenigen, die so was ganz oft nötig haben, gab es für 6€ eine „Shit & Shower“ – Flatrate was ehrlich gesagt eine coole Idee war. Trotzdem für mich absolut überflüssig, mit Hilfe eines strategischen Verdauungsplans kam ich mit 1€ preisgünstig weg - die Erwähnung des Ganzen ist deswegen noch sinnvoll, da die Toiletten wirklich sauber und das Personal sehr freundlich waren.

Und da es wirklich windig und kühl war und die Wolken die Sonne fleißig verdeckten, stand ich dick angezogen bereit zum Abmarsch. Ziel war Dark Fortress welche beim Ragnarök Fesival schon sehr überzeugen konnten und daher Pflichttermin waren. Da die Sonne aber ein Arschloch war, kam sie natürlich just in dem Moment in voller Pracht aus ihrem Versteck und beheizte meine Klamottenschicht und leuchtete die Band prächtig aus.
Das süße kleine braune Zelt war unsers. Natürlich
viel zu klein für einen "Riesen" wie mich,
aber sowas wie schlafen ging schon
Neben einem minimal schlechteren Sound, waren es daher lediglich atmosphärische Gründe welche erfolgreich verhinderten, dass die sympatische bayrische Black Metal Band ihren obig erwähnten Auftritt toppen konnte. Musikalisch voll und ganz überzeugend war es ein wirklich gelungener Gig, er wirkte halt nur nicht ganz so cool wie schon mal gesehen.

Immolation hatte ich mir irgendwie in meinem Wahn angestrichen gehabt, warum weiß ich leider nicht mehr, zumal ich nicht ein einziges Lied von der Truppe kenne, welche mich auch kaum überzeugen konnte und daher vollkommen belanglos an mir vorbei ging.

Beim Biernachholen wurden kurz Obscure Infinity gestreift welche ich wohl leider mit den zuvor spielenden December Flower verwechselt hatte und auch hier vertrieb mich das übertriebene Gepolter eher, als dass es mich fesseln konnte. Wie sich vielleicht andeutet, bahnten sich erste Anzeichen an die meinen Ruf als Mister Demenz manifestierten.

Dann kam Ghost Brigade auf die ich mich nach dem übergenialen Auftritt 2009 auf dem Summerbreeze tierisch gefreut hatte und wir konnten uns wirklich gute Plätze zentral vor der Bühne in der zweiten Reihe sichern. Was dann folgte war aber eher traurig, denn überzeugend. Natürlich muss mit einem stärkeren „Bassgefühl“ gerechnet werden, wenn man wenige Meter vor dem überdimensionalen Subwoofer steht, trotzdem war der Sound zu basslastig, die Vocals anfangs viel zu leise, die Gitarrensound war ein paar mal stark übersteuert und die clean Vocals hatten einen viel zu großen Hall. Wenn das Echo gut eine Sekunde hinterherhinkt, wirkt dies nicht mehr tief sondern störend, da unpassend überlappend. Ein für mich sehr enttäuschender Auftritt, welcher nicht an der Performance, sondern allein an der Technik kläglich scheiterte.

Limitiert auf 700 Stück, unterschrieben
rotes Vinyl und gehört: MIR!!!
Zu Haradwaith spähte ich kurz ins Newcomerstage, welche mir unterbewusst etwas sagten und auch vielversprechend klangen. Leider hatte ich nicht sonderlich viel Zeit dafür, ich musste ziemlich schnell zum Merchstand, mir die limitierte Ghost Brigade EP in rotem Vinyl angeln und das ganze unterschreiben lassen. Nachdem sich irgendwann herauskristallisierte wer jetzt überhaupt dazu gehört, da gefühlte fünf Bands gleichzeitig dort rum standen, wurden schnell Hände geschüttelt, Unterschriften getätigt und das ganze sicher im Auto verstaut.

Nile hatten in meinen Augen wieder einen recht öden Auftritt und fanden daher auch kaum Beachtung. Zwischenzeitlich war ich arm wie Kirchenmaus da ich geistig umnachtet alles kaufte was man mir vor die Nase hielt was bei der Ankunft daheim für das ein oder andere „Warum hab ich das eigentlich gekauft und vor allem für den Preis?!“ sorgte.


Ein ziemliche "sauberes" Bild. Schön anzusehen auch
der Allzweckreiniger und das Aushilfstaschentuch
namens Toastbrot. Nicht 4 lagig, sondern körnig.
Headliner des Abends waren Immortal, welche mit reichlicher Verspätung auf die Bühne tanzten. Und es war ulkig, wer ihre Videos kennt weiß was einem erwartet und so wurde auch gleich beim ersten Lied wie wild von links nach rechts gerannt, Grimassen gezogen und legendäre Crap Moves getätigt. Und wenn sich dies eine Band erlauben kann, dann einzig und allein Immortal. Dass das Ganze nicht komplett zur Farce verkam, dafür sorgte die musikalische Kompetenz welche wesentlich ausgereifter war, als man dies auf dem ersten Blick vermuten mag. Und sooo reinrassiger Black Metal ist das ganze sowieso nicht. Da das Ganze inklusive Wartezeit zwei Stunden locker überschritt, pendelte ich zwischendurch ein paar mal zum Campingground und zurück, bevor ich das Ende sitzend genoss. Umstehende Personen versuchten sich permanent an Imitationen, sodass dort auf jeden Fall ebenfalls für genug optische Aktion gesorgt war. Irgendwann pflanzte sich noch ein netter Franzose neben mich auf den Boden und nach ein paar Gesprächen und kurzem Abstechern in die Metaldisco war es an der Zeit den Rückzug anzutreten.


Ein zufällig fotografierter schöner Mann mit
zuviel Sonne im Gesicht.
Am nächsten Morgen war mir immer mal wieder speiübel da mir der permanente Schluckauf inzwischen ordentlich auf den Magen schlug, trotzdem war ich pünktlich mittags zu Nocte Obducta am Start. Natürlich war dieser Auftritt lange nicht so intim wie ein paar Wochen zuvor im Steinbruch, trotzdem hatte dieser leider viel zu kurze Auftritt viel Charme und Klasse. „Es fließe Blut“ war natürlich erneut der Anheizer und auch sonst bot die Band einen stark verkürzten Streifzug durch ihr Schaffen. Die Ansagen waren erneut geprägt von Blödeleien und viel Humor, „Und Pan spielt die Flöte“ wurde trotz Wunsch des Publikums erneut nicht gespielt, wäre aber auch zeitlich unmöglich gewesen. Dafür ein Song mit nur zwei Riffs, denn das konnte sie noch schnell spielen.

Archgoat war dann überwiegend die Hintergrundmusik, während es sich bequem auf dem Rasen gemacht wurde. Performance folglich nicht gesehen, musikalisch war das ganze nicht zwingend aber annehmbar.

Da das Geld nun endgültig alle war, wurden die letzten Euronen zusammengekratzt um sich den Shuttelbus leisten zu können. Dieser war nämlich ausnahmsweise nicht umsonst und/oder preisgünstig sondern kostete jeweils satte 1,50€ - sprich inklusive Rückfahrt 3€. Die Fahrt war ähhh interessant… da die Thüringer Straßen stolz Pate für manch Achterbahnentwurf standen und der Busfahrer ein verkappter Formel 1 Pilot war, wirbelte der Magen munter drauf los. Ausnahmsweise war ich verdammt froh am Vorabend nicht mehr gesoffen zu haben.

Während der nah an der Haltestelle liegende Edeka Markt noch prall gefüllt war, starb die kleine Ortschaft in der Tiefe fast vollkommen aus. Die unverschämt überteuerte Pizza in dem kleinen Restaurant auf dem großen Markt(?)-platz hatte zumindest einen gewissen Desperadoflair.
Meine Definition von angenehmer Festivalgröße

Frisch gestärkt legte ich mir endlich die coole Flöte zu mit der wir zu viert als Quartett die ganze Nachbarschaft in Flucht und Tinitus bliesen und freiwild’sche Inzestlieder mitten aus dem Leben coverten. Leider sind die Vocals im einzigen Video etwas arg B.Trunken und kaum hörbar und der sadistische Tonfall der Blasinstrumente übertrieben geschönt. Aber mal schauen was ich aus der Tonspur in der Zukunft noch anstellen kann… *hehe*


Nachdem noch die unglücklich und unabsichtlich platt gewälzte Maus - welche zuvor provokant auf die Campingstühle schiss um sich anschließend in suizidaler Manier unters Zelt zu werfen - erfolglos in der Havanaflasche beerdigt wurde und daher umsonst schön gepflegt wurde, beendeten wir die saftende Angelegenheit und konzentrierten uns wieder auf das Line-up.

Insomnium waren an der Reihe welche vor einem schönen Bühnenbild eine sicherlich tolle Show ablieferten, nur war mir lediglich in dem Moment die Laune etwas abhanden gekommen, insofern ließ mich der Auftritt leider unverdient kalt.

Während wir Tankard passen ließen – stocknüchtern als morgiger Fahrer – war mir noch weniger nach Bier Metal, kühlten die Außentemperaturen auf frostbittene 9° ab, kombiniert mit einem gefühlt sibirischem Wind.

Zum Glück kein Kohlenmonoxidunfall, aber leider
wieder ein Todesopfer auf einem Festival.
R.I.P. Maus! =\
Zum Glück hatten Naglfar ordentlich Pyro an Bord, sodass recht weit vorne stehend, ein wenig Wärme in die kalte Welt getragen wurde. Auftauen musste ich im wahrsten Sinne des Wortes auch bei diesem Auftritt, welcher technisch nicht einwandfrei begann, sich zunehmend aber steigern konnte und gegen Ende wahrlich annehmlich war. Auf den Sack gingen mir da höchstens die permanenten Egodrängler denen ich am liebsten irgendwelche wichtigen Sehnen an der Kniekehle hätte kürzen wollen.

Bei Behemoth, der letzten Band und dem letzten Headliner hatten wir einen besseren Platz variierend in Reihe zwei bis vier und bis auf französische Camper mit überdimensionalen Rucksäcken direkt vor der Bühne (wtf?!) konnten die meisten Eindringlinge erfolgreich abgeblockt werden.
Und es hatte sich mehr als nur gelohnt. Zwar waren erste Körperteile gefühlt auf Eis liegend, doch der übermächtige Sound und die imposante Bühnenshow waren mehr als Entschädigung genug. Von Fahnenträgern, Pyroeinsatz bis hin zu brennenden umgedrehten Kreuzen und „Konfettiregen“ – das ganze war nicht nur ein Konzert, das ganze war eine perfekt inszenierte und zelebrierte schwarze Messe. Der Sound war druckvoll und böse, die kleinen Podeste ließen die Band und den Sänger wie überdimensionale und mächtige Priester erscheinen und es war mehr als nur sehenswert. Extrem geil gemacht!!


Damit war das Festival auch schon mehr oder weniger vorbei und nach einer komplizierten Wurfzeltverstauung am nächsten Morgen konnte irgendwann am frühen Mittag die Abreise beginnen.

Als Fazit lässt sich sagen: Angenehme Größe, sehr gute Preise, freundliches Personal, ein insgesamt starkes Billing, überwiegend guter Sound der in meinen Augen leider die falschen Bands im Stich ließ und eine lohnenswerte Veranstaltung. Auf jeden Fall eine Erwägung nächstes Jahr wert.
Es war toll nach teilweise über einem Jahr wieder die ganzen alten Chaoten zu sehen und wenn ich noch ein zufällig drei Schlusssätze verlieren sollte dann:
1.)    Wenn jemand mit „Obacht ich…“ anfängt dann renn!
2.)    Irgendwie war ja doch mehr als genug Pavillon für alle da!
3.)    Und zum Schluss… wer dabei war, wird den ganzen Bericht irgendwie lustiger finden…

PS: Wie konnte ich den vergessen... "Schwätz mir doch kei Varg Patch a mei Kudde nah!!"Überspruch des Festivals schlechthin... =D



Obligatorische Grüße gehen an:
Caro, Dennis, Patrick, Benni, Nick, Max, Sandra, Forentrolle, Dichtsäcke, deutsch sprechende Franzosen, irgendwelche Kinder, Frankfurter Bierspender und dem ganzen Haufen. Wenn ich jemand bewusst ignoriert habe war dies Absicht, falls vergessen – ihr wisst ja: Ich bin Mr. Demenz… ;)