Freitag, 4. August 2017

Der RAPort 2017 - So Nicht!

Hallo,

ich hatte bereits im Mai angedeutet Der RAPort 2017 - was geht dieses Jahr dieses Jahr mich auf das JBB zu konzentrieren, habe dazu inzwischen aber absolut keine Lust mehr.

Julien ist, wie schon mal gesagt, eine nicht ganz unkritische Person. Zwar behauptet er gerne, dass dies alles nur eine Rolle sei, aber seine frauenverachtende Rhetorik oder sonstige verbale Entgleisungen welche gerne als "schwarzer Humor" deklariert werden, sind die Pest welche eine Heerschaar von Idioten quer durch Youtube-Deutschland nach sich zieht. Bewaffnet mit diesem stumpfen Scheinargument kombiniert mit vermeintlicher Ironie darf jeder kreuz und quer beleidigt werden oder in Misskredit gebracht werden oder die eigene Dummheit hinterher als ausgeklügelter Schachzug "war doch Ironie, du Idiot" vertuscht werden.

Das mag noch an den Usern liegen, aber auch sonst ändert Julien gerne auch mal mitten im Tunier seine eigenen Regeln und drückt Teilnehmern gnadenlos einen Stempel auf, was massgeblich den Uservote beeinflusst. Fair und objektiv ist das Tunier nicht und wahr es auch nie. Anfangs wurde sich zumindest darum bemüht, aber über die Jahre wurde zwar immer mehr Geld damit verdient (sei es durch einen besseren Uservote via Kauf des Liedes, oder ein früheres Ansehen des Videos wenn man es sich kaufte) - gleichzeitig aber auch immer weniger Mühe in die Bewertung der Runden gemacht. Promo war die Teilnahme, darüber hinaus wurden keine Rapper zum Beispiel wie früher auf dem alten Juliensblogkanal mehr vorgestellt.
Auch die SunDiego Fronts gegen Spongebozz ins Leere laufen zu lassen weil "kann man ja nicht wissen" obwohl er es zumindest wusste und wie sie absolut gar nicht überraschend mittlerweile als tatsächlich wahr herausgestellt hat, lassen neben einigen sehr, sehr fragwürdigen Entscheidungen das ganze durchaus immer in einem etwas fragwürdigen Licht erscheinen.

Aber es geht primär ja um die Künstler, hatte ich ja geschrieben - richtig, doch dieses Jahr schießt alles endgültig den Vogel ab.

Von einer ordentlichen Organisation kann man beileibe nicht sprechen, während nebenbei noch ein riesiger Beef mit PA Sports angekündigt und mehrfach verschoben wird, sodass es inzwischen längst lächerlich ist, ist dieses Jahr nicht nur das Preisgeld warum auch immer reduziert worden, der Beginn wurde hinausgezögert u.a. wegen obigen "Beef", das JBB 2017 wurde zu einem JBB 2018, etliche Absagen von bekannten Rappern und Fanfavoriten wurden mehr oder weniger bekannt und ohne jetzt auch nur irgendwas selbst dazu beigetragen zu haben, werden willkürlich Qualis hochgeladen und veröffentlicht, u.a. auch von vorher angeblichen Absagen. Ebenso hochgeladen werden Gerüchte und Analysen von Drittyoutubern, welche scheinbar Julien dieses Jahr die ganze Arbeit abnehmen und wahrlich qualitätsgeprüft scheinen da nicht alle zu sein.

Was viele jetzt als Prank oder Masterplan ansehen, ist einfach nur seit Monaten hinausgezögerte, lieblose Scheiße. Die "Stars" sind jetzt größtenteils wie aus dem "Nichts" doch wieder dabei, hie und da springt mal wieder wer ab oder auch nicht, richtig glauben kann man da auch nichts mehr und diese übertrieben künstliche Hypegenerierung und ekelhafte Eierleckerei widert nur noch an.

So macht das absolut gar keinen Spaß mehr und inzwischen ist es mir auch ziemlich scheißegal wie sich das ganze entwickelt. Es ist absolut nicht gradlinig und groß Ansagen zu machen und konkurrierende Tuniere wegen angeblicher Unproffessionalität anzupöpeln um dann mit so einem unausgegorenen Quark zu kommen, der nur dann gutmütig als geplant und berechnend schön geredet werden kann, wenn man sich im Durchschnitt solch eine tumbe, dumme Gefolgschaft anerzogen hat.

Und auch die Art und Weise wie diverse Drittyoutuber die sonst an für sich selbst guten Content in der Lage wären zu fabrizieren, auf genau diese Welle aufspringen und mehrfach täglich ihre Videos hinterher schießen und dabei genauso irrelevant sind wie Youtubenewskanäle, React-Videos oder sonstiger Clickbait-Unsinn unterstütze ich auch nicht mehr länger.

Das ist durchkalkulierter Internetkrebs und um die Künstler an und für sich, geht es dabei nicht mehr wirklich. Soetwas möchte ich nicht länger eine Plattform bieten - basta!

Ich hoffe, dass das VBT nächstes Jahr ein vernünftiges und nachvollziehbares Konzept auf die Reihe bringt und die selbsternannte Championsleague JBB endgültig wieder vom Thron stürzt, denn unabhängig davon, was da jetzt an Bretter dabei sein mögen, die Orga und der ach so geniale "Masterplan" ist nicht mal ansatzweise Kreisliga und bei Bushido vs. Kay One hätte Julien ebenso sehen und erkennen müssen, dass zu lange warten und v.a. ankündigen und dann rausschieben, der heftigste Front gegen sich selbst ist. Es bockt keinen mehr, was man zig Monate später mehr dazu sagt.

RAPort wird es also dieses Jahr leider nicht mehr geben und man kann nur darauf hoffen, dass vielleicht nächstes Jahr sich eine andere Rapbattleserie anbietet.



PS: One-take, keine 15 Minuten - so.

Freitag, 23. Juni 2017

+++ Du liebst nicht den Rock, sondern den Kommerz +++

Naja - um was wird es sich wohl drehen, diese verspätete Neuigkeit - ich hatte aber eine coole Idee, dazu später mehr - bei der ich vor Entrüstung nicht mal wirklich einen kreativen und gleichzeitig Informativen Einfall für die Schlagzeile hatte?

Klar, um Kiss Bassisten Gene Simmons. Das Kiss größtenteils auch aus rein kommerziellen Aspekten gegründet wurden, ist ja längst kein offenes Geheimnis mehr, spätestens seit der Ankündigung vor einigen Jahren, Livekonzerte mit Doubles absolvieren zu wollen, sollte doch noch der größte Fan endgültig wütend seinen Blindenstock in die Ecke gepfeffert zu haben.

Vorab klar meine Position, Kiss ist mir nicht unbekannt, einige Sachen kennt man auch so - aber wirklich vertieft habe ich mich nie in ihr Schaffen, schlicht und ergreifend bin ich wohl auch zu jung um zu sagen, dass sie mein Leben geprägt haben, bzw. das ist relativ, die Scorpions haben es irgendwie ja schon doch auch, aber wie auch immer - die Band war mir nie wirklich wichtig, aber es gibt nunmal unstreitbare Klassiker, welche man problemlos und gerne mal hören kann und mag.

In meinem Zwiespalt von - "ich muss jede neue Richtung und jede neue Band, jedes neue Album aufsaugen" und "aber was ist mit den ganzen Klassikern, den Urvätern, ich muss die auch alle kennen" - was unmöglich(!) je zu erreichen ist, stand Kiss unweigerlich ebenfalls mal zur Dispossition, eine Zusammenstellung von mehreren Alben, damals vor 8, 9, 10 oder mehr Jahren im Galeria Kaufhof oder Müller, oder was auch immer es war. Grundsätzlich ist dieses Interesse schon noch vorhanden, aber ich habe inzwischen absolut keine Lust mehr auch nur einen Cent für diese Band auszugeben, was für einen unermüdlichen Käufer und Sammler die Höchststrafe ist.

Ist es für mich auf der einen Seite absolut unverständlich, warum und wie man auf ein Konzert gehen mag um eine gestellte Playbackshow dargeboten zu bekommen, gehört es für mich zur Selbstverständlichkeit des Rock'n'Roll, der Rockmusik, dem Metal und allem drum herum. Konzerte müssen live, laut, authentisch und von mir aus auch dreckig sein, verschwitzt und lebendig. Kompletter Kontrapunkt sind da rhytmische Bewegungstänze zu Konservengedudel, klar mag eine als solches konzipierte Veranstaltung, "Disco" genannt davon ausgenommen sein, da erwarte ich ja auch genau so was, zahle aber auch nicht den bedeutend höheren Eintrittspreis um eben die "echten Stars" vor mir zu haben. Stellvertretend Doubles einzusetzen ist also ein absolutes No-Go und hat nichts mit einem Live Konzert, noch eben den obig erwähnten, von mir sehr geschätzten Musikrichtungen zu tun.

Ich hasse die Überhöhung eines Lebengefühls, weil es oft zur reisserischen, plakativen Posse wird, insofern setze ich meine Worte bedacht und mit einem leichten, aber noch kontrollierten, innerlichen Zucken bei dem Wort, aber genau das ist es halt dann eben nicht. Das ist kein echter gelebter "Rock" - ich kürze es auf diesen Begriff zusammen, ich mag es auch nicht wenn alles immer als "Heavy Metal" zusammengefasst wird, aber ich denke ich hab hier schon mehr als genug glaubwürdige Äußerungen getätigt um zu beweisen, dass ich zur Differenzierung fähig bin und inhaltlich im Fach recht bewandert bin, aber ich will jetzt nicht jedes mal sämtliche weiteren, ähnlichen Genres aufzählen müssen; und - um den Korinthenkacker zu spielen, war Kiss ja auch nie Metal oder dergleichen.
Nein das ist es einfach nicht, da mögen noch so heldenhaften und relevanten Alben und Geschichten die Entwicklung geprägt haben, damit vertritt man einfach nicht mehr das, was man vielleicht unter Umständen auch maßgeblich mitschuff. Das muss nicht schlimm sein, stilistischer Wandel kann auch eine Weiterentwicklung und ein Fortschritt sein, aber rein musikalisch ist dies ja nicht erfolgt, man verkauft immer noch die gleichen paar Schuhe und da finden wir auch schon unser Stichwort, verkauft! Es geht hier nur um den Verkauf, mehr Umsatz, mehr Geld.

Finanzieller Erfolg ist per se nicht schlecht und ich finde jede Band, die ernsthaft Zeit, Geld und ihr Talent darin investiert, hat sich ihren finanziellen Ausgleich verdient, aber genau das passiert hier ja eben nicht mehr. Das Geld wird nur damit verwendet ein Double zu bezahlen um sich als etwas auszugeben, was mehr Geld einspielt. Das ist nicht mehr echt, das ist noch erbärmlicher und niveauloser als Pop-Playback-Possen, es ist alles nur noch eine teuer verkaufte Illusion ohne relevante Substanz, jede Coverband ist da eigenständiger und glaubwürdiger, weil sie immer noch sich selbst treu ist.

Das zu Einen, zum Vorwort - es ist schon ein wenig eskaliert, ich gebe es zu - aber den Faß endgültig den Boden ausschlagen tut es der schäbige Versuch, ein weit verbreitetes Erkennungszeichen der Szene für rein finanzielle Zwecke patentieren zu lassen, der berühmten Pommesgabel, bzw. hier die seltene, komische Abwandlung mit abgespreizten Daumen.

Dieses Symbol ist schon wesentlich älter als Gene Simmons, noch wird er es erfunden haben, auch wenn er es gerne von sich behauptet, aber solch ein eklantantes und vollkommen "freies" Symbol an sich reißen zu wollen um die eigentlich eh schon prallen Taschen noch weiter zu füllen OHNE auch nur selbst weiter konstruktive und kreativ tätig zu sein, ist an Dreistheit kaum zu überbieten.

Er wird wahrscheinlich damit scheitern, zumindest wünsche ich mir das uns allen - aber damit hat er sich selbst unwiederruflich aus meinem Blickfeld geworfen und damit eindeutig gezeigt was er schon lange nicht mehr ist, ein Teil der "Szene", jemand, der diese Musik aus ihrer selbst liebt und schätzt. Jemand der das tut, würde sowas nicht tun.

Abschließend zu meiner Idee, ich bin leider kein Grafiker was ich gleich gemerkt habe als ich meine handgepainteten Entwürfe kommentarlos über den Jordan schickte, aber am liebsten würde ich mir genau dieses Symbol in weiß auf schwarzen Grund zeichnen und groß in zwei Zeilen dazuschreiben:

"Ki$$ my Aᛋᛋ/Ass Gene"

Würde ich mir auch als T-Shirt drucken und tragen, wenn ich es hätte designen können. Naja, dann halt nicht - gebt mir wenigstens Probs wenn das mal jemand umsetzt.


PS: Ich mach mal was ganz verrücktes,ich füge mal sowas wie eine Quelle an die mir nicht gänzlich unsympatisch ist *Jubel*
https://www.golem.de/news/urheberrecht-gene-simmons-will-sich-die-pommesgabel-schuetzen-lassen-1706-128444.html

Montag, 29. Mai 2017

# Reingehört # Blitzurteil: Mai 2017 Spezial

Nochmal eine kurze Mammutausgabe und ihr habt sie euch auch verdient ob der langen Wartezeit, wie auch letzten Monat hat es mit Ersteindrücken leider nicht mehr viel zu tun, ich bin noch gut 1 Jahr im Verzug, aber kurz zusammengefasst mal wieder ein paar mehr oder weniger nette Scheiben, die ich so euch vielleicht schmackhaft oder von abraten kann:


W.A.S.P - Wasp

Es ist nicht meine Zeit und auch nicht ganz meine Musik, dennoch war ich über die zweite W.A.S.P. Scheibe welche ich mir nun mehr zu Gemüte führte positiv überrascht und ich komme nicht umhin, die Band als eine der besseren des Hair/Glam Metal Genres zu bezeichnen. Klar ist die Musik scheiße eingängig, aber sie hat einen Charme und ein Feeling, welches eben heutzutage so kaum bis gar nicht mehr vorhanden ist. Es klingt ungezwungen frisch und alt zugleich und wirkt so nostalgisch-zeitlos. Hört am besten einfach selbst rein, erwartet keine spielerische Großtaten oder emotionale Ausbrüche, dafür authentisch gemachte Musik, zur Abwechslung kann ich mir das durchaus mal hie und da geben. 3/5

Saxorior - Saxot

Von diesem absolut nichtssagendem Cover habe ich ehrlich gesagt absolut nichts erwartet und mich innerlich schon auf einen Tiefschlag eingestellt, umso erfreulicher, dass dem nicht so ist und war. Geboten wird eine überraschend eigenständige Mixtur aus melodischem Black und Death Metal. Mit GRAVEWORM oder CATAMENIA würde ich das nur bedingt vergleichen, aber grob diese Richtung sollte eingeschlagen werden, eben auch mit Keyboard aber ohne den klischeehaften Kitschtümpel, in dem viele Formationen gerne versinken. Sicherlich ist da noch Luft nach oben, aber das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen und ist vor allem bei der nicht vorhandenen Erwartungshalle eine positive Überraschung. Bei der Langzeitwirkung, welche eigentlich schon gegeben ist, bin ich aber noch nicht ganz sicher, wie mein Urteil ausfällt. Es ist eigentlich nichts dabei, was ich skippen würde, im Gegenteil stelle ich mehr ein anerkennendes, achso, ja die fest und höre zu, habe von mir aus aber auch nie das zwanghafte Bedürfnis, mir da was nochmal anhören zu müssen. Wird sich zeigen, aber dafür ist ja auch die Detailkritik da. 4/5

Uruk-Hai - Cirith Ungol

Oh weh, das ist eine Band von der ich fast Albträume bekomme und welche mich wahrlich verfolgt, was bei dem immensen Output der 1-Mannband leider gar nicht so unwahrscheinlich ist. Nach zwei in meinen Augen sehr durchwachsenen und mauen Veröffentlichungen, welche ich beide möglichst schnell verkaufte, ein Todesurteil! - wagte ich mich an diese Veröffentlichung, welche ich nun leider auch schon drei (3!) Mal in meinem Besitz weiß. Kurz zusammengefasst, wir haben hier EIN Lied nur drauf, EIN verdammtes Lied, welches eine Spielzeit von über 50 Minuten vorweist und vielleicht, wohlwollend betrachtet 5 gute oder annehmbare Minuten vorzuweisen hat, während der Rest aus zähen, belanglosen, sich monoton, ewig lang wiederholenden Ambientkram handelt, welcher technisch, nicht mal ansatzweise auf ein auch nur irgendwie begeisterndem Niveau sich befindet. Es passiert einfach nichts, es gibt keinen Spannungsbogen, keine geile Melodie, kein wirkliches Highlight, es ist vertonte Belanglosigkeit. Ich habe NULL Motivation das Lied anzuhören, warum auch? Ich weiß genau, dass ich über 50 Minuten einfach so gut wie nichts geboten bekomme, warum sollte ich mir das antun? Warum hat man das nicht wenigstens in Abschnitte unterteilt. Es gibt ja kurze Brüche, wo man wunderbar ein anderes Lied hätte starten lassen können, was leider ungemein vielfältiger klingt, als es am Ende ist, aber nein - nichts. Man kann es nur am Stück hören und das macht leider keinen Spaß. 0/5 !

PS: Man kann nichts gänzlich zerrissen ohne es besser zu machen oder zu wissen wie es besser geht, letzteres weiß ich aber. Ich will die Band nicht mal gleichsetzen, das hat sie nicht verdient, aber wie man gekonnt Stimmung erzeugt und spannend mit weit gegriffenen Ambientelementen arbeitet zeigen TREHA SEKTORI. Ich werde hier abschließend auch ein Video verlinken, welches es wert ist angesehen zu werden, da die 1-Mannband das ganze auch sehr stark, abstrakt und visuell in Szene setzt. Das muss man nicht mögen und verstehen und erst recht nicht, aber das ist Kunst, das hat Substanz und keine komplett entseelte, nichtssagende Scheibe, von der möglichst viele im Jahr unters Volk gebracht werden sollen. Da hat ja sogar meine Band mehr Sinn, die zwar auch niemanden gefällt aber auch genau diese Intention sich auf die Fahne geschrieben hat, den Menschen auf den Sack zu gehen, weil das im Gegensatz zu Uruk-Hai etwas wesentliches im Menschen weckt und sei sie auch noch so negativ, Emotion!




Cradle Of Filth - Nymphetamine

Diese Band habe ich ehrlich gesagt, aufgrund ihres aufgesetzt, bösen, übertriebenem Image ehrlich gesagt nie ernst genommen. Das kann man sicherlich von vielen Schwarzmetalkombos behaupten, aber wer in seinem Refrain "Lalala" singt ist bei mir ganz unten durch, das passt absolut gar nicht und disqualifiziert den ganzen mord-, blut-, und sexgeilen Videoclip. Welcher das war weiß ich nicht mehr, aber Cradle habe ich leider nie wirklich ernst nehmen können.
Daran ändert dieses Album nur bedingt etwas, mir ist die Stimme viel zu hoch und schrill und die ganze, rein musikalische Inszenierung viel zu klischeehaft und überladen. Selbst DIMMU BORGIR, um welche ich aus ähnlichen Gründen schnell einen weiten Bogen machte und ihnen das Attribut "Black Metal" aus elitär-trvem Blickwinkel absprach, sind da glaubwürdiger. Das Sprichwort weniger ist mehr, trifft hier leider sowas von zu. Es gibt gute Ansätze, aus denen man wirklich etwas machen könnte, die eine authentisch, mächtig-böse Erwartung schüren um es dann Soundwriting mäßig dermaßen an die Wand zu fahren, so wie wenn man nachts von lautem Gebelle erschrickt und sich ängstigt, bis der kleine Schoßhund ersichtlich wird. Und auch hier will ich mal konstruktiv meckern, wer sowas in der Art mag, sollte sich an HECATE ENTHRONED halten, die kommen auch aus England, gibt es fast genauso lange schon und schaffen es die Wirkung nicht überzustrapazieren, d.h. hören die auf wo man aufhören muss um noch glaubwürdig zu sein. Hätten durchaus das Potential gehabt an der Stelle von Cradle zu stehen. Vielleicht hilft dieser Post auch ein wenig dazu. 3/5

Katatonia - The Fall Of Hearts

Ich nehm ein wenig Spannung vorweg, 5/5 und versuche das auch möglichst neutral kurz zu schildern ohne den Fan aus mir sprechen zu lasse, auch wenn ich daran schon im nächsten Satz scheitern werde. Katatonia sind aber ohne Zweifel Meister der Melancholie und schaffen mit diesem Werk einen riskanten, aber gelungenen Spagat. Nachdem die Entwicklung weg vom Metal zunehmend im progressivem Rock inklusive Akkustikausflügen mündete, kehrt hier endlich wieder etwas Härte zurück und knüpft an glorreiche "Viva Emptiness" und "Great Cold Distance" Zeiten an ohne aber die Entwicklung hin zum vielschichtigeren, rockigeren Sound außen vor zu lassen, selbst die Akkustiktrommeln sind zum Teil vertreten. Das ganze ergibt ein schwer zugängliches Werk, welches auf dem ersten Blick gefallen, aber sicher nicht sämtliche Details preis gibt. Hier gibt es viel zu entdecken und entsprechend fordert das Album auch vehement Zeit und Raum ein, was aber auch belohnt wird. Dabei schafft es Katatonia mehr nach OPETH zu klingen als Opeth selbst und dabei trotzdem noch sich selbst treu zu bleiben mit unverkennbaren Trademarks, nicht zuletzt dem überragendem Gesang Renskes. Ausdrückliche Empfehlung, ohne Frage - mit ein Album des abgelaufenen Jahres!