Donnerstag, 19. Februar 2015

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Gurd - Bedlam /UND/ Defrage - Jackal

Weil so lange schon nichts mehr kam, heuer mal zwei auf einen Streich mit vager Hoffnung auf Besserung in hoffentlich nicht allzu weit in der Ferne liegender Zukunft:

Von den Schweizern Gurd kenne ich bislang nur ein Album, welches annehmbar, aber nicht so ganz mein Fall ist. Zählt man die Vorgängerband Poltergeist hinzu, welche ich ein paar Monate eher neu entdeckte (vielleicht war die Bezeichnung "Geheimtipp" doch etwas zu überambitioniert *g* ), kann man mit mehr oder weniger zugedrückten Augen auch auf zwei Alben kommen.

Dennoch hört man da schon einen deutlichen Unterschied. Bei Gurd liegt der Fokus eindeutig mehr auf Groove, so ist hier der Thrashanteil wesentlich eingängiger, auch wenn er bei mir nicht wirklich hängen bleibt und, leider auch wie erwartet, recht kühl lässt.

Ich fürchte ebenfalls, dass da nicht sonderlich viel mehr "wachsen" wird und außer hier und da ein paar zufällige Durchgänge habe ich im Moment auch nicht die Motivation, mich mehr darin zu versteigen. Nicht falsch verstehen, Gurd liefern sicherlich kein schlechtes Material ab - aber sie treffen bei mir nicht DEN Nerv, welcher mich freudig Wiederholung schreien ließe, sondern eher den Schulterzuck-Reflex. 2 Blitze



Wie ich zu der estnischen Band Defrage kam ist mit dem Wort "Zufall" je nach Deutungsweisheit milde umschrieben. Nichtsahnend und auf dem Heimwege befindend, quatschten mich seitlich plötzlich zwei Mädels auf Englisch an und fragten ob ich sie verstünde und was ich denn für Musik hören würde - was denke ich, nicht sonderlich schwer zu erraten ist, selbst wenn ich in zivl umherlaufe.

Es entwickelte sich ein nettes Gespräch, die Band wäre im Moment auf Deutschlandtournee, aber der Drummer hätte sich die Hand gebrochen, sie würden eigentlich in Hamburg spielen - das Event gab es tatsächlich und hatte ich zumindest mal gehört und dann kannten sie auch noch eine mittelgroße Location in meiner Heimatstadt, es schien plausibel. Dass ich im Nachhinein vor allem auf last.fm erfuhr, dass die beiden scheinbar ausgebuffte Profis im Verkauf von CDs in Kombination mit mitleidserregenden Geschichten ("unser Bus ist kaputt etc. pp.) schmeckte mir dann zwar nicht mehr so und für eine Promo-CD hatte ich trotz freier Preisgestaltungswahl sicherlich zu viel gezahlt.


Nach meinen Lieblingsgenres gefragt, Doom und Black Metal, meinten sie zwar, dass es mir sicherlich zu soft sei, aber ich war dann doch überrascht über den kruden Alternative-Pop-Rock-NuMetal-Core Mix, der dann doch einiges an Eigenständigkeit bewies und handwerklich solide gemacht war und mit Stimme und Hall einen ganz eigenen Charme mit sich bringt.
Schade nur irgendwie auf welche Art es einem verkauft wurde. Zwar nicht aufdringlich oder verbindlich, aber irgendwie fühlt man sich, nachdem man reihenweise ähnliche Erfahrungsberichte liest trotz dem annehmbaren Tausch von Geld gegen Musik als etwas zu dumm verkauft.

Ich denke nicht, dass sich die Musik zu einem Dauerbrenner entwicklen wird - dafür ist sie dann doch nicht wirklich meine primäre Richtung, aber interessant ist es auf jeden Fall. Das umschließt auch krass überraschende Kombinationen und Interpretationen wie "Infinity 8" oder "Puddle of Nirvana", aber für die genaue Analyse müssen noch einige Rotationen erfolgen (wer meine ganze Sammlung im Blick hat und kennt wird trotzdem beide Alben finden, welche hier in einem Lied zusammen geworfen werden) und auch wieder der Zufall zugange sein und mir diesen Scheibe als nächstes zur Bewertung vorlegen. 3 Blitze


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