[M³]-Etalusicore

... ist ein privat geführter Blog welcher sich Schwerpunkt mäßig um Musik dreht. Meine Wenigkeit schwört auch voll ganz arg, dass ausnahmslos jedes Review über Orginal im Besitz befindliche CD's abgehalten wird. Desweiteren verpflichte ich mich absolut unfreiwillig, immer mal wieder auf viel zu laute Konzerte und Festivals zu gehen, damit ich auch Ahnung hab von was ich schreibe. Journalismus investigativ sozusagen...

Freitag, 25. Mai 2012

Schlossgrabenfest 2012 Tag I – 24ter Mai @ Darmstadt Innenstadt


Ich hatte mir extra die Frühschicht gewünscht um am Abend noch etwas von diesem Fest mitzubekommen, welches mit über 100 Live Acts quer durch sämtliche Genres für lau wirbt. (Hessens größtes Musikfest mit ca. 400.000 erwarteten Besuchern) Das ganze ist auf mehrere Bühnen rund um das Schloss verteilt und wird von Zäunen und Fressbuden eingesäumt. Kontrolliert wird am Eingang eigentlich nur, ob man illegalerweise Trinken auf das Geländer schmuggelt. Der Durchgang von der Fritz-Bühne zum Rest ist durch einen Notausgang zwar etwas versperrt, sodass man daneben das Gelände verlassen muss, um es gleich wieder zu betreten, aber ansonsten könnte man endlos lang im Kreis schlendern.

Schlendern ist schon das erste wichtige Stichwort: Ich hab von keiner nachfolgend, genannter Band den Auftritt komplett gesehen! Oft nur 3-4 Songs um mir ein grobes Urteil bilden zu können, manchmal mehr – aber grundsätzlich unterlief ich einer gewissen, steten Rotation was meinen Platz anging. Bei vier gleichzeitig stattfindenden Live Bühnen und zwei Disko Bühnen vielleicht nachvollziehbar.
Grundsätzlich, das Ganze hat einen gewissen Rummelflair verbunden mit einem Hauch Festivalfeeling. Dazu strahlender Sonnenschein, ein recht warmes aber dank einem sanften Wind angenehmes Wetter.

Die Preise für Getränke und Essen empfand ich als recht happig, dort wird dann doch ordentlich zugelangt. Für Trinken gibt es u.a. auch spezielle Becher, welche man zu einem Kaufpfand von 3,50€ erwerben muss. Dies wird schön als Kulturpfand umschrieben, geht aber angesichts der Vielzahl an Live Acts noch in Ordnung.

Als erstes landeten uns Jamie’s Backyard vor der Nase, eine alternative Rock Band welche einen ganz ansehnlichen Auftritt an den Tag legten. Als die Gitarren tiefer gestimmt wurden, war der Weg zum Stoner meiner Meinung nicht mehr weit weg, dürfte insgesamt trotzdem nicht als solcher durchgehen. Publikum war vorhanden aber mehr relaxt denn voll am abfeiern. Wobei dies, dem Musikstil entsprechend in Ordnung war.

Zwischendurch passierten wir Merck Bühne von woher die Musik Monks dröhnten und an Seeed erinnerten. Ein Blick auf die Running Order bestätigte mir diesen Eindruck. „Seeed Tribute Band“. War mir aber nicht wirklich danach, deshalb ging die Reise kaum rekonstruierbar hin und her weiter.

Wenige Zeit später spielte dort die Centralstation All Star Band welche alle möglichen Songs coverten. Da war die ein oder andere gute Umsetzung dabei, überwiegend gefiel es mir aber nicht. Manche ollen Lieder wurden schon sooo oft gecovert und ziehen einem auch nicht mehr die Wurst vom Semmel.

Etwas dahinter machten Envy (Kategorie Hip-Hop) Stimmung und dort war, zum derzeitigen Zeitpunkt auch die größte Stimmung. Die beiden Sänger waren irgendwie extrem lässig, hatten Spaß und kamen sympathisch rüber. Nachdem meine Bratwurst gegessen war, düsten wir auch wieder zum Anfang zurück. (Beim Bestellen flog die Wurst dann tatsächlich vom Semmel *g*)



Elderstream zockten dort schon einen merkwürdigen Alternative Rock, welcher sich hin und wieder sehr nahe an latent härtere Gefilde annäherte. Ganz warm wurde ich damit aber leider nicht. Das ganze klang zwar hin und wieder recht brauchbar, aber die Songstrukturen empfand ich als extrem verwirrend. Sich technisch auf einen 1A vorhersehbaren Break zu zubewegen um ihn dann nicht zu bringen, sondern eine gegenteilige Gesangsspur einzuschieben ist irgendwie komisch und klingt nicht recht gewollt oder innovativ.

Direkt danach folgten mit Instant Liberty recht merkwürdige Vögel, welche einen Electro-Punk zelebrierten. Das klang oft merkwürdig nervig, reicht aber auch zu stimmig und unterhaltend. Im Publikum entstanden schon die ersten Mosh- und Circelpits, welche sich im Punk Pogo schallen und im Grunde genau das gleiche sind. Hier war auf jeden Fall Stimmung vorhanden, wenngleich ich den exzentrischen Sänger nicht ganz ernst nehmen konnte. Dies tat er vom Publikum auch nicht wirklich, manche Ansage wirkte schon latent spöttisch und auch, dass er auf der Sparkassenbühne spielen durfte, fand er ganz großartig. Nicht. Ein Lied erinnerte mich an Steinkind, meine Freundin meinte eher Deichkind. Egal, dann nenn ich es halt Instantkind. :p

Wir wanderten wieder irgendwo umher, gegen Ende spielte Digga Ras & Band, was ich als sehr angenehmen Hip Hop empfand. Mit Live-Orchester hat das was und ist um einige Ecken epischer als vom Band. Die Kombination mit Soul machte dies auch recht ruhig. Hätte ich mir schon anschauen können

Am gehen spähte ich noch kurz auf Shy Guy At the Show, aber dazu kann ich wirklich nicht viel sagen. Was ich hörte war ein ewig langer Spannungsaufbau welcher sich pünktlich zum Gehen entlud. Hätte vielleicht Potential, aber es war spät und ich musste am nächsten Tag arbeiten.


Insgesamt ein toller Abend, der leider nicht billig, aber extrem gechillt war. Die Atmosphäre empfand ich als sehr angenehm und locker, diverse andere Stände luden theoretisch noch zum Playstation zocken oder kostenlosem Rauchen und Handyverträge abschließen ein, aber mit Flyertrolling und einem l-e-g-e-n-d-ären „Zum anmachen, zieht man da eigentlich nicht dran?“ hatten wir ordentlich Spaß.

Von mir aus könnte ich da jetzt jeden Abend sein, aber ich habe Spätschicht. Vielleicht am letzten Tag (Tag IV) noch. ;)

Mittwoch, 23. Mai 2012

Incomparable Tour 2012 – 22. Mai @ Mühltal Steinbruch


Und weiter geht’s. Es hätte sicherlich zigtausend vernünftige Argumente gegeben, den letzten freien Tag sinnvoll zu nutzen (aufräumen, lernen, ausschlafen etc. pp.) aber ich wollte unbedingt auf ein Konzert! Und so schnürte ich auch diesmal meine Stiefel und bereitete mich auf einen neuen abenteuerlichen Abend vor.

Da ich im Bus aufgrund meines pösen Marduk Shirts angesprochen und auf ein Bier bei der Tanke um die Ecke eingeladen wurde, verzögerte sich mein planmäßiges Eintreffen um fast anderthalb Stunden, sodass die erste Band schon gefrühstückt war. (Texas Cornflakes Massacre) Die Band müsste ich aber schon frisch nach dem Umzug gesehen haben. Wie die waren keine Ahnung (mehr), aber egal. Weiter geht’s…

Sapiency standen nämlich schon auf der Bühne und ballerten ihr Zeug druckvoll durch den Raum. Growls waren sehr schön kräftig, Clean Vocals bis auf ein paar wenige, weniger gelungene Parts auch in Ordnung. Die Bühnenperformance war überzeugend, die Songs griffig und das ganze heizte schon ein wenig an. Arg viel haben sie aber nicht mehr gespielt.

Zwischendrin erneut einen Kulturschock unter die Nase gerieben bekommen. Bier in 0,3er- Gläser! Wtf?! Was ist das? Wenn ich ein „kleines“ Bier will, bestell ich ne Halbe, aber das versteht da oben eh keiner. 2,50€ fand ich dafür nicht ganz ohne und übertrifft sogar Batchkapp Preise! Daher musste ein Weizen her, das wird wenigstens in akzeptierten Messgrößen verkauft und ist für den weiteren Verlauf wichtig! *g*

Denn dann traten Beyond All Recognition in optimistischer Banduniform auf. (Ihr werdet darin schwitzen wie Schweine *hehe*) Das G
anze klang interessant, Hardcore mit starken elektronischen Einflüssen. Logische Genreneuerfindung: Dubcore. Ich bin nicht wirklich ein Freund der Hardcoreszene und Musik, war deshalb wohl so was von fehl am Platz, aber ich mag zwischendurch so „ausgefallene“ Sachen und liebäugelte in der Vergangenheit schon das ein oder andere male mit Trance Metal. Die Band schien ab und an sogar Skrillex zu featuren, das klang diesbezüglich dessen Liedern sehr, sehr ähnlich.
Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass die Band irgendetwas großartig neu erfunden hätte, die Breakdowns waren vorhersehbar wie sich öffnende Regenschirme bei Regen, da aber auf progressive, chaotische oder sonstige unberechenbare Songstrukturen gänzlich verzichtet wurde, ließ sich dazu sogar überraschend gut bangen. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß und tobte mich in choreographischen Ganzkörperbewegungen aus. Flotte Tanzschritte kombiniert mit stereotypischen Breakdownbewegungen und aggressiver Nackenpenetration. Warum nicht? Solang es mich nicht legt und irgendwie Stimmung erzeugt, denn mal ganz ehrlich: Was war da vor der Bühne los?

So ein Weichspülerpuplikum hab ich selten erlebt! Die ersten 3 Reihen – mich ausgenommen – beinahe stoische Ruhe und Bewegungshemmungen, geschlechtergemischte Rudelbildung und viertelstündige Fotoshootingseassons. Ich mein was zur Hölle? Ich stell mich doch nicht gaaaaanz vorne rein während die Band spielt um Fotos, nein nicht von der Band, sondern von der eigenen Gruppe in allen nur erdenklichen Formationen und Kombinationsmöglichkeiten zu schießen. Auch auf Bandansagen wie „Let’s drink some beer together. Who has a beer in his hand?“ – Null, wirklich NULL (0) Reaktionen! “Come on. I thought we play in Germany?!” Da konnte ich nicht anders als das einzige Gerstengetränk in einem gefühlten Radius von zig Kilometern stolz in die Höhe heben.

Auch Animationen die darauf abzielten, das Publikum näher zur Bühne zu locken schlugen grundsätzlich fehl und mir konnte die Band echt leid tun. Da mir das ganze musikalisch und stimmungstechnisch an dem Abend wunderbar rein lief, märtyrerte ich mich absolut uneigennützig weiter.


Bei Engel welche ebenso eine irre Show abrissen, dass selbe Trauerspiel in Grün. Untertrieben unterkühlte Begeisterung und eine Lust auf das Konzert nahe dem Gefrierpunkt. So was muss nicht sein und gefiel den Bands nicht wirklich. So kam seitens Vokalist mehrmals die Empfehlung die Bar zu besuchen beziehungsweise eine freundliche Beschwerde bezüglich des leisen Applauses. Musikalisch klangen Engel wie Melodeath mit einem diesem Abend thematischen, elektronischen Einschlag und deutlich kräftiger und intensiver, als in den Youtube Videos welche ich mir den Tag zuvor kurz zu Gemüte geführt hatte. War wesentlich besser als erwartet. Und irgendwann, gab es endlich etwas Bewegung und den ersten kleinen Moshpit.
Und diesmal war ich dabei, da mehrere Faktoren dafür sprachen. a) keine Karatekiddies und sonstige Assis b) kein chronischer Gewichts- und Massennachteil und c) eine insgesamt angenehme Atmosphäre. Es ist ein Unterschied ob man absichtlich grob verletzt wird oder man theoretisch gefangen wird. War daher ein erfreuliches Erlebnis und zeigte mir immerhin, dass das Publikum teilweise schon könnte, wenn es wollen würde…
Das ganze ebbte noch ein paar mal auf und ab, die Stimmung war die letzten 3 Songs dann auch endlich da und das ganze gipfelte in Synchronhüpferei wobei ich mich lebensmüde noch in Haarrotationen in der Luft übte. Aber war geil!

Zum Abkühlen und angesichts der Tatsache, eines bevorstehenden, schriftlichen Tests in wenigen Stunden stieg ich auf Cola um, um mich erneut zu ärgern. 0,3l Cola für 3€?! Antialkoholische Getränke sollten meiner Meinung nach auf jeden Fall billiger sein als Alkohol und nicht so maßlos überteuert sein. Aber gut, das werde ich mir auch nicht mehr bestellen.

Blieb noch eine Band, Dead by April und Headliner des Abends. Urplötzlich kamen zig Leute aus ihren Verstecken gekrochen und legten der endlich gereiften Stimmung noch einiges dazu. Und das war absolut unverdient! Ich fand die Band einfach nur mies. Die Growls/Screams als unklar zu bezeichnen klingt vielleicht irreführend, verwaschen wäre der beste Eindruck. Im Vergleich zu den vorigen Bands ein deutlicher Abfall in Sachen Qualität, dazu ein absolut seichtes bis belangloses Songwriting das dem sprichwörtlichen Kitsch mehr als nur einmal nahe kam. Selbst die elektronischen Elemente wirkten selten fördernd, sondern verloren sich oft irgendwo in dem ganzen Gedudel. Diesem gehypten und warum auch immer nun so gefeierten, zahnlosen Zeug wollte ich nicht weiter Tribut zollen, daher verließ ich den Abend nach wenigen Liedern und zog heimwärts.

Was bleibt übrig? Zwar konnten die zwei Topbands und ein weiterer guter Akt die teuren Preise und das lahme Publikum zwar nicht wett machen, aber doch gut kaschieren. Länger hätte ich die Feierei eh nicht mehr gepackt, sonst hätte ich heute die Arbeit auch besser mit der Stirn als mit der Hand geschrieben, sum sumarum: Ein nicht gerade billiger Abend den ich mit wirklich keinen Erwartungen anging und so ziemlich das Maximalste an Spaß und Unterhaltung abgewinnen konnte. Gefiel mir doch irgendwie.

Dienstag, 22. Mai 2012

Wie wär's mit Socken statt Musik?

Das Review bekomm ich leider nicht mehr zeitnah unter, dafür schenk ich euch das, was immer gut ankommt. Eine Ladung durchgeknallter Socken... *g*