Donnerstag, 21. Januar 2016

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Ivenberg - Leben heißt Sterben

Hier können wir in der Tat schon von mehreren Phasen reden:

Rein optisch sieht das ganze sehr proffesionell und hochwertig gemacht aus und schürt schon mal hohe Erwartungen.
Die Tatsache dass dies eine deutsche Band ist, kombiniert mit generischen Liedtiteln dämpft dies allerdings wieder ordentlich und Vorurteil hin oder her, erwartete ich plötzlich nur noch typischen Pagandurchschnitt, vielleicht nicht ganz mies, dafür sieht es zu gut aus, aber so ganz das Wahre irgendwie auch wieder nicht.

Als nächstes habe ich eine sehr positive Kritik über das Album gelesen, schwache Hoffnung klomm in mir auf, vielleicht ist das Ganze ja doch recht gut. Gerippt, auf den Mp3-Player gezogen und auf dem Weg zur Arbeit das erste Mal angehört und ich muss sagen, Holla die Waldfee - diese Power hätte ich dem Album nicht zugetraut. Sehr kraftvolle und vorwärtstreibende Produktion, dabei mit einer durchaus spannenden Melange aus Death, Black und Paganmetal. Manche Parts erinnern mich ein wenig an EISREGEN wenngleich dies sicherlich keine wirklich haltbare Referenz ist.

Der begehrte und enorm wichtige "Besser als VARG"-Stempel kann also stolz aufgedrückt werden, für Fans dergleichen sicherlich eine überaus schmackhafte Alternative. Dass ich beim Probehören irgendwann ins Land der Träume entschlummerte, ist aber keinesfalls der Qualität des Albums negativ anzurechnen oder zuzuschreiben, sondern vielmehr meiner an dem Tag übermüdeten Verfassung, bzw. Angewohnheit im Zug ein Nickerchen einzulegen.

Bei der Rückfahrt wurde ich dann aber doch noch stutzig als ich etwas aufmerksamer den Lyrics lauschte, bei Passagen wie "Tag ein Tag aus das selbe Spiel", "Wir sind die letzten Krieger" (mehrfach als Chorus gesungen, vgl. 'Wir sind die Wölfe') oder "Kein Platz für Meinungsfreiheit..." und dergleichem Bla Bla zuckte ich reflexartig zusammen. Wurde der "Besser als VARG"-Stempel zu schnell verliehen? Befinden wir uns lyrisch auf dem genau gleichen, selbstgerechten die-Welt-ist-so-gemein-ich-bin-so-anders-und-rebellisch-dass-darf-man-doch-mal-sagen Niveau?

Verwirrt durch diesen Taumel der Gefühle bleibe ich vorerst ratlos zurück, die Musik scheint auf dem ersten Blick mehr als annehmbar zu sein, aber wie wird sie sich auf die Dauer halten? Und was sonst so los bei Ivenberg?

Vorläufig vorurteilsfreie 4 Blitze!

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