Dienstag, 15. September 2015

# Reingehört # Blitzurteil: Platten der Woche: Pilz - Beef

Pilz Mutterficker - was dürfte die deutsche Rapperin kontrovers sein! Zum ersten Mal hatte ich sie bei der Splash Quali 2013 auf dem Schirm, mit einer damals noch recht zweifelhafter Qualität, in meinen Augen. Aber fortan hat sie kontinuierlich an sich gearbeitet, ihre von vielen als piepsig-nervig empfundene Stimme als unfreiwilliges Stilmittel etabliert und durch harten BattleRap sich Respekt verschafft und zur Nr.1 im Female Rap gekrönt. Pilz ist unkompliziert und überraschend hart, klar oder auch plump-direkt und macht keine Gefangenen und meuchelt alles mit einer Wortwahl nieder, welche man nicht direkt von einer Frau erwartet. Das ist auf der einen Seite hochemanzipiert, aber dennoch vollkommen authentisch. Pilz lässt sich nicht "verhohnepipeln" sondern haut ihre Opfer "mausetot" und schafft den Spagat dabei vollkommen ernst und kein bisschen lustig zu klingen. Die Beats sind fast durchgehend sehr gut, vor allem aber auch kreativ und zum Teil ungewöhnlich. An die Stimme muss man sich womöglich gewöhnen, technisch sitzt das Ganze aber wie ein Paar eingelaufene Schuhe, imprägniert mit einem durchgehend flüssigen Flow. Vor allem bleibt viel hängen, ich konnte kaum einen Abnutzungseffekt bemerken und ließ die Scheibe immer, und immer wieder von vorne rotieren. Kein Geheimnis, dass ist sicher nicht der erste Höreindruck, aber dass ließ das Album auch nicht zu. Für mich mit das stärkste Rap- und Debütalbum dieses Jahres, absolut empfehlenswert und eigenständig! 5 Blitze


 Mal schauen ob da noch ein vergleichbarer Achtungserfolg von wem anders kommt. Romano mit "Jenseits von Köpenick" kommt mir momentan als einziger in den Sinn, der ebenso vollkommen unerwartet durchstarten könnte. Mal schauen was das Jahr noch bringt.

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