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Samstag, 30. April 2016

European Aggressor - Tour 2015 – 30ter November @ Neuer Elfer, Frankfurt



Mit dem Line-up ist das ja so eine Sache, ursprünglich angekündigt war als Support für die aus Ungarn stammenden Ektomorf ja die schwedisch-griechische Melo-Death Kombo Nightrage. Davon kenne ich zumindest die Sweet Vengeance, welche mich zwar nicht in grenzenlose Lobhuldigen ausbrechen lässt, aber dennoch recht annehmbar sind. Als Co-Headliner für mich daher aber durchaus interessant.

Diese Personalie sollte aber nicht lange zur Debatte stehen. Auf der Facebook Seite der Veranstaltung fehlte Nightrage, dafür tauchte hier dann Raunchy und One-Way Mirror auf. Kenn ich beide nicht, war ich auch nicht wirklich heiß darauf, aber immerhin eine Band extra dazu. Kann durchaus eine Entschädigung sein, muss es aber nicht. Aber man ist ja offen für alles…

Zugegeben stieß ich erst leicht verspätet dazu, der obligatorische Besuch bei ehemaligen Arbeitskollegen mal wieder, aber wie ich erfuhr fing das Ganze dann eh leicht verspätet und maximal anarchisch an. Die Information im Hinterkopf habend, dass heuer ja zwei Vorbands spielen sollten, erfrage ich am Eingang noch der Running-Order um verblüfft festzustellen, dass dies das auch nicht wussten.

Irgendeine andere Band wäre einfach so gekommen und würde jetzt stattdessen spielen. Wirklich vorgestellt hätten sie sich nicht, auch ein Sonderlob für Höflichkeit hätten sie sich nicht wirklich verdient.

Diesen Eindruck gewann ich leider ebenfalls sehr schnell, auf der Bühne stand die israelische Band Shredhead und bezeichnete bei den Ansagen zwischendurch gleich mal jeden als Arschloch. Dass sie sich selbst davon nicht ausnahm könnte man positiv anmerken, aber die auf mich und sicherlich auch sonst nicht auf jeden anderen im Raum zutreffende Aussage, getätigt mit der vorwurfsvollen Vehemenz der Ignoranz und gewollter Unfähigkeit zur Reflektion und Differenzierung, nivellierte hier gründlich sämtliche Sympathie und den Glauben zur Brüderlichkeit im Geiste.
Der sehr räudige, groovige Thrash Metal war nicht mal grundsätzlich so verkehrt, aber eben von einem latent asozialen Verhalten und Attitüde geprägt. Je nach Vorliebe vielleicht konsequent stilsicher, für mich aber mehr ein Un- oder Antistil. Gefallen hat mir gegen Ende das rhythmische, laute Stampfen auf dem Holz(?)-Boden, was passend plump aber überraschend effektiv und dynamisch war, dennoch war da das Kind schon längst in den Brunnen gefallen, oder gar schon ertrunken. So bitte nicht…

Wenigstens Ektomorf spielten noch wie geplant und selbige machten nicht lange Gefangene sondern legten gleich direkt los. Die Songauswahl ging quer durch alle möglichen Alben durch, die Stimmung im Publikum wurde merklich besser und die Band hatte hier die Leute definitiv hinter sich.
Ektomorf sind nicht die technisch anspruchsvollste Band, noch würde ich überragend viel Tiefgang bei ihnen erwarten, aber sie praktizieren diesen 100%-igen, rebellischen Voll-auf-die-Freße-Metal und dass live wunderbar aufgeht, versteht sich von selbst.
Kurz wurde es mal ruhiger und ich dachte Zoltan äußert sich vielleicht irgendwie zu den Anschlägen, zutrauen würde ich es ihm auf jeden Fall, es lief aber auf das neue Lied „Holocaust“ hinaus, das hat einen ernsten Hintergrund, wenngleich lyrisch natürlich ebenfalls recht simpel gehalten und was soll ich als Deutscher da bei Zeilen wie „never forget, never forgive“ zu sagen? Ja klar vergessen keinesfalls, nicht vergeben ist so eine Sache direkt betroffene dürften mitunter jedes Jahr schwieriger lebend anzutreffen sein. Dass da die eigene Vergangenheit von Zoltan durchaus auch davon betroffen war, macht den Song sicherlich auch zu etwas persönlichem. Ich finde er fiel nur etwas aus dem Kontext und war in der Botschaft nicht klar genug um da wirklich was zu bieten, nur eine wie so oft gerne propagierte, latent rebellisch-pubertärere Anti-Haltung ist dem Thema gegenüber dann nur etwas doch zu dünn und was wäre da eine angemessene Reaktion? Kleine Unterbrechungspause des Moshpits und danach nahtlos weiter?

Zum Glück, oder je nach Sichtweise eben auch nicht, würde das Lied aber nicht zum Stimmungskiller und danach ging es weiter wie zuvor. Unterm Strich ein gewohnt guter, sympathischer Auftritt, gerne jederzeit wieder. Idealweise nur mit einer anderen Vorband und weniger Überraschungen.

Grüße gehen noch raus an Barbara und ihren Freund (Ben?) und an Max.

Montag, 4. August 2014

Ektomorf – Instinct (2005)


Frontcover
Ektomorf und ich, ganz wichtiger Bestandteil meiner Jugend und wohl meine persönliche Quotenrebellenband. Anfang 2006 wurde ich das erste Mal auf sie aufmerksam als ich in meiner ersten Metalzeitschrift überhaupt, dem Metal-Hammer damals einen Bericht über sie auf der DVD fand neben einem Video des letzten und mehr oder weniger aktuellen Albums. Der Bericht war supersympathisch und sie passten in die Underdog-Rolle als diskriminierte Sinti und Roma Angehörige in Ungarn - das war voll auf einer Linie mit meiner kindlichen Sympathie gegenüber den Indianern gegenüber den weißen Invasoren.
Musikalisch? Nada – eine Zäsur, es war unglaublich wild, brutal und ging voll auf die Fresse vorne raus – ich näherte mich zu der Zeit erst schüchtern dem Melo-Death zu; das war noch zu krass, aber hatte irgendwie was. So verborgen, noch unergründet für mich und irgendwie zügellos vor Aggression. Es dauerte fast zwei Jahre bis ich mir Ende 2007 dann eben diese CD anlachte und fortan dort Kraft und Begleitung fand bis sich diese wilde Phase irgendwann auslief und ich über den Black Metal zur unheilvollen Doom/DSBM Melange fand.

Aber genug gelabert, voll auf die Fresse jetzt mit „Set Me Free“ dem Opener der mit Gitarren über Schlagzeug anschwillt und sich im Gesang ergießt. Die Riffs haben definitiv Groove und sind eingängig, was aber auch daran liegen kann – dass sie sich oft Wiederholen und nur ein kurzes Intervall an Abwechslung haben. Der Refrain ist ebenfalls recht simpel gehalten, drei Wörter welche insgesamt vier Mal wiederholt werden. Das ist sicherlich nicht die hohe Kunst des Songwritings, dafür wirkt es aber verdammt erdig und direkt. 7,5 Punkte
Erschienen bei: Nuclear Blast
EAN-Nr.: 727361139728
Katalog-Nr: NB 1397-2

Wiederholender Gesang der schnell lauter wird, „Show Your Fist“ macht keine Gefangene und kommt schnell auf den Punkt. Auch dieser Song geht direkt vorne raus, rebelliert, groovt und knallt  – der Refrain ebenfalls wieder recht primitiv gestaltet, wird aber wenigstens von ein paar Einheimischen(?) Gesängen untermalt. Statt vorher mit dem Anfangsschema zu Ende zu spielen, kommt hier mal ein Breakdown und dieser wiederholt sich leiser werdend. Zwar nicht mehr ganz so geil wie früher, aber 8 Punkte sind noch drin.

Der Titelsong „Instinct“ fängt mal mit dem Refrain an, der sich wenig überraschend wieder schnell und oft wiederholt, bevor die lyrische Abwechslung in den Strophen kommt. Zoltan wirft hier schon mit den ersten, wenngleich einigermaßen gemäßigten Schimpfworten um sich und emanzipiert sich schreiend. Mittig taucht noch ein kurzes Gitarrensolo auf welches noch kaschieren kann, dass es ähnliche Bausteine wie im vorherigen Lied sind, wenngleich von der Reihenfolge anders arrangiert. 7,5 Punkte

Ob dies mit „Burn“ auch gelingt? Bedingt, wieder wird von Anfang an gewütet, stark auf die Snare gespielt und mit dem kräftigen Gitarrensound alles weg geschrubbt. Wieder sind akustisch ungewöhnliche Einsprengsel zu verwöhnen, welches ich wieder dem entsprechenden Kulturkreis zuordne, allerdings sehr verhalten im Hintergrund. Der letzte Aufruf lodernd in Flammen aufzugehen ist hierbei sogar recht interessant in Szene gesetzt mit leichtem Hall und vorwärtstreibendem Getrommel, ähnlich Anfeuerungsrufe – nur in wütend und angepisst und gar nicht nett. Noch 7 Punkte.

Bookletgestaltung ist latent anarchisch,
aber passend und ausreichend, wirkt evtl.
aber "bunter" und farbkräftiger als in echt.
So viel sei verraten, die starken Lieder – meiner Meinung nach sind soweit fast durch, „The Holy Noise“ hat aber das Glück wieder einen leicht anderen Ansatz zu haben. Hier geht es nicht sofort von 0 auf 100 sondern erst nach ein paar Sekunden und zwischendurch ist das Lied relativ ruhig, hat auch noch einen interessanten Zwischenpart aber hat sonst nicht die dicksten Argumente in petto. Geht so. 6 Punkte



„Fuck You All“ – wenn das nicht die vorherrschende Attitüde ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Zoltan wütet hier mehr oder weniger gegen reiche, selbstverliebte und überzeugte Autobesitzer, hauptberuflich Chefs und sonstige Menschen denen er am liebsten den Mittelfinger in die Augen drücken möchte, das ist kurzfristig vielleicht noch beeindruckend, Breaks sind soweit auch nett gemacht, wenngleich alles andere als innovativ und/oder einzigartig, aber hält dann auch nicht endlos an. 6 Punkte

Meine Meinung zu „United Nations“? Verzerrte Gitarren schwirren Unheilvoll im Hintergrund, nicht direkt bedrohlich – aber so, als ob was bevorstünde. Eine Melodie manifestiert sich und das Schlagwerk setzt ein, steigert sich und man ahnt auf was es hinausläuft, die Riffs werden einen Ticken simpler, greifbarer, direkter – ohne schwirren mehr, sondern direkt angespielt und nach der Hälfte ist es endlich oder aber auch leider soweit. Der Gesang setzt wieder ein und das Lied unterscheidet sich kaum noch von den vorherigen was die Stimmung anbelangt. Er erklärt sich wieder selbst, beklagt Rassismus und Vorurteile und wird gegen Ende vehementer und schneller. Das hätte cooler gelöst werden können, nein müssen! 5,5 Punkte

Besser ist da in der Tat „Land of Pain“ – was aber auch daran liegen könnte, dass hier Ektomorf gar nicht präsent ist, stattdessen Geräusche von Gewitter und Regen, eine Romaflöte und eine singende, ich bin mal so frei – Zigeunerin; besser ist das englische Gypsy im Booklet auch nicht. Das Lied selbst ist natürlich nicht die große Offenbarung, aber es ist Abwechslung, welche zudem thematisch stimmig und doch irgendwie passend ist. 6 Punkte

Backcover und Tracklist
Es folgt erneut keine Liebeserklärung, „I Break you“ ist nicht nur pervers klein im Booklet geschrieben, auch lyrisch ist das Lied latent bösartig oder eben rachsüchtig. Aber allein durch das vorrangegangene Lied, lebt dieses Lied auf – weil es der direkte Kontrast ist, der primär wirkt. Dieses Mal ist der Refrain Schema B; A wäre schnell immer das gleiche – B ist ein längerer Text etwas langsamer als die Strophe gesungen, gerne auch mit länger gezogenen Gitarrennoten. Ein kleines Solo ist auch vorhanden, schnell geschrubbt wird auch – gefällig. 6,5 Punkte

Die Schwäche des Albums, ja gar der kompletten leider etwas limitierten Karriere wird schon beim Titel klar: „You Get What You Give“ klagt, beschwert, reagiert und rächt erneut. Wäre der Refrain nicht wieder ein Bastard aus Schema A und B, wäre vielleicht auch mehr möglich gewesen. Ich finde hier schiebt die Gitarre latent dreckig, was mir am stärksten beim Einstieg auffiel. Nicht stark, aber etwas – hach es ist nicht leicht. 6 Punkte

Wir haben es fast schon erreicht, dennoch: „Until the End“ muss noch sein, der vorletzte Song des Albums. Gewohnt rau, kratzig und groovig, aber selbst ein paar kurze Solos hauen da jetzt nicht sonderlich viel raus. Dass es gegen Ende schneller wird ist auch nicht mehr neu, mich nervt das Schlagzeug da eher, bedingt befriedigte 5 Punkte.

Einmal noch „I Will“ was wirklich flott aus den Boxen knallt und versöhnlich stimmt. Das fast schon gekeifte „Blame Me, Hate Me“ find ich schon wieder großartig, hier wird nochmal alles rausgeholt was in den letzten 40 Minuten gang und gebe war, wobei das Lied wieder eines der besseren ist und somit dem Hörer noch mal schön einen Arschtritt gibt weil es so schön war. Ich beende mit 6,5 Punkten.


Cover:

Der Name im entsprechenden Schriftzug, das Logo und links und rechts skizzierte Löwen oder Bären wie Höllenmaler auf Stein und Albenname drunter? Es sieht auf jeden Fall steinig aus, unzerstörbar und ewig beständig was dem Kontext des Albums gut wiederspiegeln könnte, aber auch schon sehr wohlgesinnt interpretiert wäre. Es ist okay, zweckmäßig aber auch keine Meisterleistung, ausreichend mit Aussicht sozusagen.

Die Bookletgestaltung ist auch in diesem Stil, sprich das steinige, braun-beiger Hintergrund mit mehr oder weniger sinnvollen schwarzen Stichen, suggeriertem Relief, Schrift könnte Comic Sans oder dergleichen sein, jedenfalls nicht ganz glatt was ich ebenso stimmig finde, wenngleich wie obig erwähnt, manchmal etwas arg klein was Abzüge in der B-Note gibt. Nicht arg schlimm im Sinne von unleserlich, aber teilweise hätte eine größere Schriftgröße um Faktor 1 noch lange nicht das Layout zerschossen. Dazwischen Fotos der Bandmitglieder welche sehr cool aussehen und gut eingegliedert ist, doch sehr ansprechend gestaltet und noch um einiges interessanter als Front und Backcover.

Leider etwas suboptimal, die Raumaufteilung der
Bonusvideos, überwiegend schwarz die Röhre
und nicht verstellbar. Schade...
Und dann gibt es noch Multimedia Bonus Videos:
Autostart lässt sich problemlos ausführen, auch manuell ist das recht übersichtlich gestaltet. Gibt zwar zwei Dateien von denen ich keine Ahnung habe, was sie denn machen sollen aber dafür ist die Info einfach wie simpel und kurz gehalten. Autoran.inf sagt: „[autorun]
open=Ektomorf.exe“ – das sollte auch noch jeder Pfosten hinbekommen, erfreulich unkompliziert gestaltet, treue Leser wissen, dass ich da schon ganz, ganz anderes gewohnt bin und erleben musste.

Zu sehen gibt es in dem kleinen Player zwei Videos und zwar von „Destroy“ und „I Know Them“ vom vorherigen Album. Zwar fände ich es prinzipiell cooler, wenn ich Videos zum vorliegenden Album hätte, aber das ist Bonus und daher auch nur persönliche Meinung und keine negative oder gewertete Einschätzung. Das Bild ist nur recht klein, daher – wenig verwunderlich auch gestochen scharf, wenn nicht gerade verwackelt da aus der Bewegung heraus. Es lässt sich nur leider nicht vergrößern was die mögliche Bonuspunktzahl leider halbiert. Verkleinern lässt sich das Fenster auch nicht, ich muss also mit einer Übergröße an rahmender Schwäre auskommen.
Auch spulen ist so eine Sache, ich kann nicht zu 100% dorthin navigieren wo ich möchte, das ist eher tendenziös als genau. Dafür kann ich mit den beiden anderen Buttons sozusagen gefühlt von Frame zu Frame springen. Ob man das braucht sei jedem selbst überlassen, aber damit sollte sich das Ganze nivellieren.
Ansonsten ist die Bedienung tadellos und selbsterklärend, viel gibt es ja auch nicht zu tun. Brauchbare Beigabe.


Fazit:

Die Musik hat zweifelslos Federn gelassen, früher wären das bei mir glatt 8 oder 8,5 Punkte gewesen aber diesem Ersteindruck bzw. phasenweisen Eindruck hält die Band leider absolut nicht stand, so schmerzlich diese Erkenntnis für einen alten Fan auch sein mag. Ektomorf sind in gewisser Weise sehr plakativ und austarierbar. Thema ist fast immer gleich, der Sound ist nicht sonderlich technisch anspruchsvoll oder tiefgehend, geht viel eher direkt frontal vorne raus. Das kann und macht Spaß, aber sicher nicht für ewig.


Für Wochen, Monate oder auch mal Lebensabschnitte brauchbar, nicht aber das übergroße Ding Für Fans von SOULFLY oder SEPULTURA sicherlich nicht uninteressant, wobei hier auch schon ein großer Streit vorprogrammiert zu sein scheint. Die klingen ja wie, abgekupfert, das Original ist viel besser – sind so Sätze welche man sicherlich im Verlauf zu hören bekommt. Schlecht ist Ektomorf garantiert nicht, nur eben keine Musik zur tiefsinnigen Seeleneinkehr. Wer aber gerade seine Wohnung abreißt oder sich einfach nur austoben will ohne lange darüber nachzudenken, dem sei eine Empfehlung hier ausgesprochen.




Gesamtergebnis: 6,00

Gesamtspielzeit: 43:23
Durchschnittsdauer: 3:36

Liedqualität: 6,46 (3x)
( 7,5 + 8 + 7,5 + 7 + 6 +6 + 5,5 + 6 + 6,5 + 6 + 5 + 6,5 ) / 12 = 6,46
Cover: 6,63 (1x)
Cover: 4,5
Lyrics: 12/12 = 10
Aufmachung: 6,5
+ 2 Bonusvideos 2
- nur minimale Ansicht 1 = 7,5

Abwechslung: 4,0 (1x)

Sonntag, 27. Oktober 2013

# Playlist - Woche 42''13'''

Kalenderwoche 42:

Einzigartige Künstler: 308
Gesamte Titel: 693
Insgesamt gespielt: 743


1. Katatonia (20x)

2. The Agonist (18x)
3. In Flames (13x)
3. Iced Earth (13x)
3. Lordi (13x)
6. Insomnium (9x)
6. Draconian (9x)
6. Swallow the Sun (9x)
6. Ektomorf (9x)


The Agonist zündet bei mir zumindest noch nicht so wirklich, eventuell muss ich mir mal das Booklet zur Hand nehmen und die Texte durchlesen. Ich habe mal die vage Hoffnung, dass die vielleicht gut sein könnten, wenn man sich zumindest mal die Botschaft von manch Musikvideo anschaut. Musikalisch wird das aber nicht unbedingt viel reißen. Schade und weiterhin enttäuschend.

Die Hardrocker um Lordi tauchen auch mal wieder in den Charts auf, was im wesentlichen aber dem Zufall geschuldet ist. Ebenso wie Ektomorf, welche sich immer noch in den Top5 der meist gehörten Bands wissen - auch wenn ihre große Zeit für mich persönlich auf jeden Fall vorbei ist und sie auch sonst sich irgendwie tot kopiert haben. Ergo profitieren sie einfach von dem Umstand, dass ich von ihnen mehr CDs besitze als von anderen Bands. Lordi hat da langfristig bessere Chancen, da ich zwei davon noch nie anhörte und ich mir diese gelegentlich immer noch gut geben kann.

Swallow the Sun ist zwar ebenso "zufällig" hier drin, aber langfristig auf Platz 9 vertreten und kann sich unter Umständen und je nach finanzieller Lage diesen Platz sichern oder weiter nach vorne angreifen. Immerhin werde ich sie nächste Woche zum nun mehr sechsten(!) Mal live sehen. Und wenn sie noch genau dieses erste Album im Gepäck haben, welches ich noch nicht mein eigen nennen kann, dann wäre ich unter Umständen einem Kauf nicht abgeneigt.

Der Rest ist wenig überraschend und taucht immer wieder in veränderter Reihenfolge hier auf.


Da die Einbindung direkt von last.fm mir gerade willkürlich das Layout/Format zerschießt, ist das ganze jetzt manuell abgetippt.
Zur Not und in wesentlich ausführlicher der Link zu den aktuellen (=sprich nicht zwangsläufig dem aktuellen Posting entsprechenden Charts) Statistiken: http://www.lastfm.de/user/Amixor33/charts?charttype=weekly

Donnerstag, 25. Oktober 2012

The Black Flag Tour 2012 – 23ter Oktober @ Mühltal Steinbruch



Nur keine Müdigkeit vortäuschen, das Pfeifen in den Ohren war erst seit einem Tag verschwunden, Nackenschmerzen noch akut vorhanden, da bahnte sich schon das nächste Konzert an! Diesmal zum ersten Mal gleich von Anfang an mit semi-professionellen Kopfhörern. Eben jene kostenlose Dreingabe, die es bei dem Summerbreeze dieses Jahr gab und welche scheinbar den Sound von Katatonia aus dieser Kurzdistanz genießbar machten.

Das es ohne Vorlauf direkt losging, dafür sorgte eine komplexe Stausituation, in der das Abschleppfahrzeug, welches einen liegen gebliebenen Bus hätte abschleppen sollen, einem Doppelbus den Weg versperrte welcher kompliziert rückwärts aus einer Kurve gefahren werden musste. Somit war tuXedo schon längst auf der Bühne und spielten ihr komisches Zeug. Das jemand mit Kuh- und Ferkelbilddeko und Blumenkästen nicht ganz ernst genommen möchte war offensichtlich. Das Schlagzeug klang kräftig, immerhin hatte man davon eineinhalb – die Kuhglocke hatte dagegen einen erstaunlich schwachen Klang. Als ich kurz auf die Toilette flitzte jodelte irgendetwas und damit war der Auftritt schon vorbei. Was ich davon halten soll weiß ich jetzt nicht so genau, aber ich glaub generell nicht, dass dies meine Musik und mein Humor gewesen wäre.

Die englischen Sold for Evil war die nächste Band und auch diese tat sich schwer. Nicht nur, dass der Platz vor der Bühne leider ziemlich leer blieb, auch der Sound wusste nicht durchgehend zu überzeugen. Spontan fühlte ich mich an vor 4 oder 5 Jahre zurückversetzt, auch damals tourte Ektomorf – damals zusammen mit Stuck Mojo und diese hatten durchaus Ähnlichkeiten mit Sold for Evil.
Während damals der Rapgesang der Vorband für mich schon abschreckend genug war um überhaupt hinzugehen, hatte ich heuer diesbezüglich wesentlich mehr Toleranz. Immerhin höre ich inzwischen auch Rap ohne einen Funken Metal. Hier hatte ich also beides, nur lag leider darin auch das Problem.
Passagenweise hatte das ganze schon seinen Groove und seine Qualität, (der sporadische Keyboardeinsatz war zum Beispiel recht gelungen) – auch der Sound knallte teilweise mit ordentlich Dampf direkt vorne raus und erinnerte mich an härteren, amerikanischen Nu-Metal Sound; ABER(!) – die Übergänge waren mehr Cuts denn fließend. Bevor oder kaum das man seinen Rhythmus gefunden hatte, gab es plötzlich einen abrupten Stimmungswechsel. Die Bezeichnung „progressiv“ wäre geschmeichelt, es war einfach unrund und machte es dem Hörer unnötig und viel zu schwer.

Lustigerweise traf ich unten auf der Toilette den Keyboarder/Sänger und unterhielt mich mit ihm und gab ganz ehrlich genau dieses Feedback. Es war ein offenes und sympathisches Gespräch, in dem er die Kritik ehrlich annahm und mir erklärte, dass sie eben nicht wie die obig erwähnten Stuck Mojo monoton ihr Schema von hinten bis vorne durchziehen wollen, sondern bewusst Abwechslung ins Songwriting einbringen mochten. Meine Anmerkung konnte er aber nachvollziehen, war auf jeden Fall ein tolles Gespräch und bei Ektomorf traf man sich des Öfteren vor der Bühne.

Davor kamen aber noch Privilege of Approval, welche wesentlich straighter vorwärts preschten. Bis auf wenige Parts konnte der kraftvolle Death Metal allerdings voll überzeugen, welcher zudem mit schönen Gitarrenleads auftrumpfen konnte. Hier tat sich nun schon mehr vor der Bühne und die Aufgabe des Anheizers konnte die Band mit Bravour meistern.


Aber kommen wir nun endlich zum Headliner und dem Grund des Besuches: Ektomorf!
Mein Hoch hatte die Band vor gut vier, fünf Jahren – weil sich die Musik prima eignet um der Welt den Mittelfinger zu zeigen. Allerdings fand ich das ganze nach drei Alben schnell lyrisch und spieltechnisch überholt, weil es mehr oder weniger die immergleiche Chose war.
Von den Alben nach „Outcast“ hab ich quasi keine Ahnung mehr, da mir die Alben in ihrer Entwicklung nicht mehr die Tiefe boten, welche ich inzwischen suchte. Live wollte ich die Band dennoch sehen und Donnerwetter, die legten los!
Der Sound knallte ordentlich aus den Boxen und fackelte nicht lange herum. Zwar waren anfangs viele neuere Stücke dabei, die ich eben noch nicht kannte, aber Eingängigkeit ist und war bei Ektomorf noch nie das Problem. Nachdem der jüngste Besucher sich auf der Bühne in Sicherheit bringen durfte, ging es auch schon los mit dem Gemoshe. Obwohl geschätzt nicht mehr als 50 Personen im Raum waren, war für ordentlich Action und Stimmung gesorgt. Zwar ging mir ein Chaot auf die Nerven, der permanent zu heftig in den Pit ging – ansonsten machte der Auftritt Spaß von vorne bis hinten. Die Band war sympathisch und hatte offensichtlich einen Mordsspaß und legte einen energiegeladenen Auftritt hin. Zwischendurch konnte bei akustischen Stücken Luft geholt werden, bevor es weiter ging. Die Zugabe wurde vehement eingefordert, ein „I guess you’re all tired now. You all have to work tomorrow“ wurde mit „Fuck Work“ gekontert und so wurde das ganze anständig zu Ende gebracht. Stimme heißer, Ellenbogen blau und Pulli nass – so wird gefeiert!

PS: Am nächsten Tag war der Nacken vieeeel besser als am Tag zuvor. Merke: Bewegung tut gut!

Grüße gehen diesmal an: Uli, Micha, Carinna/Christana/C? – sorry mir ist der Namen inzwischen total entfallen… , noch einen (T_T - *demenz*) und an den jüngsten Banger im Raum! Genau so weiter machen… ;)