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Sonntag, 29. Juli 2012

High Rise Fall + The Forsaken Souls – 28ter Juli 2012 @ Goldene Krone Darmstadt


Ja das ist so eine Sache: Angekündigt wären High Rise Fall, Life Demise, The Forsaken Souls und Saw Blade wobei letztere absagten. Auf der Homepage der Krone war zu lesen: Einlass 21Uhr – Beginn 22Uhr.

So kreuzten wir kurz nach zehn auf während es sich High Rise Fall auf der Bühne gemütlich einrichteten. Diese bretterten auch ordentlich mit Highspeed los, machten es mir mit ihrem leicht „progressiven“ Einschlag allerdings schwer, dazu konsequent zu bangen. Das war löblich aber auch nicht immer 100%-ig rund. Prinzipel ist es begrüßenswert, wenn nicht drei Minuten lang im gleichen Tempo durchgeprügelt wird und maximal gefühlte zwei Riffs abgegriffen werden – mir waren nur manche Tempi und Stimmungswechsel zu abrupt, wirklich gelungene und griffige Passagen wechselten ohne Ankündigung in anarchische Strukturen. Von einer reinrassigen Black Metal Kombo kann ebenfalls nicht die Rede sein. Ingesamt ansehnlich, aber sicherlich noch ausbaufähig.

Die nächste Band schallte sich The Forsaken Souls und kam mir gleich teilweise bekannt vor. Der Frontmann tanzt auch bei Darkest Horizon mit dem Mikro über die Bühne. Im Gegensatz dazu fehlt hier allerdings das Symphonische, ist daher dreckiger und direkter. Als Belohnung für die wenigen Zuschauer – laut Kasse waren es gerade mal 17 Besucher – konnte zwei mal gewählt werden, ob der Sänger jetzt im Black Metal Stil oder im Grindcore Stil singt. Funktionierte beides auf seine Art und Weise, war aber nicht so hervorstechend wie man es sich dies vorstellen mag. Der Auftritt war vollkommen in Ordnung ohne jetzt der große Brecher zu sein. Ich, inzwischen in Stimmung, kam mehr und mehr in fahrt und dann…

Tada – der Abbau. Wie ich im Gespräch hinterher erfuhr, spielten Life Demise schon wesentlich früher und damit war der Abend beendet. Fand ich extrem schade, da ich nun mal 4 Bands erwartet hatte und gerade mal die Hälfte sehen konnte.

Zwar war es schon nach 0 Uhr, aber ich fand den Abend leider zu kurz. Qualitativ alles annehmbar, nicht zwingend aber gut unterhaltend.

Samstag, 28. Januar 2012

All Will Know - 27ter Januar 2012 @ Darmstadt Goldene Krone

Noch etwas angeschlagen von meiner Zahn-Op stand dieser Abend ganz im Zeichen der Disziplin. Kein Alkohol, kein Bangen, kein Rumhüpfen, viel sitzen, ruhig stehen, nicht viel reden und hauptsächlich grimmig schauen. Einfach nur Musik hören wie ich es sowieso jeden Abend mach und anstatt mich über laute Nachbarn aufzuregen, gab's diesmal was zu sehen. Wenn das mal keine Erholung ist...

Los ging es mit 7 Gates welche erstaunlich stark starteten und für einen Opener überraschend begeistert, wenngleich auch verdient gefeiert wurden. Sie boten einen sehr melodischen Metal welcher gekonnt zweigleisig zwischen Heavy und Power Metal bis hin zu progressiven, latent thrashigem Melo Death reichten. Oder anders gesagt. Es war nicht immer ganz leicht sie in eine unbequem enge Schublade zu zwängen. Die härteren Passagen hatten durchaus Dampf unter'm Kessel, gefielen mir aber nicht so stark wie die ruhigeren Passagen. Denn gerade dort schaffte es der Frontmann stimmlich zu punkten. Sangessicher und begleitet von schönen Gitarrenläufen bot doch manch Song absoluten Ohrwurmcharakter. Gegen Ende mehrten sich leider die sonst in der Krone ungewohnten Soundprobleme, manche Passagen waren etwas verworren oder vor allem bei steigender Härte austauschbar, nichts desto trotz ein nahezu fehlerfreier Auftritt und sehr starker Start!

Die nächste Band war überraschend da sie nicht auf dem Programmzettel stand, aber da ich sowieso keine Band kannte und mit keinen Erwartungen den Abend besuchte, war es mir gerade Recht. Extra aus Madrid(?) reisten die Spanier von Ravenblood an und legten nach einem epischen Intro und einem unpassenden von 0 auf 180 Übergang mächtig los. Die Kombination von Death Metal mit aus dem Pagan Metal Bereich entnommenen Passagen war anfangs ungewohnt, fügte sich im Verlauf aber immer besser zusammen. Das epische "Duett" des Sängers und Gitarristen bildeten dabei den Höhepunkt und lässt sich ganz grob aus einem Mix von Týr und Ensiferum zusammenbasteln. Dem einzigen Manko von mehreren Intros welche eine anmutige Epik herraufbeschworen, welches sich jedes mal unglücklich in Raserei entlud, Songansagen mit einer viel zu lange folgender Stille, diverse Soundprobleme und ein paar Querschläger des Schlagzeugers (Polyrhythmik wird doch nicht Absicht gewesen sein?) wussten die Bandmitglieder mit viel Spielfreude, imposanter Headbangperformance und einer steigenden Spielqualität entgegen zu setzen. Die sympatische Truppe gefiel mir gegen Ende immer besser, aber irgendwann war's halt auch vorbei...

Den nächsten Stilbruch gab es mit Darkest Horizon, hier mischte sich der Death Metal mit einer sehr symphonischen Komponente, zudem vorallem das Keyboard beitrug. Und das war zugleich auch leider die Achillesferse an diesem Auftritt. Anfangs klang es total übersteuert, zwischendrin war es etwas zu leise und pendelte qualitativ stetig hin und her. Wenn es mit den Gitarren harmonierte, wusste das Gesamtkonzept aber sehr zu überzeugen. Die lustige Ansage des studierenden Sängers bezüglich fernbleibenden Publikums kommentiere ich diplomatischerweise nicht, die Band schaffte es aber gekonnt, die Zuschauer zu unterhalten.
Und von den wohl eher technischen Problemen abgesehen und ein paar klitzekleinen Durststrecken, hatte das Dargebotene durchaus seine Reize. Auf CD, welche ich mir natürlich brav gegen Ende kaufte, klingt das ganze aber dann doch wesentlich melodiöser und sanfter. Rough'n'Raw hin oder her - der Auftritt rockte.

Die letzte Band All Will Know prachte ihren eigenen Banner mit und ließen mich mal wieder über das Genre grübeln. Gesanglich hätten sie durchaus in die Core Ecke gepasst, spieltechnisch bewegte man sich aber im Melo Death Bereich, kombiniert mit ein paar Modern Metal Elementen. Der sehr bewegungs- und hüpffreudige Auftritt ging gut ins Ohr und auch hier überraschten mich die Clean Passagen. Ich bin ehrlich gesagt immer froh, wenn jemand Clean Singen kann und eine Melodie auch unschief hält und dabei auch noch Kraft in der Stimme hat. Zwar war der Nachhall-Effekt extrem stark aufgedreht, aber dies störte größtenteils nicht. Der Wechsel zwischen Schrei und Clean Gesang ist zwar nicht sonderlich orginell, aber wurde hier gut umgesetzt und hatte ordentlich Energie. Energie welche ich, ich hab sie mir natürlich brav gegen Ende gekauft *g* - auf der CD etwas vermisse. Die Band hatten leider nur einen plötzlichen Zuschauerschwund zu beklagen, dafür gewann ihre Sehkraft an Qualität. "Je später der Abend, desto schöner werden die Leute hier vor der Bühne" - qualitativ hätten sie auf jeden Fall noch mehr Zuschauer bis zum Ende verdient, einzig die Lautstärke ging mir persönlich langsam ebenfalls auf die Nerven. Keine Ahnung ob da nochmal dran rumgedreht wurde oder ob es einher ging mit der natürlichen Ermüdung. Aber ein Ticken leiser wäre ganz nett gewesen.



Meine letzten Worte zum Abschluss? Es war wirklich toll, gefiel mir meilenweit besser als die Woche zuvor und da ich mich voll und ganz auf antialkoholische Getränke konzentrierte, musste ich auch keinen weiteren Kulturschock erleiden. (Die Hessen wissen nicht was ne Halbe ist!!!!1111 wtf?! xDD)
Frage des Abends: "Habt ihr einen Typen gesehen mit Bart und langen Haaren?" - "Hatte der vielleicht was Schwarzes an?" höhö...


Doch hat mir gefallen. =)


http://www.metalgigs.de/konzert_10732/Darkest-Horizon-Darmstadt
(Extra für den Sänger von Darkest Horizon - KLICK, KLICK, KLICK!!)