Montag, 19. März 2012

Paradise Lost - Shades of God (1992)

Frontcover
Unsere heutige Reihe führt uns auf die großbritannische Insel anno 1992 und begutachtet einen der stilprägendsten Mitbegründer des Deathdooms. In den Händen halte ich zur Info die Erstauflage, welche mich mit einem sehr künstlerischen Bild anstarrt. Das Booklet ist okay, aber vom Hocker haut mich das nicht. Falls beim re-release etwas am Sound bearbeitet sein sollte, werde ich dies nicht hören, d.h. ich beziehe mich auf den Orginalsound. Da ich altersbedingt nicht wirklich den Zeitgeist der damaligen Zeit erlebt habe, noch mit Paradise Lost in jenes Untergenre einstieg, sondern viel mehr mit hochpolierten Aufnahmen verwöhnt wurde, sei mir verziehen falls ich zu sehr am Denkmal rüttele.

Nachdem wir uns alle angeschnallt haben geht es los mit „Mortals Watch the Day“. Das ganze ist recht gemächlich, nicht drückend und schwer, aber es eilt auch nicht unbedingt. Die Vocals sind relativ unauffällig, der Refrain hat wiedererkennungswert und die Solis im ersten Drittel sind recht ansehlich. Ein paar Tempowechsel lassen sich auch wiederfinden und so präsentiert sich der Opener als recht abwechslungsreich und vielversprechend. 7 Punkte

„Crying for Eternity“ startet da schon wesentlich langsamer und sperriger. Den Anfang des Songs find ich ehrlich gesagt nicht gerade überragend, aber er wächst in sich selber7,5 Punkte
Erschienen bei: Music For Nations
EAN-Nr.: 5016583113520
Katalog-Nr.: CDMFN 135
indem er wiederkehrende Parts geschickt wie einen roten Faden durch den ganzen Song verwendet. Die Solos und die kurzfristige helle, freundliche Auflockerung gefallen mir hierbei am besten. Spätestens hier muss man sich auch von dem Gedanken lösen, es mit einem einfallslosem Album zutun zu haben. Das ganze ist wesentlich progressiver als es das Label Doom weitläufig erwarten lässt.

Mit einer ähnlichen Stimmung fängt „Embraced“ an. Am auffälligsten finde ich den Bruch vom Refrain zur zweiten Strophe. Es wäre übertrieben, ihn als „hart“ zu bezeichnen, ich finde ihn aber nicht gerade rund. Das gelingt zum Abschluss wesentlich besser, hier blitzt kurzfristig so etwas ähnliches wie Aggression in Form gesteigerter Dynamik auf. Ich persönlich finde nämlich, verglichen mit den Texten, die Umsetzung erstaunlich stoisch. 7 Punkte

„Daylight Torn“ lautet der vierte Song, welcher nach den ersten Riffs etwas schneller vorprescht und sich erst in der Mitte des Songs wieder etwas einfängt. In der vorletzten Strophe klingt es dann endlich klagend, die Vocals harmonieren hier sehr schön mit den Gitarren. Das ruhige Zwischenspiel gibt dem Ganzen 8 Punkte
Die Bookletgestaltung ist etwas arg mager aus-
gefallen. Es ist alles da, aber nur in minmalem
Ausmaß.
Wirkung, um sich am Ende noch mal schön zu entladen. Hier würde ich mein erstes Ausrufezeichen setzen, denn hier entwickelt es sich genau in die Richtung wie ich es gerne hätte.

„Pity the Sadness“ nimmt diesen Schwung mit und klingt dabei nur selten doomig. Das ganze hat vielmehr eine thrashige Schlagseite und ist damit eigentlich Ideal im Album platziert. Die Stelle von 4:18 bis 4:30 zeichnet sich zudem noch mit einer wunderbaren Atmosphäre aus, welche leider nicht weitergeführt wird, sondern durch eine nicht viel mindere Variante ersetzt wird. In Kombination mit dem voran gegangen Song, knappe 8 Punkte


„No Forgiveness“ klimpert anfangs leise vor sich hin, bis die schweren Gitarren langsam einsetzen. Höhepunkt für mich ist die Textpassage „Hearing you talk is a waste of silence“. Nicht weil sie irgendwie besonders cool umgesetzt wäre, das ist sie leider nicht – aber die Aussage hat einfach was. Auch hier lassen sich diverse Solis und Stimmungswechsel finden, allerdings fehlt mir einfach der Reiz oder das gewisse Etwas, welches im Ohr hängen bleibt. 6,5 Punkte

„Your Hand in Mine“ wird sogar noch zäher und überrascht mit stimmigen, tiefen clean Vocals welche nahtlos in Growls übergehen. Vielleicht der passende Moment um zu betonen, dass diese das ganze Album über sehr, sehr gut verständlich und recht ruhig sind. Lang gezogene Gitarrensounds und marschierende Drums steuern gegen Ende auf ein Finale zu, welches sich allerdings nicht als großer Knall entlädt, sondern harmonisch den Kreis schließt. 7 Punkte

Backcover und Tracklist
Der vorletzte Song hört auf den Namen „The World Made Flesh“ 7 Punkte
und naja. Er klingt nicht irgendwie besonders anders, als just gehörten Songs und bis zum gelungenen Finale rauscht er ohne weitere Höhepunkte recht belanglos an mir vorbei. Letzteres rettet aber den Song noch auf

Den Abschluss bildet „As I Die“ und dieser ist in meinen Augen auch schon so ziemlich der Topsong schlechthin. Seien es die geflüsterten Passagen welche sich wunderbar in den Song einschmiegen und für bitter benötigte Kontraste sorgen, oder die unvergleichliche Melodie, welche ich als einzige wirklich im Kopf behalten kann. Auf diesem Mindestniveau hätte ich mir ALLE Lieder gewünscht. Zum Ansporn gnädige 8,5 Punkte



Fazit:
Ich finde das Album wirklich nicht schlecht, aber es wirkt auf mich viel zu… und hier fehlt mir leider das Vokabular. Es ist definitiv nicht langweilig und vorhersehbar, dafür hat es zu viele dynamische Wechsel und Stimmungen. Den Gesang selber finde ich ein wenig emotionsarm, technisch sehr nah an der Eindimensionalität, aber insgesamt betrachtet kann man dem Album auf keinen Fall diesen Vorwurf machen. Das Album hat auch eine sehr homogene Atmosphäre, welche ich als durchaus bedrückend empfinde kann, aber nicht immer muss. Vielleicht fehlen mir einfach die Extreme, denn es macht mich weder glücklich noch traurig, ich empfinde es nicht als erregend noch bin ich dem ganzen gleichgültig gegenüber gestellt. Man kann es sehr angenehm anhören, aber irgendetwas fehlt mir noch und ich komm verdammt noch mal nicht darauf was es sein könnte. Trotzdem bleibt es ein Klassiker dem man ein Ohr gönnen sollte.




Gesamtergebnis: 6,83* 7,31

Gesamtspielzeit: 54:46
Durchschnittsdauer: 6:05

Liedqualität: 7,39 (3x)
(7 + 7,5 + 7 + 8 + 8 + 6,5 + 7 + 7 + 8,5) / 9 = 7,39
Cover: 5* 7,38 (1x)
Cover: 5
Lyrics: 9/9 = 10
Aufmachung: 4,5
Abwechslung: 7 (1x)

*Änderung aufgrund der neuen Bewertungsrichtlinien!

Sonntag, 18. März 2012

FREE DOWNLOAD: >T3rr0rkr4ch< - You Wish the Intro Would be the Outro

Moin - da ich den Tag heute leider etwas arg vertrödelt habe, konnte ich nicht wie geplant ein Review liefern und da überraschend das Konzert, welches ich im Auge hatte abgesagt wurde, werde ich morgen auch keinen Konzertbericht zur Hand haben.

Zu eurem Trost oder aber auch zu eurem Leid, konnte ich heute nach diversen Programmschwierigekeiten endlich nach 2 Jahren meinen ersten 100%-ig selbst produzierten Song abschließen.
Drum-PC wurde von mir maletriert und Vocals stammen ebenfalls alle von mir. Bis auf eine teilweise, drastisch tiefer gelegte Stimme wurde nichts verzerrt! Abzüglich übersteuernder Headset Mikros ist meine güldene "Gesangsstimme" in der Tat so gehörgangsverachtend.

Zur Erklärung sei kurz gesagt, dass diese Einmannband mehr oder weniger im Nachhinein auf dem Summer Breeze '10 gegründet wurde und auf eine selbstironische Art und Weise bewusst häßliche Musik ist, welche primär antikommerziell und antimelodiös ist!!

Das ganze ist der erste Song der schon für 2011 geplanten EP "Aggressiver Weckertöne" und soll den ultimativen Schlafentzug für einen beschissenen Start in den Tag symbolisieren!

Müsste ich meine Musik selbst bewerten, wären mit Glück 0,5 Punkte drin, aber mir geht es auch nicht um Qualität sondern um miese Aufnahmen. *g*

Um dem Credo Geltung zu tragen gibt es diesen ersten Track natürlich umsonst. Folgender Link ist ein direkter Downloadlink via last.fm und 100%-ig ohne Viren und Co. und auch 100%-ig legal, da ausschließlich von mir. :)

Wenn euch diese Musik NICHT gefallen habt, spendet mir Geld damit ich aufhöre Musik zu machen. Anders kann ich kein Geld damit verdienen... ^^


Viel "Spaß":

Free Download

Dienstag, 13. März 2012

+++ Deichkind vs. GEMA / Spotify in Deutschland erhältlich +++

Diesmal bin ich wirklich brand aktuell, denn seit ungefähr 2 Stunden ist nach jahrelangen Querelen mit der GEMA Spotify in Deutschland zugänglich. Spotify ist ein Musikstream Dienst, welcher prinzipiell kostenlos für jeden User ist und einen Zugriff auf Millionen von Labels lizensierten Liedern gewährt.
Einziger Wehrmutstropfen bei der Freeware Version sind gelegentliche Werbeeinblendungen und eine beschränkte Spieldauer. Für monatlich 4,99€ ist man aber von Werbung und Beschränkungen befreit, bei dem Premium Zugang für 9,99€ im Monat erhält man Lieder in höherer Wiedergabequalität, kann den Dienst auch auf Smartphones nutzen und "offline" streamen. Darunter kann ich mir aber noch nicht wirklich was vorstellen.

Spotify sieht sich als die größte Musikbibliothek der Welt und als eine Revolution. Immerhin bekommen die Künstler auch Geld für die Wiedergaben. Das ganze wird auch mit sozialen Netzwerken verknüpft, so kann man z.B. seinen last.fm Account den Spotify Account "hören" lassen und somit scrobbeln. Leider ist das ganze auch sehr eng mit Facebook verknüpft, man kann so live teilen, empfehlen und sich die Pinwand damit vollkleistern und warum zur Hölle auch immer:
Zur Registrierung ist ein Facebook Account notwendig... =[
Diese Plattform boykottiere ich aus Prinzip jetzt schon ein paar Monate lang, schade...

Für alle anderen, welche jetzt neugierig geworden sind, schaut es euch an:
Spotify


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Und ja die Web.de Artikel laufen mir gerade zu wie nichts, aber immerhin konnte ich so die lustige Meldung lesen, dass sich Deichkind über die GEMA Sperre auf Youtube ordentlich aufgeregt haben.
Schön, dies auch mal von einem Künstler zu hören, was die GEMA da fordert ist auch gnadenlos überzogen.

Aber mit der GEMA hab ich irgendwann auch noch ein Hünchen zu rupfen. Solange viel Spaß bei folgendem Artikel:
Deichkind genervt von GEMA Sperre auf Youtube