Donnerstag, 22. Oktober 2015

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Agalloch - The Serpent & The Sphere

Im Eilverfahren hörte ich dieses Album mehrmals am Stück an, für das bevorstehende, inzwischen hinter mir liegende und ausnahmsweise sogar schon "längst" rezensierte Konzert von Agalloch (nachzulesen hier: Agalloch – 19ter August 2015 @ Nachtleben, Frankfurt ) wollte ich zumindest insofern vorbereitet sein, als dass ich die neueren Songs nicht komplett als neu empfinde, sollte der Schwerpunkt der Songs ja vermeintlich auch auf dem letzten Album liegen.

Bei der außergewöhnlichen und absolut eigenständigen Kombo aus Übersee, welche gekonnt Doom, Black Metal und Folk vermengen - schien mir auch der Blick in die Lyrics als lohnenswert. Hier konnte ich aber überraschend wenig damit anfangen. Dieser orbital angehauchte Touch verstörte mich total und bot mir keinerlei, inhaltliche Andockfläche - auch wenn dies nur ein sehr oberflächlicher Eindruck sein könnte, denn vertieft habe ich mich darin leider nicht weiters. Klanglich spiegelt es die inhaltlichen Befürchtungen zum Glück nicht wieder, aber trotzdem war ich innerlich schon etwas distanziert, das Album mir ein wenig entrückt.

Für mich steht und fällt das Image der Band allein mit dem großartigen "Ashes Against The Grain" - für mich auch der Einstieg in die Band Diskographie. Klanglich absolut herausstechend, nicht nur allein wegem dem prägnanten "Limbs" als Opener, vermittelt es vor meinen Augen sofort zahlreiche, intensive Bilder - überwiegend aus der Natur, zwar hie und da verschwommen, dennoch greifbar. Kein Zufall, dass dieses Album auf Dauerschleife lief, als ich eines meiner, in meinen Augen besten Werke schrieb. (Ich drifte ab, ich merke es, aber ist ja bald Weihnachten )

Im Netz hab ich gelesen, dass das Album gerne mit "The Mantle" verglichen wird, finde ich zwar nicht direkt - auch wenn ich mir dort ebenso schwer tue, da spontan einen hervorstechenden Song zu bennen. Beim direkten Vorgänger, "Marrow Of The Spirit" war es zweifelslos der Übersong "Black Lake Nidstang" welche die schwarz-metallische Verfärbung mit einem fast schon dem DSBM-Lehrbuch entsprungenen Schrei krönt.

Hier bin ich mir noch nicht so sicher, klar ist - "Dark Matter Gods" hat das gewisse Etwas auf dieser Scheibe, was Melodie, Dramaturgie und Gestaltung anbelangt. Und auch das Album ist garantiert nicht schlecht, aber noch zieht mich nicht alles mit. Ich bin optimistisch, dass sich da noch Spielräume für auftun, vom ersten Höreindruck bin ich auf jeden Fall schon Meilen entfernt, a) weil ich es mehrmals hören wollte, weil es dennoch einen qualitativ guten Sog in sich birgt b) nun leider auch schon ein wenig Zeit ins Land geflossen ist. Daher auch, mal eine etwas wirklich ausführlichere Version, welche der ursprünglichen Intention dieser Kategorie zwar etwas enteilt, aber gerne unter der Rubrik "Überstunden" verbucht werden dürfen.

4 Blitze mit Option auf mehr; aber dann in dieser Rubrik auch kaum Sinn mehr machend, das wäre was für das abschließende Review. ;)

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