Sonntag, 29. Januar 2012

Sampel me: Klaus Kinski

Das CD-Review kann noch ein wenig warten, kommt aber ganz bestimmt im Februar *g* - Ansätze stehen schon im Raum, aber ist komplizierter als gedacht, warum werde ich euch dann auch nahe legen.

Konzentrieren wir uns heute lieber mehr auf das More und verweben es geschickt mit der Musik. Sehr beliebt in der Musik sind Sampels, welche oft unterstützend in die Musik integriert werden. Müsste ich spontan welche benennen, würde mir [X]-Rx einfallen, welche so gut wie alles Sampeln was sie finden. Ein mehr oder weniger griffiges Zitat, ein Beat drüber und fertig.

Bedeutend griffiger sind da die vielen Sampels mit Klaus Kinski. Diese Person ist ein sehr kontroverses Thema, er war unbestreitbar jähzornig und perfektionistisch kompliziert. Aber er hatte eine eigene Meinung, verfügte über eine charakteristische Stimme und eine direkte, wenngleich oft auch beleidigende Redegewandheit.

Aber seine Sampels haben eine Energie und oft auch eine Aussage und vor allem ist er sehr variabel. Zu einem meiner Lieblingslieder von Geïst welche sie nach einem albernen Rechtsstreit bezüglich des Namens in Eïs umbenennen mussten, gehört Kainsmal. Die ausklingende Atmosphäre, perfekt!
Eine ganz andere Stimmung wird durch sein Sampel bei Feindflugs Glaubenskrieg erzeugt.


Dieses Sampel stammt aus seiner "Jesus Christus Erlöser Tour" und wird sehr gerne in der Musik verwendet. Sei es bei Samsas Traum oder bei Pimpulsiv. Kinski wird sehr häufig verwendet und schmeißt ganze Lieder quasi fast alleine und dabei ist er nicht einmal Sänger oder Musiker.


Diesen Remix, welcher laut Beschreibungstext wie folgt unterlegt ist,
Musik: JDX vs The Prophet - Blacker Than Black - Sensation Black 2007 Anthem - Amsterdam Arena
 feier ich ehrlich gesagt absolut. Da steckt einfach nur ehrliche, direkte Energie dahinter.

Bevor man sich jetzt aber zu Unrecht vorschnell über den lieben Klaus lustig macht, empfehle ich euch den kompletten Auftritt anzuschauen.

Jesus Christus Erlöser Tour - bei diesem unmöglichen Publikum wäre ich auch ausgerastet. Wie ernst er es meint und wie wichtig ihm das ganze ist, sieht man wenn man sein Gesicht anschaut. Er lebt diesen Auftritt, wird aber einfach nicht in Ruhe gelassen.

Wie auch immer, Kinski hat sehr viel mit Sampels und folglich auch mit Musik zu tun und dürfte damit hier die für mich absolut neu "Sampel me:" Serie eröffnen. Was da noch alles kommen mag weiß ich selber nicht. Wer noch Personen kennt, deren Sampels von Künstlern aus allen möglichen Genres verwendet werden, darf mir gerne einen Kommentar dalassen. Ich werde mir das ganze anschauen. Denn bislang, steht er da ziemlich einsam und alleine in der Reihe.

Samstag, 28. Januar 2012

All Will Know - 27ter Januar 2012 @ Darmstadt Goldene Krone

Noch etwas angeschlagen von meiner Zahn-Op stand dieser Abend ganz im Zeichen der Disziplin. Kein Alkohol, kein Bangen, kein Rumhüpfen, viel sitzen, ruhig stehen, nicht viel reden und hauptsächlich grimmig schauen. Einfach nur Musik hören wie ich es sowieso jeden Abend mach und anstatt mich über laute Nachbarn aufzuregen, gab's diesmal was zu sehen. Wenn das mal keine Erholung ist...

Los ging es mit 7 Gates welche erstaunlich stark starteten und für einen Opener überraschend begeistert, wenngleich auch verdient gefeiert wurden. Sie boten einen sehr melodischen Metal welcher gekonnt zweigleisig zwischen Heavy und Power Metal bis hin zu progressiven, latent thrashigem Melo Death reichten. Oder anders gesagt. Es war nicht immer ganz leicht sie in eine unbequem enge Schublade zu zwängen. Die härteren Passagen hatten durchaus Dampf unter'm Kessel, gefielen mir aber nicht so stark wie die ruhigeren Passagen. Denn gerade dort schaffte es der Frontmann stimmlich zu punkten. Sangessicher und begleitet von schönen Gitarrenläufen bot doch manch Song absoluten Ohrwurmcharakter. Gegen Ende mehrten sich leider die sonst in der Krone ungewohnten Soundprobleme, manche Passagen waren etwas verworren oder vor allem bei steigender Härte austauschbar, nichts desto trotz ein nahezu fehlerfreier Auftritt und sehr starker Start!

Die nächste Band war überraschend da sie nicht auf dem Programmzettel stand, aber da ich sowieso keine Band kannte und mit keinen Erwartungen den Abend besuchte, war es mir gerade Recht. Extra aus Madrid(?) reisten die Spanier von Ravenblood an und legten nach einem epischen Intro und einem unpassenden von 0 auf 180 Übergang mächtig los. Die Kombination von Death Metal mit aus dem Pagan Metal Bereich entnommenen Passagen war anfangs ungewohnt, fügte sich im Verlauf aber immer besser zusammen. Das epische "Duett" des Sängers und Gitarristen bildeten dabei den Höhepunkt und lässt sich ganz grob aus einem Mix von Týr und Ensiferum zusammenbasteln. Dem einzigen Manko von mehreren Intros welche eine anmutige Epik herraufbeschworen, welches sich jedes mal unglücklich in Raserei entlud, Songansagen mit einer viel zu lange folgender Stille, diverse Soundprobleme und ein paar Querschläger des Schlagzeugers (Polyrhythmik wird doch nicht Absicht gewesen sein?) wussten die Bandmitglieder mit viel Spielfreude, imposanter Headbangperformance und einer steigenden Spielqualität entgegen zu setzen. Die sympatische Truppe gefiel mir gegen Ende immer besser, aber irgendwann war's halt auch vorbei...

Den nächsten Stilbruch gab es mit Darkest Horizon, hier mischte sich der Death Metal mit einer sehr symphonischen Komponente, zudem vorallem das Keyboard beitrug. Und das war zugleich auch leider die Achillesferse an diesem Auftritt. Anfangs klang es total übersteuert, zwischendrin war es etwas zu leise und pendelte qualitativ stetig hin und her. Wenn es mit den Gitarren harmonierte, wusste das Gesamtkonzept aber sehr zu überzeugen. Die lustige Ansage des studierenden Sängers bezüglich fernbleibenden Publikums kommentiere ich diplomatischerweise nicht, die Band schaffte es aber gekonnt, die Zuschauer zu unterhalten.
Und von den wohl eher technischen Problemen abgesehen und ein paar klitzekleinen Durststrecken, hatte das Dargebotene durchaus seine Reize. Auf CD, welche ich mir natürlich brav gegen Ende kaufte, klingt das ganze aber dann doch wesentlich melodiöser und sanfter. Rough'n'Raw hin oder her - der Auftritt rockte.

Die letzte Band All Will Know prachte ihren eigenen Banner mit und ließen mich mal wieder über das Genre grübeln. Gesanglich hätten sie durchaus in die Core Ecke gepasst, spieltechnisch bewegte man sich aber im Melo Death Bereich, kombiniert mit ein paar Modern Metal Elementen. Der sehr bewegungs- und hüpffreudige Auftritt ging gut ins Ohr und auch hier überraschten mich die Clean Passagen. Ich bin ehrlich gesagt immer froh, wenn jemand Clean Singen kann und eine Melodie auch unschief hält und dabei auch noch Kraft in der Stimme hat. Zwar war der Nachhall-Effekt extrem stark aufgedreht, aber dies störte größtenteils nicht. Der Wechsel zwischen Schrei und Clean Gesang ist zwar nicht sonderlich orginell, aber wurde hier gut umgesetzt und hatte ordentlich Energie. Energie welche ich, ich hab sie mir natürlich brav gegen Ende gekauft *g* - auf der CD etwas vermisse. Die Band hatten leider nur einen plötzlichen Zuschauerschwund zu beklagen, dafür gewann ihre Sehkraft an Qualität. "Je später der Abend, desto schöner werden die Leute hier vor der Bühne" - qualitativ hätten sie auf jeden Fall noch mehr Zuschauer bis zum Ende verdient, einzig die Lautstärke ging mir persönlich langsam ebenfalls auf die Nerven. Keine Ahnung ob da nochmal dran rumgedreht wurde oder ob es einher ging mit der natürlichen Ermüdung. Aber ein Ticken leiser wäre ganz nett gewesen.



Meine letzten Worte zum Abschluss? Es war wirklich toll, gefiel mir meilenweit besser als die Woche zuvor und da ich mich voll und ganz auf antialkoholische Getränke konzentrierte, musste ich auch keinen weiteren Kulturschock erleiden. (Die Hessen wissen nicht was ne Halbe ist!!!!1111 wtf?! xDD)
Frage des Abends: "Habt ihr einen Typen gesehen mit Bart und langen Haaren?" - "Hatte der vielleicht was Schwarzes an?" höhö...


Doch hat mir gefallen. =)


http://www.metalgigs.de/konzert_10732/Darkest-Horizon-Darmstadt
(Extra für den Sänger von Darkest Horizon - KLICK, KLICK, KLICK!!)

Freitag, 27. Januar 2012

iTrend: Hardcorenachwuchs

Ja ich weiß, ich bin nicht sonderlich schnell, da es geschätzte 17 Millionen Menschen schon vor mir gesehen haben und spätestens seit man damit von yahoo & Co. vollbombadiert wird weiß es sowieso schon jeder - aber für alle, welche wie ich etwas später dran waren, hier der momentane Internethype schlechthin.

Die 8 jährige Juliet hat ihren ersten Song... *süß* - man kann das ganze jetzt natürlich sehr, sehr bedenklich finden, da ein Kind jetzt total im Sinne des Kommerzes missbraucht wird! Die elterlichen Ausreden a là "Wir konnten ja nicht wissen, dass dies soo erfolgreich wird, bla bla" sind totaler Bullshit, spätestens mit dieser Seite wird der totale Ausverkauf betrieben. http://www.myfirsthardcoresong.com/

Durchaus eine nette Idee, wenngleich mit Beigeschmack, Schnappi lässt grüßen. Wenigstens hat das aber etwas Eier wenngleich ich hier schon deutlich die mir lästige Karate-Kiddie Attitüte erkennen muss.


Und da es keinen Hype ohne Reaktionen gibt, gibt es jetzt schon neben den üblichen Flames weit unter der Gürtelline, zig Dubstep Remixe und Coverversionen. Eine davon find ich persönlich gut gelungen, da es inhaltlich das Video schön karrikartiert. That's Internet...


Viel Spaß beim ansehen, ansonsten ignoriert es einfach... ;)