Freitag, 15. Juli 2022

Leave Rainer Alone

Im Leben hätte ich nie gedacht, hier auf diesem Blog jemals über den Drachenlord zu schreiben - nicht weil ich mich mit der Thematik nicht auskennen würde, im Gegenteil(!) - eher aus qualitativen Gründen, da mein Anspruch, auch inklusive aller heute nicht mehr ganz so als Ideal empfundenen Artikeln meinerseits, Lichtjahre von dem Morast entfernt ist, welcher es offensichtlich nun doch zwangsläufig hierher verschlagen hat und wird, nachdem ich das Faß nun wohl doch im Anschlagen bin. Sekundäre Gründe, wie das seit Jahren extrem negativ ausufernde "Drachengame" nicht noch zusätzlich zu bewerben, notiere ich fairerweise schwach und vorsichtig mit Bleistift, anstatt es moralin gesäuert mit dem Textmarker zu umkreisen; denn über was für eine bescheidene Reichweite verfüge ich hier - naiver Idealismus und Wunschdenken hin oder her?

Inzwischen hat das Thema aber längst derart groß Wellen geschlagen, dass es täglich diletantisch durch sämtliche Gazetten gejagt wird, flankiert von absolut nicht mehr tragbaren Meinungsäußerungen und Ansichten, dass es in mir nunmehr den Ansporn erweckt als Korrektiv hier mal ein bisschen fundierter in die Presche zu springen und mal ein paar klare rote Linien zu ziehen und durchaus selbstkritisch Dinge zu be- und auch eindeutzig zu verurteilen.

Bevor mich hier jetzt die ersten Level-0-Haider blöd von der Seite anmachen, get your facts straight! Ich habe mir zwar keinen Namen in diesem "Game" gemacht, aber ich kenn die ganzen Anfänge nicht nur aus Erzählungen, ich war stets live dabei und kenne seinen Youtubekanal noch zu Zeiten als er gerade mal 60-80 Abonementen hatte.

Wie fing das ganze Drama um den deutschen Chris Chan also an?

Vergleichsweise harmlos, mit amateurhaften Industrial Dance Videos und irgendeinem Dummgeschwätz über Metal. Damals gab es tatsächlich auch noch nicht so viel in dieser Richtung, Krachmucker TV war noch nicht am Start, hie und da hörte man etwas von Goreminister und natürlich Der Dunkle Parabelritter. Aber wenig was richtig hervorstach und während man sich auf der einen Seite darüber freute, wenn es mehr und qualitativ guten Content gab, war ich persönlich zu der Zeit noch ein recht engstirniger Gatekeeper und was den Drachenlord angeht - zurecht!
Ich kauf ihm ja gut und gerne ab, dass er die Musik gerne hört - trotzdem hat er weder von der geschichtlichen Entwicklung, noch Subgenres, Inhalten, Ästhetik, gefühlt von überhaupt nichts eine Ahnung und labert trotzdem mit einem haltlosen, selbstgerechten Besserwisseranspruch irgendwelchen Stuss in die Kamera, dass sich die Zehennägel nach oben kringeln.

Prinzipell tut das nicht weh und kann gerne ignoriert werden und gut ist, aber er wurde zur Popkultur und damit zwangsläufig zum unpassendsten Repräsentanten der Metalszene überhaupt und es war nur noch ärgerlich damit assoziert zu werden, während er sich wie ein Tanzbär an der Nase durch die Manege führen lässt und wirklich ALLES falsch macht, was man falsch machen konnte.

Es ist ja auch nicht so, dass ihm nicht Hilfe angeboten worden wäre - auch ich habe hin und wieder Kommentare unter seinen Videos gepostet und ihn korrigiert, Sachen erklärt oder ihn eindrücklich vor Fehlern gewarnt, welche er natürlich im Verlauf alle begehen sollte. Entweder wurden sie gelöscht oder ignoriert, fair enough - aber das Narrativ, er wäre von Anfang an alleine gewesen ist definitiv falsch. Tragischerweise sind dies leider klassische Phasen die viele Zuschauer und Haider durchlaufen hatten, wobei es an jedem selbst liegt irgendwann die verdammte Notbremse zu ziehen und aus dem immer hässlicher werdenden Zug nach ganz tief unten zu den niedersten Abgründen abzuspringen.

Natürlich wurde er auch aufgezogen, sich über ihn lustig gemacht, Szenen lustig zusammengeschnitten und einfach nicht ernst genommen, aber dahinter steckte früher noch eine gewisse kreative Eigenleistung der Ersteller und sie bezog sich auf den Content, welchen er freiwillig gerendert und hochgeladen hatte und das machte die Runde und wurde sich weitergeschickt, quasi ein wirklich ungeskripptetes Reality-TV Format dessen Winkelzüge immer absurdere Formen annahmen.

Denn der Drachenlord machte den Fehler trotz mehrfacher Warnung und eigener Ankündigungen und Dementis, eben auf diese von ihm "Haider" getaufte Menschen zu reagieren und, Spoiler oh Spoiler - verschlimmerte damit alles.
In einer idealen Version seiner Geschichte wäre er einfach ein mäßig bekannter, übergewichtiger Trottel im Internet gewesen, über den die Leute lachen - der aber damit genug Geld verdient um einigermaßen über die Runden zu kommen und sich somit wie viele andere Promis einen Kompromiss zwischen Selbstzurschaustellung und finanziellen Einnahmen schafft. Das muss man alles nicht gutheißen, findet aber weltweit tausendfach statt und gehört mit zu dem Risiko öffentlich und bekannt werden zu wollen. Ein Ausstieg WÄRE aber jederzeit möglich gewesen...

Die Art und Weise wie er aber darauf reagierte machten all dies wesentlich komplizierter, denn von den Anfangs durchaus vorhandenen sympatischen Seiten war schnell gar nichts mehr zu sehen, im Gegenteil - denn das macht die Sache wesentlich komplizierter und komplexer als es ein Sascha Lobo in einem ansonsten durchaus guten, zustimmungswürdigen Artikel zusammenfasst: https://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/der-fall-drachenlord-ein-jahrelanges-martyrium-in-deutschland-und-niemand-haelt-es-auf-kolumne-a-91b94ce3-ab01-4ac1-9286-d85bea144928

Rainer war nicht nur Opfer, er wurde auch selbst mehrfach zum Täter - von Beleidigungen über Provokationen welche nicht wirklich mehr nur als bloße Reaktion auf ihm angetanes Unrecht zu erklären sind, hunderte Lügen, willkürliche Wutattacken selbst auf ehrliche Unterstützer bis hin zu übergriffigen Chatnachrichten weiblichen Zuschauern gegenüber. Auch gegenüber abgelehnten Kooperationen mit anderen Youtubern konnte er nur maximal wütend, herablassend und durchaus hasserfüllt reagieren. Die in den Medien gängigen aus reiner Dummheit zitierten Aussagen wie "ein holocaust wäre mal ne nice sache." kann und muss hier explizit ausgeklammert werden - wir haben es hier mit einem vermindert intelligenten Sonderschüler zu tun, kein Diss sondern u.a. auch im Gerichtsverfahren offiziell attestiert und ein wahrlich an den Haaren herbeigezogner Rechtfertigungsgrund für all das was noch passieren sollte.
Das Problem aber ist, damit bekam er immer mehr Aufmerksamkeit und konnte so ein gutes Einkommen generieren und leitete daraus auch eine unverschämte Anspruchshaltung ab. Das paraphrasierte er provoziert gerne im Internet halte ich dennoch nicht für haltbar, dafür fehlt es im eindeutig an kontrollierten Kalkül, weil im Gegenteil komplett alles aus dem Ruder läuft. Tanzverbot konnte dies, selbst ein Exsl95 - aber nie im Leben ein Drachenlord.

Der erste Sargnagel war das inzwischen längst zum Meme gewordene, wutentbrandte "Traut euch, kommt her" Video in welchem er seine Wohnadresse leakte, was er zwar schnell löschte aber dabei gänzlich den Grundsatz missachtete: was einmal im Internet ist, ist immer im Internet.

Dies noch Jahre später als Einladung zu rechtfertigen ist natürlich lächerlich, wenngleich er den Fehler trotzdem bar jedem Ratschlags wiederholte und später nochmal erneut zum großen Posterverkauf bei sich einlud. Die Rechtfertigungsgründe a là er wollte das doch so, er hat dazu eingeladen sind nichts als mehr als durchsichtige Feigenblätter um die eigene, böswillige Motivation zu kaschieren, denn dass er dies nicht will, hatte er irgendwann mehrfach zum Ausdruck gebracht. Auch das Gequatsche von Person des öffentlichen Lebens sind unsinnig, als dass er diese Übergriffe in seinem Privatleben ob seines "Promistatus" ertragen und erdulden müsse.

Und selbst in den "guten Zeiten" gab es schon Aktionen, welche mehr als grenzwertig waren, u.a. die Bloßstellung bei seinem Heiratsantrag gegenüber Erdbeerchen, auch wenn er hier fairerweise mehrfach vorgewarnt wurde, dass dies alles nur ein Hoax ist und nur dazu dient ihn lächerlich zu machen. Während es zu dieser Zeit aber noch eine Art Korrektiv gab, d.h. verschiedene aktive Akteure verurteilten oder maßregelten sich gegenseitig, ist das Problem in der ganzen Bewegung tatsächlich ja auch, dass sie sich vollkommen verselbstständigt hat und es keine "Führer" mehr gibt, die ggf. - sofern sie dazu bereit wären, ein Wort gegen die ganzen letzten Aktionen einwerfen könnten. Teilweise gab es da ja schon extreme interne Zersetzungen wie Gundolfingen vs. RBS oder Boneclinks vs. imp, bzw. wenn diese sich erbarmen könnten da ihre Missgunst über solche Aktionen kund zu tun, keine Ahnung ob es bisschen Druck und Dampf aus der Sache nehmen könnte. Auch ein kuchentv könnte mal zeigen, dass er nicht moralisch-bigott ist. Sehr enttäuscht bin ich von Tanzverbot der scheinbar auch vor Ort gewesen sein sollte, wem dem so wäre hat er absolut nichts gelernt, gerade er, der genau diese Situation kennt und deswegen erst umgezogen ist.*

Spätestens mit dem "Schanzenfest" sorgte die Sache auch außerhalb des Internets für große Schlagzeilen, als hunderte Haider sich versammelten und dem Drachen einen Besuch abstatten wollten, was ich schon 2018 alarmierend anmerkte:

Aber Aufrufe die Schanze abzubrennen, ihn zu verprügeln oder sogar zu töten inkl. ausgeloteten Kopfgeld finde ich, ist eine nie dagewesene Zäsur und halte ich für in keinsterweise mehr von "Satire" oder dergleichen mehr gedeckt, entsprechend habe ich heute auch fleißig Live-Streams mit selbiger unterschwelliger oder zugelassener Notation in dieser Richtung gemeldet.

Und wie gesagt, dass sage ich nicht, weil ich extern bin und das ganze nicht verstehe, im Gegenteil ich kenne die ganzen Entwicklungen viel eher als 99% der Neo-Haider. Es hat sich hier nur eine irre ungesunde Dynamik entwickelt und es ist zu hoffen, dass einige Haider heuer einen ordentlichen Schuss vor den Bug bekommen haben, denn die Geschichte wird ganz und gar nicht gut ausgehen wenn sie sich, weiterhin so entwickelt.
*

Dass dies alles böse enden würde, hat sich lange vorher angekündigt und ist zwar noch nicht in den befürchteten Extremen "er bringt sich noch um" oder "es wird noch Tote" geben gemündet, aber vor Gericht ist das längst alles schon gelandet.

Auch das erste deutsche Swatting fand hier statt, hunderte bestellte und nicht bezahlte Pizzen wurden auf seinem Namen geordert, ein finanzieller von allen zu tragenden Schaden ist längst entstanden und die einst hehre Absicht ihn einfach finanziell auszutrocken, indem man nicht mehr auf ihn reagiert, ihm keine Klicks mehr schenkt und somit das außer Kontrolle geratene Treiben final zu beenden ist längst undenkbar, aus drei konkreten Punkten:

a) Dürfte der Name Rainer Winkler derart verbrannt sein, dass er nie im Leben irgendwo mehr Fuß fassen kann, welcher Arbeitgeber würde einen derart toxischen Namen bei sich einstellen mit all den negativen Konsequenzen welche am Ende alle im totalen Rufmord und der maximalen Sabotage dem eigenen Betrieb gegenüber münden - dass er zwingend darauf angewiesen ist, über die Öffentlichkeit Geld zu verdienen, durch Spenden und Klicks, was einen Rückzug aus selbiger unmöglich macht

b) Krawalltouristen, welche nur noch mehr Schaden anrichten möchten und eine Person öffentlich fallens sehen wollen und nicht eher ruhen. ALLE auch nur ansatzweise vermeintlich moralischen Gründe und Motive können, wie obig schon kurz angerissen gänzlich am Stück die Toilette runter gespühlt werden und bestehen zu keiner Sekunde einer selbstreflektieren und ehrlichen Beweisführung.

c) Rainer Winkler selbst - dafür ist er zu eingebildet, narzistisch, inkonsequent, skruppellos und Bedarf tatsächlich eher eines Vormundes, welchen man ihm gerne auch durch solche Aktionen nahe legt a là "Ein Aufenthalt im Knast würde im gut tun" - aber sind mitnichten im Aufgaben und Verantwortungsbereich der Haider, das kann in der Form NIE und nimmer auch nur ansatzweise soetwas wie eine Zivilcourage sein, never ever.

Auch die Forderung solange Randale zu machen, bis er sich gänzlich selbst zurückgezogen hat, wohlwissend, dass er dies nie tun wird und auch eine Anordnung der BML (Bayerns Landesmedienanstalt) das streamen ohne Lizenz zu unterlassen, hat ihn mitnichten dazu gebracht, dafür hat er zu viel falschen "Stolz" - ist ungeheuerlich anmaßend und mindestens ebenso selbstgerecht. So funktioniert unsere demokratische Gesellschaft nicht, zumal niemand gezwungen ist ihn und seinen Content zu verfolgen und sich mit ihm zu befassen.

Richtig absurd wurden dann die Gerichtsverhandlungen, nachdem sich Rainer Winkler körperlich wehrte als der Mob mal wieder versuchte auf sein Grundstück einzudringen und dies natürlich filmten und nur auf eine solche Reaktion warteten um ihn anschließend anzuzeigen und zu verklagen. Wurde er zuerst noch zu einer Haftstrafe verurteilt, konnte er dies durch Revision noch zur Bewährungsstrafe umwandeln. Praktischerweise fiel das vermeintlichen Opfer auch noch betrunken und unangenehm vor dem Gericht auf und erhielten am Schluss gar einen Platzverweis und selbst eine Anzeige von der Polizei.

Aber das erste Urteil war skandalös und auch ein Novum in der deutschen Justizgeschichte, die einen so großen, anonymen Angriff auf ein Individum nicht kennt und das eigentliche Opfer zum Täter machte - auch wenn ich an der Stelle nicht müde werde zu betonen, dass er eben nicht nur Opfer ist oder gar schuldlos in die ganze Misere gerutscht ist! Trotzdem wäre ich persönlich Manns genug, die verdienten Prügel stillschweigend zu kassieren statt Anzeigen zu schalten, hätte ich mir absichtlich und mit bösartigem Vorsatz illegal Zutritt zu einem fremden Grundstück verschafft und/oder dort böswillig randaliert und mich dabei erwischen lassen und wäre wahrscheinlich eher froh, nicht abgestochen worden zu sein. Wenn - Rainer Winkler ist leider aufgrund seiner jahrelangen Vorgeschichte nicht wirklich ein Garant für Zuverlässigkeit und Wahrheitstreue - aber ein zurück geworferner und diesmal treffender Stein, nachdem zuvor ebenfalls attackiert aber verfehlt wurde - zu so unterschiedlichen Bewertungen von Schuld führen, kann das nicht richtig sein.

Da sich aber die Klagende Seite wahrlich misserabel präsentierte und wie oben bereits erwähnt, die vorgetragenen, vermeintlich hehren und zivilcouragierten Motive nicht wirklich ernst gemeint noch inhaltlich stimmig sind, wundert es nicht, dass am Ende dieses erneuten "Events" zum Glück ein Freispruch dabei herauskam, weil die Geschichte leider wesentlich komplexer ist, als sie auf dem ersten Blick scheint.

Ob das Gericht dem Drachenlord damit einen Gefallen getan hat? Das muss leider ebenso bezweifelt werden, zumal es das Netz erst recht noch anspornte weiter zu machen und JA - auch wenn ich hier immer wieder sage, dass niemand so anmaßend sein sollte, sich als vermeintlicher Erzieher zu profilieren oder selbst zu überhöhen - er würde wirklich professionelle Hilfe benötigen (die er sich selber niemals holen wurde) um "gesund" Fuß fassen zu können, idealerweise nicht in der Öffentlichkeit (wird aber auch nicht passieren).

Ein Grund der auch für eine Bewährungsstrafe sprach war unter anderem, dass er Einsicht zeigte und eben auch sein Haus verkaufte. Die Bruchbude dürfte nichts mehr wert gewesen sein, das Grundstück war dennoch sehr groß und bei den heutigen Immobilien und Grundstückspreisen und seiner nicht vorhandenen, finanziellen Absicherung die erlösten 70.000€ ein sehr mageres Brot. Dass das meiste Geld gleich in die Finanzierung eines teuren und sehr auffälligen Autos floss, spricht leider wieder Bände und verlängerte den eigenen Leidensweg.

Denn von nun an wurde er gejagt auf seiner groß angekündigten Deutschlandtour und er konnte in kein Hotel einchecken ohne irgendwo und wie wieder gedoxt zu werden oder via Live-Ticker seine Flucht dokumentiert wurde. Und wenn das nicht schon der längst fällige Punkt ist inne zu halten und sich zu hinterfragen, dann weiß ich auch nicht.

Was wollt ihr denn noch? Der Mann hat, nicht ganz unverschuldet und vielleicht auch nicht ganz unverdient, aber er hat inzwischen ALLES verloren. Sein Elternhaus, sein - wenn überhaupt vorhanden, soziales Umfeld, später noch seinen Führerschein, damit mehr oder weniger auch sein Auto, sein Geld, seinen Ruf und seine Aussicht auf einen Job auch nur irgendwo... jede sich anbahnende Beziehung. Was soll da denn noch zu holen sein und vor allem mit welchen Mitteln und zu welchem Preis? Muss es jetzt wirklich erst Tote geben? Die Luft aus dem "Game" ist schon seit einigen Jahren raus, es wird immer nur noch asozialer und er wird auch nicht aufhören, weil er hat sonst_nichts_mehr... wenn das stört, halte ich mich ganz an den den guten, alten Peter Lustig: Abschalten!



* warum alles nochmal neu formulieren, wenn man das eh schon mal alles gemacht hatte, Quelle war hier ein Forenbeitrag mit einer interessanten Diskussion: https://ngb.to/threads/cyber-mobbing-extrem-der-fall-drachenlord.36573/

Freitag, 1. Juli 2022

DEMO für Kultur - Ulm 01.07.22 - 20 Uhr - Karlsplatz

 

Die Situation ist zugegeben natürlich kompliziert und hat zwei Seiten einer Medaille, aber gefühlt wird nur eine Seite betrachtet weswegen es an der Zeit ist die Gegenseite zu vertreten um idealerweise danach in einen konstruktiven Dialog treten zu können oder einen Trialog - denn außen vor lassen sollte man die Stadt selber auch nicht.

Über die letzten Jahre hat sich mit dem Leise e.V. eine Bürgerbewegung entwickelt, die sich augenscheinlich für die Interessen der Anwohner der Stadt stark macht und dabei sicherlich in einigen Punkten recht hat, in der Art und Weise der Umsetzung und Zielsetzungen himmelweit über das Ziel hinausschießt.

Nachdem jetzt das Cabaret Eden mit einem Verweis auf fehlender Erlaubnis von mehr als 12 Veranstaltungen pro Jahr hinterrücks durch Behörden still gelegt wurde, nachdem es davor temporär schon das Gleis44 getroffen hat, oder den Ulmer Nationalfeiertag "Schwörmontag" limitiert wurde, diverse Kneipen und Bars permanent alle möglichen Auflagen um die Ohren gehauen werden und am besten selbige mitsamt den ganzen Cafés doch bitte aus der Innenstadt verschwinden sollen, reicht es langsam.

Natürlich, Ruhe will und braucht jeder und das randalierende und urinierende Gruppen niemand will, dass steht natürlich außer Frage. Aber es findet sukzessive eine forcierte Verdrängung sämtlichen Nachtlebens aus der Innenstadt statt, ein Phänomen welches sicherlich nicht nur auf die Stadt Ulm beschränkt ist und in vielen deutschen Städten stattfindet, Stichwort Gentrifizierung!

Nicht nur bestehen die Akteure aus einer Minderheit der Stadtbevölkerung die gerne im Namen ALLER sprechen, ferner steht dem ganzen auch kein durchdachtes Konzept statt außer eben einem "aBeR nIcHt VoR mEiNeR tÜr!! Exemplarisch sind die kargen letzten zwei Jahre und Monaten, wo es aufgrund der ganzen Coronamaßnahmen zur absoluten Stilllegung des Nachtlebens führte und sich, welch Überraschung die Leute eben draußen auf der Donauwiese, der Friedrichsau oder sonst wo getroffen haben und dort ebenfalls störten.

Die Sache ist, Ulm ist nicht nur eine Studentenstadt sondern hat auch eine seit Jahrzehnten etablierte, lebendige Nachtkultur. Fraglich ist, mit welchem Ansinnen ich dann in die Innenstadt ziehe und dörfliche Ruhe fordere, die Vorteile einer Stadt aber dankenswerterweise als selbstverständlich erachte.

Auch aus persönlicher Erfahrung, war ich doch sehr verwundert, als ich bei der Wohnungssuche in einer sehr zentralen, etwas lauteren Lage - derer ich mir vollkommen bewusst war und bin, Anfang 30 mit einer unbefristeten Festanstellung im öffentlichen Dienst via Makler die Ablehnung des Vermieters mit der Begründung mitgeteilt bekommen habe, der Vermieter wünscht sich einen älteren Mieter.

Kann ich so absolut nicht nachvollziehen, denn ich bin nicht frisch aus der Schule und auf der Suche nach einer beruflichen Perspektive, ich habe eine fixe Stelle und bin somit monetär liquide und zuverlässig, eigentlich ein feuchter Traum für jeden Vermieter. Und wer soll denn sonst inmitten von Bars, Dönerbuden, Cafés, Flaniermeilen und nächtlichen und ganztägigen Posertreffs wohnen? Etwa ein nach Ruhe lechzendes, älteres Pendant meinerseits welcher sich dann am besten empört genau den Forderungen von Leise e.V. anschließt?

Natürlich bin ich zwiegespalten mit der Forderung "Dann zieht halt nicht in die Stadt oder eben einfach weg!" - welche so 1:1 deutschlandweit von der Autoposerszene stammen könnte, nein sogar nachweislich so öfters in diversen Dokus fallen. Aber ich halte es für etwas arg vermessen die gesellschaftliche Bedeutung von laut im Kreis röhrenden Autos auf eine Stufe mit einer lebendigen, vielfältigen Bar- und Clubkultur zu stellen.

Dass es Probleme und Verbesserungsmöglichkeiten gibt, stelle ich auch absolut nicht in Abrede! Aber hier ist eben auch die Stadt gefragt, welche durch Polizei und Ordnungsamt die entsprechenden Hebel zur Hand hat um regulierend einzugreifen und die Minderheit an aus der Reihe schlagenden Personen zu sanktionieren.

Denn die Mehrheit der Nachtschwärmer sind nicht das Problem, noch trifft dies auf jeden Laden zu. Trotzdem wurde als es um die Streichung der Sperrstunde ging, per se dazwischen gekeilt. Eine Differenzierung findet nicht statt.

Und so ist es, wie leider immer häufiger heutzutage eine laute Minderheit, welche mit einem unrealistischen, entrückten Weltbilde alles für alle verbieten möchte weil eine andere Minderheit sich hie und da daneben benimmt. Und das ist nicht richtig noch durchdacht, weil wie obig exemplarisch angesprochen, die störende Minderheit einfach woanders hingeht. Wer in die Röhre schaut, ist die Mehrheit der Stadtbevölkerung deren ein kulturelles Angebot nach dem anderen ausgeknippst wird. Die Stadt selbst sollte daran auch kein Interesse haben, denn diese Vielfalt trägt zur Lebensqualität ihrer Bewohner bei und zeichnet die Stadt durch ihre Strahlkraft nach außen aus.

Ich bin gespannt wie die Demo abläuft und was sich daraus entwickelt, denn idealweise sollte in einer Gesellschaft eines zählen. Ein Kompromiss verschiedener oft auch entgegenlaufender Interessen, auf den sich alle einigermaßen einigen können. Aber genau das läuft momentan etwas aus dem Ruder.

Darum, Präsenz zeigen!


Dienstag, 28. Juni 2022

Anleitungen

Ich hab mir überlegt hier nicht nur primär eigene Sachen zu verwalten und hie und da und inzwischen seit Ewigkeiten leider gar nicht mehr - über subjektive Konzert und Hörerlebnisse zu berichten sondern, dem geneigten Leser auch bisschen nützlichen Kontent zu bieten der, sofern ähnlich nerdig veranlagt was Musik anbelangt, vielleicht auch von Nutzen sein kann.

Ich will ein paar Einblicke darin geben, wie ich meine Musik und das ganze drum herum verwalte, Progamme und Methoden vorstellen und so vielleicht Inspirationen anbieten oder Erklärungen für Sachen liefern, welche vielleicht nicht selbsterklärend sind und von dem ein oder anderen etwas Recherche erfordern oder halt generell einen Mehrwert anbieten.

Mich nervt es inzwischen leider sehr, mich durch halbgare Clickbait Anleitungen zu klicken, welche von hinten bis vorne mit Werbung zugeballert sind und mir mühsam und mit Glück, oft erst mit der dritten oder vierten Anleitung genug Wissen herangehensweisen erklären um die eigentliche Frage einigermaßen klären zu können.

Natürlich, auf die Euphoriebremse muss ich leider treten - können diese, also meine, Ansätze alles andere als perfekt oder up to date sein. Ich bin selber in vielen Sachen fortgeschrittener Laie und habe mir vieles selber beigebracht und Systeme gefunden und definiert, welche für mich hervorragend funktionieren. Seht dies hier also eher als Angebot anstatt als Ultima Ratio. Wenn ihr etwas besseres gefunden habt, könnte ihr mir gerne jederzeit einen Kommentar da lassen.

Das hier ist dann mal die Sammelseite für zukünftige Anleitungen, einige Sachen habe ich mir schon überlegt und die ersten angefangen umzusetzen. Es wird wahrscheinlich ein wenig dauern, ich bin leider langsam geworden, aber ich hoffe hier eine nützliche Nische anbieten zu können, welche den Blog nach wie vor authentisch und lesenswert sein lässt.

CDs in Mp3s umwandeln