Oder auch:
Rock im Bauwagen: Das Festival der Vollidioten oder Perlen vor die Säue
Ein mehr als zweifelhafter Ruf eilte dem ganzen schon vorraus doch hatte
das Festival einen ganz, ganz fiesen Ass im Ärmel. Iced Earth - die
Band mit der alles anfing, sich tapfer die ganze Zeit ungefährdet an der
Spitzenposition hält und ich schon seit Jahren live sehen wollte.
Zudem noch einer der letzten Auftritte von Barlow und das nicht mal eine
Autostunde entfernt? - die Karte war sofort gekauft!
Da ich
ein Mensch ohne Vorbehalte bin - tuckerte ich also gemütlich am Freitag
drauf los. Rock am Härtsfeldsee in Dischingen - in selbiger Ortschaft
war aber absolut gar nichts ausgeschildert, was schon ein erstes
unproffesionelle Indiz war. Zum Glück hatte ich vorher noch bei google
grob nachgeschaut wo ich hin muss, sodass dies kein Problem darstellte.
An
der Schlange wurden mir erst mal 8€ abkassiert, 2€ für Müllpfand - 6€
für's Campen. Auf meine Erläuterung, dass ich gar nicht Campe sondern
eine Nacht im Auto penn und daher auch nicht den Müllsack bräuchte wurde
nicht eingegangen. Das Geld einfach mal gezahlt. Danach folgte eine
seltsam navigierte Irrfahrt durch den halben Campingplatz der natürlich
schon mit betrunkenen Menschen gefüllt war und folglich auch sehr zäh
vorran ging. Am Ende wurde ich an das Ende eines Feldweges geschickt, so
dass zumindestens die immense Entfernung zum Konzertgelände den
Eindruck erwecken konnte, dass ich mich auf einem wesentlich größeren
Festival befinde.
Bislang hatte ich noch absolut kein
Festivalbändchen erhalten was mich schon sehr verwunderte. Dafür musste
man sich neben dem Einlass bei einem kleinem Zelt anstellen. Wartezeit.
Gute 20 Minuten. Klingt nach wenig, war aber aufgrund der überschaubaren
Menge doch viel zu lange! Dort wurde mir auf Nachfrage klar gemacht,
dass ich die 8€ eben wirklich umsonst ausgegeben hab. Na wunderbar! Und
selbst mit Bändchen musste ich noch am Eingang anstehen, weil jetzt erst
alle kontrolliert wurden. Die erste Band "Bleeding Red" hatte ich damit
schon verpasst.
(Ein rotes Bändchen, bitte nicht schon wieder ein rotes Bändchen.
Zum Glück war es dann aber schwarz. Inverted Heart für meine Freundin
die mir leider nicht Gesellschaft leisten konnte ♥)
Es folgten meine Headliner des Tages
Dark Tranquillity
welche vor einer erstaunlich leeren Bühne spielten. Es war ganz locker
möglich durch die Reihen zu laufen und bühnennah mit wunderbarer Sicht
und massig Bewegungs- und Bangfreiheit zu stehen. Das war zum einen toll
für mich, zumal ich weder zu den Hünen zähle noch ein egoistischer
Banger bin, der seinem Nachbarn einfach so seine Haare ins Gesicht
klatscht. Trotzdem war es schon das erste große Fragezeichen. Natürlich
füllte sich der Platz noch einigermaßen, aber Dark Tranquillity können
schon von sich behaupten, bekannt, erfolgreich und gut zu sein und einen
verdienten Headlinerslot zu besitzen. Den hatten sie nicht, was kein
Beinbruch ist - der geringe Zuschauerandrang sprach allerdings schon für
sich. Die Leistung auf der Bühne war gut - wie schon auf dem
Summerbreeze '10 hatte der Frontmann sichtbar gute Laune und wirkte
ehrlich und sympatisch. Lediglich der cleane Gesang war nicht ideal
hörbar. Ansonsten spulte die Band ein klasse Programm mit Toptiteln und
hoher Qualität ab.
Auf
Doro
hatte ich nicht wirklich Lust. Sie mag sympatisch und nett sein - aber
ihre Art und Weise scheint mir oft übertrieben aufgesetzt und fröhlich.
Da ich in der CD Kaufwut (an die 200 CD's) vor wenigen Monaten komplette
Sammlungen aufgekauft hatte, war zufälligerweise darunter sogar eine
Doro CD welche mir sogar einigermaßen zusagte. Das Album mag kontrovers
sein und nicht den üblichen Musikstil Doros repräsentieren - aber ich
fand es als chillige Ausreißer und Abhängmusik recht passabel. An jenem
Abend ging mir Doro aber gehörig auf die Nerven. Mag daran liegen, dass
ich eh schon ordentlich gereizt war, aber ich zog es vor zum Auto zu
pendeln. Zwischendrin konnte ich aus der Ferne ein Drumsolo vernehmen
und später hab ich nochmal vorbei geschaut. Klang zwar schon besser -
aber wirklich überzeugen konnte mich das nicht!
Ich
hing noch ein wenig bei den Merchständen ab, kippte dann irgendwann
angepisst sogar mein Bier weg und ging ins Auto. Denn das was sich um
mich herum tummelte war das allerletzte.
Ohne mich an den Haaren
festhängen zu wollen. Langhaarige gab es kaum mehr zu sehen. Auch ältere
Metalheads in Kutten verschwanden mehr und mehr von der Bühne und
überließen das Feld den kurzhaarigen Dorfdeppen und Glatzen.
Das
Verhalten ging weit über übliches Gegröhle hinnaus. Bezeichnend war
allein die Schlange beim Getränkeausschank. Mehrere rücksichtslose Asis
drängelten und schupsten ununterbrochen. Ich konnte 2x innerhalb von 5
Minuten sehen wie Leuten die Bierbecher regelrecht umgeschüttet wurden
als sie sich umdrehten und sich auch nur einen Hauch von Platz erbot.
Auch
von Respekt kann nicht die Rede sein. Friedlich unter einem Baum
schlafendem Menschen wurde nicht mal einen halben Meter neben das
Gesicht gepisst, Frauen wurden endlos unverschämt behandelt und
angesprochen.
Auf jedem Dorffest gibt es Vollidioten und mir schien
echt, als wäre dies eine Versammlung sämtlicher Vollidioten sämtlicher
Dörfer! Kann gut sein, dass dies nicht überall so war, aber um mich rum
gab es mehr als genug Gruppen welche bei längerer Beobachtung
zwangsläufig zum kollektiven Massenkotzen führten.
Der Gipfel ist und war, dass man
auf einem Festival wegen seinen langen Haaren regelrecht angepöpelt wird!
Sorry, das geht absolut gar nicht!!!
Das
Frei.Wild die allerletzten Phrasendrescher und Bauernfänger sind war
mir nichts neues - aber dieses Ausmaß an Idiotie konnte ich mir beim
besten Willen nicht vorstellen!
Das angelockte Puplikum ist genau
dieses, welches man am liebsten nur aus der Ferne sieht und nur so vor
bedenklichen Klischees strotzt. Gehisste Kategorie C Flaggen und Gedudel
mit so tollen Lyrics wie "wir wissen wer nicht arisch ist und sich
nicht zu benehmen weiß" (sinngemäß - keine Ahnung wie der genaue
Wortlaut war) sprechen eine mehr als nur deutliche Sprache.
Hurra
ich bin auf einem Bauwagenfestival mit Hobbynazis und vollgesoffenen
und asozialen Gesindel... - klingt hart, aber dieser Eindruck bot sich
mir mehrmals!
Verständlicherweise hatte ich absolut keine Lust
mehr auf diesen Tag - während Frei.Wild frenetisch stupide begröhlt
wurde... "Das Festival ist ausverkauft" *gröhlender Jubel* - "Das Land
der Vollidioten" und ich dachte mir nur. Oh ja... wie wahr, wie wahr...
In
bester Misanthropic Black Metal Manier saß ich also allein in meinem
Auto, hörte mir die erbeuteten CD's an oder versuchte später vergeblich
zu schlafen. Auf Onkel Tom hatte ich auch keine Lust mehr...
Resumee:
Dark Tranquillity -> Top
...
Organisation -> Schwach
Publikum -> zum davonlaufen
Bands -> ebenfalls
=>
Freitag totaler Flop!!
Aber zum Glück gab es ja noch einen Samstag. Da die Sonne mich schon um 5
Uhr nervte und das Auto auch nicht wirklich eine Hochburg des Komforts
ist (Smart ftw! xDD) war ich schon um 8 Uhr auf den Beinen und versuchte
wie schon am vorherigen Tag meine 8€ wieder zu bekommen. Dies gelang
mir auch irgendwann unter mehr oder weniger komplizierten Umständen.
Ganze 8€ bekam ich nicht mehr, aber immerhin gönnerhafte 7€... yeah...
Und
was macht man so - wenn man nichts zu tun hat und auf das
Festivalgelände keine Lust hat. Spazieren gehen. Beim ersten mal
wanderte ich nach Dischingen (einfach ~3km!) um mir ein Frühstück zu
besorgen. 3 Brezeln mussten reichen, waren billiger, besser und bestimmt
auch qualitativ hochwertiger als der übliche Festivalfraß.
Wobei
positiv angemerkt werden muss: Die Pizzen waren größer und besser als
ich es z.B. schon auf dem Summerbreeze und Ragnarök erlebt habe; wurden
frisch im Holzofen gebacken. Auch der Cheeseburger hatte eine
ordentliche Größe, war frisch zubereitet und dem Fastfoodfraß bekannter
Ketten überlegen.
Wenn ich was loben kann, dann diese zwei Stände. Auch die Preise für Bier, Wasser etc. pp. waren erfreulich günstig.
(man
erinnere sich an die unverschämten 2,50€ pro schlecht eingeschenkten
0,4l Wasser auf dem Summerbreeze '10 mit dem Vermerk, dass es anderswo
auch noch teurer sei... )
Wie ich feststellte war im
beschaulichen Dischingen alles dicht. Auch eine spätere Wanderung
entlang des Flusses mit lustigen Umwegen über den Flusslauf über
wacklige Steinen nach Dischingen war ernüchternd. 4 Wirtschaften - 4x
geschlossen. Samstag war definitiv ein Läufertag. Allein 12km nur um mit
nichts bzw. 3 Brezeln zurück zu kommen... T_T
Aber irgendwie
gelang es mir die im Überfluss vorhandene Zeit zu vertrödeln bis es um
18 Uhr mit den ersten Bands wieder los ging.
Erfreulicherweise hatten
schon etliche Idioten von gestern ihre Heimreise angetreten was
durchaus einiges über die musikalische und geistige Engstirnigkeit bzw.
Deplatzierung auf solch einem Festival aussagt.
Allmählich pilgerten
auch mehr Metalheads auf das Gelände, welche sich in weiser Vorraussicht
nur ein Tagesticket gesichert hatten. Die Stimmung wurde gleich
schlagartig besser!
Alsion
eröffneten das Spektakel, boten einen recht passablen Eindruck und
freuten sich über jeden Zuschauer der dabei war. Sonderlich lange
spielten sie allerdings nicht - von Anfang an hatte ich sie nicht
gesehen und eine unglaubliche Spielzeit von 25 Minuten verkürzen von
ganz alleine einen ausführlichen Bericht... *g*
Auf
The Sorrow
hatte ich mich durchaus gefreut - Musik mit Endung auf *core gefällt
mir in der Regel nicht; neben Heaven Shall Burn und But We Try it ist
The Sorrow aber eine Band welche eine Ausnahme darstellt.
Ich weiß
nicht, ob der Sound nicht perfekt war oder was los war - auf jeden Fall
fand ich nicht, dass die Energie der Songs welche ich kannte auch so
rüberkamen wie ich es erwartet hätte. Die Band bemühte sich
augenscheinlich, aber bis auf ein paar kurze, lichte und hoffnungsvolle
Momente war der Auftrittt nicht sehr hervorstechend.
Was
allerdings ohne Zweifel hervorstach waren wieder einmal rücksichtslose
Mosher welche ahnungslose, ältere Fans böse überraschten. Latent negativ
anmerken ließe sich die Bodenbeschaffenheit. Zwar war der Boden nicht
mit so irre großen Gesteinsbrocken wie auf dem Breeze '09 übersät, aber
unschmerzhaft sah ein Fall, v.a. mit freiem Oberkörper nicht aus...
Besonders
auffallend war ein leicht übergewichtiger Vollidiot mit kurzem Haar und
komischem Stirnband (fänd's ja lustig, wenn er dies hier lesen würde
*g*) welcher sich zu der gehirnamputierten Spezies der Violentdancer
zählte... Mühlenräder wären ja noch harmlos - gezielte Tritte und
Schläge von oben herab zählten ebenso zu seinem Reportoire und in mir
wuchs schon wieder so ein Hassgeschwür...
Abstand halten - dabei
bot sich allerdings an noch mal kurz die Toilette pardon Dixie
aufzusuchen, was zu essen und zum Trinken zu kaufen - um kurz vor Ende
des Auftritts von The Sorrow sich durch die locker gefüllten Reihen
einen guten Startplatz für die nächste Band zu sichern.
Die nächste Band hieß
The Damned Things
und waren natürlich nicht das Ziel sondern lediglich eine
Zwischenettappe. Das Ziel war die nachfolgende Band - konnte mir aber so
einen sehr guten Platz in der 2ten Reihe in der Mitte sichern... #
strike!
Um es auf den Punkt zu bringen... die Band war scheiße
und hatten einen undankbaren Auftritt! Dabei wäre es vollkommen egal
gewesen wie gut sie objektiv gesehen ist. Ihr ging es nicht besser als
Cantus Buranus vor Katatonia. Einfach nur die viel zu lange spielende
Band vor der Band welche man unbedingt sehen will... - lustiger oder
eher tragischerweise dachte nicht nur ich so, sondern 3 Reihen
Zuschauer. Natürlich kamen stets mehr Zuschauer, doch waren es dann halt
nicht mehr nur 3 Reihen welche eigentlich nur die nächste Band sehen
wollte, sondern eben 5 oder 7 oder 10.
Aber auch sonst war das
undefinierbare Rock/Hardcore Gedudel oder was immer es auch war völlig
belanglos. Der Band fiel dies natürlich auf bittere Art und Weise auf.
Es wurde kaum geklatscht, selten machte jemand bei den angesporten
Aktionen mit. Das mag zwar nicht ganz fein sein, aber nicht nur die
Qualität des eigenen Auftritts und die Qualität des zu erwartenden,
nachfolgenden Auftritts - auch das spöttische Kommentieren ob der
Situation verschäfte das ganze nur. Das undeutliche, englische Gebrummel
von "Danke wie toll hier spielen zu dürfen und danke für den tollen
Auftritt, so gut war das selten bla bla" war nicht nur äußerst
sarkastisch und nervig - es war generell ein ordentlicher Schuss ins
eigene Bein...
Aber halten wir uns nicht länger mit dem Geplänkel auf...
Während
des Soundchecks tauchte plötzlich Jon Schaffer auf - es wäre ein
leichtes gewesen, ein Autogramm zu bekommen oder wenigstens die Hände zu
schütteln. Die Verlockung war da, aber ich hatte weder meine riesige
"Slave to the Darkness" Box noch sonst was dabei (Autogrammstunden waren
ja leider nicht geplant gewesen) - noch wollte ich meinen wirklich sehr
guten Platz aufgeben.
Und nach gefühlten hundertausend Jahren und einem Intro vom Band... o.O - waren sie da....
Huldigungstrigger!!! xDD
Iced Earth!!!
Der
Grund um auf das Festival zu kommen, der Grund bzw. die Ursache warum
ich Anfing Metal zu hören, die seit immer ungeschlagene Nr. 1 in meinen
Charts, die Band mit den meisten einzel CD's, Shirts - nahezu
unverzeihliche Loyalität (über Owens kann man hinweg sehen *g*) - kurz
und prägnant: Meine absolute Lieblingsband, meine Helden... hach... =)
Nach über 6 Jahren endlich mal zu bezahlbaren Preisen und in einer realistischen Entfernung, ein Traum wurde war...
Und
sie rockten die Halle von oben bis unten. Barlow auf dem Zenit seines
Könnens, unglaublich wie der live abgeht - unglaubliche Stimmung,
perfekte Screams bis in den höchsten Tönen. Schaffer der absolute
Rythmusgitarrengott, Schlagzeug präzise und kräftig. Wenige Ansagen, die
Zeit war viel zu knapp bemessen (60 Minuten sind eine Frechheit wenn
man bedenkt, dass Proleten wie Freiwild 90 Minuten bekommen) - klasse
Trackauswahl... von "Declaration Day" über "Burnt Offering" hin zu
"Jack" - dem berührendem "I Died for You", die komplette Wicked
Trilogie!!! und einigen mehr...
Der Sound war spitze, die Stimmung genial, die Band überzeugend wie sie
nur in den kühnsten Träumen sein konnte und nichts konnte diese Maschine
aufhalten die eindeutig bewies, dass Heavy Metal/Power Metal mit
leichten Thrash Anteilen ordentlich Eier und Feuer hat! Selbst eine
kurzfristig ausgestöpselte Gitarre ließ sie nicht innehalten.
Proffessionell und dennoch voller Einsatz und Leidenschaft, gerührt ob
der Begeisterung...
Klatschen, Fäuste recken, Pommesgabel
strecken und Singen bis die Luft wegbleibt, schwelgen, freuen, träumen,
genießen und nie mehr vergessen... es war genial! Danke für diesen
tollen Auftritt der die ganze Scheiße vom Vortag sowas von wett
machte...
Ich hoff irgendwann noch ein gutes Bild zu finden auf
dem ich auch zu sehen bin... dass ich zig mal fotographiert worden bin
weiß ich - die Person vor mir war zu meiner Freude kleiner als ich... ;)
Ich überlegte mir kurzfristig, ob ich gleich gehen sollte... das Optimum
war eigentlich erreicht... aber ich schnappte erst mal Luft, puschte
mich mit Energietrinks auf, kaufte sofort die "Wicked Festivals" DVD und
war total zufrieden...
Ich hatte sie
beiläufig beim Anstehen für die Autogrammstunde von Katatonia schon
gesehen, aber ich wagte auch diesmal einen Blick auf
Kreator.
Thrash
Metal ist nicht so ganz meine Richtung, aber die Band war in der Tat
ein absoluter Killer und legten die ganze Halle in Schutt und Asche.
Einzig
Mille ging mir irgendwann gehörig auf die Nerven, weil er nach jedem
Lied einen noch größeren Moshpit forderte. Das ist vielleicht 2,3 mal...
meinetwegen noch 5 oder 6 mal witzig und cool... aber irgendwann nervt
es latent und erinnert mich an so lustige Kinderbücher wie die Raupe
Nimmersatt. xD
Nichtsdesto trotz wurde die Band verdient bejubelt
und gefeiert und Mille betonte wie toll das ganze war und dass das
Publikum das Publikum auf dem Sonisphere Festival tags zuvor "sowas von
gekillt" hätte... ;)
Irgendwann wolle ich noch
heim... eine Band stand noch auf dem Programm... soll ich? soll ich
nicht? - zum Glück hatte ich mir noch einen Gratis Sampler bei Nuclear
Blast abgestaubt auf dem Sabbaton ein Lied drauf hatten, was mich bewog
zu bleiben. Es schien interressant zu werden...
Aber erst mal der Soundcheck... und dieser zog sich wirklich extreeeeem lang.
Zwischendrin
hatten In Extremo einen Liveauftritt mit ihrem Lied "Vollmond" und
spätestens Manowar hatten mit "Warriors of the World" die Halle fest im
Griff und ärgerten die Soundcheckleute wohl ein wenig. Diese drehten
ihre Instrumente lauter auf und versuchten den tausendfachen Stimmenchor
niederzu walzen. Es war auf jeden Fall sehr erheiternd...
Und dann kam endlich
Sabaton
.... oder auch nicht. Dass man sein Intro mit einer anderen Band
einleiten lässt war verwunderlich, wenngleich Europe mit "The Final
Countdown" thematisch auf jeden Fall genau getroffen war...
Dann kam doch noch ein anderes Intro und es ging los...
Und
Sabaton wussten musikalisch ebenso absolut zu überzeugen und das
inzwischen zum Platzen gefüllte Zelt unterstrich ihren
Headlineranspruch. Zwischendrin wollte der gute Mann auch etwas sagen,
was ihm allerdings nicht ganz gelang. Penetrante "Bier, Bier, Bier"
schreien forderten ihn auf etwas zu trinken. Keine Ahnung ob das ein
altes Ritual ist oder welch Insider sich dahinter verbirgt, lustig war
es auf jeden Fall...
*Sänger trinkt Bier*
Publikum: Ex, Ex, Ex
Sänger: What you mean with Ex? You mean i should empty this?
*Publikum jubelt*
Sänger: Germany du bist doch bescheuert... *trinkt die Flasch leer*
Das ganze Spiel wiederholte sich noch mehrmals und hatte Aussagen wie "Do you have fun to watch me drinking beer?" zu Folge...
Ein
gelungener Abschluss der mich länger hielt als ich es vorhatte. Nach
gut der Hälfte der Zeit machte ich mich dann aber von dannen und fuhr
heim...
Was sich sagen lässt?
Freitag
war zweifelslos ein absoluter Reinfall, der Samstag das genaue
Gegenteil -> Ich hätte mir auch ein Tagesticket kaufen sollen und das
ganze wäre viel, viel besser gewesen...
Die Lage ist
nett, der Preis okay und es hat etliche gute Ansätze, trotzdem ist das
Festival teilweise echt unproffessionel... um 16 Uhr noch Leute ohne
Kontrolle reinzulassen lässt auf viel Ehrlichkeit hoffen, auch sonst gab
es teilweise sehr desinformierte Aussagen... - sich fragwürdige
Zuschauer zu holen indem man einschlägige Bands wiederholt einlädt und
ihnen einen Headlinerslot schenkt um die Karten möglichst ganz
loszuwerden ist eine nicht unerlaubte kommerzielle Absicht, das Resultat
aber erbärmlich.
Der Samstag war soweit gut, aber allein und ohne Hammerline-up sieht mich dieses Festival
NICHT mehr... sorry...
Grußliste: (ohne Samstag würde hier jetzt ein fickt euch, sterbt ausnahmslos alle stehen^^)
Den
urinierenden Jone :p (Cat -> Donauturm; we know =D ), den
kontaktfreudigen Straßen"händler" (ich hoffe die Nagelschere war gut
genug xDD) und seine mir ebenfalls vorgestellte Schar angelockter
Menschen, greets nach Ulm ;) - all jene welche von mir den trven
metalgigs.de Flyer erhalten hatten (Mögliche Empfänger wurden durch den
Verhaltensscan ausselektiert^^) und Caro welche stundenlang mit mir
telefonieren musste... ( Ich lieb dich ♥)