Sonntag, 13. Dezember 2015

Retroblog: Riechst du schon oder liebst du nicht?


Da die Gerüchteküche mehr als nur rumort, dass last.fm die Blogs komplett löscht - versuche ich jetzt noch zu retten was zu retten ist, indem ich häppchenweise das ein oder andere zeithistorische "Dokument" hier ebenfalls poste, immerhin hatte es zum Teil ja auch etwas mit Musik zu tun, zum anderen waren es meine ersten Schritte hin zum eigenen Blog. Die ersten Konzertberichte wurden ja auch ursprünglich, bzw. nachträglich von last.fm hierher importiert. Alle Beiträge von dort und damals sind mit Retroblog klassifiziert, teilweise auch schon recht alt und würde ich heuer oft nicht mehr so schreiben, aber ich hoffe es sorgt trotzdem für kurzweillige Unterhaltung.

 Der vierte Beitrag, welcher es wert ist hier rüber-importiert zu werden, da gibt es schon einige Sachen die sich absolut nicht eignen, datiert auf den 12.08.2010 und kann gerne als mutiges Verkaufsargument für physische Datenträger herangezogen werden.

Eigentlich sollte es nichts neues, noch überraschendes sein. Man kauft sich eine neue CD weil man von ihrer Qualität überzeugt ist, hält sie freudig erregt in den Händen, reißt die Folie mit euphorisch zitternden Händen ab, begutachtet nochmals das Cover mit lieblichen Blick, löst die CD und spiegelt sich selber darin in der Hoffnung ja keinen Kratzer zu finden. Fummelt vorsichtig das Booklet heraus, labt sich an den Bildern und etwaigen Hochglanzseiten und dann – was darf natürlich nicht fehlen? Der finale letzte, tiefe Zug durch die Nase... hmmm riecht das geil. *schwärm*

Es könnte so unendlich schön sein, aber nein es muss ein ketzerisches „WTF?!!!“ diese himmlische Harmonie, die Oase des Glücks, den Orgasmus der Sinneseindrücke, die Hyperinflation des ideellen Wertes, die Explosion der Freude, die in Beton gegossene Manifestation der Begeisterung zerstören!
Nein wir sind nicht krank – wir lieben!

Die Natur hat uns mit mehreren Sinnen ausgestattet die wir im Regelfall voll nutzen und vor allem voll nutzen dürfen und uns erst zum wahren Genuss führen.
Gleichzeitig lehrt uns der Kapitalismus täglich das Kosten/Nutzen-Prinzip und in unserer Geiz-ist-geil Mentalität empfinden wir keinerlei Scham möglichst billig, möglichst viel zu bekommen.
Wie geht dies einher mit einer freiwilligen Reduktion der Sinne beim Erwerb einer kapitalistischen CD?

Ihr kauft die CD und hört sie an – wow.
Ich kauf die CD, hör sie an, schau sie an, lang sie an, ich fühle und taste und rieche...
Nein wir sind nicht krank – wir lieben!

Der Liebhaber und Feinschmecker kann auch zwischen einer Vielzahl von Duftrichtungen differenzieren. Es riecht nicht lang jede CD gleich! Es gibt anmutig frische Düfte, wie auch abstoßend chemische und dem ungeliebtem, Raucherduft wenn man eine gebrauchte CD gekauft hat. Es liegen Welten zwischen Hochglanzduft und Kartonduft, Digipack, limitierte Editionen und normale Versionen. Selbst innerhalb der gleichen Band riecht nicht jedes Album gleich. Es gibt so vieles zu entdecken...

Daher ruf ich hier zum ultimativem Vote auf!
Riechst du schon oder liebst du nicht?

An all die Fans, Sammler und Liebhaber – meldet euch! Wir sind nicht krank – wir lieben!
(Es können sie hier auch gerne die Old-School „Ich-riech-an-frisch-gekauften-PC-Spiel-Kartons-Schnüffler“ melden, wir kämpfen für die gleiche Sache!!)

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