Donnerstag, 16. Februar 2017

CD Einkäufe 2017

Auch heuer gibt es wieder die Liste aller Listen - aber ich denke und hoffe, die wird dieses Jahr echt mal wieder bisschen kürzer.

Legende wie immer:

Band neu in meiner Musiksammlung Album noch nicht bei Musik-Sammler.de eingetragen
Nicht fett markierte Namen sind ab jetzt Heftbeilagen, welche aber - sofern Heft mitgekauft wurde, nicht in die Summe miteinfließen, da sie nur Zugabe und nicht Primäraufwendung sind!



Kontra K - Labyrinth
Slash - Fea
turing Myles Kennedy And The Conspirators World On Fire
Dream Theater - Dream Theater
Candlemass - Death Thy Lover
Portishead - Dummy
Carpathian Forest - Black Shining Leather
Fenfire - Rubikon
Tiamat - The Astral Sleep
Deathspell Omega - Veritas Diaboli Manet In Aeternum: Chaining The Katechon
Helrunar - Baldr Ok Íss
The Ruins Of Beverast - Blood Vaults (The Blazing Gospel Of Heinrich Kramer)
Deep Purple - From The Setting Sun... (In Wacken)
[Sampler] VA - The Birth Of Rock'n'roll
Insomnium - Since The Day It All Came Down
Insomnium - Winter's Gate





Summe: 109,11€



 

Freitag, 10. Februar 2017

# Reingehört # Blitzurteil: Nick Cave & The Bad Seeds - Skeleton Tree

2016 war in vielerlei Hinsicht ein beschissenes Jahr, politisch, menschlich, musikalisch - genau genommen kann sicher jeder für sich etwas schlechtes als Beispiel heranziehen und muss sich dennoch die Frage stellen lassen, so darauf fokussiert - ist nicht jedes Jahr irgendwie schlecht? Dennoch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass einige inzwischen etablierte Größen von uns gegangen sind oder schwere Schicksalschläge verkraften mussten und dennoch oder vielleicht gerade deswegen ergab sich aber auch die Chance aus Musik mehr als Kunst, etwas Exestenzielles zu schaffen und größer gedacht, ein unglaublich intensives Spannungsfeld zu kreiieren.

Der Bogen mag weit geschlagen sein, nicht alles ist direkt miteinander vergleichbar, aber an und zwischen den Verknüpfungspunkten, den Perspektivwechseln ergibt sich ein großes Ganzes. Angefangen bei David Bowies "Blackstar", Nick Caves "Skeleton Tree" und endend mit Leonard Cohens "You Want it Darker" hatten wir ein unheilvolles Triumvirat, welches auch weltweit große Beachtung fand. Gehört habe ich bis dato noch keines davon, physisch fehlen tut mir bislang nur Cohen, bei welchem ich aber davon ausgehe, dass er mir am wenigsten von den dreien gefallen wird. Die meiste Hoffnung stecke ich ehrlich gesagt in Bowie, gegenüber Nick Cave war ich recht neutral und offen.
Spontan könnte ich als Pendant, bezogen auf die Thematik Communic mit "Bottom Deep" dazwischen werfen, aber das ist irgendwie eine andere Baustelle, gefühlt. Sicherlich nicht das passendste Wort, aber "Liga" wirft gleich mit qualitativen Erwartungshaltungen um sich. Ein nicht wirklich statthafter und sinnvoller Vergleich. Wie anmaßend wäre es Trauer zu werten?

Die Hintergrundgeschichte ist mir im Groben bekannt, den Film habe ich nicht gesehen, die Kritik hingegen schon und habe sie zum Teil auch nachvollziehen können, vorallem auch die negative über den Umgang, daher war und ist mir Authentizität wichtig. Ich hoffe nicht zu voyeuristisch oder gar sadistisch zu klingen, wenn ich mich gefühlt im Leid und Kummer der Menschen labe, aber mich faszinieren Extreme. Ich bin ein radikaler Dramaturg, um etwas zu bewegen muss die Sache auch weh tun, nicht nur aufrütteln sondern verstören, aber nicht seiner selbst Willen - zumindest nicht vordergründig oder nicht ohne Metaebene oder einer Überdosis Nihilismus. Ich bin der Meinung in vielen Bereichen Erfahrungen am Limit des Ertragbaren gehört, gesehen und vielleicht auch gemacht zu haben, nicht alles und allwissend - aber rein musikalisch denke ich, kenne ich mich mit künstlerisch vertretbaren Extremen aus.

Nach dem ersten Durchgang konnte das Album in meinen Augen auch nur grandios scheitern, meine Erwartungshaltung war utopisch hoch angesetzt und das fragile Album schon vorab zerbrochen. Das Album ist nicht nur fragil, es ist auch minimalistisch in der Instrumentierung - gewüscht hätte ich mir hingegen mehr Disharmonie, mehr Dilentantismus. Authentisch ist es, Nick Cave blutet ohne es nötig zu haben, seine Wunden zu zeigen. Ob deswegen keine Lyrics beiliegen? Stört mich hingegen aber eher, gerne hätte ich währenddessen mitgelesen, die Relevanz schien mir das Album vorab schon gehabt zu haben, um mir diese Zeit zu nehmen.

Dieser Text ist tatsächlich während und nach dem ersten Durchgang entstanden, be- oder ergriffen habe ich selbstverständlich noch nichts, der Umfang und die Tiefe wird erst im sich mehrmals gebrochenen Echo zeigen. Substanz ist auf jeden Fall da, wie viel wird sich zeigen. Überflüssig dem Ganzen selbstklärende Attribute wie melancholisch, niedergeschlagen, depressiv anzuheften - es ist aber nicht erschlagend, kann es vielleicht auch gar nicht sein, muss es nicht mal zwingend. Ich hatte nur einen wesentlich tieferen, emotionalen Erdrutsch erwartet, ja ihm sogar entgegengefiebert. Dafür fehlt mir aber noch ein wenig die persönliche, mich betreffende Identifitkation. Vielleicht erfährt man diese in Gänze auch nur als Elternteil mit der undenkbarsten, schmerzlichen Erfahrung. Vielleicht will ich es dann auch nie ganz erfahren müssen.

Aber ich denk es wird noch größer werden, sich hoffentlich festbeißen und festkrallen und seine spitzen Dornen in die Herzen schlagen. Blitze? Irgendwie unpassend...


Samstag, 28. Januar 2017

Winter's Gate European Tour 2017 – 12ter Januar @ Colos-Saal, Aschaffenburg



Die Hinfahrt bewies, dass Autofahren auch 2017 Krieg ist und ernsthaft Beziehungen gefährden kann, wenn auf der Strecke die falschen Parkhäuser auftauchen, oder entgegen der Aussage des Navis Fußgängerzonen oder generell und überhaupt wenn der Beifahrer sich Null um die Streckenorganisation gekümmert hat, sich dabei aber recht sicher ist und als es kritisch wird noch lässig Sätze dropt wie „kurz vor dem Ziel verfahr ich mich da eigentlich immer“. Mea culpa – der Held des Abends war ich…

Wolfheart
Nachdem die Gemüter beruhigt waren und vom richtigen Parkhaus der richtige Ausgang gefunden wurde, startete das Ganze auch gleich schon von 0 auf 100, denn die erste Band stand schon auf der Bühne und spielte fleißig schon ihr Set runter. Leider war dies Wolfheart welche mir als zweiter Akt tausendmal lieber gewesen wären. Nicht nur, dass ich den Auftritt dann auch in Gänze gesehen hätte, sondern auch weil mir ein sicherer Treffer als direkter Anheizer für den Headliner stimmungstechnisch geschickter schien. Denn das Wolfheart was kann, war mir vorab auch ohne auch nur einen einzigen Song zu kennen klar, immerhin steckt da niemand geringeres dahinter als Tuomas Saukkonen (BEFORE THE DAWN, BLACK SUN AEON, DAWN OF SOLANCE und etliche Beiträge als Gastmusiker). Der Frontmann hatte aber nicht nur ein beeindruckendes, musikalisches Spektrum im Rücken sondern ist über die Jahre selbst zum Tier mutiert, was für eine machtvolle Erscheinung! Geboten wurde epischer Melo-Death der ganz großen Schule mit viel Atmosphäre, Spielfreude und wuchtiger Energie. Das ging größtenteils wunderbar ins Ohr und war eingängig, zum Glück aber dabei nicht blind berechenbar oder wie tausendmal woanders gehört, sondern hatte einen ganz eigenen Charme – passte aber perfekt zu INSOMNIUM, Fans davon sollten definitiv hier auch ein Auge drauf werfen, auch wenn der Sound insgesamt ein weniger rauer daher kommt.


Barren Earth, man sieht den Pathos
ja leider schon auf einem
Blick...
Als zweite Band stand dann Barren Earth auf den Brettern und leider stellte sich der Auftritt als genau das Loch heraus, welches ich gar nicht hätte entstehen lassen wollen. Barren Earth machten einige kapitale Fehler. Zuerst feierte der Sänger sich übertrieben selbst, wirkte bei den Growls aber unglaublich gepresst und eintönig. Da war keine Tiefe, keine Spannung, keine Abwechslung und spätestens nach zwei Liedern hatte man sich an den Growls satt gehört und vor allem chronologisch flankiert von den Sängern von Wolfheart und Insomnium wurde da ein riesiger Klassenunterschied offenbart. Seine Cleanvocals waren okay und wesentlich spannender und passten durchaus in die doomig angehauchten Parts, womit wir schon beim zweiten Fehler wären. Was zur Hölle wollt ihr überhaupt spielen, zwischendrin schimmerte ja fast schon klassische Epic Doom Atmosphäre durch, dann wurde Death Metal aufgetischt und zwischendurch irgendwelche Spielerein eingebaut, die weder zum einen noch zum anderen passten. Falls dies der „Psychadelic“ Einfluss sein sollte den ich irgendwo aufgeschnappt hatte, bitte streicht ihn. Und vor allem schafft klare und logische Übergänge und werft nicht einfach so alles durcheinander. Das wirkt nicht mal progressiv sondern leider überwiegend chaotisch. Und auch sonst fehlten den Songs oft die Spannung, eine gesonderte Melodie oder sonstige Attraktivität. Oft war das einfach wirr oder sogar stinklangweilig, da halfen auch die guten Ansätze nicht, weil sie sich eben in der ganzen Chose selbst nie irgendwie fanden. Schade und leider noch schlimmer als erwartet, warum auch immer ich davon ausging, dass eine Band sicherlich nicht so gut sein wird. Vielleicht war aber auch nur der Auftritt nicht sonderlich gut, als ich im Nachgang mir einige Lieder auf Youtube zu Gemüte führte, waren die angesprochenen Probleme zwar immer noch in den Grundzügen vorhanden, aber es klang schon mal besser. Wie auch immer…

Insomnium
Tzzz, dann sind deine Fotos halt besser geworden...
Merchstand <3
Denn dann kamen Insomnium welche ich nun mehr zum sechsten Mal live sehen durfte, auch wenn ich hier erstmal lange Zeit kein Lied von kannte, was wohl auch daran lag, dass sie ihre neuste EP „Winter’s Gate“ spielten, welche ich mir erst kurz danach zu eigen machte, aber bislang noch immer nicht die Gelegenheit hatte, in selbige reinzuhören. Die bandtypischen Trademarks waren dennoch unverkennbar, nur gefühlt ausladender und epischer, was aber auch der zu Grunde liegenden, großen Rahmengeschichte geschuldet sein dürfte, zugleich aber auch passend ist.



Danach wühlte die Band erfreulicherweise mal ganz tief in der Schatzkiste und ließ sämtliche Nackenhaare beim Intro „The Gale“ und dem anschließenden „Mortal Share“ zu Berge stehen. Schön auch mal diese alten Lieder wieder zu hören, welche mich damals mit der Band vertraut machten. Es müsste danach nochmal ein Lied von jenem Album gespielt worden sein, aber ich bemühte mich jetzt nicht die Recherche über setlist.fm zu betreiben. Insgesamt wurde aber eine abwechslungsreiche Show geboten, welche verschiedene Stationen der Bandgeschichte bediente und nicht nur Dank der überragenden Liveperformance die Ausnahmestellung der Band unterstrich. Insomnium ist in meinen Augen die ungeschlagene Referenz im vielschichtigen, melancholischen und melodischen Melo-Death, ich kenne keine Band welche da auch nur irgendwas toppen kann und dieses hohe Niveau halten sie schon seit Jahren zuverlässig. Zwar hätte ich gerne noch „Daughter oft the Moon“ in der Setlist gehabt oder „Lose to Night“, aber letzteres hätte mich sicherlich emotional zerrissen, so sehr hatte die Band mich durchaus an der Angel. Zum Abschluss deckten wir uns antizyklisch am Merchstand ein und nutzten die „noch“ leeren Toiletten um uns auf eine, dann überraschend reibungslose Heimfahrt zu begeben.

Grüße gehen raus an Annalena, danke für deine Geduld undduwusstestdochaufwasdudichdaeinlässtundsogrummel…

PS: Ich versuch mal die ganzen Videoausschnitte einigermaßen ordentlich zusammenzuschneiden, zu drehen, überblenden oder was auch immer und am Stück mal hochzuladen und zu posten. Das kann unter Umständen ewig dauern, aber ich wollte es mal zumindest angekündigt haben #ungerendert