26.10.2026:
Bis auf die Moonflowers von 2021 die noch orginalverpackt irgendwo auf ihre Entdeckung wartet und den ersten zwei Singles sowie der limitierten Singles Compilation auf Vinyl ist meine Diskografie lückenlos und wohl bekannt und hat die finnischen Death Doomer mit einer gelegentlichen Nähe zu einer Gothic Schlagseite sicher in die All-Time Top10 gespühlt. Das ist ob der überlangen Songs erst Recht eine Leistung, ich denke da vor allem an meine Erstbegegnung der Plague of Butterflies deren gleichnamigen Opener auf eine stolze Spielzeit von fast 35 Minuten kommt und mit Stand heute 67 Plays bei gewöhnlichen Albensongs auf ein hundertfaches käme.
Damals war der Einstieg schwer und sperrig, heute klingt das alles bedeutend eingängiger, kürzer und leichter und ich bin mir nicht sicher, ob hier mehrere Effekte gleichzeitig zusammenkommen. Das Bands softer werden oder vorhersehbarer, sie eher ihre Erfolgsformel gefunden haben, oder es mich nicht mehr so überrascht wie früher, ich mich womöglich daran satt gehört habe, mir neue Impulse fehlen oder ich mich selbst auch verändert habe, es womöglich die Musik einer bestimmten persönlichen Zeit meinerseits war? Das fällt mir in letzter Zeit öfters auf, vor allem bei Bands, die bei mir immer eine sichere Bank war und die ich blind kaufen konnte und genau das bekam, was ich erwartet hatte.
Das klingt allerdings verherrender als es gemeint ist, denn hier ist eindeutig eine Entwicklung zu hören, wesentlich heller, bittersüß als die sonst gewohnte pechschwarze Dampfwalze und erinnert mich zum Teil doch schon leicht an Katatonia was aus meiner Perspektive absolut ein Kompliment ist. Aber eben nicht das was ich erwartet hatte. Auf der Songs From The North I, II & III gab es zwar schon verschiedene Stimmungen von dunkel, rasend hin zu leichteren, luftigeren Klängen, aber nach dem Tod von Juha Raivios Frau Aleah Stanbridge (bekannt als Gastsängern bei Swallow the Sun, Amorphis, ihrem posthum erschienenen Projekt Trees of Eternity oder ihr gewidmet, die Band Hallatar) ging es mit der Single Lumina Aurea in nie geahnte Abgründe Sunn O))) - schen Ausmaßes und auch When A Shadow Is Forced Into The Light war keine leichte Kost. Das Zwischenstück bis zu hier, fehlt mir wie gesagt noch, aber von daher würde ich hier meine Hand für ins Feuer legen, dass hier keine Anbiederung an den Mainstream stattfindet, dafür ist es auch trotzallem zu speziell.
Durch die bekannte, persönliche herangehensweise am Songwriting wirkt es, als wäre Reife, Friede und etwas Akzeptanz in die unveränderbare Situation gekommen. Freude beileibe nicht, dafür schwingt zu viel Wehmut und Melancholie noch mit, wird die Ruhe doch noch zu oft unterbrochen - aber es klingt wie ein gefestigterer Zustand. Das ist ungewohnt, aber sei vom Herzen gewöhnt - werde hier aber definitiv noch einiges an Zeit benötigen um das alles zu entdecken und um dein mein endgültiges Fazit ziehen zu können.
*** (G) = Solide, Grower
Dienstag, 27. Oktober 2026
@2_PlayList: Swallow The Sun - Shining (2024)
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