Donnerstag, 4. April 2013

Porcupine Tree – Deadwing (2005)



Frontcover - Aufkleber klebt auf der Hülle
Anno 2011 hatte ich im Sommer eine kurze Hochphase was Indie und Alternative Rock anbelangte. Neben den bereits rezensierten Bloc Party hatte auch Porcupine Tree seine Hochphase, wenngleich nicht direkt miteinander vergleichbar und wesentlich progressiver.

Starten tut das Ganze mit dem Titel „Deadwing“ und hier wird auch gleich sofort klar. Anbiedern ist hier nicht, das Album muss sich erschlossen werden und kommt einem nur bedingt entgegen. Die Anfangssequenz hat zwar definitiv Erkennungsmerkmale, aber dabei bleibt es im Großen und Ganzen auch schon. Zusammen mit Keyboard und Gitarre wird ein vielschichtiger Sound kreiert, der garantiert nicht im Radio laufen wird. Dagegen spricht auch schon die Länge, Dynamik und Lautstärke, welche zwischendurch sehr zurück gefahren wird. Einen klassischen Refrain sucht man vergeblich, dafür wird man mit brauchbaren Gitarrensolos verwöhnt. Das Lied ist in meinen Augen nicht wirklich schlecht, erschließt sich mir aber nicht ganz und ist für einen Opener ehrlich gesagt mutig, aber auch verdammt gewagt um es diplomatisch auszudrücken. 5,5 Punkte

„Shallow“ startet dagegen schon deutlich direkter und lässt im Refrain auch die Gitarren einen Ticken heftiger auslaufen. Hier bleibt dann auch gleich eher etwas hängen. Der Song ist simpler gestrickt, wenngleich in der Mitte versucht wird durch verzerrte oder nicht näher definierbare Sampels etwas Abwechslung statt einer neuen Bridge zu bringen. Dennoch noch nicht der Übersong. 6 Punkte

Es ist schon sehr verkünstelt...

Erschienen bei: Lava Records
EAN-Nr.: 075679343727
Katalog-Nr.: 7567-93437-2
Dieser folgt meiner Meinung nach dann aber prompt mit „Lazarus“, welcher für mich allein die Kaufentscheidung war. Er fängt ganz ruhig mit Klavierklängen an, im Hintergrund verschwommene Geräusche welche mich im ersten Augenblick an Sigur Rós denken lassen, sich dann aber im einsetzenden Gesang auflösen. Dieser ist nicht nur lyrisch sondern auch stimmlich sehr melancholisch, baut eine sanfte und zerbrechliche Spannung auf welche im Refrain ihren Höhepunkt findet. Ein sehr zartes und ruhiges, hochgesungenes Lied, welches für mich perfekt die Traurigkeit des Sommers repräsentiert, welche ganz anders und subtiler als der winterliche Gegenpart ist. 9 Punkte

„Halo“ nimmt diese Stimmung nur bedingt mit. Das kräftig einsetzende Schlagzeug bildet sofort einen Kontrast, welcher zum Glück überraschend wenig stört. Denn abgesehen davon bleibt es recht ruhig, der Gesang stellenweise gesprochen und entrückt im Hintergrund, gesungen im Vordergrund und Stimmung transportierend. Zwischendurch längere, progressivere Parts – nicht eingängig aber passend, gegen Ende wieder Gesang und das Ganze abrundend. 6,5 Punkte

Es folgt das Kernstück „Arriving Somewhere But Not Here” und mit Abstand auch längste Lied. Der Anfang erinnert mich stark an Anathema, sehr ruhig und sphärisch mit langsam einsetzender Gitarre bevor nach zwei Minuten auch der Gesang langsam einsetzt. Langeweile kommt bis dahin nicht auf, dafür ist die Atmosphäre viel zu gut. Und auch danach ist eine latente Steigerung der Stimmung zu vernehmen, während der sanfte und angenehme Gesang sich behutsam anschmiegt und alles irgendwann im Midtempo landet. Der Refrain ist daher nicht klassisch immer gleich, sondern dem wechselndem Tempo und Instrumentalisierung repetitiv angepasst.


Mittig im Song dann die erste größere Zäsur mit sich nochmals verschärfendem Instrumentalpart. Die Riffs treten in den Vordergrund, werden wesentlich griffiger und wiederholen sich eine Zeit lang in der Art und Weise bis sich alles langsam löst, nur noch einzelne Akkorde verloren in der Schwebe stehen bis sie vom Ausgangspart abgeholt werden. Diesem wird Zeit gelassen sich gemächlich auszuspielen, was er auch gekonnt ausgenutzt wird ohne zu übertreiben. Sehr interessanter Songaufbau und Verlauf. 8 Punkte

... leider aber nicht wirklich komplett.
Hier stehen ausnahmsweise zumindest Fragmente
der Songtexte.
Im vergleichbaren Spieltempo startet „Mellotron Scratch“ mit einer harmlosen Melodie und zurückhaltenden Vocals. Diese wenig später in eine höhere Tonlage zu versetzen verleiht dem ganzen eine angenehme Harmonie und Abwechslung. Für mich ein Lied zum Abschalten, Träumen und Sinnieren. Für etwaige Gedankenverwirblung sorgt nur der kurzfristige Stimmungsbruch ab zwei Drittel der Länge. Lohnenswert aber dennoch, denn der abschließende Gesang bietet komplett neue und interessante Aspekte. 7 Punkte

Anstrengender finde ich da „Open Car“ welches mit härteren Gitarren und einem sehr monotonem Gesang startet. Der ist lobenswerterweise neu in der Inszenierung, sorgt also für frischen Wind – liegt mir hingegen aber nicht. Marginal gerettet wird dies von sich sehr befreienden Parts indem die Stimme sich von der Wiederholung lösen kann und dies auch weitläufig tut. 5,5 Punkte

In einem ganz anderen Klangkosmos beginnt „The Start Of Something Beautiful” mit Synthesizer Klängen. Nach und nach vervollständigt sich der Sound mit den verschiedenen Instrumenten, bleibt im Schemata klar aber nicht zwangsläufig vorhersehbar. Abschnitte wiederholen sich, werden aber in Nuancen verändert. Kein sich verlierendes Gefrickel, sondern ein sehr ruhiger Sound, übersichtlich aber dennoch eindeutig progressiv. Ich mag die Stimmung welcher der Song mit Hilfe des Keyboards nach hinten generiert. Klingt leicht verloren und vergänglich, vorsichtig traurig aber noch nicht verzweifelt. Nicht offensiv und erdrückend sondern passiv aber im Verborgenem präsent und dem Titel recht gebend: irgendwie schön. 7,5 Punkte

Backcover und Tracklist
„Glass Arm Shattering“ ist dann auch schon das letzte Lied, wieder eine unglaubliche Ruhe ausstrahlend und Traumlandschaften zaubernd. Das Schlagzeug sehr dezent im Hintergrund, die Stimme relativ hoch – der Klang sich dynamisch aber fließend wie das Gras im Wind bewegend. Hier werden keine Bäume mehr ausgerissen, aber das will und erwartet an dieser Stelle auch niemand mehr. Stattdessen im Schaukelstuhl sitzen, den Blick in die sonnenbeschienene Ferne schweifen lassen und die Sonne langsam sinken lassen. Das Tagwerk ist vollbracht. 7 Punkte

Kommen wir gleich auf das Cover zu sprechen. Ein sehr starkes Bild, welches einen Hauch der Grundmelancholie perfekt einfängt und das vor sich hinträumende der Musik perfekt symbolisiert. In meinen Augen gibt es aber auch wesentlich lichtere und wärmere Farben auf dem Album zu finden, trotzdem eine starke und passende Präsentation. Die Bookletgestaltung ist sehr interessant und künstlerisch, mich aber auch verwirrend und enttäuschend. Lyrics lassen sich wenn überhaupt, nur fragmentarisch wiederfinden. Dafür ist selbst der CD Aufdruck in die Kunst miteinbezogen, was ich doch sehr liebevoll finde.


Fazit:
Ja – das dürfte nun am schwersten zu formulieren sein. In meinen Augen kommt es stark auf die Tagesform des Hörers an, welches mitunter zwischen Gefallen und Nichtgefallen unterscheidet. Jeden Tag könnte ich das Album nicht genießen, es bleibt für mich auch mehr dem Sommer vorbehaltene Musik, was natürlich eine rein subjektive Meinung ist. Die Musik ist vielschichtig und abwechslungsreich, durchaus eingängig aber definitiv nicht einfach oder leicht. Für Prog-Rockfans definitiv eine Empfehlung, aber auch für Fans von Anathema oder Opeth – deren Frontman hilft bei einigen Songs sogar aus – potentiell interessant. Kein schlechtes Album mit vielen guten und durchdachten Stellen, aber manchmal kommt es echt auf den Tag an.


Gesamtergebnis: 7,06

Gesamtspielzeit: 59:40

Durchschnittsdauer: 6:37

Liedqualität: 7,00 (3x)
[ 5,5 + 6 + 9 + 6,5 + (8*2) + 7 + 5,5 + 7,5 + 7] / 10 = 7,00
Cover: 6,8 (1x)
Cover: 8,0
Lyrics: 1,5/9 (1,7) + 3 = 4,7
Aufmachung: 6,5
Abwechslung: 7,5 (1x)

Mittwoch, 3. April 2013

Daydreamers Nightmare Tour 2013 – 29ter März @ Elfer Music Club Frankfurt



Weiter geht’s – nur keine Müdigkeit vortäuschen! Der Elfer war mir bislang schon recht gut bekannt, als Auffangbecken für verstoßene Batschkappbesucher welche noch kurz ausruhen, auf’s Klo gehen oder noch etwas trinken wollten. Mehr kannte ich bislang aber noch nicht.

Das sollte sich heuer ändern, zumal das Konzert von Metalgigs.de präsentiert wurde. Davon konnte ich mir zwar keinen Apfel kaufen, aber mir einen weiteren Anreiz generieren. Je nach Quelle sollte der Spaß zwischen 19 und 21 Uhr anfangen und traf die Realität irgendwo in der Mitte. Der Ersteindruck des „Konzertraums“ hinten im Keller:
Überraschend klein und eng und leider verdammt muffig. Der Charme schwankte zwischen heruntergekommenem Proberaum und miefiger Sportumkleidekabine pubertierender Schüler. Folglich ein sehr einladendes Gschmäckle.

Zusätzliches Gimmick: Die Jubiläumsfeier der Kreuzigung eines israelischen Zimmermanns vor über 2000 Jahren. Würde im Regelfall niemanden interessieren und nichts mit diesem Konzert zu tun haben, aber aufgrund religiösen Verflechtungen bis hin zur Gegenwart – ward nicht nur der Mehrheit der Bevölkerung frei gegeben, sondern allen verboten deshalb aufkeimende Freude in Form ausgelassener Bewegungen (umgangssprachlich: Tanz genannt) auszuleben. Heißt der Abend hatte nicht nur einen sehr muffigen Grundtenor, sondern zudem noch einen sehr zwanghaft, drögen Touch kombiniert mit einer penibel trockenen Kehle meinerseits. Ironische Jubelschreie mögen hier nur gedacht werden.

Meet my Fist holten dabei aber noch ordentlich die Kohle aus dem Feuer. Irgendwo im Nu Metal angesiedelt boten sie einen guten Einstieg. Zwar nicht durch die Bank perfekt, aber ob gesungen oder gerappt – es passte gut zusammen und war in sich stimmig. Die Band wirkte sympathisch und bodenständig und vor allem die Performance und Präsenz der Sängerin fand ich beeindruckend und ausdrucksstark.

Mit Miaplacidus betraten ebenfalls sehr freundliche Menschen die Bühne, einen Tick weniger offensiv sondern eine Spur schüchterner. Sieht man von anfänglichen Abstimmungsproblemen des Sounds ab – die zierliche Sängerin wurde anfangs knallhart von allen Seiten mit lautem Gitarrensound erdrückt, boten sie durchaus hörbaren Alternative Rock. War mir dennoch einen Tick zu soft, was die Band leider selbst viel zu oft betonte – und leider einen Hauch zu beliebig. Klar wurde in Solieinlagen durchaus offensichtlich, was handwerklich vorhanden war, aber das reichte nicht um wirklich zu zünden.

Als komplette Fehlzündung erwiesen sich für mich Die Traktor, Deutschrock mit einer sehr punkigen Attitüde. Lag mir überhaupt nicht, reizte mich null und wurde gekonnt mit Flucht nach oben umgangen um einen Hauch Frischluft zu erhaschen.

Dort wurde auch schon gesungen bzw. geprobt und zwar für Siock Sico. Deren Sänger fiel gestern Abend erst aufgrund gesundheitlicher Probleme aus und deren Ersatzsänger war fleißig am üben. Nachdem Soundcheck verschwand die Band auch gleich wieder um sich zu maskieren. Dabei wurden Tonnen an Haarspray verpulvert und skurrile Kostüme angezogen, so das sich ein absolut durch geknalltes Bild bot. Und einen solchen Auftritt bot die Band auch, deren Musikrichtung ein krudes Chaos aus Alternative Metal, Nu Metal und diversen Metalcore Anleihen bot.

Der Sound ging klar und steil vorne raus, war abwechslungsreich und unterhaltsam – was unfreiwillig dadurch vertieft wurde, dass der Ersatzsänger teilweise den Text noch so gut wie gar nicht konnte, beziehungsweise nicht wusste auf welchem, kaum leserlichen Script er gerade stand. Ansagen wie „Ihr könnt gerne auch mitsingen, ihr seid ungefähr genauso weit wie ich“ sorgten für Lacher und entschuldigten zu recht auch den ein oder anderen vielleicht etwas schiefen Ton oder verpassten Einsatz.

Leider konnte ich die Band aber nicht ganz zu Ende sehen, geschweige denn irgendetwas von der letzten Band Strapped Illa, da meine letzte Bahn welche mich noch zu vernünftigen Uhrzeiten heimbrachte, fuhr. Das ich am nächsten Tag wieder arbeiten musste, lässt Diskussionen um vertretbare Uhrzeiten somit auch schon im Keim ersticken. Hätte wäre wenn, alles früher angefangen, hätte ich auch mehr sehen können – was mich aber auch nicht mehr so sehr störte. Dafür war der Abend nicht direkt zu schlecht, aber wie eingangs erwähnt aufgrund Räumlichkeit und gesetzlicher Regelung muffig und dröge, musikalisch nur bedingt überzeugend und einfach nicht so wirklich auf mich zugeschnitten. War insgesamt noch okay, aufgrund der langen Pendelzeit wäre aber eine identische Wiederholung meinerseits sehr zweifelhaft.

Montag, 1. April 2013

Bloodwork – 22ter März 2013 @ Goldene Krone Darmstadt



Wieder mal ein Abend in der Krone, wieder einmal Konfusionen über die Startzeit. Fünf Bands standen auf dem Programm und zur Wahl stand praktisch alles zwischen 20 und 21 Uhr. Nachdem erfahrungsgemäß die Homepageangaben (21 Uhr) oft nicht stimmten, im Gegensatz zur Facebookangabe (20:30 Uhr) – verließ ich mich auf letzteres, um a) keine Band zu verpassen und b) … ach ich saß mal wieder auf dem falschen Pferd. Diesmal war die erste Angabe die richtige.

Ebenso unsicher ist es, vorherzusagen wie voll oder leer die Krone ist. Das kleine und kümmerliche Häuflein welches den Opener Broken Circle erwartete, ließ übles erahnen. Dabei hatte die sympathische Truppe des leicht melodischen Death Metals durchaus mehr Publikum verdient gehabt. Zwar rissen sie nicht gerade Bäume aus, für den Auftakt waren sie aber durchaus brauchbar. Nur zum Anheizen gab es leider noch kaum etwas. Highlight – zumindest für mich als ewiger Plattenjäger, war die kostenlose „Verwerfung“ der aktuellen Demo. Zwar bin ich absolut nicht käuflich was meine Urteilsfindung angeht, aber sollte ich solche tolle Sachen geschenkt bekommen, könnte es durchaus sein, dass besagte Band – BROKEN CIRCLE, eventuell ganz zufällig ein paar mal besonders hervorgehoben wird. Eine allzu lange Spielzeit hatten BROKEN CIRCLE nicht, dennoch ganz nett anzuschauen.

Nach BROKEN CIRCLE  folgten Platonic Solids aus Karl-Marx-Stadt, wie der Sänger selbst preis gab. Auch hier hätten es durchaus mehr Zuschauer sein können, der fehlende Elan wurde zurecht anfangs mokiert – steigerte sich dann aber auch leicht. Musikalisch boten sie einen eingängigen Mix aus Heavy Metal und Hardrock, welcher zeitweise sehr gut funktionierte und in sich stimmig war, mich allerdings nicht unentwegt mitnahm. Ließ sich zeitweise gut feiern, aber eben nicht immer. Die Phrase „kalt lassen“ wäre dann doch etwas zu hart formuliert.

Imposant war der Soundcheck von Jamie’s Backyard, welcher gleich offenbarte was für einen kolossalen Stimmumfang der Sänger hat. Auch sonst war die Stimme sehr kraft- und druckvoll, obig angedeuteten Fähigkeiten kamen aber leider nicht voll zum Einsatz. Keine tiefen Deathgrowls und hohen Geräusche sondern „nur“ Cleangesang. Der war, ohne Zweifel vollkommen in Ordnung, in Erwartung von so viel mehr, dann aber doch leicht enttäuschend. Und während die Musik in ruhigeren Gefielden gondelte, strömten langsam vermehrt Zuschauer in den Saal. Ich habe ehrlich gesagt etwas Zeit gebraucht, bis ich den Ist-Zustand akzeptiert hatte und Zugang zur Musik fand, die unterm Strich doch ziemlich okay war.

Jetzt kamen All Will Know, welche scheinbar das Ganze hier mitorganisiert hatten. Die Band hatte ich vor gut einem Jahr schon mal in der Krone gesehen, auch die Uhrzeit war ungefähr die gleiche. Der große Unterschied nur: Damals waren anfangs viele Besucher da und gegen Ende keiner mehr, diesmal war am Anfang niemand da und inzwischen trotz fortgeschrittener Stunde die Bude voll. Wieder mal gegen allen Erwartungen und Erfahrungen!
Vorab hatte ich mir schnell noch ein paar Liedern von ihnen angehört, die CD hatte ich damals selbstverständlich gekauft, so dass ich mit einem Ohrwurm erst zur Krone steppte.
Es müssen einige neuere Songs dabei gewesen sein, oder eben ältere – einige waren mir auf jeden Fall neu und/oder wieder unbekannt. Die Performance hingegen ließ keine Wünsche offen, die Melange aus Melodeath und Core – angereichert mit butterzarten Cleanvocals welche schon teilweise einen poppigen Einschlag haben ging auf. Mit einigen Liedern tat ich mir schwer, aber überwiegend lief es mir sehr gut rein. Stimmung war auch super.

Getoppt wurde das nur noch von Bloodwork. Hatte ich mich bislang im Stillen selbst gelobt, so vernünftig, weit- und umsichtig gewesen zu sein, das mein Nacken noch nahezu schmerzfrei war, wurde jetzt das Pulver bis zum letzten Korn verschossen. Der Sound drückte ordentlich nach vorne und auch wenn es schon um/oder nach 2 Uhr Nachts war, keiner wollte aufhören. Weder Band noch Publikum. Mit den letzten Kraftreserven wurde die Zugabe eingefordert, die Zähne tapfer zusammengepresst und gleichzeitig auch irgendwie ein Ende gewunschen. Es war absolut ambivalent, eigentlich war ich komplett erledigt und wollte nur noch heim gehen, was ich nach dem letzten Song auch sofort tat – andererseits, nur noch ein Song, ein Song geht noch.

Ein wirklich toller Abend, ohne Ausfälle und mit viel Spaß. Einem ungewöhnlichen Zuschauerzuwachs statt Schwund zur fortgeschrittener Stunde und ja… eigentlich hat soweit alles gepasst. Die Schmerzen am nächsten Tag waren erfreulich minimal. Es sieht ganz so aus als wäre ich langsam wieder gestählt und stocknüchtern kann ich inzwischen auch ordentlich bangen. Zwar anfangs schüchtern, dafür später umso vehementer.

Fotografen waren auch anwesend, ich verlinke einfach mal – auf 2 wunderschönen Bildern bin ich auch zu sehen. https://www.rockyou.fm/gallery/14-die-krone-rockt/all

Jetzt noch das mit den Anfangszeiten irgendwie in den Griff bekommen, die Besucherzahlen konstant halten und dann kann ich auch wieder reines Gewissens meine Freundin wieder überreden mitzukommen. Der bot sich nämlich jedes mal das Paradenegativbeispiel. Diemal war aber alles super. J