Sonntag, 17. Juni 2012

The Return of Nocte Obducta – 15ter Juni 2012 @ Steinbruch Mühltal


An Exklusivität kaum zu übertreffen, so in der Art war dieses Konzert auf der Homepage angekündigt und köderte mit lachhaft billigen Eintrittspreisen von gerade mal 7€ beim Vorverkauf. Da sag ich brav danke, denn das ist wirklich sehr nett.

Mit wenigen Minuten Verspätung trafen wir ein und mussten uns erst einen guten Stehplatz in dem doch ordentlich gefüllten Raum suchen. Sterbeklang standen schon auf der Bühne und zockten ihr Set. Und bis auf wenige Ausnahmen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass das gleichzeitige Singen sowie Gitarre spielen leicht überforderte – anders kann ich mir manch Gesangsfetzen scharf am Mikro vorbei nicht erklären – war dies schon ein sehr beachtlicher Anheizer.

Nicht im Sinne von rasend, alles vernichtendem Black Metal, sondern sehr atmosphärisch mit dichten, weit ausleitenden Instrumentalpassagen welche recht melodisch bis hin zu melancholisch gehalten waren. Und dies klang für einen Live Auftritt erstaunlich klar und differenziert. Wenn ich in meiner Plattenkiste wühlen sollte um etwas Vergleichbares zu Tage zu fördern, würde ich mir Blutklinge angeln und hier und da ein paar Stellen von Agalloch oder Sólstafir abschneiden um irgendwie diesen dichten, vermischten, rauschigen – nicht aber im Sinne von unklaren Sound zu beschreiben. An Autumn For Crippled Children kam mir auch kurz in den Sinn, hört sich aber im Vergleich zu gelöst und hell an.
Wer Genrebezeichnungen braucht, dem sei ein gelungener Mix zwischen Ambient, Atmosphäre und DSBM um die Ohren gehauen, welches live erstaunlich gut funktionierte. Gefiel mir sehr!

Als nächstes brüllten Vehemenz schon vehement im Soundcheck und dann auch während des Auftritts, teilweise sogar zu dritt. Im Vergleich zur Vorband preschten diese um einiges härter und wilder ins Feld, konnten sich aber lange damit nicht wirklich vom gewöhnlichen Mittelmaß absetzen. Erst im Verlauf wurden die Songs atmosphärischer und tiefer, griffen immer besser. Natürlich kann man hier von einer Symbiosewirkung mit meinem Getränk reden, aber es war nicht nur meine Meinung, dass die Band ernüchternd anfing, sich dann aber fing und stetig besser wurde. Am Ende garantiert kein Ausfall, aber nächstes mal bitte am Anfang schon wie am Ende spielen und wir können vielleicht ein schwaches „sehr“ vor das gut malen.

Und dann waren die Spaßvögel wieder zurück und vögelten munter drauf los. Nur der Drummer nicht, der hatte nämlich schon laaange keinen Geschlechtsverkehr mehr. Klare Worte gleich am Anfang,  Nocte Obducta genossen den Auftritt wahrlich und sahen diesen, verbunden mit der übertrieben exklusiven, einmaligen Ankündigung mit mehr als nur einem Augenzwinkern. Verbunden mit einem stetigen „So wird es das garantiert (auch) nicht wieder geben“ wurden mal Textpassagen vergessen oder Ansagen versemmelt, weil drei Mikros stets zwei zuviel waren, wenn alle immer irgendwas sagen wollen. Die Ansagen waren nicht immer ganz verständlich und der Sound übersteuerte anfangs leider etwas stark. Es war garantiert kein perfekter, aber ein sehr authentischer Auftritt und so bot die Band ein gut gewähltes Best-Off und interagierte bzw. reagierte auf Zwischenrufe aus dem Publikum. Leider nicht immer, denn da half auch kein noch so verzweifeltes Krächzen, „Pan spielt die Flöte“ wurde NICHT als Zugabe gespielt und das war mein persönlich größter Wunsch. Ohne dieses geniale Überlied, aber trotzdem ein geiler Auftritt.

Danach war ganz normal „Enter the Pit“, d.h. Disko, aber wir ergriffen die erste Möglichkeit heimzugehen. Ich musste ja auch am nächsten Tag arbeiten… T_T

Eine CD von Sterbeklang konnte ich leider nirgends abgreifen, da der Händler, welche diese geführt hätte, zu dem Zeitpunkt schon eingepackt hatte. Fand ich schade, aber ich schätz die Chancen, diese Band noch mal zu sehen als nicht sooo klein ein. Drei gute Bands, kein Ausfall – alles bestens und praktisch für lau (7€, ist gaaar nix bei dem Line-up!) – gerne wieder, super Abend! Danke…

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