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Mittwoch, 19. November 2014

Sólstafir – 08ter November 2014 @ Nachtleben, Frankfurt

Folgendes ist ein chronologischer Affront, den für diesen Bericht überspringe ich ganze 15 noch nicht geschriebene Konzertberichte, derer es auch stetig immer mehr werden. Ob ich alle noch schreiben werde oder überhaupt werde schreiben können ziehe ich ein wenig in Zweifel, da das aber frisch ist und noch nicht alt, vermodert und fast schon verjährt, einfach zur Abwechlung mal ein "neuer" Bericht, viel Spaß:




Manchmal gibt es Tage, die sind gespickt mit Anzeichen, dass irgendwie der Wurm drin ist und der Tag nicht so läuft, wie man sich dies gerne wünscht. Dabei sah es anfangs ganz gut aus. Vom netten Micha – Gruß an dieser Stelle – bekam ich die Eintrittskarte geschenkt, was ob der Ratzfatz ausverkauften Veranstaltung sehr toll von ihm ist. Auch Zeit war vorhanden, morgens arbeiten – abends feiern, hört sich alles verdient an. Dazu mit Sólstafir einen sicheren Garanten für einen guten Abend und mit Sahg durchaus auch eine Band im Line-Up, die ich doch mal gerne hören würde. Aber von reibungslos kann leider nicht die Rede sein.

Eingerahmt wurde der Abend, das ganze Wochenende, gefühlt der ganze Monat vom illustren Bahnstreik, der mir vorab einiges an Kopfzerbrechen verursachte. Fahren die Anschlüsse, fährt überhaupt was – komme ich nach Frankfurt und noch viel wichtiger, davon auch irgendwie wieder weg?
Parallel dazu plagten mich noch Zahn- und daraus resultierende Kopfschmerzen vom Konzert der voran gegangen Woche mit Insomnium, als sich zwei Köpfe beim Bangen näher kamen, als sie es sollten. Drin sind sie noch alle, wackeln tut auch keiner – aber irgendwie war das nicht so gesund und was sich normalerweise, die letzten Tage über immerhin für ein paar Stunden mit Kopfschmerztabletten egalisieren musste, funktionierte an diesem Abend natürlich nicht.

Aber das war noch lange nicht alles, da ist durchaus noch einiges an Potential da – um den Abend stark zu beeinträchtigen, wenngleich auch zum Teil selbstverschuldet, wie die absolut unausgeschlafene Tatsache; das mich ein Forenchat mit viel zu lange nicht mehr „gesehenen“ Usern die Nacht über wach hielt. Natürlich bereue ich gar nichts, aber wir hantieren mit lächerlichen 3,5 Stunden Schlaf, welche mich den ganzen Tag und Nacht über begleiteten; und wesentlich mehr war mir auch in der vorangegangenen Nacht nicht gegönnt, oder kam einfach nicht zustande.

Völlig übermüdet und mit Kopfschmerzen wählte ich also aus einer Vielzahl an ausfallenden Zügen, die scheinbar verlässlichsten aus und hatte, ausgehend von den angegebenen Uhrzeiten (Einlass 18:00 Uhr, Beginn 19:00 Uhr) und abzüglich einer kurzen Stippvisite bei ehemaligen Kollegen ein Zeitkonto von ca. Minus 10 Minuten. Aber 10 Minuten von der ersten Band verpassen ist okay, immerhin fährt ja eine Bahn.
Sollte man meinen, denn kurz nachdem sie die erste Haltestelle passierte, fiel kurzfristig das Fahrtriebwerk aus und quälende 20 Minuten des Wartens zogen sich zäh dahin und schickten mich gleich auf die Bretter. Ich werde in Bahnen und Bussen wahnsinnig müde – was ich eh schon war; und wenn gar nix passiert – was bleibt mir auch noch viel über als zu schlafen?

Ich zog mir also gleich einen Energy-Trink am nächsten Automaten um irgendwie wieder auf die Beine zu kommen, klapperte die eingeplanten Routenpunkte schnell ab und verspeiste im Gehen noch flott eine Bratwurst um endlich im mehr als gut gefüllten Nachtleben einzutreffen.
In selbiger Location war ich bislang noch nie gewesen; mir war aber durchaus bewusst – dass sie zusammen mit dem Batschkapp betrieben wird, folglich waren die in meinen Augen überteuerten Getränkepreise keine Überraschung, sondern zu erwarten. 3€ für ein 0,3er Bier nach Wahl sind für mich teuer, ich mein das sind hochgerechnet 20 Mark für die Maß, ich glaub es hakt?!!


Ansonsten ist die Location eigentlich recht schnuckelig, die tapezierten Wände machen durchaus was her und wäre es nicht gerammelt voll gewesen, hätte sich sicher ein Gemütlichkeitsfaktor eingeschlichen, aber die Zuschauer standen wirklich dicht an dicht bis zur Tür.

Wie ich recht bald erfuhr, war die Band on Stage bereits Sahg, denn wie eingangs angedeutet – wenn es läuft, dann läuft es richtig; heißt konkret mit Betonung auf bereits, weil ich sie als zweite Band erwartet hatte und damit auch noch richtig lag! Scheinbar fing das Ganze gut eine halbe Stunde früher an als angekündigt, somit addiert mit den 10 Minuten eingeplanten Verspätung und der weiteren Verspätung durch die Bahn, war der Abend beim Eintreffen schon halb durch. Später wurde im Gespräch mit anderen Besuchern die HoGeLo (Hooligans gegen Lokführer) ins Leben gerufen; aber so viel Interaktion fand vorab noch nicht statt.
Im Gegenteil, empfand ich das Publikum ausgesprochen lethargisch und teilnahmslos, Applaus fiel gefühlt nur beiläufig und außerversehen und bei Anfeuerungsrufen traute ich mich ja fast nicht mal mitzumachen, so stoisch es sich vor der Bühne verhielt.

Und das hatten Sagh garantiert nicht verdient, denn sie wirkten unverkrampft und sympathisch und gaben sichtbar ihr Bestes um irgendwie ein wenig Leben in die Bude zu bringen. Der Sound war erdig und schwer, direkter und grooviger Stoner-Rock mit doomigen Querschlägern. Leider nicht ganz partout on point, ab und an riss bei mir die Begeisterung kurzzeitig und ich kam etwas ab vom Flow, aber insgesamt wirklich eine anständige Performance, mit lediglich – in meinen Augen, viel zu wenig Resonanz aus dem Publikum.

Das änderte sich bei Sólstafir schlagartig – allerdings nicht im Geringsten, wie ich es mir wünschte, aber dazu später mehr. Ich verrate gleich jetzt schon, es war bei weitem nicht mein bester Gig von ihnen, welche ich zum ersten Mal 2010 auf dem Summerbreeze sah, kurz darauf im Haus 11 in Stuttgart, was bislang der beste Auftritt war, in den Niederlanden auf dem FortaRock Festival 2012 und zuletzt auf dem Party.San Festival 2012. Bei letzterem hatten sie sehr viel Hall auf die Stimme gelegt, was ich bei anderen Bands kritisierte, hier aber zur Musik passte. Dieser war heuer nicht mal ansatzweise vorhanden und ich bin mir nicht sicher, was mir lieber gewesen wäre.
Für mich lebt die Musik von Sólstafir von verzauberter, tranceartiger Monotonie, welche selbst mit wenigen Riffs und oft scheinbarer Unklarheit es schafft, wunderbare Melodien zu erzeugen und sich jederzeit ausdrucksstark aus sich herauszubrechen und damit in jeglicher Phase der Musik eine unglaubliche, musikalische wie auch emotionale Tiefe zu erzeugen. Sie präsentiert für mich auf jeden Fall auch eine sphärische Weite, Freiheit aber auch Einsamkeit.
Diesem Gefühl auch nur ansatzweise nahe zu kommen, war bei den örtlichen Verhältnissen schon etwas schwieriger. Relativ kleiner Raum, niedrige Decke, zwar sehr guter aber auch knalldirekter Sound und überfüllt, vor allem mit Vollidioten… !

Mir geht es echt nicht in den Kopf, wie man zu Sólstafir permanent meint, einen Moshpit anzetteln zu müssen, das ist schlicht und ergreifend nicht die Musik dazu! Sólstafir zaubert so wunderschön ausschweifende Soundlandschaften und ich möchte ergriffen meine Augen schließen und diesen endlos gehaltenen Riff genießen, da bricht vor mir schon wieder Unruhe aus und die ganze Menge ächzt unter der egoistischer Selbstbespaßung einiger musikalischer Ignoranten. Wenn euer Ritalin falsch dosiert ist, wendet euch an euren Arzt, aber geht nicht den Leuten auf den Sack, denn da war ich bei Weitem nicht der einzige, der davon mehr als nur genervt war. Auch diesen komischen „wir-ziehen-uns-unser-Oberteil-aus-und-fassen-uns-an-und-hüpfen-im-Kreis-oder-gegeneinander“-Homotanz wollte niemand sehen. Was zur Hölle habt ihr denn für Musik gehört? Sólstafir wird es wohl kaum gewesen sein.

Der Auftritt war soweit recht passabel, die Ansagen lustig und humorvoll „silent, it’s so silent here – i like that. No, im not kidding“ und von da an flüsterte er immer wieder „silent, silent“ und das Publikum sollte mitflüstern und raunen. Dass der Frontmann gerne redet war nicht neu, hatte wieder nicht alles verstanden aber ich meinte – er fand das Rumgehopse vor der Bühne sogar auch doof.

Hier und da waren ein paar neue Songs vertreten, welche ich noch nicht kannte – aber sich perfekt in die Setlist einfügten, dazu auch ein paar meiner Favoriten – „Goddess Of the Ages“ – welches Performance technisch aber nicht an erwähnten Gig im Haus 11 heranreichte. Wie er da mit seiner Jacky Flasche über die Bühne torkelte, der Ausdruck, die Stimme dabei – Gänsehaut!! Diesmal war die Show leider nicht so stark, genauso wirkte er auf mich damals verzweifelter UND sobald der Song ein bisschen mehr Fahrt aufnahm, musste natürlich wieder gemosht werden. Was zur Hölle ist da bitte kaputt in den Köpfen? -.-

Als Beweis dafür, wie zivilisiert man zu der Musik sein kann, ein Link zum damaligen Auftritt – man sieht leider nur nicht alles so gut, er labert am Anfang noch ein wenig rum und ich stand damals auch ganz woanders, aber sehens- und hörenswert!
(https://www.youtube.com/watch?v=tJ4F7kuu8go)

Was bleibt, ein eigentlich guter Auftritt, der durch dämliche Zuschauer leider doch stark beeinträchtigt wurde. Schade, schade…

„Fun-Fact“: Als das Konzert um ca. 22 Uhr aus war, sollte der Streik eigentlich schon vorbei sein, trotzdem fielen die nächsten zwei S-Bahnen aus, worauf hin ich eine Stunde am Hauptbahnhof auf die nächste Regionalbahn wartete. Es war irgendwie nicht ganz mein Tag…


PS: Nochmals Grüße und vielen Dank an Micha, auch wenn das kumuliert unglaublich negativ klingt – war es doch noch ein schöner Abend und Musik war top, danke. ;)

Mittwoch, 27. November 2013

# Playlist - Woche 46''13'''

Kalenderwoche 46:

Einzigartige Künstler:  273
Gesamte Titel:  565
Insgesamt gespielt:  592

1. Insomnium 19x
2. In Flames 15x
2. Katatonia 15x
4. Draconian 14x
5. Poltergeist 10x
6. Iced Earth 9x
7. Moonspell 8x
7. Naglfar 8x
9. Ghost Brigade 7x
10. ASP 6x
10. Sólstafir 6x




Insomnium und In Flames im direkten Duell! Hier geht es um viel, sehr viel:
Zum Einen ringen beide vehement um den vorläufig dritten Platz der last.fm Jahrescharts 2013, sowie auch um die Frage - wer von beiden die beste Melo Death Band ist. Meiner subjektiven Meinung nach? Ersterer, inzwischen mehr als nur eindeutig wohingegen letztere zunehmend eine Art Modern Metal praktizieren, teilweise wird ihnen sogar schon ein Nu Metal Prädekat untergejubelt, was meiner Meinung nach doch zuviel des guten ist. Den vierten Platz hat In Flames in den All-Time Stats aber dennoch noch für wahrscheinlich ein paar Jahre sicher. Da übertrumpft einfach die Mehrzahl an Alben und die Gesetze der Stochastik.

Naglfar wird gerne mit Nagelfar verwechselt. Die ersten kommen aus Schweden, die zweiten aus Deutschland. Cooler sind aber die Schweden, welche zumindest live eine Bank waren. Albumtechnisch bin ich aber bislang noch nicht 100%-ig warm gelaufen und das trotz des immensen Zeitraums des Kennens. Immerhin schon gut 2 Jahre. Aber ich denk das wird, ganz schlecht sieht es ja nicht aus.

Ghost Brigade schon erwähnt? Nicht? Man nehme Katatonia und kreuze sie mit Disbelief und rühre noch eine Portion Eigenständigkeit unter. Fertig ist eine sagenhafte Band welche eigentlich IMMER geht. Nur ist die Konkurrenz recht groß. Platz 10 in den All-Time Charts ist noch nicht wirklich sicher.

Gleichermaßen zeitlos sind die Isländer um Sólstafir welche mir die Vorliebe für den tollen Jacky hinterließen. Ihr altes Album welches ich dieses Jahr entstaubte reiht sich fast nahtlos in ihre neuen Werke ein. So ganz benennen kann ich es aber nicht, dafür Shoegazed mich das einfach viel zu viel weg, mir gleich ob das die "offizielle" Genre-Bezeichnung ist oder nicht. Die Wirkung trifft aber denfinitv zu. "Köld" ist das bislang für mich aussagekräftigste Album. Nicht mal "Svartir sandar" kann da mithalte. Das ist zwar großartig, aber weckt in mir nicht gleichermaßen Erinnerungen...

Montag, 27. August 2012

Party.San Festival 2012 - 9/10/11ter August @ Schlotheim


Guten Tag, ich hätte gerne Magervark!

Nachdem wir schon zwei Tage zuvor Besuch beherbergten und im nahe gelegenen Biergarten unser Auto testeten, begann unsere Reise an einem Donnerstag zur Mittagszeit und endete kurz vor Ziel natürlich in einem Anreisestau direkt vor einer Wohnsiedlung, deren Bewohner uns wie Tiere beglotzten. Wartepausen wurden natürlich genutzt um den hilflosen Autofahrern Flyer in die Hand zu drücken, welche überwiegend scheinbar behalten wurden, statt weggeworfen, angezündet und/oder schlimmeres damit geschah.

Kurz vor dem Einlass wurden wir auch schon abgeholt und erfolgreich zu der bereits am Mittwoch schon hochgefahrenen Gruppe gelotst, sodass wir schlussendlich eine gut 14-30 Kopf starke Gruppe waren, die ich mehr oder weniger fast komplett direkt oder teils indirekt über Forenbeiträge und flüchtige Sichtungen kannte. Dass sich dieser Stellplatz am anderen Ende des Campingeländes befand war nicht weiter schlimm, da das Festival – ausgelegt für maximal wenn überhaupt 10.000 Besucher – klein genug war um die Strecke zur Bühne recht bequem zu Fuß zu bewältigen. Auf den zwei Landebahnen welche als Hauptwege dienten, ließ es sich sehr gut laufen und die Gefahr einer Schlammwüste bestand so überhaupt nicht, eher die – über Flunkyballspieler zu stolpern.

100PS - mindestens!
Viel spielte am Donnerstag nicht, die erste angestrebte Band Vallenfyre verpasste ich leider zeitlich, konnte mich aber zumindest damit trösten, sie eine Woche später auf dem Summer Breeze sehen zu können.

Den Auftakt bildeten also Sólstafir welche zugleich mein persönlicher Headliner des Abends waren. Eine Dreiviertelstunde zockten die Isländer ihr Set, welches ob der Spiellänge der einzelnen Songs natürlich nicht viele Lieder waren. Klang und Performance war okay, der Hall in der Stimme passend – dennoch nicht der beste Auftritt den ich von den isländischen Cowboys gesehen habe.

Danach folgten Sodom und Bolt Thrower („Die Kids kaufen’s halt“) welche nicht wirklich meinem Geschmack entsprachen, noch einen für mich sonderlich anziehenden Auftritt an den Tag legten. So beschränkte ich mich größtenteils darauf, nach Essen und CD’s inklusive Merch zu suchen, während im Hintergrund die Band spielte. Die Merchstände waren recht angenehm kreisartig um das ganze Gelände verteilt und die Menschenmasse übersichtlich genug, als dass man auch von dort gut auf die Bühne sah.

Hier fing der Stau irgendwo an...
Bier für 2,50€ für 0,4 Liter waren in meinen Augen ein fairer Preis und so endete der Abend heiter und fröhlich auf dem Campinggelände, mit noch mehr Alkohol einem verfi*** Schluckauf bis vollends alle schlapp machten und ich allein über den Platz schlich und hier und dort ein Bierchen oder einen Apfelwein verkostete bis ich beschloss mich kurz vor 7 Uhr morgens Alibi mäßig noch für eine Stunde auf’s Ohr zu hauen. Der Boden war ziemlich hart und von Mäuselöchern gesäumt, dazu später mehr.


Der nächste Tag fing gewohnt windig und kühl, aber auch gemütlich an. Die erste Band stand erst am frühen Abend auf dem Programm und so lohnte es sich auch die „Sanitäreinrichtungen“ unter die Lupe zu nehmen.


Duschen kostete 1,50€ - sauberes Klo 0,50€ und für diejenigen, die so was ganz oft nötig haben, gab es für 6€ eine „Shit & Shower“ – Flatrate was ehrlich gesagt eine coole Idee war. Trotzdem für mich absolut überflüssig, mit Hilfe eines strategischen Verdauungsplans kam ich mit 1€ preisgünstig weg - die Erwähnung des Ganzen ist deswegen noch sinnvoll, da die Toiletten wirklich sauber und das Personal sehr freundlich waren.

Und da es wirklich windig und kühl war und die Wolken die Sonne fleißig verdeckten, stand ich dick angezogen bereit zum Abmarsch. Ziel war Dark Fortress welche beim Ragnarök Fesival schon sehr überzeugen konnten und daher Pflichttermin waren. Da die Sonne aber ein Arschloch war, kam sie natürlich just in dem Moment in voller Pracht aus ihrem Versteck und beheizte meine Klamottenschicht und leuchtete die Band prächtig aus.
Das süße kleine braune Zelt war unsers. Natürlich
viel zu klein für einen "Riesen" wie mich,
aber sowas wie schlafen ging schon
Neben einem minimal schlechteren Sound, waren es daher lediglich atmosphärische Gründe welche erfolgreich verhinderten, dass die sympatische bayrische Black Metal Band ihren obig erwähnten Auftritt toppen konnte. Musikalisch voll und ganz überzeugend war es ein wirklich gelungener Gig, er wirkte halt nur nicht ganz so cool wie schon mal gesehen.

Immolation hatte ich mir irgendwie in meinem Wahn angestrichen gehabt, warum weiß ich leider nicht mehr, zumal ich nicht ein einziges Lied von der Truppe kenne, welche mich auch kaum überzeugen konnte und daher vollkommen belanglos an mir vorbei ging.

Beim Biernachholen wurden kurz Obscure Infinity gestreift welche ich wohl leider mit den zuvor spielenden December Flower verwechselt hatte und auch hier vertrieb mich das übertriebene Gepolter eher, als dass es mich fesseln konnte. Wie sich vielleicht andeutet, bahnten sich erste Anzeichen an die meinen Ruf als Mister Demenz manifestierten.

Dann kam Ghost Brigade auf die ich mich nach dem übergenialen Auftritt 2009 auf dem Summerbreeze tierisch gefreut hatte und wir konnten uns wirklich gute Plätze zentral vor der Bühne in der zweiten Reihe sichern. Was dann folgte war aber eher traurig, denn überzeugend. Natürlich muss mit einem stärkeren „Bassgefühl“ gerechnet werden, wenn man wenige Meter vor dem überdimensionalen Subwoofer steht, trotzdem war der Sound zu basslastig, die Vocals anfangs viel zu leise, die Gitarrensound war ein paar mal stark übersteuert und die clean Vocals hatten einen viel zu großen Hall. Wenn das Echo gut eine Sekunde hinterherhinkt, wirkt dies nicht mehr tief sondern störend, da unpassend überlappend. Ein für mich sehr enttäuschender Auftritt, welcher nicht an der Performance, sondern allein an der Technik kläglich scheiterte.

Limitiert auf 700 Stück, unterschrieben
rotes Vinyl und gehört: MIR!!!
Zu Haradwaith spähte ich kurz ins Newcomerstage, welche mir unterbewusst etwas sagten und auch vielversprechend klangen. Leider hatte ich nicht sonderlich viel Zeit dafür, ich musste ziemlich schnell zum Merchstand, mir die limitierte Ghost Brigade EP in rotem Vinyl angeln und das ganze unterschreiben lassen. Nachdem sich irgendwann herauskristallisierte wer jetzt überhaupt dazu gehört, da gefühlte fünf Bands gleichzeitig dort rum standen, wurden schnell Hände geschüttelt, Unterschriften getätigt und das ganze sicher im Auto verstaut.

Nile hatten in meinen Augen wieder einen recht öden Auftritt und fanden daher auch kaum Beachtung. Zwischenzeitlich war ich arm wie Kirchenmaus da ich geistig umnachtet alles kaufte was man mir vor die Nase hielt was bei der Ankunft daheim für das ein oder andere „Warum hab ich das eigentlich gekauft und vor allem für den Preis?!“ sorgte.


Ein ziemliche "sauberes" Bild. Schön anzusehen auch
der Allzweckreiniger und das Aushilfstaschentuch
namens Toastbrot. Nicht 4 lagig, sondern körnig.
Headliner des Abends waren Immortal, welche mit reichlicher Verspätung auf die Bühne tanzten. Und es war ulkig, wer ihre Videos kennt weiß was einem erwartet und so wurde auch gleich beim ersten Lied wie wild von links nach rechts gerannt, Grimassen gezogen und legendäre Crap Moves getätigt. Und wenn sich dies eine Band erlauben kann, dann einzig und allein Immortal. Dass das Ganze nicht komplett zur Farce verkam, dafür sorgte die musikalische Kompetenz welche wesentlich ausgereifter war, als man dies auf dem ersten Blick vermuten mag. Und sooo reinrassiger Black Metal ist das ganze sowieso nicht. Da das Ganze inklusive Wartezeit zwei Stunden locker überschritt, pendelte ich zwischendurch ein paar mal zum Campingground und zurück, bevor ich das Ende sitzend genoss. Umstehende Personen versuchten sich permanent an Imitationen, sodass dort auf jeden Fall ebenfalls für genug optische Aktion gesorgt war. Irgendwann pflanzte sich noch ein netter Franzose neben mich auf den Boden und nach ein paar Gesprächen und kurzem Abstechern in die Metaldisco war es an der Zeit den Rückzug anzutreten.


Ein zufällig fotografierter schöner Mann mit
zuviel Sonne im Gesicht.
Am nächsten Morgen war mir immer mal wieder speiübel da mir der permanente Schluckauf inzwischen ordentlich auf den Magen schlug, trotzdem war ich pünktlich mittags zu Nocte Obducta am Start. Natürlich war dieser Auftritt lange nicht so intim wie ein paar Wochen zuvor im Steinbruch, trotzdem hatte dieser leider viel zu kurze Auftritt viel Charme und Klasse. „Es fließe Blut“ war natürlich erneut der Anheizer und auch sonst bot die Band einen stark verkürzten Streifzug durch ihr Schaffen. Die Ansagen waren erneut geprägt von Blödeleien und viel Humor, „Und Pan spielt die Flöte“ wurde trotz Wunsch des Publikums erneut nicht gespielt, wäre aber auch zeitlich unmöglich gewesen. Dafür ein Song mit nur zwei Riffs, denn das konnte sie noch schnell spielen.

Archgoat war dann überwiegend die Hintergrundmusik, während es sich bequem auf dem Rasen gemacht wurde. Performance folglich nicht gesehen, musikalisch war das ganze nicht zwingend aber annehmbar.

Da das Geld nun endgültig alle war, wurden die letzten Euronen zusammengekratzt um sich den Shuttelbus leisten zu können. Dieser war nämlich ausnahmsweise nicht umsonst und/oder preisgünstig sondern kostete jeweils satte 1,50€ - sprich inklusive Rückfahrt 3€. Die Fahrt war ähhh interessant… da die Thüringer Straßen stolz Pate für manch Achterbahnentwurf standen und der Busfahrer ein verkappter Formel 1 Pilot war, wirbelte der Magen munter drauf los. Ausnahmsweise war ich verdammt froh am Vorabend nicht mehr gesoffen zu haben.

Während der nah an der Haltestelle liegende Edeka Markt noch prall gefüllt war, starb die kleine Ortschaft in der Tiefe fast vollkommen aus. Die unverschämt überteuerte Pizza in dem kleinen Restaurant auf dem großen Markt(?)-platz hatte zumindest einen gewissen Desperadoflair.
Meine Definition von angenehmer Festivalgröße

Frisch gestärkt legte ich mir endlich die coole Flöte zu mit der wir zu viert als Quartett die ganze Nachbarschaft in Flucht und Tinitus bliesen und freiwild’sche Inzestlieder mitten aus dem Leben coverten. Leider sind die Vocals im einzigen Video etwas arg B.Trunken und kaum hörbar und der sadistische Tonfall der Blasinstrumente übertrieben geschönt. Aber mal schauen was ich aus der Tonspur in der Zukunft noch anstellen kann… *hehe*


Nachdem noch die unglücklich und unabsichtlich platt gewälzte Maus - welche zuvor provokant auf die Campingstühle schiss um sich anschließend in suizidaler Manier unters Zelt zu werfen - erfolglos in der Havanaflasche beerdigt wurde und daher umsonst schön gepflegt wurde, beendeten wir die saftende Angelegenheit und konzentrierten uns wieder auf das Line-up.

Insomnium waren an der Reihe welche vor einem schönen Bühnenbild eine sicherlich tolle Show ablieferten, nur war mir lediglich in dem Moment die Laune etwas abhanden gekommen, insofern ließ mich der Auftritt leider unverdient kalt.

Während wir Tankard passen ließen – stocknüchtern als morgiger Fahrer – war mir noch weniger nach Bier Metal, kühlten die Außentemperaturen auf frostbittene 9° ab, kombiniert mit einem gefühlt sibirischem Wind.

Zum Glück kein Kohlenmonoxidunfall, aber leider
wieder ein Todesopfer auf einem Festival.
R.I.P. Maus! =\
Zum Glück hatten Naglfar ordentlich Pyro an Bord, sodass recht weit vorne stehend, ein wenig Wärme in die kalte Welt getragen wurde. Auftauen musste ich im wahrsten Sinne des Wortes auch bei diesem Auftritt, welcher technisch nicht einwandfrei begann, sich zunehmend aber steigern konnte und gegen Ende wahrlich annehmlich war. Auf den Sack gingen mir da höchstens die permanenten Egodrängler denen ich am liebsten irgendwelche wichtigen Sehnen an der Kniekehle hätte kürzen wollen.

Bei Behemoth, der letzten Band und dem letzten Headliner hatten wir einen besseren Platz variierend in Reihe zwei bis vier und bis auf französische Camper mit überdimensionalen Rucksäcken direkt vor der Bühne (wtf?!) konnten die meisten Eindringlinge erfolgreich abgeblockt werden.
Und es hatte sich mehr als nur gelohnt. Zwar waren erste Körperteile gefühlt auf Eis liegend, doch der übermächtige Sound und die imposante Bühnenshow waren mehr als Entschädigung genug. Von Fahnenträgern, Pyroeinsatz bis hin zu brennenden umgedrehten Kreuzen und „Konfettiregen“ – das ganze war nicht nur ein Konzert, das ganze war eine perfekt inszenierte und zelebrierte schwarze Messe. Der Sound war druckvoll und böse, die kleinen Podeste ließen die Band und den Sänger wie überdimensionale und mächtige Priester erscheinen und es war mehr als nur sehenswert. Extrem geil gemacht!!


Damit war das Festival auch schon mehr oder weniger vorbei und nach einer komplizierten Wurfzeltverstauung am nächsten Morgen konnte irgendwann am frühen Mittag die Abreise beginnen.

Als Fazit lässt sich sagen: Angenehme Größe, sehr gute Preise, freundliches Personal, ein insgesamt starkes Billing, überwiegend guter Sound der in meinen Augen leider die falschen Bands im Stich ließ und eine lohnenswerte Veranstaltung. Auf jeden Fall eine Erwägung nächstes Jahr wert.
Es war toll nach teilweise über einem Jahr wieder die ganzen alten Chaoten zu sehen und wenn ich noch ein zufällig drei Schlusssätze verlieren sollte dann:
1.)    Wenn jemand mit „Obacht ich…“ anfängt dann renn!
2.)    Irgendwie war ja doch mehr als genug Pavillon für alle da!
3.)    Und zum Schluss… wer dabei war, wird den ganzen Bericht irgendwie lustiger finden…

PS: Wie konnte ich den vergessen... "Schwätz mir doch kei Varg Patch a mei Kudde nah!!"Überspruch des Festivals schlechthin... =D



Obligatorische Grüße gehen an:
Caro, Dennis, Patrick, Benni, Nick, Max, Sandra, Forentrolle, Dichtsäcke, deutsch sprechende Franzosen, irgendwelche Kinder, Frankfurter Bierspender und dem ganzen Haufen. Wenn ich jemand bewusst ignoriert habe war dies Absicht, falls vergessen – ihr wisst ja: Ich bin Mr. Demenz… ;)

Donnerstag, 7. Juni 2012

FortaRock Festival 2012 – 02ter Juni @ Park Brakkenstein, Nijmegen (NL)


Plattenbörsentermine mit Metal on Wheels
Ich werde nicht umhin kommen, diesen Bericht ohne einen kleinen Schuss gerechtfertigte Werbung zu verfassen, welches allerdings meine Objektivität nicht im Geringsten trübt!

So viel sei gesagt, mein langjähriger Plattenhändler und Anlaufstelle Nr. 1 (Metal on Wheels) auf jeglicher Messe (diesjähriger Termine siehe Bild) bot mir überraschend an, mich auf besagtes Festival mitzunehmen, sofern ich die Übernachtungskosten selber zahle und beim Auf- und Abbau mitwirke und hier und da am Stand aushelfe. Fahrtkosten und Ticket zahlte er und bei CD Käufen meinerseits wäre durchaus preislich etwas machbar. Klang nach einem fairen Deal, somit war ich nach anfänglichen Unsicherheiten (bekomm ich da jetzt frei oder nicht?) sofort dabei.

Am Freitag quartierten wir uns in Kranenburg ein und fuhren am Samstag schon früh los auf das nicht gerade mal 20km entfernte Event. Das Festival fand am Standrand im Park Brakkenstein statt und war absolut bescheuert, sprich gar nicht ausgeschildert. Es war nicht wirklich ersichtlich, welche Einfahrt man nehmen musste und auch Securitys oder sonstige Aushilfsposten zur Anweisung fehlten. Das ganze sah einfach nach einer friedlichen, ruhigen Gegend aus und nicht gerade nach einem Ort, an dem in wenigen Stunden der Himmel abgerissen werden sollte.
Es war so schön verlassen und idyllisch

Angekommen bestätigte sich der zuerst gewonnene Eindruck auf eine positive Art und Weise. Das war wirklich idyllisch und gemütlich, Platz sah topp aus, eingesäumt von Bäumen, welche vereinzelt stehend auch Schatten spendeten. Zelt und Mainstage lagen weit genug voneinander entfernt und der Metalmarkt ideal rechts neben der Main. Somit war es mir jederzeit möglich, vom Stand aus auf die Bühne zu sehen. Perfekt!

Armbändchen gab es leider nicht, dies dürfte vor allem für Besucher, welche das Gelände verlassen wollten ein Problem gewesen sein, ich hingegen erhielt ein von Jägermeister gesponsertes Schlüsselband mit einem „Metalmarket Festival Fair“ Ausweis. Damit sah ich nicht nur nach VIP aus, sondern hätte auch diese weiteren exklusiven Möglichkeiten wie „Verlassen und wieder betreten“ gehabt.

Die Bands spielten auf den beiden Bühnen jeweils abwechselnd und nahtlos, Überschneidungen oder Wartepausen gab es bis zum Ende nicht. Im Zelt eröffneten Benighted, welche mir mit ihrem Brutal Death Metal und Grindcore Geschrubbel allerdings nicht wirklich viel gaben. Auch vom Sound her war dies nicht das Gelbe vom Ei. Wirkte viel zu unklar und matschig.

Sólstafir und große Menschen vor mir...
Als nächstes folgte mit Sólstafir kurz nach 12 Uhr schon mein Headliner schlechthin auf dem diesjährigen Billing. Unter der strahlenden Sonne und vor überraschend wenig Publikum legten die isländischen Cowboys eine ordentliche Show an den Tag. Hier sei gesagt, ich war zuerst schockiert ob des Sounds. Direkt vom Stand aus klang das nicht 1A, vor allem das Schlagzeug wirkte da merkwürdig. Aber direkt vor der Bühne passte dies. Dies sei im Hinterkopf behalten, da ich die meisten Auftritte vom Stand aus sah, folglich nicht jedes Mal den idealen Sound dabei hatte! Der Hall an den Vocals war stark aufgedreht, passte aber perfekt und gehörte sich auch so. Die Typen waren und wirkten einfach cool und wussten mich nunmehr auch ein drittes Mal zu begeistern.



Von Asphyx im Zelt war ich weniger angetan. Sie wussten mir zwar mehr als Benighted zu gefallen, aber da ich nur am Rande des Zeltes und nicht im Zelt stand, sah ich aufgrund der Lichtverhältnisse nicht nur nahe nichts, auch der sowieso schon schwache Sound im Zelt drang so nur abgeschwächt zu mir. Die für mich reizvolleren, langsamen, doomigen Parts waren scheinbar schon gespielt und so gab es nicht allzu viele Argumente, mich lange dort zu halten.

Ein paar Schritt zurück und perfekter Blick auf
die Bühne von der "Arbeit" aus!
Mit Devin Townsend trat ein Verrückter höchstpersönlich die Bühne und untermauerte eins ganz klar: im bescheuerten Grimassen schneiden führt kein Weg an ihm vorbei!
Ansonsten klang das ganze auch recht konfus. Es gab ruhige, eingängliche Songs, elektronische Spielereien aber auch Stellen, die einfach unrund, schief, sich im Stil brechend waren. Das ganze kann und mag Provokation oder „Kunst“ sein, ging aber auf Dauer und gegen Ende zunehmend auf den Sack.

Die nächste Band ließ ich aus und hielt einmal Ausschau nach Essen und Co. Sofern mein nicht vorhandenes niederländisch richtig war, benötigte man hierfür Marken. D.h. Essen und Trinken konnten ausschließlich damit bezahlt werden. Marken bekam man an einem extra Stand und der war eigentlich auch schon das Hauptproblem. Diese-gottverdammt-langen-Schlangen-die-nie-weniger-oder-kürzer-wurden!! Nach dem zweiten Anstellversuch reichte mir danach nur noch ein Blick auf die Länge und ich ließ es gleich bleiben. D.h. kein extra Essen und/oder Bier auf einem Festival. Schade, aber das hat mir wesentlich zu lang gedauert. Daher zurück zu den Bands:

Trivium ballerten sofort kräftig drauf los, ließen in meinen Augen aber zunehmend nach. Vor allem die Clean Passagen verliefen sich zunehmend in belanglosen, oberflächlichen Melodien. Das hatte weder Biss noch war irgendwie tief schürend. Für mich unter dem Strich daher recht öde.

Da wussten Anthrax schon mehr zu gefallen, deren Sänger einen Heidenspaß hatte. Trotzdem sah ich das meiste nicht, da ich in der Zeit munter Platten vertickte. Aber was ich zu hören bekam, ging voll und ganz in Ordnung.

Meshuggah - leider mit viel zu miesem
Sound.
Nächste Anlaufstation im Zelt war Meshuggah und womit fang ich am besten an? Das sie unter anderem zu meiner Freude ihr Überlied „Bleed“ zockten und im Großen und Ganzen unbangbar sind, sofern man sich nicht auf 5 Takte gleichzeitig bewegen kann während man diverse Polynomdivisionen löst? Oder damit, dass der Sänger mir zu leise vorkam, was zwar in diesem progressivem Misch-Masch nicht sonderlich schlimm war, da auch die Instrumente ihre tragende Rollen spielen – was aber (Luft holen!) – wieder einmal nicht so klasse funktionierte, da der Sound einfach nicht fein genug war, um zum Beispiel die Polyrhythmik des Schlagzeugs auch nur annähernd gebührend einzufangen?
Wie auch immer, der Auftritt war wie meine Bilder. Zwar auf den Punkt, aber leider nicht ganz scharf was an der Akustik, dem Soundsetting oder woran auch immer gelegen haben mag. (Zu billige Handykamera eines nur geliehenen Handys war’s bei mir)



Zurück zum Stand und schon starteten Machine Head welche einen souveränen Auftritt ablieferten. Das ganze war in sich stimmig und hörte sich auch abseits der Bühne mit verminderter Soundqualität über weite Teile brauchbar an.
Vor allem hier fiel aber auf: In den Niederlanden muss das Bier echt scheiße schmecken…

Vorteile von Becherpfand. OHNE WORTE...
Keine Ahnung was für eine (Un-)Sitte das sein soll, aber dieses andauernde Becher gen Bühne bzw. vor sich in die Menge werfen mit dem chronischen, letzten bis hin zu den letzten 5 Schlucken entzog sich komplett meinem rationalen Verstand. Da kann das (natürlich nicht erhobene) Pfand nicht teuer genug sein, wenn man sich den Mist hinterher mal anschaut!

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch kurz die anfangs ulkigen Urinalstände ansprechen, welche es ermöglichen 4 Bedürftige auf 1m² gleichzeitig zu erleichtern, welche bis dahin nicht mehr ulkig, da randvoll waren. Wie es bei den Frauen aussah kann ich nicht beurteilen, allerdings muss es schon sehr verzweifelnd gewesen sein, wenn keine 10 Meter Luftlinie vor uns am Stand die Hose fällt.

Naja, wie dem auch sei, einer Anekdote zu Folge äußerte ich mich anno 2010 auf dem Summerbreeze etwas undeutlich was die legendäre Frage, „Wie du schmeißt Slayer raus?“ hervorbrachte. „Ja. Ich sag ihr dürft spielen …. NICHT!“ war meine Antwort und so wie es aussieht hatte ich Erfolg… *g*

Ich hab Slayer rausgeschmissen...
Die Wahrheit ist, ich sah sehr wenig von Slayer. Sieht man von einer weit sichtbaren Lichtshow mal ab, konnte ich maximal ein paar Mal durch die frisch aufgestellten Zäune spähen, welche in der Pause aufgestellt wurden, damit die Händler ihre Stände abbauen konnten. Und wie sollte es auch anders sein, pünktlich nach Beendigung der Zugabe war der Auftritt schon zu Ende.
Was natürlich allgegenwärtig zu hören war, hatte Hand und Fuß und war nicht von schlechten Eltern. Richtig feiern hätte ich dies in dieser Art und Weise aber nur vor der Bühne können. Während dem Sackkarrenschieben reduziert sich der Fokus darauf nämlich irgendwie etwas.



Entspannte Atmosphäre: Sonnensegel, ein
Bier, gute Musik und was will man mehr?
Unter dem Strich bleibt aber ein sehr angenehmes, gechilltes Festival, welches Wetter mäßig noch mal Gnade walten ließ. Die große Unwetterfront kam erst am nächsten Tag auf der Heimfahrt und löste u.a. einen Unfall keine 800 Meter vor uns auf der Autobahn aus. Aber da kamen wir glücklich dran vorbei.

Genre mäßig nicht meine Favoriten erwischt, trotzdem viel Spaß gehabt. Als Fazit ein Memo an mich selbst: bessere Kamera kaufen/mitnehmen…


PS: Auf Youtube hab ich einen sehr schönen Zusammenschnitt der Userin Moon3NL entdeckt, link wie folgt: http://www.youtube.com/watch?v=yzPa8a5bq-s
PS2: Solltet ihr eine der oben abgebildeten Messen besuchen wollen und ihr sucht nach etwas bestimmtem, könnt ihr euch unter metalonwheels@yahoo.com an den Plattenhändler wenden. Das steht u.a. auf der Vorderseite des Flyers. ;)