Sonntag, 15. März 2015

# Erinnerungslücke Satans Convention 2013 – 28ter Dezember @ Halle 101, Speyer



Mit alten Traditionen soll man nicht brechen, insofern fiel natürlich sofort wieder das damals schon stark kritisierte Pfandsystem ins Auge (http://etalusicore.blogspot.de/2013/12/sinister-howling-iii-09ter-november.html ), welches  mir am Ende ungewollt erneut Ärger, als auch finanziellen Gewinn einbrachte.
Ursache diesmal war auch, dass sich die Preise der Cocktails scheinbar änderten, plötzlich  kostete das Kleine, genauso viel wie das Große was von mir auch reklamiert wurde, dann war mal scheinbar Pfand dabei, mal nicht, mal wurde an der Theke doch gewechselt und ausgezahlt und übersichtlich war es mitnichten. Scheinbar peilt die Hälfte der Beschäftigen selbst nicht durch, wie ihr Pfandmarkensystem funktioniert.  Daher in meinen Augen auch vollkommen legitim , dass am Ende das ein oder andere Getränk „umsonst“ war, nachdem ich absolut krude, nicht nachvollziehbare Beträge genannt bekommen habe und dergleichen auch verständlicherweise reklamierte.

Aber wenden wir uns der Musik zu und dem, was ich noch davon berichten kann. Die erste Band, Moribund Oblivion verpassten wir zeitlich, sodass wir SATURNALIA TEMPLE  als erste Band begrüßen durften. Und das war ausgesprochen komisch – nicht ob der musikalischen Qualität, ehrlich gesagt gefiel mir die Musik recht gut, da ich eben auch einen Faible für Doom und Stoner habe, nur war dies ein eindeutig als Black Metal Fest proklamiert. Da war nicht ein Hauch von Black Metal wiederzufinden und insofern passte die Band absolut nicht ins Line-Up. Schade…

Richtig gefreut hatte ich mich auf IMPERIUM DEKADENZ welche ich bislang einmal schon live sehen durfte und deren Alben mir durchaus zusagen, siehe das entsprechende Review zu  …und die Welt ward kalt und leer“.  Und ich bekam genau das was ich auch erwartet hatte, flotten, rauen und gleichzeitig melodischen Black Metal  und zum Abschluss auch noch das Lied, auf welches ich die ganze Zeit gewartet hatte. „Im Reich der fahlen Seelen“ heißt das schmucke Stück und rundete den geilen Auftritt perfekt ab. Danke!

Auf den nächsten Auftritt war ich auch schon gespannt, immerhin wird URFAUST an jeder Ecke gefeiert. Und meine Fresse war das enttäuschend. Ich weiß nicht was ich schlimmer fand, die erschreckend belanglosen Lieder oder den dermaßen schief gesungenen Gesang. Ich mein ich hör sehr viel an, was kein Mensch mehr als melodisch bezeichnen würde, mit wirklich abartigen Gesang quer durch jedes Extrem und auch von der Grundausrichtung aus, hätte mir der Auftritt durchaus zusagen können oder müssen. Aber das war so schief, dass sämtliche aufgebaute Atmosphäre daran zerbrach, jegliche Magie raubte und selbst Nuancen  welche es hätten sein können, verpufften. Schade irgendwie…

An WITCHBURNER kann ich mich leider nicht mehr wirklich erinnern. War dies der Typ, der so irre geschaut hat?  Bewusst ist mir lediglich ein ziemlicher Bruch zum Vorakt, der mich aber auch relativ kalt lies.

KOLDBRANN schlugen sich da schon besser. Zwar nicht sonderlich herausragend im Sinne von ungewöhnlich, revolutionär – aber durchaus brauchbar. Nicht zwingend dauerhaft, aber so ab und an live, durchaus nett. Kann man sich geben.

HELL MILITIA wählten nach alter, aber trotzdem nicht sonderlicher sinniger Tradition eine Videoleinwand als Hintergrund, was da konkret drauf lief – keine Ahnung mehr, dürfte sich aber um Belanglosigkeiten oder gerne alternativ um Splattergorepornos handeln, so genau weiß ich das nicht mehr und ist mir auch Wurst. Die einzig einigermaßen gute Videoshow hatte für mich bis heute Make a Change… Kill Yourself auf die Reihe bekommen. Musikalisch haute mich Hell Militia auch nicht zwingend aus den Socken, mit Ausnahme des letzten Songs, als noch zwei weitere Sänger von anderen Bands da zustießen. Das war auf einen Schlag richtig, richtig gut – aber dann leider auch schon wieder vorbei. Schade, weil da bekam ich dann doch richtig Lust auf mehr.

Es folgte eine Premiere. SHINING schafften einen kompletten Gig ohne das Kvarforth ausfällig wurde oder provozierte. Und das wurde nicht mal langweilig, nein – die Musik sprach völlig für sich und zeigte eindeutig auf, dass er solche Kinderein eigentlich gar nicht nötig hätte. Kvarforth ist ein Monster am Mikrofon und kann dem Wahnsinn eine Gestalt geben. Aber auch die anderen Musiker waren ohne Zweifel erhaben und in mir reifte erneut die Lust, mich vielleicht doch ein wenig mehr mit der Musik von Shining zu beschäftigen, deren Zugang mir bislang noch nicht gänzlich gelang. Inzwischen habe ich fast die ganze Discographie gekauft, leider erst ein Album davon angehört aber ich muss sagen. Live war es definitiv noch eine Ecke geiler! Also einfach die Kinderspielchen sein lassen, du kannst es doch…

Von BELPHEGOR hatte ich mir viel erwartet. Bislang hatte ich sie auch hie und da mal gerne mit Behemoth verwechselt, aber die Bands haben nicht sonderlich viel gemeinsam. Belphegor hat einen wesentlich stärkeren Death Metal Einschlag, gepaart mit ein wenig Black Metal und irgendwie hatte ich, ob der ganzen Lobeshymnen mehr erwartet. War dem leider nicht ganz so und langsam zollte auch die Müdigkeit Tribut.

Gehen war aber trotzdem noch keine Option, immerhin war eine Special-Horrorshow angekündigt, weswegen diesmal Einlass ab 18 Jahre war! Und das müsste schon was wirklich extremes sein, wenn die bislang gezeigten Pornos, verstärkt damals bei Sinister Howling dies scheinbar nicht wahren, was mich bis heute wundert, warum und weshalb es da keine Beschränkung gab.

Dies war auch der einzige Grund, weswegen wir uns durch HETROERTZEN quälten, ja quälten!! Die Show war Peinlichkeitsstufe 9000, selten so eine affig Möchtegern-„messe“ gesehen. Die Optik war übertrieben, jede Bewegung pathetisch bis ins Grenzenlose, die farbigen Roben passten nicht ins gern gebotene, düsterne Bild – vor allem nicht, wenn man gefühlt alle zwanzig Sekunden dran zupfen musste, weil sie ja vom Kopf rutschen und das wäre nicht grimmig genug, aber zupfen, ja zupfen ist Krieg! Die ganzen Beschwörungen und wie gesagt auch jede Bewegung klischeehaft bis zum Erbrechen und dazu auch eine scheußliche Musik. Ernsthaft? Schlechtester Auftritt des Abends, ohne Witz – da kam sogar Urfaust gut gegen weg und die fand ich schon nicht gut.

Und dann kamen endlich DENIAL OF GOD nach über 10 Stunden Programm und noch einer extra Wartezeit und es passierte, Trommelwirbel, nichts! Nachdem nach vier oder fünf Songs keine einzige der Aktionen veranlasst hätten, dass der Einlass erst ab 18 Jahre ist, beschlossen wir heim zu gehen. Ich war inzwischen echt müde geworden und hatte noch einen längeren Weg via Auto vor mir und die große Show kam nicht und die Musik war nur so naja.

Und auch wenn das jetzt vielleicht nicht durch die Bank weg genial klingt, fand ich den Abend toll – gut durchgemischt, punktuell sehr stark besetzt und zum Glück auch weniger aggressiv gegen Ende wie damals bei Sinister Howling, wo sich schon einige echte Klappspaten versammelt haben müssen.

Das Pfandsystem ist weiterhin blödsinnig, aber der Sound passt soweit, die Videoleinwände machen in meinen Augen immer noch keinen Sinn – aber ich freu mich definitiv irgendwann wieder ein Event dort zu sehen. 2014 hat es dann leider nicht geklappt, 2015 wieder eines verpasst, aber noch ist nicht aller Tage Abend. Bis dann…  

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