Sonntag, 10. Mai 2015

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Solid Vision - Eleven

Beim Cover war ich schon recht zwiegespalten darüber, was mich von der italenischen Power/Progband erwarten könnte und würde. Die Zusatzinfo "progressiv" half nicht sonderlich darüber hinweg, diese Zweifel auszuräumen. Im Gegenteil hatte ich solches bei dem Cover ja fast befürchtet. Befürchtet, da es in diesem Genre zweifelsohne Licht und Schatten gleichermaßen gibt.

Völlig saftlos ist das Ganze zum Glück auch nicht, hätte mir aber hie und da gerne etwas mehr Druck hinter den Drums, der Gitarre oder auch der Stimme gewunschen. Als Kind der frühen 90er bin ich was das angeht, natürlich verwöhnt von klanglicher Überproduktion. Aber ganz so einfach ist es hier auch nicht, denn hie und da sitzt der Chorus und der Sound fährt überraschend stark auf, bin mir nach einem Durchgang nicht sicher, ob die Songs qualitativ unterschiedlich gut und stark abgemischt wurden. Das würde sich erst später im Nachgang mit gezielten Augenmerk darauf klären lassen.

Zwischendurch gibt es nur Stellen, die mir doch ein wenig ziellos und belanglos vor sich hingespielt wirken, was im starken Kontrast zu den teilweise doch recht kompakten Parts steht. Der Gesang trifft die Noten auch recht gut, aber auch hier beschleicht mich das Gefühl, dass es qualitativ schwankt. Manchmal fehlt mir ein wenig die Power in den hohen Tönen, dann ist sie wieder da. Ich halte meine These der durchwachsenen Produktion weiter aufrecht. Selbstverständlich wäre es zu hoffen, wenn sich dies langfristig nicht so herauskristalisiert.

Was sonst noch auffällt fällt wohl in die Kategorie Klischee, stellenweise kommt mir das ein bisschen arg seicht und kitschig vor, genauso wie ich mir das vorgestellt habe. Eros Ramazzotti Metal ist vielleicht zu hart ausgedrückt, aber der Hang zur sanften Theatralik ist definitiv vorhanden. Ich weiß nicht so recht, mir bislang einfach viel zu durchwachsen. Die stärkeren Parts reichen mir nicht ganz aus, vorläufige 2 Blitze !

Donnerstag, 30. April 2015

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Radakka - Requiem for the Innocent

Folgende Power Metal Band stammt aus Amerika und ließ mich positiv aufhorchen. Oft steht und fällt sowas ja leicht allein schon am Sänger, aber dieser schlägt sich hier sehr gut und überzeugt sofort UND wird im Verlauf der Scheibe auch noch besser.

Die Songs sind recht eingängig aber nicht öde, im Gegenteil - durchaus minimal progressiv angehaucht ohne sich im Gefrickel zu verlieren und noch wichtiger, ohne sich im genretypischen Kitsch zu verirren. Die Scheibe ist rund und läuft sich sofort im Achtbaren Niveau ein und lässt noch Luft nach oben. Bei einer Erwartungshaltung von Null ist das schon mal ein fetter Einstieg.

Die Stimme hat Ihren eigenen Charme, die Musik samt Solos sitzen und bei Nichteintreten meiner Befürchtungen - (wenn ich Power Metal / Heavy Metal lese bin ich inzwischen schon irgendwie auf Habacht Position bis ich nicht die ersten Laute des Sängers gehört habe und sehe, dass da auch irgendwie Saft im ganzen steckt) - kann es ja nur gleich käftig Donnern und 4 Blitze hageln!

Sonntag, 26. April 2015

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Phantoms Of Future - Chimera

Wow - musikalisch will ich das gar nicht zwingend einordnen müssen und verstecke mich hierbei gerne um so wage Klauseln wie Crossover, New Metal oder was auch immer - wenngleich der metallische Anteil überschaubar ist. Was die Dortmunder da spielen geht auch gerne Richtung Punk, hie und da ließt man sogar den Begriff Jazz - was in meinen Augen selbst bei großzügiger Auslegung als Fusion nicht soo ganz ins Schwarze trifft.

Ehrlich gesagt kann ich mit der Musik leider gar nicht wirklich was anfangen, zu unklar scheint mir das Konzept des Albums - die Songs selbst sind dabei leider überraschend monoton. Dies ist vor allem dem überproportional Großen Refrainanteil geschuldet. Gefühlt wiederholen sich kleine Passagen endlos lang, was mir auch das einzige Mittel zu sein scheint, Ohrwürmer zwanghaft zu installieren.

Individuell sicherlich, aber öde komponiert, nicht wirklich nachhaltig und für mich leider auch nicht sonderlich ansprechend. Und an ein mehrmaliges Schönhören glaube ich nicht, dazu gefällt es mir jetzt schon zu wenig. Schade. 1 Blitz