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Dienstag, 5. April 2016

Shining – Tour 2015 – 17ter November @ Schlachthof, Wiesbaden



Gleich am nächsten Tag ging die Sause weiter, diesmal mit einem Hammer Line-Up und daher zum Glück einer sicheren Bank. Imperium Dekadenz konnte ich vorher schon 2x live sehen, Der Weg einer Freiheit 3x und den Headliner Shining ebenso 3x. Ich wusste also genau was mich erwartete und ich konnte es daher auch kaum erwarten.

Da ich am Bahnhof gleich beim McDonalds (das entwickelt sich inzwischen sowas von zum Trend, mit der S-Bahn runter zum Hauptbahnhof fahren, dort irgendeinen Groschenroman kaufen der gut in die Hosentasche passt, auf dem Weg nach Wiesbaden lesen oder pennen, oder beides und danach noch schnell beim Mäces noch schnell was snacken was auf dem Weg zum Schlachthof lässig gegessen wird) Chris und Marc traf und kennen lernte, verzögerte sich die Ankunft etwas. Aber wie gesagt, ich habe jede Band ja schon mehrfach gesehen und daher nicht diese Ungeduld wie sonst, wenn ich merke, dass ich nicht pünktlich zu Beginn der Veranstaltung aufschlage.

Folglich waren Imperium Dekadenz schon auf den Brettern und gaben bereits direkt Vollgas. Eingängig aber dennoch vielfältig wenngleich schnörkellos, die Band gehört für mich mit zur deutschen Black Metal Oberklasse und verbinden spielend Atmosphäre und Melodie mit Härte und einer gewissen Schroffheit. Ich finde den Sound rau, nicht glatt poliert aber dabei nicht übertrieben wie das typische Geschepper aus dem Keller. Kann ich absolut nur empfehlen, sowohl auf Scheibe als auch live.
Umso erfreuter war ich natürlich, als mein Lieblingslied „Im Reich der fahlen Seelen“ gespielt wurde, wenngleich leider ausgerechnet hier kurz der Ton nicht ganz stimmte.

Der Weg einer Freiheit spielten einige Songs, welche ich nicht kannte. Grundsätzlich liefert die Band solide Kost ab, hatte hier aber auch leicht langatmige Passagen, welche allein stehend sicherlich zu verkraften, direkt hinter Imperium im Kontrast leider doch recht energiearm wirkten. Aus diesen Abschnitten konnte sich aber zu jederzeit wieder befreit werden, der Übergang kam hie und da dem Breakdown aus dem Hardcore gar nicht mal so fern. Aber das verwundert ja auch nicht, was absolut wertungsfrei gemeint ist.
Um nicht falsch verstanden zu werden, größtenteils war das wirklich sehr gut, aber gefühlt hatte der Auftritt je nach Lied dann doch kleine Hänger, welche ich zuletzt als Vorgruppe von Satyricon (Bericht natürlich noch nicht geschrieben, wo kommen wir da auch hin) nicht so in Erinnerung hatte. Da ich aber auch da nicht die Setlist überprüft habe, eine Behauptung rein aus dem Bauch heraus. Dennoch kann der Haken ohne Bedenken hinter bravourös bestanden setzen.

Und dann stand Shining auf der Programmliste, meine Schilderungen vergangener Skandale stachelte aber vor allem Marc dazu an, nicht wie empfohlen etwas auf Abstand zu gehen, im Gegenteil war die erste Reihe das anvisierte Ziel. Irgendwas zwischen Reihe eins und drei wurde es dann auch. Kvarforth weiß natürlich ungemein die Bühne zu dominieren, er wirkt groß, imposant, bedrohlich, gefährlich und definitiv durchgeknallt – aber er fasziniert und hat eine unglaublich mächtige Stimme mit der er wirklich wahnsinnig viel herausholen kann. Wirklich gut kenne ich bislang nur das erste Album von Shining, wenngleich ich die meisten besitze, ich bin nur noch nicht dazu gekommen sie zu hören. Ich finde das Album ganz okay, trotzdem reicht es bei weitem nicht an das heran, was der gute, oder auch böse Mann da live auf der Bühne zaubert.

Er ist ein unsympathisches Arschloch, aber singen kann er definitiv und er dominiert mit seiner Boshaftigkeit oder Verrücktheit kompromisslos und äußerst faszinierend. Lässt man sich darauf ein, hat man neben dem Nervenkitzel, Anspannung und Erwartung das irgendetwas absolut Unvorhergesehenes, Verrücktes passiert – was leider absolut ekelhaft-voyeuristisch klingt, sich Kvarforth aber selbst zuzuschreiben hat, womöglich sogar Kalkül war – ein ungemein intensives Konzerterlebnis, was in dieser Arten seinesgleichen sucht.

Erfreulicherweise, was ich ehrlich gesagt echt begrüße, war Kvarforth heuer aber sehr brav, sein Gebrabbel versteht man meistens sowieso nicht und wenn, dann war es nicht scharf genug um die Menge gegen sich aufzubringen und bis auf einen kurzen Moment, in dem er den Rauswurf eines Konzertbesuchers forcierte, da er sonst nicht weiterspielen würde, da dieser seinen Gitarristen beleidigt hätte, war alles ganz gelassen und entspannt.
Und das ist und war auch gut so, ob der Rauswurf gerechtfertigt war, entzieht sich meiner Kenntnis – aber auf jeden Fall lag der Schwerpunkt definitiv auf der Musik. So soll es auch sein, wer auf irgendeinen Skandal gehofft hatte, wurde enttäuscht – wer wegen der guten Musik da war, hatte hingegen heute das ganz große Los gezogen.

Nachdem Marc stetig auf der Suche nach suizidalen Girls war, wie gesagt Shining hat seinen Ruf weg, wenngleich der völlig anders intendiert war – lernte ich so indirekt noch Ana und Bily kennen, zwei Austauschstudenten aus Brasilien bzw. Frankreich und fuhr mit ihnen zusammen in der gleichen Bahn heim, wo wir noch auf Max stießen.

Insgesamt ein wirklich genialer Abend, voller Laden aber noch genug Platz um sich bewegen zu können, nur Top-Bands, ein Auftritt von Shining bei dem es rein um die Musik ging, darüber hinaus noch lauter tolle und nette Leute kennen gelernt, auf dem Weg zum Bahnhof Hasen und Ratten über den Weg laufen sehen, kein Witz – die gibt es da wirklich in Hülle und Fülle, was will man noch mehr? (Gut Hasen und v.a. Ratten brauche ich jetzt nicht immer, aber dieser Moment, direkt nach einem lebensverneinenden Konzert, auf dem Heimweg plötzlich unschuldig vor sich hin hoppelnde Hasen zu sehen, das ist so, was zur Hölle?!! – geil?)

Dass ich mich vorab für diesen Abend und nicht für Children of Bodom und Lamb of God entschieden hatte, was zwei Tage später stattgefunden hätte, war ebenfalls die richtige Wahl. Dieses Konzert wurde aufgrund des Anschlags in Paris abgesagt.
Für mich eine schwierige Angelegenheit, da definitiv das falsche Zeichen v.a. da keinerlei Bedrohungslage gegeben war, aber wer bin ich auch schon, in solch einer Zeit einer Band vorzuschreiben ob sie spielen soll oder nicht?

Aber dennoch, nicht einschüchtern oder einschränken lassen, Kopf hoch und weitermachen! ;)

Sonntag, 15. März 2015

# Erinnerungslücke Satans Convention 2013 – 28ter Dezember @ Halle 101, Speyer



Mit alten Traditionen soll man nicht brechen, insofern fiel natürlich sofort wieder das damals schon stark kritisierte Pfandsystem ins Auge (http://etalusicore.blogspot.de/2013/12/sinister-howling-iii-09ter-november.html ), welches  mir am Ende ungewollt erneut Ärger, als auch finanziellen Gewinn einbrachte.
Ursache diesmal war auch, dass sich die Preise der Cocktails scheinbar änderten, plötzlich  kostete das Kleine, genauso viel wie das Große was von mir auch reklamiert wurde, dann war mal scheinbar Pfand dabei, mal nicht, mal wurde an der Theke doch gewechselt und ausgezahlt und übersichtlich war es mitnichten. Scheinbar peilt die Hälfte der Beschäftigen selbst nicht durch, wie ihr Pfandmarkensystem funktioniert.  Daher in meinen Augen auch vollkommen legitim , dass am Ende das ein oder andere Getränk „umsonst“ war, nachdem ich absolut krude, nicht nachvollziehbare Beträge genannt bekommen habe und dergleichen auch verständlicherweise reklamierte.

Aber wenden wir uns der Musik zu und dem, was ich noch davon berichten kann. Die erste Band, Moribund Oblivion verpassten wir zeitlich, sodass wir SATURNALIA TEMPLE  als erste Band begrüßen durften. Und das war ausgesprochen komisch – nicht ob der musikalischen Qualität, ehrlich gesagt gefiel mir die Musik recht gut, da ich eben auch einen Faible für Doom und Stoner habe, nur war dies ein eindeutig als Black Metal Fest proklamiert. Da war nicht ein Hauch von Black Metal wiederzufinden und insofern passte die Band absolut nicht ins Line-Up. Schade…

Richtig gefreut hatte ich mich auf IMPERIUM DEKADENZ welche ich bislang einmal schon live sehen durfte und deren Alben mir durchaus zusagen, siehe das entsprechende Review zu  „…und die Welt ward kalt und leer“.  Und ich bekam genau das was ich auch erwartet hatte, flotten, rauen und gleichzeitig melodischen Black Metal  und zum Abschluss auch noch das Lied, auf welches ich die ganze Zeit gewartet hatte. „Im Reich der fahlen Seelen“ heißt das schmucke Stück und rundete den geilen Auftritt perfekt ab. Danke!

Auf den nächsten Auftritt war ich auch schon gespannt, immerhin wird URFAUST an jeder Ecke gefeiert. Und meine Fresse war das enttäuschend. Ich weiß nicht was ich schlimmer fand, die erschreckend belanglosen Lieder oder den dermaßen schief gesungenen Gesang. Ich mein ich hör sehr viel an, was kein Mensch mehr als melodisch bezeichnen würde, mit wirklich abartigen Gesang quer durch jedes Extrem und auch von der Grundausrichtung aus, hätte mir der Auftritt durchaus zusagen können oder müssen. Aber das war so schief, dass sämtliche aufgebaute Atmosphäre daran zerbrach, jegliche Magie raubte und selbst Nuancen  welche es hätten sein können, verpufften. Schade irgendwie…

An WITCHBURNER kann ich mich leider nicht mehr wirklich erinnern. War dies der Typ, der so irre geschaut hat?  Bewusst ist mir lediglich ein ziemlicher Bruch zum Vorakt, der mich aber auch relativ kalt lies.

KOLDBRANN schlugen sich da schon besser. Zwar nicht sonderlich herausragend im Sinne von ungewöhnlich, revolutionär – aber durchaus brauchbar. Nicht zwingend dauerhaft, aber so ab und an live, durchaus nett. Kann man sich geben.

HELL MILITIA wählten nach alter, aber trotzdem nicht sonderlicher sinniger Tradition eine Videoleinwand als Hintergrund, was da konkret drauf lief – keine Ahnung mehr, dürfte sich aber um Belanglosigkeiten oder gerne alternativ um Splattergorepornos handeln, so genau weiß ich das nicht mehr und ist mir auch Wurst. Die einzig einigermaßen gute Videoshow hatte für mich bis heute Make a Change… Kill Yourself auf die Reihe bekommen. Musikalisch haute mich Hell Militia auch nicht zwingend aus den Socken, mit Ausnahme des letzten Songs, als noch zwei weitere Sänger von anderen Bands da zustießen. Das war auf einen Schlag richtig, richtig gut – aber dann leider auch schon wieder vorbei. Schade, weil da bekam ich dann doch richtig Lust auf mehr.

Es folgte eine Premiere. SHINING schafften einen kompletten Gig ohne das Kvarforth ausfällig wurde oder provozierte. Und das wurde nicht mal langweilig, nein – die Musik sprach völlig für sich und zeigte eindeutig auf, dass er solche Kinderein eigentlich gar nicht nötig hätte. Kvarforth ist ein Monster am Mikrofon und kann dem Wahnsinn eine Gestalt geben. Aber auch die anderen Musiker waren ohne Zweifel erhaben und in mir reifte erneut die Lust, mich vielleicht doch ein wenig mehr mit der Musik von Shining zu beschäftigen, deren Zugang mir bislang noch nicht gänzlich gelang. Inzwischen habe ich fast die ganze Discographie gekauft, leider erst ein Album davon angehört aber ich muss sagen. Live war es definitiv noch eine Ecke geiler! Also einfach die Kinderspielchen sein lassen, du kannst es doch…

Von BELPHEGOR hatte ich mir viel erwartet. Bislang hatte ich sie auch hie und da mal gerne mit Behemoth verwechselt, aber die Bands haben nicht sonderlich viel gemeinsam. Belphegor hat einen wesentlich stärkeren Death Metal Einschlag, gepaart mit ein wenig Black Metal und irgendwie hatte ich, ob der ganzen Lobeshymnen mehr erwartet. War dem leider nicht ganz so und langsam zollte auch die Müdigkeit Tribut.

Gehen war aber trotzdem noch keine Option, immerhin war eine Special-Horrorshow angekündigt, weswegen diesmal Einlass ab 18 Jahre war! Und das müsste schon was wirklich extremes sein, wenn die bislang gezeigten Pornos, verstärkt damals bei Sinister Howling dies scheinbar nicht wahren, was mich bis heute wundert, warum und weshalb es da keine Beschränkung gab.

Dies war auch der einzige Grund, weswegen wir uns durch HETROERTZEN quälten, ja quälten!! Die Show war Peinlichkeitsstufe 9000, selten so eine affig Möchtegern-„messe“ gesehen. Die Optik war übertrieben, jede Bewegung pathetisch bis ins Grenzenlose, die farbigen Roben passten nicht ins gern gebotene, düsterne Bild – vor allem nicht, wenn man gefühlt alle zwanzig Sekunden dran zupfen musste, weil sie ja vom Kopf rutschen und das wäre nicht grimmig genug, aber zupfen, ja zupfen ist Krieg! Die ganzen Beschwörungen und wie gesagt auch jede Bewegung klischeehaft bis zum Erbrechen und dazu auch eine scheußliche Musik. Ernsthaft? Schlechtester Auftritt des Abends, ohne Witz – da kam sogar Urfaust gut gegen weg und die fand ich schon nicht gut.

Und dann kamen endlich DENIAL OF GOD nach über 10 Stunden Programm und noch einer extra Wartezeit und es passierte, Trommelwirbel, nichts! Nachdem nach vier oder fünf Songs keine einzige der Aktionen veranlasst hätten, dass der Einlass erst ab 18 Jahre ist, beschlossen wir heim zu gehen. Ich war inzwischen echt müde geworden und hatte noch einen längeren Weg via Auto vor mir und die große Show kam nicht und die Musik war nur so naja.

Und auch wenn das jetzt vielleicht nicht durch die Bank weg genial klingt, fand ich den Abend toll – gut durchgemischt, punktuell sehr stark besetzt und zum Glück auch weniger aggressiv gegen Ende wie damals bei Sinister Howling, wo sich schon einige echte Klappspaten versammelt haben müssen.

Das Pfandsystem ist weiterhin blödsinnig, aber der Sound passt soweit, die Videoleinwände machen in meinen Augen immer noch keinen Sinn – aber ich freu mich definitiv irgendwann wieder ein Event dort zu sehen. 2014 hat es dann leider nicht geklappt, 2015 wieder eines verpasst, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Bis dann…  

Dienstag, 5. November 2013

Imperium Dekadenz - …und die Welt ward kalt und leer (2006)



Frontcover

Anno 2009 sah ich diese schwarzmetallische Kombo aus dem Schwarzwald zum ersten Mal live, kannte bis dahin nur den Track „Im Reich der fahlen Seelen“ – welchen ich zwar nicht als sonderlich spektakulär aber dennoch als fesselnd und gut erachte. Dieser ist hier zwar nicht vertreten, aber mal schauen wie sich das Debüt jener Truppe schlägt.

Zum „Einklang“ gibt es einige nicht näher definierbare Geräusche welche sicherlich nicht sonderlich zum Wohlbefinden beitragen. Suggeriert der Name irgendwie einen sanften Einstieg, ist dieser hier nicht so ganz gegeben. „Verstörung“ wäre vielleicht ehrlicher gewesen. Abschweifend könnte ich mir so was auch in einem Horrorfilm vorstellen, allerdings ohne trashige Attitüde. Diese Art des Einstiegs hat durchaus etwas, ich persönlich kann damit aber nicht so viel mit anfangen. 5,5 Punkte

Das klingt doch mal deutlich besser. Bei „Glanz Der Klinge“ werde ich gleich mit verzerrt rauschenden Gitarren empfangen, welche zudem erstaunlich melodiös schimmern. Die Vocals sind dezent im Hintergrund platziert und haben einen latenten Hall in sich. Im Vordergrund steht aber eindeutig die Saitenfraktion und auch das Schlagzeug ist der stimmlichen Performance ebenbürtig, welche mehr eingewoben denn hervorstechend ist. Das skizziert in meinem Kopf auf jeden Fall ein irgendwie entrücktes Bild ohne je klar zu werden. Etwaige Videos von Burgen und Kellern mögen ihr übriges dazu getan haben. Die hallende, rauschende Stimme aus dem Off, dennoch nicht verloren sondern präsent nur ungewohnt integriert - die irgendwie sogar doch fast wortwörtlich verständlich. Auf jeden Fall interessant und wieder erkennbar. 7,5 Punkte
Erschienen bei: Perverted Taste
EAN-Nr.: 803341222427
Katalog-Nr.: PT 140

Die Bilder auf der CD, unter der CD und im
Booklet sind für Black Metal fast schon Luxus.
Definitiv sehr schick!


„Halls Of Lust“ ist dann schon das längste Lied des Albums. Der Sound startet wieder wunderbar rauschig ohne dabei zwangsläufig auf eine schlechte Produktion zurück schließen zu lassen, was in meinen Augen schon wieder fast eine Kunst für sich ist. Es gibt etliche Untergrundrumpel Bands die ansatzweise ähnlich klingen, nur wäre es vermessen dort von Absicht zu reden da es sich im Detail einfach miserabel produziert anhört. Hier habe ich das Gefühl, dass dieser Charme gewollt ist – im Kontrast dazu die teils glasklaren Melodiebögen der Gitarren die immer mal wieder aufblitzen. Das Lied insgesamt wirkt recht schleppend und langgezogen ohne zäh zu wirken. Dass es nicht langweilig wird, liegt an den Details: hie und dort wird das Tempo geändert, die Atmosphäre wechselt von schwirrend zu eben jenen klaren Passagen um recht episch-atmosphärisch auszufaden. 7 Punkte

Bei „Of All Ends“ ist das Tempo immer noch gemäßigt, der Aufbau wirkt kurzfristig sogar wie ein Aufstecksystem. Leises, loses Gitarrengeschwirre, einsetzende Lautstärke und Betonung darauf, dann erst Vocals und Start der Drums. In der Mitte wird alles wieder zurück gefahren und auf die nachhallende Melodie gelegt. Diese Wechsel sind aber immens wichtig, da das Lied sonst wenig innovativ wäre, anfangs zumindest. Gegen Ende sind es dann doch mehr als gedacht. Nach dem kurz Fliegerbomben(?) fallen, sprintet der Song wie aus dem Nichts los – ein etwas unruhiger Übergang, aber sonst sitzt die neue Struktur, welche wie ein anderer Song klingt. Kurz danach der nächste Bruch, diesmal runder aber auch wieder überraschend. Das hat sein Für und Wieder – denkt man am Anfang noch, das Lied läuft Gefahr ins belanglose abzudriften wird plötzlich, wenngleich chaotisch das Gaspedal durch getreten und eine neue Facette tritt ans Licht. Wäre das nicht ganz so hinterrücks aufgezogen gewesen, hätte es durchaus auch noch einen Punkt mehr geben können. 7 Punkte


Der Fall ist daher auch wieder groß, hatten wir gerade zum Ersten Mal ordentlichen Fahrtwind genossen – lässt einen das Instrumental „For Those Who Sleep Eternally“ komplett ausrollen und empfängt mit sehr sphärischen Klängen, nicht definierbarem Gebrummel und Geglucker und sehr sanften und schönen Gitarrenmelodien welche allein stehend schon wunderbar sind. Es ist nur so unglaublich überraschend, allerdings auch passend platziert und irgendwie gefällt mir das. 8 Punkte

Das Booklet ist komplett in schwarz-weiß
gehalten, Schrift eigentlich recht gut lesbar;
in der Regel mehr oder weniger gut erkennbare
Bilder im Hintergrund - insgesamt stimmig!
„Fields Of Silence“ knüpft dann aber wieder am üblichen Schema an. Die Vocals empfinde ich mehr und mehr imponierend in ihrer Art und Weise und wie sie eingebunden werden. Die Atmosphäre schafft es, dass Lied mit wenigen, aber eindrücklichen und langgezogenen Tracks zu tragen. Sie ist ohne Zweifel rau und alles andere als glatt poliert, aber gerade deswegen auch so bodenständig und überzeugend. Man könnte dies alles auch wunderbar pompös und orchestral untermalen, würde aber nie diese Zwischentöne treffen. Gegen Ende gewinnt der Song noch leicht an Tempo, die Gitarren werden flotter, die Melodie verspielter aber weiter in dieser Epik getragen und spätestens jetzt sollte man Gefühl für das Album haben. Ansonsten wird man damit nicht mehr glücklich was sehr schade wäre. 8 Punkte

Das nächste kurze Interlude hört auf den Namen „Meine Reise Durch Die Zeit“ und ist wieder nicht mehr als „nur“ ein kurzes, klares Gitarrenspiel – allerdings mit einem sehr traurigen und einprägenden Nachhall. Ich hätte es gerne anders enden hören, kann aber ansonsten nicht im Geringsten daran meckern. 7,5 Punkte

Es knackt und bricht im Geäst, dann setzen auch schon die Gitarren ein. Willkommen in den „Schwarze Wälder“(sic!). Und hier erschlägt die Stimmung spätestens mit Einsatz der Stimme. Ein wunderbar atmosphärischer, vorwärtstreibender Song mit einer unglaublichen, stolzen aber auch wehmütigen Epik. Dieses kurze innehalten und Starten, der inhaltsleere, gehaltene Schrei zwischendurch – so verhallend, statt frontal und drückend und dennoch mit Kraft und Seele. Dieser Song ist erstaunlich kurz und direkt, aber prägnant und passend. Als Referenz durchaus in Erwägung zu ziehen wenn man die Band schnell kennen lernen möchte. Nicht plump rasend oder schreiend, sondern komprimiert und schön. 8,5 Punkte

Backcover und Tracklist
Länger sind dann die „Gefrorene Wunden“. Das Klangbild ist typisch gemäß obiger Beschreibung. Das Lied ist anfangs wieder langsamer um gegen Mitte für einen längeren Zeitraum richtig auszubrechen was insofern von Bedeutung, dass die Drosselung des Tempos plötzlich wieder an Bedeutung gewinnt, wenngleich kein neues Stilmittel. Dass es so aber immer noch gelingt, für eine Art Vertiefung zu sorgen und das dies generell noch nicht abgenutzt wirkt, spricht im positiven Sinne für sich. Die schnellen Parts wirken latent kauzig, was aber nicht böse gemeint ist. Das Lied spielt sich theoretisch auch schön aus, überlappt sich aber schon mit dem letzten Lied, sprich dies setzt schon ein, während das andere noch endet. Zwar nur für Sekunden und auch nicht so weltbewegend störend, aber ein klein wenig schon. 7,5 Punkte

Das heißt dann wie das Album „...Und Die Welt Ward Kalt Und Leer“ und ist ein höchstwahrscheinlich mit dem Keyboard erzeugtes Schlussstatement. Vielleicht ist der Vergleich etwas weit her gegriffen bzw. zu beliebig, aber ich denke kurz an Summoning – verdränge aber den Gedanken wieder erfolgreich und lausche dem Hundegebell und dem orchestralen Klängen. Das kann man durchaus so enden lassen… 7 Punkte


Cover:

Ja wer will es einer Black Metal Band übel nehmen, wenn das Cover schlicht in Schwarz-Weiß gehalten ist? Genau, niemand. Das leere und verwüstete Schlachtfeld sieht zwar nicht sonderlich prickelnd aus, ist aber mehr als befriedigend und sogar zweckdienlich. Warum? Zur Not halte man sich einfach noch mal den Albumtitel vor Augen. Daher ist die Booklet Gestaltung auch recht minimalistisch, wenngleich nicht lieblos. Die paar grimmigen Statements und Sprüche passen daher auch wie die Faust aufs Auge und gehören einfach so, fertig aus.

Von den Lyrics vermisse ich lediglich „Fields Of Silence“, sonst ist alles vorhanden was auch nicht unbedingt immer Gang und Gebe im Schwarzmetall ist. Damit kann man oder ich recht zufrieden sein.


Fazit:

Was gibt es groß zu sage? Der deutsche Black Metal ist nicht tot sondern recht lebendig und gut? Imperium Dekadenz machen auf jeden Fall aus dem Stand heraus klar, dass mit ihnen gewaltig zu rechnen ist. Das Album ist abwechslungsreich, vielschichtig, ohne jeglichen Fehltritt und hat seinen eigenen Charme ohne wie tot gehörtes Stückwerk zu klingen. Die Stimmung ist rau, nicht aber anarchisch – versüßt mit einem dezenten Wehklang. Reinhören sollte sich für Black Metal Fans definitiv lohnen und auch live taugt die Band durchaus.


Gesamtergebnis: 7,44

Gesamtspielzeit: 45:20
Durchschnittsdauer: 4:32
= doppelte Wertung für Song 3 und Song 9

Liedqualität: 7,33 (3x)
[ 5,5 + 7,5 + (2*7) + 7 + 8 + 8 + 7,5 + 8,5 + (2*7,5) + 7 ] / 12 = 7,33
Cover: 7,21 (1x)
Cover: 7
Lyrics: 5/6 = 8,33
Aufmachung: 6,5

Abwechslung: 8,0 (1x)