Dienstag, 15. Juli 2014

# Playlist - Die 6 Monate-Monster-Ausgabe

Nachdem die Nachfrage danach bestand, laut Votes ein eindeutiger 2:0 Sieg - dann schmierte die Umfrage ab und dann stand es 1:0; es aber unsinnig ist - jetzt rückwirkend durchschnittlich 25,8 Wochen nach zu reichen, bediene ich mich einfach der last.fm 6 Monatscharts - welche auch schon mal einen Ausblick geben, wie sich die Jahrescharts zur Hälfte zusammensetzen. (by the way - die Jahrescharts 2013 stehen zur Bearbeitung auch noch aus, damn it) Ich nehm daher diesmal die Top50 in Augenschein was sich durchaus lohnen könnte/sollte, da ich doch einiges neues entdeckt und gehört habe, wovon vieles es wert ist vllt. mal Probe zu hören.


Nachdem die ersten beiden Plätzen die üblichen Verdächtigen belegen rangieren die Darmstädter um  Disbelief auf dem 3ten Platz. Melodischer Death Metal, welcher aber eher Richtung Sludge denn Götteburger Schule und dergleichen geht. Auslöser ist das Album "Protected Hell" in welches ich erst vor kurzem reinhörte und was dann doch noch um einiges wachsen konnte, nachdem der Ersteindruck fälschlicherweise etwas ernüchternd war.

Agalloch räume ich mehr als genug Potential ein den Platz bis zum Jahresende mindestens zu halten, bislang kam nur "The Mantle" neu dazu, darüber hinaus bekam ich erst vor kurzem das neue Album auch noch geschenkt, ebenso werde ich ich bis Ende des Jahres noch ein Album von Amorphis neu entdecken. Getan habe ich dies bereits schon bei SuidAkrA - ansprechende Mischung aus Melodeath und Pagangedudel.

Aber warum immer mit den ollen Kamellen aufhalten, wenn man mit Wisdom of Crowds zum Beispiel ein kogeniales Album von Katatonia Sänger Jonas Renske und Bruce Soord einen Blitzstart hinlegt. Letzteren kannte ich noch nicht, aber das tut auch nicht weiter zur Sache. Geboten wird sowohl progressiv als auch elektronisch angehauchter Rock mit dem gewissen Etwas an Stimmung und Atmosphäre, sowie Ohrwurmtauglichkeit. Riesending, austesten!
Selbiges gilt selbstverständlich für Okta Louge, ebenfalls eine Darmstädter Band welche sich dem progressiven/psychadelischen Rock verschrieben hat. Wer auf Pink Floyd steht, kann hier praktisch gar nichts falsch machen und dennoch besitzen die sympathischen Jungs genug Charme und Talent um daraus was eigenes zu kreieren.

Ebenfalls neu ist My Own Victim - handelsüblicher Hardcore der hörbar, nicht aber unbedingt herausragend ist. Those Who Bring the Torture brettern dann knallhart in der Schnittmenge aus Brutal Death Metal und Grindcore, gefallen mir überraschenderweise aber außerordentlich gut. Richtige Mischung aus perversen Geknüppel und meinem vielgepriesenem fvcking Groove...

Im Gegensatz dazu läuft Tove Lo regulär im Radio und hatte mich sofort gepackt, sodass ich zum ersten(!!) Mal 5 Tacken für einen Download bereit war auszugeben, da eine CD nicht wirklich auf die schnelle, wenn denn überhaupt organisierbar war. Das Lied "Habits" killt mich einfach und müsste Lied des Jahres werden, meine persönliche Nemesis einfach... kex kuhl ist dann noch ein VBT-Rapper dessen EP ich mir für umme runterladen kannte, paar Lieder haben echt gute Vergleiche, ist hörbar - ja.

The Agonist führt die zweite Hälfte des Rankings an, hach - leider nur sehr durchwachsenes Album mit Licht sowie Schatten, live war definitiv besser!

Civilization One sind dann eine Trierer Power/Heavy-Metal Band mit erstaunlich viel Wumms und einem guten, eigenständigen Sänger. Bis auf die zwei überflüssigen Bonussongs auch hier das gehörte Album stimmig und gut.

Pilz ist dann schon wieder ein VBT-Rapper, allerdings weiblich und extrem krass drauf. Die meisten störten sich an der Stimme, ja die ist hoch und quietscht ein wenig - aber der Flow ist gut, Texte sitzen und sind einfach so badass böse wie man es eben nicht von einer Frau gedacht hätte. Pilz tötet Rapper und hat dabei ihre eigene konkurrenzlose Nische gefunden, geb ich mir echt gern.

Mit diesem hoffentlich abwechlungsreichen Einblick und ein paar neuen, vielleicht noch gar nicht so bekannten Namen verabschiede ich mich für heute und hoffe demnächst regelmäßig durchzustarten was die Playlist angeht, solange sie noch was hergibt.

Brauch wohl bald eine Übersicht welche Band ich wie oft schon in den Fokus gerückt habe. Will ja auch was neues bieten können... ;)

Sonntag, 8. Juni 2014

So Far Away – All Alone (2007)



Frontcover - dass das so verwaschen aussieht
liegt ausnahmsweise mitnichten an meiner Kamera.
Ein bisschen Lust auf Bodensatz? Da ist man mit dieser EP recht gut bedient, welche ich gleich zwei Mal in die Finger bekam. Ich bin zwar zugegebner maßen kein großer Hardcore Fan – was ich fairer weise voran stellen muss, bei Gelegenheit kann ich mir gut gemachten aber durchaus auch mal geben. Aber dieses Attribut kann ich dieser Veröffentlichung nicht wirklich geben.

Warum nicht kurz und schmerzlos gleich mit dem „Intro“ anfangen? Das fängt unspektakulär und melodiös an, spielt seine schnöde, repetitive Gitarrenmelodie mit harmlosen Schlagzeugspiel und mehr auch nicht. Das Intro ist komplett ohne Aussage, Inhalt oder wertige Substanz und bereitet auch nur den nächsten Song vor. Warum die nicht gleich zusammengeschrieben wurden kann man sich durchaus berechtigt fragen, immerhin dauert das Intro nur anderthalb Minuten und der folgende Track kommt auch gerade so nur über zwei Minuten, aber gut – ist halt so und kommt hin und wieder auch so vor. Aber ist allein stehend nix, dennoch: Intro hat eben auch den Intro Bonus, daher gehen hier 4,5 Punkte auch vollkommen in Ordnung. Man weiß ja auch nicht was noch kommt…
Erschienen bei: Guideline Records
EAN-Nr.: 4031221070301
Katalog-Nr.: GL 7030

Es kommt der Titeltrack „All Alone“, welcher wenig überraschend nahtlos und gut anschließt. Das Lied geht flott nach vorne aber bietet leider nur so was von ausgelutschte Standartware. Zwar nicht unbedingt die neumodische, polierte Variante davon, aber irgendwie klingt es doch schon sofort wie tausendmal gehört. Das geht schon mit den typischen Gangshouts los, welche das Lied immer wieder flankieren. Der Gesang ist ebenfalls maximal nur Durchschnitt, kann zwar einigermaßen die Melodien halten was im Amateurbereich schon mal nicht immer als gegeben betrachtet werden kann, fängt aber ab der Mitte an wirklich merkwürdig ungesund zu klingen. Ich weiß nicht wie man diese heiseren, schräg krächzenden und wahrlich kläglich schwachen Gesangslinien sonst beschreiben sollte. Das mag zwar aus dem Gross irgendwie leicht hervorstechen, aber nicht auf positive Art und Weise. Klingt nicht schön! 3 Punkte

Kann man so machen, muss man aber nicht.
Im Grunde aber okay und besser als die Musik...
 

Immerhin die Dynamik ist anders bei „Final Cut“ – für ein paar Sekunden oder so. Dann kommen auch schon wieder die fast gleichen Gangshouts zwischendurch oder eben der merkwürdig unrunde (Sprech-)Gesang. Breakdowns dürfen natürlich auch nicht fehlen, dazu wieder Ausflüge in die ungesunde Region der Stimmbänder. Selbst wenn das nicht weh tun sollte, wird es dadurch kein bisschen hörbarer. Da ist keine Energie dahinter, das ist als würde dem Sänger beim Singen die Kehle zugedrückt werden, er im Stimmbruch sein oder was auch immer, das kann doch im Ernst nicht echt gewollter „Stil“ sein? Und immer wieder Gangshout, Gangshout. Das ist so verdammt uninnovativ und klischeehaft und mal überhaupt nicht neu. Man versucht zwar irgendwie ein leicht progressiv angehauchtes Chaos zu entwerfen, aber Hauchen ohne Atem ist so eine Sache. 2 Punkte

Halbzeit schon längst vorbei, kommt da „Reject“ um die Ecke. Viel ändert aber auch dieses Lied nicht am Gesamteindruck. Es hat zwar diese raue Old-School Attitüde, kann damit bei mir aber nicht wirklich punkten und die Gangshouts gehen mir inzwischen echt auf die Nerven. Mir ist schon klar was sie bezwecken sollen, aber dann doch bitte nicht auf die immer gleiche Art und Weise. Das habe ich so jetzt schon die letzten zwei Lieder gehört, Variation ist das Zauberwort. Gegen Ende werden diese mal weggelassen und das Tempo gedrosselt, die Gitarre spielt langsamer und das Schlagzeug beruhigt sich, beziehungsweise verfällt in fast schon einen Marschrhythmus und die Betonung ist nur marginal geändert, aber das ist schon gleich besser, wenngleich insgesamt nicht ausreichend. 3 Punkte


Backcover, Tracklist fehlt - aber darauf kann
man hier ausnahmsweise verzichten. Gibt andere
Baustellen.
Jetzt noch schnell das ultrakurze „So Far Away“ und ich bin erlöst. Im Prinzip wird darin nichts anderes gesungen als „So Far Away“ – aber dieses mal in ruhigem Nachklang und die Gangshouts kämen dieses mal auch richtig gut, wenn sie nicht so was von oft schon verwendet worden wären. Es ist einfach kein Reiz darin mehr vorhanden, daher verpufft dieser Effekt im Nichts. Das Lied schließt immerhin Atmosphärisch auch die EP und wäre für mich so das Minimum auf welches ich aufbauen würde, aber es reißt nicht wirklich was mehr raus zumal ich inzwischen auch schon etwas genervt von bin und sich eine gewisse Erleichterung bereit macht. 4 Punkte



Cover:

Ich will ja echt nicht Nachtreten, aber erst just beim genaueren Hinsehen entdeckt, dass das nicht nur Wolken sind sondern eigentlich eine Straße und eine Brücke unter bewölktem Himmel. Warum man den Kontrast so dermaßen runterkurbelt und alles richtig unattraktiv in einem verwaschenem blau-grau darstellt – keine Ahnung? Man erkennt nicht wirklich viel und auf mich wirkt es nicht atmosphärisch sondern eher lieblos.

Die weitere Gestaltung ist minimalistisch aber ausreichend, zwei verwackelte Bilder von Live Auftritten – aber das passt da durchaus, dass sie verwackelt sind. Texte sind „eigentlich“ auch alle da, bis auf eben jenes letztes Lied – bei dem man auf die Lyrics verzichtet hat, da eigentlich eh nur der Titel gesungen wird. Ich will jetzt ja nicht hier der grundlose Hater sein und gebe da ausnahmsweise trotzdem die volle Punktzahl. So kleinkariert bin ich ja auch nicht.


Fazit:

Die Band scheint noch recht jung und unerfahren zu sein, wird gerne auch weit und breit als hoffnungsvoller Überflieger betitelt, was ich aber nicht im Geringsten nachvollziehen kann. Dafür wird für mich viel zu sehr auf ausgetretenen Pfaden gewandelt, zwar nicht in derart vorhersehbaren, dass man den Breakdown auf die Sekunde genau vorhersagen kann – aber ich finde nicht sonderlich viel neu daran, nichts wirklich mitreißend und vor allem der schräge Gesang gepaart mit den immer gleichen Gangshouts machen mich echt fertig. Nein, diese Scheibe sagt mir leider gar nicht zu. Hardcorefans können durchaus ein Ohr riskieren, vielleicht verkenne ich ja das unglaubliche Potential – aber ich persönlich kann da so in dieser rasanten Kurzaufnahme, nach 12 Minuten ist das Ding durch – nicht wirklich was erkennen. Schade, aber kommt vor.


Gesamtergebnis: 3,32

Gesamtspielzeit: 12:02
Durchschnittsdauer: 2:24
= doppelte Wertung Song 3

Liedqualität: 3,08 (3x)
[ 4,5 + 3 + (2*2) + 3 + 4 ] / 6 = 3,08
Cover: 4,88 (1x)
Cover: 2,5
Lyrics: 4/4 = 10
Aufmachung: 4,5

Abwechslung: 2,5 (1x)

Donnerstag, 22. Mai 2014

Ein Lebenszeichen… / Look@me! – Ungewöhnlicher Film – Heute: Soundbreaker



Heyho – seit gut 4 Monaten hat sich hier nichts mehr getan und Ihr wurdet alle auf unbestimmte Zeit vertröstet, was ich ebenso schade finde wie Ihr hoffentlich auch.
Immerhin habe ich ja auch Bock zu bloggen! Die Situation ist momentan auch nur bedingt besser, von drei großen Baustellen zeichnet sich nur bei einer ein Ende ab – was die Zweite umso dringlicher macht. Hier tut sich leider aber nicht viel und sieht daher immer ungemütlicher aus. Die dritte Baustelle ist momentan auf die lange Bank geschoben – aber auch nicht aus der Welt und sollte irgendwann auch geplant und angegangen werden.

Es türmt sich nur die mir selbst gestellte Arbeit, bislang 8 Konzertberichte welche ich nachholen zu gedenke, wenngleich ich fürchte, dass ihre Qualität nicht mehr ganz so gut sein wird, wie sie es gewesen wären, hätte ich sie zur damalig aktuellen Zeit geschrieben. Ebenso warten 17(!) gelesene Bücher auf ein Review und ich muss da teilweise wieder ordentlich quer lesen um den Inhalt wieder einigermaßen auf die Reihe zu bekommen. Allein mir fehlt die Zeit.

Von einem Comeback kann also nicht wirklich die Rede sein, aber von einem zwischenzeitlichen und ab jetzt unregelmäßigen Aufbäumen wider der Totenstarre. Daher gleich ein Doppelschlag bei beiden Blogs und ein Danke und Hallo an alle die gewartet haben.


///

Mal wieder ein Look@me! nach langer, langer Zeit! Zu übersehen war es nicht wirklich, der Ende April im Kino gestartete Film „Soundbreaker“ war tagelang an allen mit Leinwänden ausgestatteten S- und U-Bahnstationen zu sehen, aber das Konzept finde ich recht interessant.


Zwar gehört die Ziehharmonika inzwischen zu einem Instrument, welches ich absolut gar nicht mehr abkann – der Dank hierfür geht an die vielen, vielen Straßenmusikern mit dem Repertoire von ca. drei Liedern welches von Morgens bis Abends an jeder zweiten Ecke gedudelt wird – aber das hier scheint ein wahres Ausnahmetalent zu sein. Darüber hinaus vermittelt der Trailer schon einiges an Ästhetik und Stil und setzt sich sehr gut in Szene. Ob ich ihn mir anschauen werde ist fraglich, ich denke eher nicht – aber vielleicht ist das ja etwas für euch und musikalisch auf jeden Fall mal etwas anderes, als was sonst hier immer die Oberhand hat.


Linker Hand ein Trailer vom Youtube Kanal kinofilme, ein längerer Trailer lässt sich hier finden: https://www.youtube.com/watch?v=M8Mut8-k0J4