Samstag, 4. Mai 2013

Ars Macabra - Daemonolatria Hypnotica (2004)

Frontcover


Heute verschlägt es uns mal in den italienischen Black Metal Untergrund, welcher bedeutend mehr Bands beherbergt als allgemein angenommen wird. Auf dem Backcover wird vielversprechend „Hypnotic Ultra-Fast Black Metal“ angekündigt, daher wird gar nicht erst lange rumgefackelt sondern gleich angeschnallt und los
geht’s.

„Mistica Nocturna“ hat dann aber immerhin noch ein Intro was wie merkwürdige Geräusche aus irgendeiner Fabrik klingt. Die Einsetzenden Keyboards könnten sogar noch von Dimmu Borgir stammen, danach kommt aber leider kaum mehr was außer Stimmen aus Lautsprechern oder Funkgeräten. Gegen Ende lachen sich ein paar Gestörte einen Ast ab bevor eine ratternde Maschinerie angeworfen wird. Das ist jetzt nicht komplett Schema F aber der Bringer leider auch nicht. 4,5 Punkte

Richtig los geht es folglich erst mit „A Recollection Of A World Once Called Earth”, ein dann doch recht flott vorgetragener Song. Überragend ultraschnell ist dies aber im Vergleich zu sonstigen Black Metal Songs nicht. Typisches Basedrumgewummer, verzerrte Gitarren und stereotypische Vocals. Bis auf ein paar verschwindend kleine Passagen, welche versuchen die maschinelle Stimmung nochmals hervorzuheben und hie und da eher gegrowlte statt gescreamte Zeilen sticht leider absolut überhaupt nichts sonderlich hervor. Wohlgesinnte 5 Punkte
Erschienen bei: Elegy Music
EAN oder Katalog-Nr. nicht vorhanden

Wieder sehr ruhig und sphärisch startet „Disciples Of Torment“ bis das ganze Gepolter wieder einsetzt. Hier frage ich mich ernsthaft, warum auf das Introfeeling Null eingegangen wurde und ob es nur ein Lückenfüller darstellte. Die Basedrum steigt hier das erste Mal richtig ordentlich auf das Gaspedal, versprüht langfristig aber den typisch charismatischen Charme eines Drumcomputers. Das Tempo wird aber glücklicherweise nicht eiskalt durchgezogen, zwischendurch darf mal Luft geholt werden, während Flüsternd und Wimmernd im 5 Punkte
Hintergrund gesungen wird.

Dem Titel nach auf eine weitere Folterorgie darf sich bei „Machinator Tormentorum“ gefreut werden. Die ersten Sekunden sind wieder interessant, dann wird wieder zum Sprint angesetzt. Ich finde es stellenweise sogar recht schwer mit Booklet den Lyrics folgen zu können, wobei sie mich in diesem Fall nicht mal sonderlich interessieren. Der rohe, schroffe und rasende Sound geht diesmal ohne große Änderung von Vorne nach Hinten durch. Das ist nicht unbedingt langweilig, aber auch nicht wirklich innovativ oder spannend. 5 Punkte

Booklet Gestaltung sehr schlicht aber funktional,
links angesprochene Unschärfe der Bilder.
Wirkt im Upload nur leider nicht mehr so
extrem wie im Orginal
„Psycho Apocalypse“ sieht der Länge nach, nach einem Kernstück des Albums aus und hat die ersten paar Sekunden auch Klänge die genauso gut einem psychedelischen Film hätten entsprungen sein können. Wie so oft entpuppt sich dies aber als austauschbares Ansatzstück. Überraschenderweise hört man, wenn man weiß, dass dieser erfolgen soll – aber sogar den Wechsel vom Englischen ins Italienische. Unterbrochen wird die martialische Tour von einem kurzen Part sphärischer Musik, aber dort hin und davon weg gibt es natürlich nicht im Ansatz einen Übergang. Brems- und Beschleunigungsweg? Nur was für Pussys. Kann man sich durchaus anhören, langsam wird es aber leicht ermüdend. 4,5 Punkte



Es folgt der dämliche Titel „Sturmgeschütz Of Chaos“ und ein lyrisches Massaker. Aus dem Stehgreif noch irgendwelche Unterschiede zwischen den einzelnen Songs herauszupicken dürfte unmöglich sein. Wenn wenigstens mal das künstliche Schlagzeug variationsreicher wäre, die Zwischenparts und Intros sinnvoll und genutzt wären oder irgendetwas… der Hoffnung beraubte 3,5 Punkte

Noch ein langer Song namens „Prologomena Of A Warfare State“: 15 Sekunden lang andockendes Raumschiff, Schnitt, Rest siehe oben, Schnitt, zusammenhanglos eingefügter Ambientpart, Schnitt, Rest siehe oben, ganz schneller Schnitt, Aus, Schnitt, 3 Punkte

Backcover und Tracklist
… und dann folgt auch endlich der letzte Song namens „Dawn To An Endless Night“ – 5 Sekunden darf ein Wind wirkungslos pfeifen, dann hämmert auch schon wieder die künstliche Intelligenz gnadenlos und plump und es gäbe, man halte sich fest, es gäbe die Möglichkeit kurzfristig eine Art Stimmung zu generieren – wenn das asynchrone und an der Stelle absolut unpassende Gehämmer nicht komplett alles versauen würde. Für diesen Rohrkrepierer zücke ich dann aus Protest noch die 2 Punkte!


Fazit:
Das Coolste dürfte noch die italienische Antwort auf das skandinavischen Corpsepaint sein: Sonnenbrille auf der Nase statt Schminke im Gesicht wie im Booklet zu sehen und auf dem Cover zu erahnen ist. Das Cover find ich mit dem Hauch schmutzigen Lilas ja fast noch mutig und gelungen, auch inhaltlich ist alles soweit in Ordnung und komplett vorhanden. Von einer überragend liebevollen Gestaltung würde ich trotzdem nicht sprechen.
Musikalisch hingegen ein Reinfall. Die erwarteten Industrial und/oder Electroeinflüsse sind praktisch nicht vorhanden, beziehungsweise ansatzlos im Intro oder in sinnbefreiten Zwischenparts verbraten und so bleibt eine leicht beschleunigte Variante von Marduk auf B-langlos gespielt. Man kann sich das Ganze durchaus anhören, aber nebenbei auch Zeitung lesen, abstauben, das Zimmer saugen oder sonst was tun. Es greift nicht und rattert unbeirrt da rein und dort raus. Schade…


Gesamtergebnis: 4,09

Gesamtspielzeit: 43:32

Durchschnittsdauer: 5:26

Liedqualität: 4,06 (3x)
( 4,5 + 5 + 5 + 5 + 4,5 + 3,5 + 3 + 2 ) / 8 = 4,06
Cover: 5,75 (1x)
Cover: 5
Lyrics: 6/6 = 10
Aufmachung: 4
- sehr unscharfe, grob gedruckte Bilder 1= 3
Abwechslung: 2,5 (1x)

Freitag, 3. Mai 2013

03.05.13 Courage of the past! - Part I

Der Tag ohne Schamgefühl, denn heute wird alles gescrobbelt was damals zur Auswahl stand. Der ungeheuer vielfältige und musikalisch leider sehr zweifelhafte Pool an Liedern welcher mir eines Tages per Zufall vor die Linse kam und aus dem sich auf wunderbare Weise meine Vorliebe für den harten Metal manifestierte.

Ich weiße jede Mitschuld von mir was falsches Tags anbelangt, die sind ehrlich gesagt katastrophal - ein Umstand der mir bei meiner Musiksammlung nicht in die Tüte kommt. Da ich aber 90% der Lieder und Interpreten nicht kenne, ist es mir unmöglich oder auch rein zeitlich zu doof, das komplett alles für das einmalige Hören zu korriegeren.

Und eine Anmerkung die mir irgendwie wichtig ist. ICH hab diesen ganzen Müll sicherlich nicht gedownloadet noch sonst wer den ich kenne. Wer für diese Geschmacksverirrung schuld ist - keine Ahnung. Diese Lieder waren halt leider rein zufällig auf einer Festplatte.

Und nun - Charts ade, es war so schön... T_T


Live zum mitlachen und mitverfolgen taugt  heute dieser Link:
http://www.lastfm.de/user/Amixor33/tracks

Auch darüber hinaus, aber dann muss man viel, viel suchen.

Sonntag, 28. April 2013

[HATE]-talusicore – die Abrechnung: Tickethorter oder platzende Hälse



Sperrt die Schwiegereltern weg und dreht euch sicherheitshalber noch einmal um, denn jetzt werden die Klingen gewetzt und die einst mal „beste“ Szene der Welt fachgerecht zerlegt. Nach jahrelanger Erfahrung bleibt der ernüchternde Ausblick, dass die jugendliche Naivität vollkommen fehl am Platz war. Auch bei uns gibt es Schlampen, Idioten und asoziale Arschlöcher und darüber hinaus noch ganz andere Sachen. It’s HATE-Time!

Diesmal ein weiter Bogen und mit viel Anlauf gegen eigentlich komplett jedes Genre und jede Szene. Denn ob gewerblich oder privat, es gibt sie leider an jeder Ecke. Kartendealer ohne jedes Schamgefühl mit einem ekelhaften Tunnelblick hin zur finanziellen Bereicherung.

Ich muss ehrlich gesagt zugeben, selbst damit schon einmal geliebäugelt zu haben und wenn wir von Wacken Tickets reden, reden wir auch gleich von einer fast sicheren Rendite, aber ich hatte und habe nach wie vor noch ein gewisses Ehrgefühl.

Die Vorgehensweise ist ganz leicht, bei potentiell gefragten Terminen nach Möglichkeit so viele Tickets wie möglich kaufen – zum Glück wird dem teilweise schon leicht ein Riegel vorgeschoben, indem es eine stark limitierte Maximalanzahl käuflich zu erwerbende Tickets pro Person gibt – und den beschleunigten Ausverkauf für einen teureren Weiterverkauf auszunutzen. Dass das nicht immer ausgeht, dürfte jeder schon mal erfahren haben, der seine Karten aufgrund privater Umstände veräußern musste und kaum oder gar nicht mehr auf den Einstandspreis kommt.

Was ich bei privaten Anbietern vielleicht noch zähneknirschend und Gift sprühend durch gehen lasse, mutiert zur gewerblichen Frechheit. Klar sind beim Kartenvorverkauf oft Gebühren enthalten, klar können begehrte Tickets auch mal teurer werden, klar wollen auch diese Menschen etwas verdienen. Aber rotzfrech gut das 4, oder 5-fache des normalen Preises zu verlangen während die eigene Zuverlässigkeit und Seriosität über den grünen Klee gelobt wird verdient fast schon Prügel. Erschwerend vor allem dann, wenn der eigentlich limitierte Kartenanzahl und Ausgabe mit einem hohen Restkontingent überteuerter Tickets gespottet wird, wo offensichtlich wird: Dieser Ticketverkäufer muss einen Vorteil gegenüber dem Privatkunden gehabt haben und zum Dank nimmt er Interessenten, denen er eben diese Kaufoption vor der Nase weggeschnappt hat, sie dafür hämisch-höflich aus.

Generell finde ich Menschen zum Kotzen, welche sich schnell die Rest zusammenkaufen um sie teuer zu verscherbeln, nicht aber aus eigenem Interesse an betreffender Band und sicher auch nicht in deren Sinne. Das mag man knallharte wirtschaftliche Realität, freien Markt oder was auch immer nennen, für mich ist und bleibt es einfach verachtungswürdiger Bullshit den ich in meiner Leidenschaft der Musik nicht in diesem Sinne sehen mag!

Daher erstickt an eurer Raffgier, stopft euch voll bis zum Exitus oder auf gut Englisch: FUCK YOU!